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Zweiter innovativer Polarkreuzer-Neubau für Lindblad

National Geographic Resolution“ aus dem Baudock ausgeschwommen

Im vierten Quartal dieses Jahres an die US-amerikanische Reederei Lindblad Expeditions abgeliefert werden soll die National Geographic Resolution, die am 8. Juni 2021 nach dem Aufschwimmen im Hallendock der Ulstein Verft im norwegischen Ulsteinvik mit der Assistenz von zwei Schleppern an den Ausrüstungskai verholt worden ist.

Foto: Ulstein

Das als Werft-Nr. 316 geführte Polarkreuzfahrtschiff ist ein Schwesterschiff des 16. März 2020 abgelieferten Vorbaus National Geographic Endurance, der sich bereits am 25. Juni letzten Jahres auf einer Stippvisite ohne Gäste in Kiel vorgestellt hatte und nach seiner Rückkehr nach Norwegen seitdem dort auf seinen Pandemie-bedingt aufgeschobenen ersten Einsatz wartet. Dies rd. 135 Mio. US-Dollar teure Schiff (Bau-Nr. 312) soll seine vom 2. April 2020 verschobene Jungfernreise nach Grönland nunmehr am 21. Juni dieses Jahres mit einer 19-tägigen Island/Grönland-Rundreise von Reykjavik nachholen, der zwei weitere Reisen in diesem Fahrtgebiet mit jeweils 13-tägiger Dauer folgen sollen.

Bei den beiden von der Lindblad Expeditions Holding Inc. bereits im November 2017 einschl. einer Option für zwei Nachbauten bestellten Typschiff handelt es sich um von Ulstein Design & Solutions, einer Schwestergesellschaft der Werft, entwickelten und auch in China (7 Einheiten für SunStone Ships) gebauten Typs CX 104, wobei die Option für das zweite Schiff im Februar 2019 in einen Festauftrag umgewandelt worden war.

Foto: Ulstein

Bei diesen in Partnerschaft mit National Geographic einzusetzenden 124,4 m langen, 21 m breiten, 7,5 m bis Hauptdeck seitenhohen und auf max. 5,3 m Tiefgang ca. 2100 t tragenden 10 000-BRZ-Polarkreuzer neben hohen Sicherheits- und Komfortstandards auch innovative Nachhaltigkeitslösungen umgesetzt. Ein Kernelement ist dabei der patentierte X-Bow, eine besondere Bugform, die neben Brennstoff-Effizienz auch mehr Komfort für die Passagiere in rauer See und in Verbindung mit der sehr hohen Eisklasse PC 5auch einen weitreichenden Zugang zu polaren Regionen und den dortigen ganzjährigen Einsatz ermöglichen soll. Dazu gehört auch die Ausrüstung mit grösseren Brennstoff- und Wassertanks sowie Zero-speed-Stabilisatoren und ein innovatives Übernahme-System für die Zodiacs. 75 Prozent der 69 auf vier Decks angeordneten Gästekabinen, darunter 57 Doppel- und 12 Kabinen für Alleinreisende, verfügen über raumhohe Schiebetüren und einen eigenen Balkon. Das Hauptrestaurant verfügt u.a. über einen Außenbereich mit Barbeque- und Bistro-Angebot. Zum Spa- und Fitness-Bereich gehören Sauna, Behandlungs- und Ruheräume sowie Yoga-Raum und zwei Infinity-Jacuzzis. Zur Ausrüstung des u.a. über Helikopter-Landeplattform verfügenden Neubaus für Explorations- und Sportaktivitäten gehören u.a. Kajaks, Jet-Ski, ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (ROV), Hydrophone, Unterwasser-Mikroskop und UW-Videokameras etc.. Die dieselelektrische Maschinenanlage besteht aus vier Dieselgeneratoren, wobei je zwei mit Abgasreinigungsanlagen ausgestattete Diesel des Typs 8L250 MDC und 12V250 MDC für die Primärenergie sorgen. Der Antrieb erfolgt über zwei elektrische Fahrmotoren, die auf zwei ABB-Podantriebe arbeiten und für eine maximale Geschwindigkeit von 16,5 kn sorgen sollen. Der Aktionsradius des u. a. auch mit zwei Bugstrahlern ausgerüsteten Schiffes wird mit 15000 Seemeilen angegeben.

