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MyStar: Tallink Siljas neustes Schiff startet am 13. Dezember 2022 auf der Route

Pressemitteilung

Das neuste Schiff der Tallink Grupp, die MyStar, wird am kommenden Mittwoch, 7. Dezember 2022 von der Rauma Marine Constructions Werft (RMC) in Rauma, Finnland ausgeliefert. Die langersehnte erste Überfahrt der MyStar, dem neusten und technologisch am fortgeschrittensten Schiff der Ostsee, wird am Dienstag, 13. Dezember um 13.30 Uhr von Tallinn nach Helsinki stattfinden.

Zum Start der MyStar sagt Paavo Nõgene, CEO der Tallink Grupp, folgendes:

„Wir freuen uns alle sehr, dass es diese Woche endlich soweit ist und wir das neueste Mitglied unserer Flotte begrüßen dürfen: Die MyStar, den strahlendsten Stern der Ostsee. Ihre langerwartete Ankunft läutet eine neue Ära auf der Tallinn-Helsinki-Route ein – mit erhöhten Service-Standards, höherem Komfort für unsere Passagiere und einem hohen Fokus auf Nachhaltigkeit. Seit dem Beginn des Baus im Frühjahr 2020 hat sich die Welt verändert, mit mehr Hürden, als wir jemals dachten – aber wir haben uns alle gemeinsam den Herausforderungen gestellt und sind jetzt mehr als glücklich, dass unsere MyStar jetzt fertig ist und ab dem 13. Dezember Passagiere an Bord begrüßen kann. Ich möchte dem gesamten Tallink MyStar Projektteam, der Rauma Schiffswerft und allen Partnern danken, die an dem Prozess beteiligt waren und unseren Traum vom strahlendsten Stern der Ostsee erfüllt haben.“

„Ich möchte Tallink Silja für die exzellente Kooperation danken, die es uns erlaubt hat, das Projekt gemeinsam trotz aller Hürden und Herausforderungen fertigzustellen. Daneben möchte ich allen Partnern danken. Die MyStar repräsentiert Finnlands starke Erfahrung im Schiffsbau. Es war uns eine Ehre, ein technologisch so hoch angesiedeltes Schiff designen und bauen zu dürfen – das nebenbei auch zahlreiche nachhaltige Werte besitzt. Wir wünschen der MyStar alles Glück der Welt auf ihren Seewegen“, ergänzt Mika Heiskanen, CEO von RMC.

Die MyStar bricht am Freitag, 9. Dezember in der Rauma Werft auf und wird am Samstag, 10. Dezember um 10.00 Uhr im Altstadthafen Tallinns erwartet.

Die Jungfernfahrt wird am 13. Dezember 2022 stattfinden. Los geht es um 13.30 Uhr von Tallinn in Richtung Helsinki. Damit ersetzt sie die Megastar auf deren momentanen Fahrplan. Die Crew der MyStar besteht aus 208 Mitgliedern, allen voran die drei Kapitäne Vahur Ausmees, Aivar Moorus and Ain Aksalu.

Der Bau des Schiffs hat 247 Millionen Euro gekostet und ist mit einem Kredit über 196,3 Millionen Euro seitens der KfW IPEX-Bank GmbH finanziert. Die finnische Export Kreditagentur “Finnvera” garantiert 95 Prozent des Kredits nach Auslieferung.

Die MyStar Landstromversorgung ist Teil der „Twin-Port 3 Maßnahmen“ und wird seitens der EU „The Connecting Europa Facility“ (CEF) co-finanziert.

Für weitere Informationen zur MyStar besuchen Sie gerne unsere Website: mystar – Tallink & Silja Line

Text: PM Tallink Silja

Plantours Kreuzfahrten: Flussflotte wächst mit Zugang »Lady Cristina«

Pressemitteilung

  • Frankfurt wird ab Mai 2023 neuer Heimathafen für das Flussschiff »Lady Cristina«
  • Neue Routen auf Rhein, Main, Main-Donau-Kanal sowie durch Belgien und Niederlande

Plantours Kreuzfahrten setzt den Wachstumskurs bei Flussreisen fort. Nachdem zuletzt der eigene Neubau »Lady Diletta« erfolgreich die Flotte erweitert hat, kommt ab Frühjahr 2023 ein weiteres Schiff hinzu: »Lady Cristina«, mit Heimathafen Frankfurt, wird zu fünf- bis zehntägigen Fahrten auf Rhein, Main, Main-Donau-Kanal sowie durch Belgien und die Niederlande ablegen. Für das erste Jahr 2023 setzt Plantours Kreuzfahrten auf 23 Abfahrten mit zehn verschiedenen Reiselängen und -routen. 


