Auftrag für weitere Landstromanlagen in Kiel vergeben

Foto: Port of Kiel

Bereits ab Ende nächsten Jahres sollen für Kreuz- und Fährschiffe an allen Innenstadtterminals des Seehafens Kiel Landstromanschlüsse zur Verfügung stehen, so dass dann bis zu sechs Schiffe gleichzeitig mit Ökostrom versorgt werden können.

Das Bauprojekt in Höhe von 17 Mio. € umfasst eine 50/60-Hz-Landstromanlage für Kreuz- und Fährschiffe sowie eine 50-Hz-Landstromanlagefür Fährschiffe im Ostuferhafen. Ein entsprechender Auftrag wurde nach einer EU-weiten Ausschreibung in der vergangenen Woche von der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG an die Siemens AG vergeben. Auch die bereits bestehenden Kieler Landstromanlagen am Ostsee-/Schwedenkai und Norwegenkai wurden von der Siemens AG gebaut. Mit Art und Umfang der Anlage ist sie nicht nur eine der größten in Europa, Der Baubeginn ist für Herbst dieses Jahres geplant, die Inbetriebnahme soll ein Jahr später in 2023 erfolgen.

Die erste der beiden Landstromanlagen ist für die Versorgung von bis zu zwei Fähr- bzw. Kreuzfahrtschiffen konzipiert und bindet vier Liegeplätze am Ostuferhafen an Landstrom an. Sie verfügt über eine Leistung von 16 MVA und kann Kreuzfahrt- und Fährschiffe mit einer Frequenz von 50 bzw. 60 Hz und einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV versorgen. Die zweite Landstromanlage mit einer 50-Hz-Netzfrequenz ist ausschließlich für RoRo-Schiffe konzipiert und versorgt zwei Liegeplätze mit einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV bis zu einer maximalen Leistung von 5 MVA. Insgesamt können mit den Anlagen am Ostuferhafen dann bis zu drei Schiffe parallel mit Landstrom versorgt werden.

„Der Landstrom ist ein wesentlicher Baustein unserer nachhaltigen Ausrichtung. Mit der Versorgungsinfrastruktur von sechs Schiffen hoffen wir dann ab 2024/25 ca. 80 Prozent der Schiffe während der Liegezeit an die Steckdose zu bekommen“, so Seehafen-Chef Dr. Dirk Claus. Neben der CO2 Ersparnis führe die Landstromversorgung von Schiffen während der Liegezeit auch zu einer drastischen Reduktion der Lärm- und Schadstoffbelastung. JPM