Foto: Ulstein

Der Bau der unter Bahamas-Flagge zum Einsatz kommenden Schiffe erfolgt nach den Vorschriften und unter Aufsicht der deutsch-norwegischen Klassifikationsgesellschaft DNV (früher DNV GL), wobei die Kaskos von der Crist-Werft im polnischen Gdynia zugeliefert wurden. Dort erfolgte der Brennstart für die National Geographic Resolution am 28. Mai 2019 und die mit der offiziellen Taufe verbundene Kiellegung des nach dem Flaggschiff des legendären britischen Entdeckers James Cook benannten Schiffes am 18. September des gleichen Jahres. Der nach seiner Verschleppung am 22.Oktober 2020 bei der Ulstein-Werft eingetroffene Kasko war am 11.11.2020 im 225 m langen Hallendock der Werft zur Komplettierung trockengestellt worden. Der jetzt am Ausrüstungskai seiner Endausrüstung und Erprobung sowie Abnahme entgegengehende Neubau gehört zu den insgesamt drei für die vom renommierten maritimen Magazin „Skipsrevyen“ ausgelobte Auszeichnung als „Ship of the Year 2021“ nominierten Neubauten, dessen Gewinner im August bekanntgegeben werden soll. JPM

„Enorme Nachfrage für den Fluss“

Phoenix Reisen Geschäftsführer Benjamin Krumpen sprach mit Michael Wolf zum Flottenzugang, den Buchungen und den Plänen.

Benjamin Krumpen, Geschäftsführer Phoenix Reisen, Foto: enapress.com

Wie kann man die Besonderheiten der ANTONIA am besten beschreiben?

Die ANTONIA macht das Quartett der Schwesterschiffe ASARA, ALENA und ANDREA komplett. Das Design ist mit hellen Farben in skandinavischem Stil gehalten. Im April 2023 soll dann als fünfte die ALISA hinzukommen, wieder aber mit anderem Design. Gebaut sind die Schiffe bei Vahali, bereedert von Rivertech und becatert von Seachefs.

Sie sind großzügig designt und hell, äusserst beliebt bei unseren Gästen. Sie haben die richtige Größe, um von Amsterdam bis ins Donaudelta zu fahren. Fast alle Kabinen verfügen über einen französischen Balkon, es gibt ein sehr schönes Spezialitätenrestaurant, das ohne Aufpreis besucht werden kann.

Wer war die Taufpatin?

Eigentlich sollte die Taufe 2020 stattfinden. Petra Fendel-Sridharan ist die Frau unseres Oberbürgermeisters in Bonn, der seit diesem Jahr leider nicht mehr im Amt ist. Wir sind der Familie freundschaftlich verbunden. Und haben uns sehr gefreut, dass Petra auch für dieses Jahr zugesagt hat.

Die ANTONIA hat den Start der Flusssaison eröffnet?

Richtig. Seit Donnerstag ist jetzt auch die ANDREA in Fahrt. Fast täglich schicken wir dann die weiteren Flussschiffe auf ihre Reisen, insgesamt sind es 25. Als letzte wird die SOFIA am 25.7. losfahren.

Gerade in den letzten drei Wochen hat es eine enorme Nachfrage bei Flussreisen gegeben, aber auch im Hochseebereich.

Gibt es bei den vorgesehen Destinationen Verschiebungen?

Bei einigen ja. Wir haben frühzeitig mehrere Schiffe von der Donau geholt und sie uns sozusagen vor die Haustür gelegt, also auf den Rhein und die Mosel. Aber im Gegensatz zu 2020 werden wir in diesem Jahr unsere Donaudelta-Reisen wie geplant durchführen.

Wie wird die Maximalbelegung sein?

Wir liegen bei etwa 80-85 Prozent, das sind zehn Prozent mehr als letztes Jahr. Entscheidend war auch, dass die Impfquote der Gäste bei mindestens 50 Prozent liegt und so gut wie alle Crewmitglieder.