Foto: Plantours Kreuzfahrten

Das 4-Sterne-Schiff »Lady Cristina« bietet in 74 Kabinen und Suiten, der Großteil mit französischen Balkonen, Platz für maximal 148 Gäste, dazu kommen zwei Restaurants, ein überdachtes Außendeck im Bugbereich sowie Fitnessraum und Whirlpool.

·       Variantenreiche Routen und Bandbreite der Flotte als Erfolgsfaktoren

„Bereits in den vergangenen Jahren war die Nachfrage für Flusskreuzfahrten gestiegen, zuletzt konnten wir sehr viele Gäste an Bord begrüßen, die zum ersten Mal mit uns gefahren sind. Gründe hierfür sind die Bandbreite unserer Flotte und die sehr variantenreichen Routen. Diesen Kurs setzten wir mit unserem Neuzugang »Lady Cristina« bewusst fort“, so Geschäftsführer Oliver Steuber.

Das ohnehin große Flussprogramm 2023 mit mehr als 100 Reisen, wird nun nochmals erheblich wachsen. Auch für die »Lady Cristina« wird die Möglichkeit geschaffen, eigene Landausflüge mit E-Bikes zu unternehmen, dazu kommen verschiedene Themenreisen. Zusätzlich im Angebot sind Landausflugs- und Getränkepakete.

MS »Lady Cristina« 

Heimathafen: Frankfurt am Main

Länge: 110 Meter

Breite: 11,4 Meter

Kabinen:  4 Suiten und 70 Außenkabinen (62 Kabinen und Suiten mit französischem Balkon)

Überdachtes Deck im Bugbereich, Whirlpool, Fitnessraum, Restaurant, separates Spezialitäten-Restaurant und Shop 

Weitere Informationen: www.plantours-kreuzfahrten.de

Text: PM Plantours Kreuzfahrten

Fred Olsen stellt „Braemar“ zum Verkauf

Die Fred Olsen Cruises Lines Ltd. stellt im Zuge der geplanten Flottenmodernisierung ihre derzeit in Schottland aufgelegte und inzwischen fast 30 Jahre alte Braemar (BRZ: 24344) zum Verkauf. Die Besatzung des durch seine Werftzeiten besonders auch in Hamburg gut bekannten Veterans, für den keine Preisvorstellung genannt wird, soll auf die bestehenden drei Schiffe Balmoral, Borealis und Bolette verteilt werden, wobei letztere während der Pandemie nach dem Ankauf von der Holland America Line zur Fred Olsen-Flotte stießen.

Das im Juni 1993 von der Bauwerft Union Naval de Levante SA in Valencia als Crown Majesty an die Crown Cruise Line, Panama, abgelieferte Schiff wurde nach mehreren Namens-, Charterer- und einem Eigentümerwechsel im Mai 2001 von Fred Olsen angekauft und in Braemar umbenannt.


(Archiv) Foto: Jens Meyer

Anschließend absolvierte die Neuerwerbung zunächst eine einmonatige Umbau- und Modernisierungszeit bei der Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss. Bei der gleichen Werft erfolgte sieben Jahre später auch eine spektakuläre Verlängerung der Braemar, die im Trockendock „Elbe 17“ mittschiffs getrennt und nach Einschwimmen einer zugelieferten 32 m langen Mittelschiffsektion auf 195,82 m verlängert wurde. Das danach über eine Kapazität von 977 Gästen verfügende Schiff erreicht mit seinen beiden Wärtsilä-Dieseln des Typs 8R32 mit einer Gesamtleistung von 13200 kW über zwei Propeller eine Geschwindigkeit von ca. 17 kn.

Ihre beiden letzten Ankäufe, die Bolette und die Borealis, bieten nach Angaben der Reederei die Möglichkeit, die Flotte zu modernisieren, da sie nach wie vor das Erlebnis eines kleinen Schiffes, jedoch mit viel mehr Platz in den verbesserten öffentlichen Bereichen und größeren Kabinen ermöglichen, was die Gäste seit der Wiederaufnahme der Reisen von ihr erwarteten. JPM

Ein Todesopfer: „Viking Polaris“ von Monsterwelle getroffen

Auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff Viking Polaris (BRZ: 30114) der Reederei Viking Expedition Cruises sind auf dem Rückweg von einer Antarktisreise nach Ushuaia am Abend des 29. November durch eine sogenannte „Monsterwelle“ ein Mensch getötet und vier weitere Personen verletzt worden.