Gibt es Buchungstrends für 2022?

Im Vergleich zu 2019 liegen wir sieben Prozent im Minus, aber nur weil die ALBATROS jetzt fehlt. Sonst wären wir sogar im Plus. Beim Fluss hängen wir mit knapp 20 Prozent noch etwas hinterher, das hat aber auch damit zu tun, dass die Kataloge und die Frühbucherangebote noch nicht verschickt worden sind. Online sind sie aber schon buchbar.

Wie sehen die jetzigen Pläne für Hochsee aus, gibt es Verschiebungen beim Start und den Destinationen?

Am 10.7. wird die ARTANIA beginnen, am 3.8. die AMERA. Die AMADEA ist für den 6.8. vorgesehen, das könnte sich eventuell noch etwas verzögern. Die DEUTSCHLAND fällt dieses Jahr aus, wird erst 2022 wieder eingesetzt. Bei der ARTANIA haben wir den Gästen gesagt, dass wir statt Norwegen andere Destinationen anfahren würden, wenn Norwegen noch geschlossen sein sollte. Wenn auch das nicht gehen sollte, würden wir zwei blaue Reisen machen. Rund 20 Prozent der Gäste haben anfangs deswegen storniert, mittlerweile ist aber der Buchungsstand höher als vor der Absage. Und das, obwohl die Gäste wissen, dass es möglicherweise auch blaue Reisen werden könnten.


Skandinavischer Stil und klare Linien

Am 15. Juni 2021 taufte der Bonner Veranstalter Phoenix Reisen am Kölner Rheinufer sein neues Flusskreuzfahrtschiff MS Antonia. Oliver Asmussen war dabei.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Jungfernfahrt ab Köln mit Taufe in Bonn

Sowohl mit der Asara als auch mit den Schwesterschiffen MS Alena und MS Andrea ging man den letzten Jahren in puncto Design neue Wege. MS Antonia knüpft nun an dieses moderne, klare Einrichtungskonzept an, ist dabei noch etwas frischer als ihre älteren Schwestern. Am 15. Juni sind die ersten Gäste am Kölner Rheinufer an Bord gegangen, bevor kurz darauf die Jungfernfahrt mit kurzem Stopp zur Taufe in Bonn startete. Taufpatin Petra Fendel-Sridharan ließ bei schönstem Sommerwetter die Champagnerflasche im ersten Anlauf an der Bordwand zerschellen.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Rein äußerlich sieht die Antonia ihren Schwestern zum Verwechseln ähnlich. Beim näheren Betrachten sind allerdings kleine Abweichungen beim Design erkennbar, insbesondere im Eingangsbereich. Geblieben ist aber der beeindruckende, 8 m große Albatros, das Phoenix-Firmenlogo, beidseitig der Eingänge an der Backbord- und Steuerbordseite.

Das Flusskreuzfahrtschiff Antonia gehört mit 135 m Länge und 11,4 m Breite zu den größten Flusskreuzfahrtschiffen in ihrem künftigen Fahrtrevier. Sie fährt unter der Charterflagge von Phoenix Reisen und beherbergt maximal 190 Passagiere auf drei Kabinendecks. Die meisten der komfortabel und gemütlich ausgestatteten Kabinen haben einen französischen Balkon und sind zwischen 15,5 – 17m² groß.

Skandinavischer Landhausstil

Der Flusskreuzfahrtschiff-Neubau MS Antonia von Phoenix Reisen überzeugt gleich nach dem Durchschreiten der großen Glastüren. Das Foyer zeigt sich wie bei den älteren Schwesterschiffen in dezentem, ansprechenden Farbdesign. Der Gesamteindruck ist sehr positiv, das Ambiente erinnert an einen gemütlichen, zeitgemäßen, skandinavischen Landhausstil. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Design-Ausrutscher. In der Mitte des Foyers laden drei Sessel zum kurzen Verweilen ein und erlauben einen freien Blick auf die zentral gelegene Rezeption des Schiffes. Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander, von einer kleinen Empore ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Neptundeck befinden sich neben Zweibett-, Dreibett- und Einzel-Außenkabinen (Fenster nicht zu öffnen) auch eine Sauna sowie ein kleiner Ruhebereich mit separater Duschkabine. Die Kabinengröße auf dem Neptundeck beträgt 12 m²