Das teilte die Viking-Reedereigruppe am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die Welle habe die am Nachmittag des 30. Novembers in Ushuaia eingetroffene Viking Polaris mitten in einem schweren Sturm seitlich getroffen und dabei auch Seeschlagschäden im Passagierbereich hinterlassen, wobei u.a. mehrere Fenster zu Bruch gegangen sein sollen.

Viking Polaris, Foto: Fincantieri (Archiv)

Die 205 m lange, 23,5 m breite und 6 m tiefgehende Viking Polaris, die über 189 Kabinen für 378 Gäste verfügt und mit ihrer dieselelektrischen Motorenanlage über zwei Azipod-Antriebe von je 5500 kW eine Dienstgeschwindigkeit von 16,5 kn erreicht, war erst am 27. September dieses Jahres von der norwegischen Vard-Werft als deren bisher größter Passagierschiffneubau abgeliefert und drei Tage später in Amsterdam getauft worden.

Der unter norwegischer Flagge in Fahrt gekommene rd. 275 Mio. Dollar teure Neubau mit Polar Class 6-Zertifizierung ist nach dem im Dezember 2021 abgelieferten Schwesterschiff Viking Octantis der zweite Expeditionskreuzer der Reederei und wird von der Firma Wilhelmsen Ship Management im norwegischen Lysaker bereedert.

Erst vor zwei Wochen war es bei einer Antarktis-Kreuzfahrt eines anderen Schiffes zu einem tödlichen Unglück gekommen. Dabei starben zwei 76 und 80 Jahre alte Männer, als sie mit einem Zodiac unterwegs waren und dieses kenterte.

Inzwischen hat das Norwegian Accident Investigation Board die Untersuchung des Viking Polaris-Unfalls eingeleitet. JPM

„World Dream“-Versteigerung: Angebotsschluss ist am 21. Dezember

Mit Spannung wartet die Branche auf nicht nur auf den realisierten Preis, sondern auch die Identität des Käufers: Bis zum 21. Dezember dieses Jahres bis 15.00 Uhr Ortszeit können Angebote für den am 26. Oktober 2017 von der Meyer Werft fertiggestellten Kreuzliner World Dream (BRZ: 1509695) abgegeben werden, der nach dem Zusammenbruch von Genting Hong Kong auf Antrag der an der Finanzierung beteiligten KfW IPEX-Bank per Gerichtsbeschluss in Singapur unter den Hammer kommt.

Foto: Meyer Werft

Das für den asiatischen Markt konzipierte und zuletzt von der Genting-Tochter Dream Cruises beschäftigte Schiff mit einer Länge von 335,2 m, einer Breite von 39,75 m (in der Wasserlinie) und einem Tiefgang von 8,62 m verfügt über 1.686 Passagierkabinen. Laut der offiziellen Verkaufsanzeige des zuständigen Sheriffs in Singapur hat das Schiff eine Kapazität von 5.000 Passagieren, obwohl die Meyer Werft die Kapazität mit 3.376 Passagieren angibt.

Die über 18 Decks verfügende World Dream, die mit einer dieselelektrischen Maschinenanlage mit zwei 14-Zylinder- und drei 12-Zylinder V-Motoren von MAN ausgerüstet ist und über zwei ABB-Azipod-Antriebe eine Geschwindigkeit von 24 kn erreichen soll, ist seit März dieses Jahres auf der Changi General Purpose Anchorage in Singapur aufgelegt. Aus der umfangreichen Survey-Dokumentation auf der Website des Sheriffs geht hervor, dass sich das Schiff in einem guten Zustand befindet.

Unabhängig vom Verkaufspreis des Schiffes beläuft sich der Nettowert der an Bord befindlichen Bunker auf 1.175.887 US-Dollar, die vom Verkauf ausgeschlossen sind und vom Käufer ohne Abzüge bezahlt werden müssen. JPM

EIN GEFÜHL FROHLOCKENDER BEWUNDERUNG

Der Imperator war die deutsche Antwort auf die britische Titanic, sie war das Flaggschiff der HAPAG-Flotte und der Stolz des deutschen Kaisers. Das Ende war tragisch.