Auf dem darüberliegenden Saturndeck sind Zweibett-Kabinen, sowie auch Zweibett-Kabinen zur Alleinbenutzung – alle mit französischem Balkon – und das große Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ untergebracht. Das Panorama-Restaurant zeigt sich in hellen, dezenten Beeren-Farbtönen und bietet den Gästen eine Kombination aus zeitgemäßer Wohlfühlatmosphäre und Gemütlichkeit. Von nahezu allen Plätzen aus eröffnet sich durch große Panoramafenster ein freier Blick auf die vorbeiziehende Flusslandschaft.

Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord. Die reichhaltigen Frühstücksbuffets mit großer Auswahl gibt es in der bekannten Form derzeit nicht. Es stehen verschiedene Frühstücks-Varianten in Form bereits zusammengestellter „Menüs“ zur Auswahl, die bestellt werden können.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl. Gespeist wird in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischen.

Vom Foyer aus gelangt man nicht nur in die Kabinengänge und ins Restaurant, sondern auch in die Panorama-Lounge im vorderen Schiffsbereich. Die weitläufige Panorama-Lounge liegt in bester Lage im vorderen Schiffsteil und bietet durch sehr große Panoramafenster einen hervorragenden Blick auf die Landschaft.

Mosaike als Farbtupfer

Moderne Lampen, harmonische Pastellfarben, liebevolle Dekorationsdetails und tolle Ausblicke – das sind die ersten Merkmale beim Betreten der Panorama-Lounge. Als sehr gemütlich erweisen sich die Sofas mit ihren dicken Kissen. Die Bar befindet sich, wie bei den Schwesterschiffen, unmittelbar in der Nähe des Eingangs. Gleich hinter der Bar liegt eine große Tanzfläche. Als Blickfang oberhalb der Tanzfläche sind bunte, großflächige Mosaikelemente installiert, die auffällige Farbtupfer im dezenten Gesamtfarbbild der Lounge darstellen. Auf Raumteiler wurde auch in der Lounge von MS Antonia weitgehend verzichtet, was für einen freien Blick durch die großen Panoramafenster auf die Flusslandschaft ermöglicht.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Auf der Steuerbordseite des Schiffes ist eine kleine Bibliothek in die Lounge integriert. Liebevolle Dekorationsdetails füllen einige Lücken, die durch fehlende Bücher entstehen.

In zentraler Lage, direkt mittig in der Panorama-Lounge, befindet sich ein Treppenabgang, der aber nur als Crewzugang zum darunterliegenden Restaurant „Vier Jahreszeiten“ dient.

An der Backbordseite der Antonia befindet sich im vorderen Teil der Panorama-Lounge ein Ausgang, über welchen das Sonnendeck sowie die möblierte Terrasse am Bug zu erreichen ist. Große Glasscheiben bieten den nötigen Schutz vor Fahrtwind, nehmen dabei dennoch nicht die Sicht in Fahrtrichtung.

Jeder Reisegast hatte auf anderen Schiffen der Phoenix-Flotte bisher die Möglichkeit, während seiner Kreuzfahrt an einem Abend im stilvollen Ambiente am Heck zu speisen, nämlich im Spezialitäten-Restaurant. Derzeit dient das Spezialitäten-Restaurant als zusätzliches Hauptrestaurant. Um weiterhin eine offene Tischzeit bei erlaubter Auslastung bieten zu können, hat man sich derzeit zu dieser Lösung entschieden.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Das Sonnendeck

Das weitläufige Sonnendeck ist mit Kunstrasen in Holzoptik sowie einer Vielzahl an Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet. Ein Highlight ist der große Vorschiffbereich, der um ein halbes Deck niedriger konstruiert ist als der andere Teil des Sonnendecks. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Gäste auch bei niedrigen Brückendurchfahrten auf ihren Plätzen verweilen können. Bequeme und mit dicken Kissen ausgestattete Korbmöbel schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit. Das Sonnendeck beherbergt zudem auch einen kleinen Pool am Heck des Schiffes.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die Kabinen