Es war Deutschlands Kaiser Wilhelm II. der sich nach einem Giganten auf dem Wasser sehnte, dem weltgrößten Schnelldampfer Europas. Sein Freund, Albert Ballin, Generaldirektor der 1847 gegründeten Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, tat ihm den Gefallen. Er gab den Auftrag zum „größten Schiff der Welt“, wie die Gazetten vermeldeten. Der Taufname Imperator des Schiffes das eigentlich Europa heißen sollte, gefiel Ballin nicht, umso mehr aber dem Kaiser. Der verlangte im Mai 1912 ein höchst eindrucksvolles Zeichen, also einen Sieger in der Schifffahrtsepoche. In dem Monat war der Imperator erstmals zu besichtigen, „ablaufbereit auf der Riesenhellig des Vulcan in Hamburg“. Die Medien jubelten, „der Kaiser wird ihm am Donnerstag den anspruchsvollen Namen geben, der seine späteren Leistungen ohne Zweifel voll bewähren wird“. So stand es in der „Köllnischen Zeitung“.


Bild: Archivist – stock.adobe.com

Die SPD-Zeitung „Vorwärts“ setzte noch anerkennend zu, dass der Imperator zehn Decks habe, „nicht nur elegante Restaurants, Wintergärten, Tanz- und Festsäle“, sondern „auch eine Turnhalle sowie ein luxuriös eingerichtetes Schwimmbad helfen die Langeweile vertreiben“. Bei den Ausmalungen behauptet der Journalist, sie seien „nach pompejanischem Vorbild“ gestaltet worden. Dann wird im Blatt der Genossen noch mal aufgelistet, was der Imperator alles zu bieten hat: „Mannigfaltige elektrische Lichtbäder, Kohlensäurebäder, Massageräume, Dampf- und Heißluftbäder, Damen- und Herrenfriseur modernster Ausstattung.“


Foto: Sammlung U. Horn

Tatsächlich glitt 1912 im Hamburger Hafen das seinerzeit größte Passagierschiff vom Stapel, es sollte als Superdampfer den Atlantik beherrschen. Eigentlich wurden Schiffe mit weiblichen Namen benannt, aber der Kaiser pochte auf den männlichen Artikel vor dem Namen. Man sah ihn im April 1913 frenetisch klatschen, und sein Gefolge jubelte, als der Riesendampfer erstmals im Elbwasser schwamm. Es war Regen, unfeierliche Stimmung, der feierliche Akt wurde trotzdem durchgezogen. Ein glänzendes Schiff, 276 Meter lang, 29,4 Meter breit. Die Baukosten lagen bei 40 Millionen Reichsmark, an Bord durften knapp 4000 Passagiere sein. Die Titanic hatte nur Platz für 2400 Gäste. Deutscher Größenwahn hatte obsiegt.

Im Juni 1913 lief der Neubau, Namensgeber der auch die Vaterland (am 1. Mai 1914 von Blohm + Voss an HAPAG abgeliefert) und Bismarck (20.6.1914 bei Blohm + Voss vom Stapel gelaufen) und als „Ballins dicke Dampfer“ apostrophierten Imperator-Klasse, zur Jungfernfahrt nach New York aus, an Deck befand sich der Journalist Alfred Keer. „Als ich das Riesendeck entlang sah“, schrieb er, „überkam mich ein Gefühl frohlockender Bewunderung, das ich im hohen Gestänge des Eiffelturms gespürt hatte.“ Er nannte den Imperator, das „entwickelste Schiff der Erde, weil es nicht allein das Notwenige, sondern das Überschüssige gibt.“ In den Jahren darauf wird sich das nicht weiter so entwickeln, der Erste Weltkrieg vermasselt der Hapag das Geschäft. 1914 wird das Schiff für sechs Jahre aufgelegt. Im April 1919 verlässt der Imperator zum letzten Mal den Hamburger Hafen. „Nunmehr klang der Ton der Dampfpfeifen wie ein schmerzlicher Abschiedsgruß über die Stadt, die das Schiff niemals wiedersehen sollte“, wird ein Augenzeuge zitiert.


Foto: Sammlung JSA

Im Rahmen der Reparationszahlungen geht der Dampfer am 5. Mai 1919 zunächst als Truppentransporter an die US-Navy und später an die britische Cunard-Reederei, wo er 1921 einen neuen Namen erhält: Berengaria. Unter ihm wird das Schiff mehr als 20 Jahre fahren auf der Route nach New York und zurück nach Großbritannien. In dieser frohen Zeit nach dem Krieg sind es viele Filmstars, andere Künstler, Millionäre und Großgrundbesitzer, die auf diese Touren gehen. Es sind aber auch „einfache“ Leute an Bord, zudem werden Kreuzfahrten in die Karibik auf der Berengeria angeboten. Das geht bis ins Jahr 1938. Zudem waren im April 1921 dringende Überarbeitungen an der Berengaria geleistet wurden, das erfolgte bei der Werft Armstrong Withworth in Southampton und dauerte sechs Monate. Unter anderem wurden Kabinen und Gesellschaftsräume aufgearbeitet, die Befeuerung der Kessel wurde von Kohle auf Öl umgestellt.


Foto: Sammlung U. Horn

Der Imperator wurde als Passagierschiff für die Hamburg America Line erstellt und war der dritte Neubau der neueröffneten Werft AG Vulcan in Hamburg. Die Kiellegung fand am 18. Juni 1910 statt, der Stapellauf am 23. Mai 1912. Heimathafen des Schiffes war Bremen, die Indienststellung erfolgte am 24. Mai 1913. Der Tiefgang des Schiffes lag bei etwa 11 m, die Verdrängung bei 57.000 t, als Vermessung werden 52.117 BRT (29.881 NRT) angegeben. Zur Maschinenanlage gehörten 46 Dampfkessel und vier Parsons-Turbinen von AEG/Vulcan. Die Maschinenleistung betrug 62.000 S (45.601 kW). Der Antrieb erfolgte durch vier Festpropeller mit einem Durchmesser von 5 m. Die Dienstgeschwindigkeit lag bei 23 Knoten (43 km/h), die Höchstgeschwindigkeit bei 24 Knoten (44 km/h). Der Brennstoffvorrat lag bei 8500 Tonnen Kohle.

Die Besatzung bestand aus 1200 Personen, davon sind 350 Heizer. In der Ersten Klasse ist Platz für 592 Passagiere, in der Zweiten 972, in der Dritten Klasse 941 und im Zwischendeck 1772 Personen untergebracht.


Foto: Sammlung JSA

Die Zier am Bug war ein gewaltiger Bronzeadler auf einer Weltkugel, vom Berliner Bildhauer Bruno Kruse geschaffen. Darauf war zu lesen: „Mein Feld ist die Welt.“ Im März 1914 wurde der Adler in einem Orkan samt Flügeln ins Meer gerissen, Albert Ballin soll in dem Vorgang den „dümmsten und blutigsten Krieg“ vorausgesehen haben. Der zurückgebliebene Rest soll zu Granathülsen verarbeitet worden sein.

Das Schiff war so groß und schwer, dass es auf dem Weg zu den Probefahrten in der Nordsee in der Elbe kurzzeitig auf Grund geriet. Zudem wurde festgestellt, dass es topplastig war, schon geringe Ruderlagen eine starke Krängung verursachten und sich das Schiff nur sehr langsam wieder aufzurichtete. Als bei Schweißarbeiten ein Feuer entstand, verloren fünf Menschen ihr Leben. Zu einem weiteren Feuer kam es später in Hoboken nahe New York, es konnte zwar schnell gelöscht werden, aber das Schiff hatte durch das Löschwasser eine bedrohliche Schlagseite erlitten, was die Abfahrt um zwei Tage verzögerte.

Die Topplastigkeit konnte geregelt werden durch den Rückbau von Marmor und schweren Holzverschalungen sowie den Ersatz massiver Stühle durch Korbmöbel in den Gesellschaftsräumen. Die Schornsteinhöhe reduzierte man um drei Meter. In Verbindung mit der Einbringung von zusätzlichem Ballast konnte so der Schwerpunkt des Schiffes tiefer gelegt werden. Fortan war es ein ausgewogener Dampfer, dessen Zuverlässigkeit gelobt wurde. Ausgewogen war nun die Kombination von Geschwindigkeit und Komfort. Cunard bestellte einen der besten Kapitäne, Arthur Henry Rostron, der viele Jahre als erster Mann auf anderen Schiffen gearbeitet hatte. Er war bei dem Untergang der Titanic mit seinem damaligen Schiff, der Carpathia, der erste am Unfallort gewesen und konnte die meisten Schiffbrüchigen vor dem Tod retten.