Alle Kabinen liegen außen, sind komfortabel und gemütlich ausgestattet und verfügen sowohl auf dem Saturn- als auch auf dem Oriondeck (36 bzw. 38 Kabinen) über einen französischen Balkon. Die 22 Kabinen auf dem unteren Neptundeck haben kleine Fenster, die nicht zu öffnen sind, aber ausreichend Tageslicht in die Kabine fallen lassen. Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm (in der Regel sind auch Deutsche Programme zu empfangen), Radio, Minibar, Nespresso-Kaffeemaschine, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. Interessant auch die Tatsache, dass es an Bord immerhin eine 3-Bett Kabine gibt. Pfiffig ist das „Nachtlicht“ im Bad, welches sich am Fußboden beim Betreten automatisch einschaltet.

„Wir haben viele Perlen im Sortiment“

Kaum ein anderer Reiseveranstalter bietet derzeit so viele neue Produkte an wie nicko cruises, sowohl auf dem Fluss und wie im Hochseebereich. Michael Wolf sprach mit Guido Laukamp, Managing Director von nicko cruises, über die Flottenzugänge und die Ziele.**

nicko cruises-Managing Director Guido Laukamp, Foto: nicko cruises Schiffsreisen GmbH

Was sind die wichtigsten Eigenschaften der VASCO DA GAMA?

VASCO DA GAMA erlaubt uns ein breiteres Spektrum an Zielgruppen, weil es mehr Möglichkeiten an Bord bietet. Wir sind natürlich weiterhin destinationsorientiert und möchten besondere Routen fahren, aber wir haben jetzt auch die Möglichkeit, zum Beispiel beim Thema Shows mehr zu bieten als auf der WORLD VOYAGER. Wir können hier auch mehr Flexibilität und Individualität für den Gast einbringen. Für ihn gibt es die Wahl zwischen unterschiedlichen Restaurants, nach seinen Vorlieben eurasisch, südeuropäisch oder mediterran. Nun sind wir auch in der Lage, Familien mit kleineren Kindern zu begrüßen. Wir haben die unterschiedlichsten Kabinenkategorien auf VASCO DA GAMA, auch preiswerte­ Innenkabinen. Damit können wir auch preisorientierte Kunden ansprechen. Bis hin zu den Dialyse-Patienten.

Sie sind breiter aufgestellt?

Flexibler. Ich denke, dass VASCO DA GAMA auch immer ein Schiff bleiben wird, das in der Hauptsache Best Ager anspricht und mit denen fühlen wir uns sehr wohl, können jetzt aber auch andere Zielgruppen mitnehmen.

Was ist im Einzelnen gemacht worden, um das Schiff an die nicko cruises-CI anzupassen?

Die öffentlichen Räumlichkeiten des Schiffes waren sehr schön und bereits zweimal renoviert worden. Wir haben bei den Kabinen jetzt alle Gardinen und Teppiche ausgetauscht, neue Flat-Screens, neue Tapeten – und auch die Suiten komplett verändert und neu eingerichtet. Der andere Teil ist in die Technik und Nachhaltigkeit gegangen, also die Abgasreduktion und die Maschinen sind general­überholt, neu eingestellt und mit SCR-Katalysatoren versehen worden. Auch die Abwasserbehandlung ist komplett­ erneuert worden mit einer Membran-Klär­anlage deutschen Fabrikats. Die uns nachhaltig in die Lage versetzt, Tier III Clearance zu erfüllen. Ich denke, dieses Schiff passt gut zu uns und zu unseren Kunden.

VASCO DA GAMA, Foto: nicko cruises

Soll das Schiff auch im englischen Markt fahren?

Wir bieten es über alle gängigen internationalen Vertriebswege von nicko cruises an, das heißt also UK, Skandinavien, Frankreich, Portugal und Israel. Wir werden immer auch internationale Kunden an Bord haben. Es ist ein deutschsprachiges Schiff mit Englisch als Zweit­sprache.