Im Mai 1936 kam aber die Konkurrenz auf den Atlantik, die Queen Elizabeth. Die Berengaria sollte ursprünglich weiterfahren, aber US-Behörden stoppten das. Auf dem Schiff gab es zu viele kleinere Brände, die immer wieder mal aufflackerten. Die Rückfahrt nach Europa verlief ohne Passagiere. Der Umbau, um die Brandgefahren zu beseitigen, wurde von den Eigentümern abgelehnt, weil es zu teuer war.

Der einstige Imperator konnte nun nur noch zum Abwracken verkauft werden, man brachte das Schiff nach Jarrow (South Tyneside). Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg begann, schleppte man das noch schwimmfähigen Rumpfteil ins schottische Rosyth, wo der finale Abbruch vollzogen wurde.

Roland Mischke, maritimes Lektorat: Jens Meyer

Costa Cruises setzt 2023 auf Nordeuropa und das Mittelmeer

Die italienische Reederei setzt im kommenden Sommer auf das Nordland und das Mittelmeer. Dabei strukturiert Costa die Flotte erneut um. Die beiden Flaggschiffe Costa Toscana und Costa Smeralda werden die beliebten Routen im westlichen Mittelmeer bedienen. Das modernste Schiff der Vista-Klasse kommt in den Norden nach Kiel.

Das traditionsreiche Unternehmen will wieder mit voller Kraft zurück in die Erfolgsspur. „Wir haben jetzt zwar weniger Schiffe als vor der Pandemie, aber mehr Betten“, sagt Andrea Tavella, Leiter Sales & Marketing für die DACH-Region bei Costa.

Mit der Indienstellung der Costa Toscana und der Costa Firenze mitten in der Pandemie kamen knapp 10 000 Betten in die Flotte. Damit wurden die Abgänge Costa Victoria, Costa Mediterranea und Costa Atlantica mehr als kompensiert.


Costa Toscana, Foto: Frank Behling

Costa Smeralda, Foto: enapress.com

2023 soll für die Genueser Reederei die Rückkehr zur vollen Auslastung auch die entsprechenden Erträge bringen. „Die Zahlen sind schon sehr gut“, so Costa-Deutschland-Chef Dr. Jörg Rudolph. Zukünftig wird auch die An- und Abreise wieder verstärkt ins Angebot eingebaut. Wir werden zu den deutschen Häfen im Sommer wieder Busverbindungen anbieten.

Bei den Winterprogrammen im Golf und der Karibik gibt es Partnerschaften mit den Airlines Condor und Emirates. „Auch Vollcharter sind dabei“, so Rudolph. Man wolle das Problem der knappen Flugkapazitäten aus dem Sommer 2022 nicht wieder erleben.

Startet zu Fahrten ins Nordland ab Kiel: Costa Firenze. Foto: Costa Kreuzfahrten

Mit der Costa Firenze kommt eines der neuesten Schiffe im Mai 2023 nach Kiel. Das jüngste Schiff der Vista-Klasse wird von Kiel aus zu Reisen ins Nordland aufbrechen. Ebenfalls von Kiel aus soll die Costa Fascinosa zu Reisen nach Norwegen und in die Ostsee starten. Als drittes Schiff ist die Costa Favolosa ab Bremerhaven und Ijmuiden (Amsterdam) im Einsatz.

Im westlichen Mittelmeer sollen die LNG-Schiffe Costa Smeralda und Costa Toscana zusammen mit der Costa Diadema ab Savona fahren. Das östliche Mittelmeer wird aus Venedig heraus bedient. Neu ist auch der Einsatz der Costa Deliziosa vom süditalienischen Hafen Tarent aus. Von dort werden Ziele zwischen Sizilien, Malta und Kreta angelaufen.

Stärker als bisher sollen auch Themenreisen angeboten werden. Golf- und Schlagerreisen sind da nur zwei Angebote, die zur Erschließung neuer Kundengruppen aufgelegt werden. Die Nachfrage nach diesen Reisen sei gestiegen, so Rudolph.