Ist es auch gelungen, von der Hochsee bereits Gäste auf die Flüsse zu bringen und umgekehrt?

Umgekehrt auf jeden Fall. Wir haben zwei schlechte Saisons­ hinter uns. 2019 war beeinträchtigt durch die Verspätung des Neubaus, 2020 durch Corona. In beiden Fällen­ konnten wir viele Hochseepassagiere, die gebucht haben, nicht befördern, einzelne von ihnen kannten wir bereits aus Flussreisen. Den Weg vom Fluss auf die Hochsee gibt es auf jeden Fall. Gäste auf WORLD VOYAGER erzählten mir, dass sie im Sommer auf nickoSPIRIT gebucht sind. Da gibt es eine deutliche Überlappung in die eine wie die andere Richtung. Mit VASCO DA GAMA – haben wir ein relativ preiswertes Produkt, das die Lücke zwischen Fluss und dem 5-Sterne-Hochseeschiff WORLD VOYAGER perfekt schließt.

Wie sieht der aktualisierte Zeitplan für die VASCO DA GAMA aus?

Am 13. Juli geht es los. Es gab eine deutliche Buchungszurückhaltung und zurecht, wie man gesehen hat. Blue Cruises sind nicht unbedingt unser Konzept. Wir würden schon gern Kreuzfahrten anbieten, wo ein nennens­werter Teil der geplanten Häfen auch offen ist. Das trauen wir uns frühestens am 13. Juli zu.

Was wäre eine ideale Größe für eine Hochseeflotte von nicko cruises?

Ich kann mir vorstellen, dass wir noch einmal einen zweiten VOYAGER hinzunehmen. Wir haben jetzt die Schwierig­keit, wenn wir rechtzeitig im Nordland fahren, dass wir nicht weit genug ins östliche Mittelmeer kommen, wo es auch schöne, spannende Fahrpläne gibt. Und insofern wären zwei Schiffe aus der World-Klasse vielleicht in zwei bis drei Jahren interessant.

WORLD VOYAGER; Foto: nicko cruises

WORLD VOYAGER hat bei Ihnen Fahrt aufgenommen. Gibt es große Unterschiede zum WORLD EXPLORER?

Es gibt eine deutliche Evolution in der handwerklichen Qualität. Wir haben den Innenausbauer komplett ausgetauscht, das merkt man deutlich. Das Schiff ist schön, das Schiff ist fertig, das Schiff ist wertig in der Anmutung. Das Ergebnis ist jetzt so, wie wir uns das vorgestellt haben. Das Schiff hebt uns ab vom Mainstream.

Wo legen Sie Akzente auf neue Destinationen und Trends im Fluss- und Hochseebereich?

Fangen wir mit Hochsee an: Oft unentdeckt für viele Deutsche sind die Azoren und Kapverden. Deshalb soll WORLD VOYAGER auf die Azoren wechseln statt in den Norden zu gehen. Wir werden jetzt erst einmal mindestens zwei sehr schöne Azoren-Reisen einstreuen. Wir werden die Destination auf unsere Art zeigen, nämlich nicht ein oder zwei Inseln, sondern acht bzw. neun. Mit langen Liegezeiten, mit viel Naturerlebnis. Azoren und auch Kapverden mit einem schönen Abstecher in den Sénégal – das sind heute unsere Fokus-Destinationen, wo wir uns erst einmal positionieren wollen und sagen können,­ anders als andere zu sein.

Porto, Foto: enapress.com

Bei den Flüssen weiß ich im Moment nicht, ob man neue Destinationen braucht. Es gibt so viel aufgestaute Nachfrage aus den zwei Jahren. Die Gäste wollen erst einmal das fahren, was sie verpasst haben. Wir sind auch innerdeutsch sehr variantenreich, fahren Potsdam – Münster – wer macht denn sowas? Oder auch die ganzen Elbe­reisen oder die zur Ostsee nach Rügen, da gibt es sehr wenig Angebote. Wir haben eine Menge Perlen in unserem Sortiment. Zum Beispiel Portugal ist gefragt wie nie – auch als Flussreisedestination. Wir fangen vorsichtig mit einem Schiff in Portugal an, bin aber sicher, dass wir auch das zweite Schiff dort brauchen. Die Leute wollen weg und in die Sonne. Ab Juni geht es endlich wieder los.