Die Buchungszahlen lassen aber auch insgesamt einen Trend erkennen: „Covid-19 ist nun komplett überwunden“, so Rudolph. In den USA ist dies schon passiert. Dort sei die Nachfrage schon wieder über der von vor der Pandemie. Und auch die Ticketpreise sind in den USA und Kanada wieder auf einem höheren Niveau. Man wollen aber auch in Europa zu alter Stärke zurückkehren, so Marketing-Chef Tavella. Deshalb auch die verstärkten Werbeaktivitäten in den Märkten.


Costa Venezia. Foto: Frank Behling

Der bereits wiedererstarkte Nordamerikamarkt ist aber auch der Grund, weshalb Costa die beiden Schwestern Costa Venezia und Costa Firenze an die US-Schwesterreederei Carnival Cruise Line abtreten muss. Die beiden Schiffe hatte Costa Crociere im Frühjahr 2022 zunächst aus Asien wieder zurückgenommen, nachdem der ursprüngliche Einsatz bei Costa Asia in China platzte. Die für den chinesischen Markt bestimmten Schwestern sollen jetzt die Kapazitäten bei Carnival in den USA füllen. Und zwar mit zwei neuen Angeboten.

So wird die Costa Venezia ab Frühling 2023 von New York aus fahren. Die Costa Firenze folgt dann 2024 von Long Beach aus. Diese Reisen sind aber nicht mehr über Costa buchbar, sondern nur über die Carnival Cruise Line.

Beim Thema Nachhaltigkeit setzt Costa auch auf neue Formen der Energieerzeugung an Bord. Mit großem Interesse verfolge man die Testläufe mit Brennstoffzellen bei der AIDAnova, einer Schwester zur Costa Smeralda und Costa Toscana. Mit der Brennstoffzelle sollen auf absehbare Zeit während der Liegezeiten an Bord die Verbraucher versorgt werden, die bislang noch über die Stromgeneratoren laufen.

„Wir profitieren hier von den Erfahrungen in der Gruppe“, so Rudolph. Die Carnival-Gruppe besteht aus neun Marken mit rund 80 Schiffen. Innerhalb der Carnival Corporation ist bereits eine Projektgruppe mit der Konstruktion eines „Zero-Emission-Ships“ beschäftigt. FB

Oceania Cruises kündigt neue Grand Voyage für Herbst 2023 an

Pressemitteilung

Mit der Marina 33 Tage durch das Mittelmeer und das Heilige Land

Oceania Cruises kündigt für 2023 eine brandneue, faszinierende Grand Voyage-Reise an. Die „Mediterranean Connection“ begibt sich auf eine 33-tägige Kreuzfahrt von Venedig nach Barcelona und zeigt Passagieren die Höhepunkte des östlichen Mittelmeers und des Heiligen Landes. Die Reise, die am 11. Oktober 2023 beginnt, beinhaltet 28 Anlaufhäfen. Außerdem werden auf der Strecke drei kürzere Abschnitte von bis zu 12 Tagen Länge angeboten. Alle Fahrten sind ab sofort buchbar.

„Da die Nachfrage nach längeren und abwechslungsreicheren Reisen weiter steigt, freuen wir uns, diese neue Route vorzustellen“, sagte Howard Sherman, President und CEO von Oceania Cruises. „Sie bietet Erlebnisse in ikonischen und weniger bekannten Häfen in einem Teil der Welt mit reicher Geschichte und kulturellen Schätzen.“

Diese Grand Voyage ist ideal für Reisende, die viel Zeit zur Verfügung haben und sich für Geschichte, Kultur und Küche verschiedener Regionen interessieren. An Bord genießen sie ebenfalls luxuriöse Erlebnisse: Von einer hochmodernen Kochschule, in der die Aromen der Region vermittelt werden, bis hin zu privaten Abendessen im Privée, die das ultimative kulinarische Erlebnis bieten, gibt es für Gäste eine endlose Auswahl an Möglichkeiten, sich verwöhnen zu lassen.



Mediterranean Connection: Grand Voyage

33 Tage an Bord der Marina – 11. Oktober bis 13. November 2023

An Bord der Marina können sich bis zu 1.238 Passagiere auf eine Reihe brillanter Entdeckungen im östlichen Mittelmeer freuen. Von Venedig aus führt diese Reise zu berühmten Häfen und versteckten Juwelen im gesamten Mittelmeerraum, die begehrte kulinarische Erlebnisse in italienischen Orten, eine faszinierende Mischung aus Geschichte und Kultur auf den griechischen Inseln und eine umfassende Reise zu den geweihten Stätten des Heiligen Landes bietet. Insgesamt wird die Marina zehn Länder mit 28 verschiedenen Häfen anlaufen unter anderem in Italien, Kroatien, Griechenland, der Türkei, Malta, Israel und Ägypten.

Marina in Kotor, Foto: Oceania Cruises

Teilabschnitte der Grand Voyage

Für Gäste, die an kürzeren Etappen der „Mediterranean Connection“ Kreuzfahrt interessiert sind, bietet Oceania Cruises drei Abschnitte an Bord der luxuriösen Marina an sowie drei weiteren Grand Voyage-Routen von bis zu 23 Tagen.

·       Greek & Italian Shores – Venedig bis Rom: 10 Tage, 11. Oktober – 21. Oktober 2023

·       Legendary Pathways – Rom bis Istanbul: 11 Tage, 21. Oktober – 1. November 2023

·       Holy Land & Treasures – Istanbul bis Barcelona: 12 Tage, 1. November – 13. November 2023

·       Mediterranean Mystique – Barcelona bis Rom: 22 Tage, 29. September – 21. Oktober 2023

·       Icons of Civilizations – Venedig bis Istanbul: 21 Tage, 11. Oktober – 1. November 2023

·       Seas of Revelation – Rom bis Barcelona: 23 Tage, 21. Oktober – 13. November 2023

Weitere Informationen über Kreuzfahrten an Bord der luxuriösen Boutiqueschiffe von Oceania Cruises erhalten Interessierte im Reisebüro oder telefonisch unter (+49) 69 222 23 300 sowie online unter www.OceaniaCruises.com.

Text: PM Oceania Cruises

News November 2022

MEYER WISMAR schafft bis zu 650 Arbeitsplätze

Pressemitteilung

Unternehmen und IG Metall informieren über Perspektiven für Mitglieder der Transfergesellschaft der ehemaligen MV Werften

MEYER WISMAR hat heute gemeinsam mit der IG Metall die Mitglieder der Transfergesellschaft der ehemaligen MV Werften über die Beschäftigungsperspektiven bei der Fertigstellung und dem Umbau des Kreuzfahrtschiffs Global One für den neuen Eigentümer Disney Cruise Line informiert. Bis zu 650 Menschen werden ein Angebot zur Beschäftigung bei MEYER WISMAR erhalten, mindestens 400 werden eingestellt. Sie werden den Neubau in Wismar gemeinsam mit dem starken Netzwerk der MEYER Gruppe im Jahr 2025 als emissionsarmes Kreuzfahrtschiff fertigstellen.

„Wir sind sehr froh, bis zu 650 Menschen eine Beschäftigungsperspektive in Wismar bieten zu können. Dafür haben wir gemeinsam mit der IG Metall eine gute und konstruktive Vereinbarung getroffen. Das Know-how und die Kompetenz der ehemaligen Beschäftigten bilden das Fundament für den Projekterfolg“, sagt Anna Blumenberg, Personalleiterin bei MEYER.

„Die Mitglieder der IG Metall freuen sich, dass es schnell gelungen ist, gemeinsam Klarheit zu den Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Tariflohn der Metall- und Elektroindustrie gilt. Das ist ein klares Signal für gute Arbeit auf der Werft in Wismar. Durch eine Absenkung der Arbeitszeit schaffen wir gemeinsam für mehr Kolleginnen und Kollegen eine Beschäftigungsbrücke hin zu neuen Projekten. Alle Beteiligten sind weiter gefordert, für eine langfristige Sicherung des Standortes und der Beschäftigung in Wismar zu sorgen,“ so Henning Groskreutz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Wismar.

Für das künftige Team von MEYER WISMAR hat sich das Unternehmen mit der IG Metall auf die Anerkennung des Manteltarifvertrags verständigt. Die Beschäftigten werden in einer 35-Stunden-Woche arbeiten, um mehr Menschen an der Fertigstellung zu beteiligen.

Der Um- und Weiterbau des neuen Schiffes wird schnellstmöglich starten, wenn die wesentlichen Designänderungen mit dem neuen Eigentümer festgelegt sind. Diese komplexen Großprojekte brauchen sehr solide Planungsgrundlagen, um den Bau erfolgreich zu gestalten.

Text: PM Meyer Gruppe