Ein Destinations-Tipp.

Unbedingt Azoren. Ich bin großer Walfan. Da hat man fast Garantie, dass man welche sieht. Und das Ziel ist nah, leicht erreichbar. Jetzt ist die beste Jahreszeit für diese­ Gegend und die WORLD VOYAGER ist ein brandneues wunderschönes Schiff. Eigentlich kann man jetzt bei uns einsteigen und den Urlaub nachholen.

nicko cruises hat seine Themenreisen für die Flusssaison 2022 noch einmal kräftig aufgestockt. Wie ist die allgemeine Resonanz Ihrer Kunden auf solche Reisen mit besonderen Akzenten und was ist das Highlight Ihrer Meinung nach im kommenden Jahr?

Unsere Themen- und Eventreisen verfolgen zwei Stoßrichtungen: entweder das Thema bietet einen Mehrwert im Destinationserlebnis, weil es eng mit der Route verwoben ist. Oder das Schiff bietet einen Mehrwert als Event-Location, weil es ungewöhnlicher oder bequemer als eine landbasierte Location ist. Mit beiden Konzepten haben wir großen Erfolg, insbesondere bei Fluss-Neulingen. In beiden Konzepten harmonieren Kreuzfahrt und Kulinarik ganz wunderbar. Das ist die Basis der Wein- und Genussreisen, die wir nun schon im zweiten Jahr in Kooperation mit Falstaff anbieten sowie auch für die Gourmet-Schnupperreise mit YouDinner. Mein persönliches Highlight werden unsere Genussreisen 2022 auf der MS HEIDELBERG – auf der Donau und auf dem Rhein.  

HEIDELBERG, Foto: nicko cruises

Nicht nur im Hochseebereich hat Ihre Flotte mit VASCO DA GAMA ein neues Mitglied bekommen, sondern auch für die Flüsse gibt es neben nickoSPIRIT, die 2021 erstmals fährt, mit MS PRINCESS (ab 2022) ein neues Schiff für die nicko cruises-Kunden. Was sind die Features des neuen Kroatien-Schiffes?

MS PRINCESS in Kroatien ist eine Yacht auf 4-Sterne-Plus-Niveau. Familiäres Ambiente trifft hier auf höchsten Komfort, der sich z.B. in geschmackvoll gestalteten Kabinen und einem hellen Restaurant mit edlem Ambiente ausdrückt. Das Schiff hat viele Außenflächen wie beispielsweise das Promenaden- oder das Sonnendeck – ideal für die Sonnendestination Kroatien. Für zusätzlichen Badespaß sorgen ein Jacuzzi und eine Badeplattform, d.h. direkter Meerzugang. 

Lassen sich heute schon Trends bei den Buchungen für bestimmte Destinationen erkennen?

Der Flusskatalog 2022 ist erst vor einigen Tagen erschienen. Da zeichnet sich noch kein Trend ab. Für 2021 sehen wir allerdings eine erhöhte Nachfrage auf dem Fluss – insbesondere auf innerdeutschen Strecken, aber auch andere nahgelegene europäische Destinationen sind sehr beliebt. Wer im Sommer 2021 noch eine Flusskreuzfahrt mit nicko cruises plant, sollte sich nicht mehr allzu lange Zeit lassen für seine Reiseplanungen.

** Hinweis: Das Interview entstand für die Printausgabe von „an Bord“, 2/21 und wurde um Fragen zum Flussreisenkatalog 2022 ergänzt.


„Der neue Run auf den Fluss“

nicko cruises registriert verändertes Buchungsverhalten

„Man kann nur von einem Run auf den Fluss sprechen“ freute sich Guido Laukamp, Geschäftsführer des Stuttgarter Kreuzfahrtveranstalters nicko cruises, am 16. Juni bei der digitalen Vorstellung der Zielgebiete und Fahrpläne sowie den Neuigkeiten für 2021 und 2022. 2021 sei ein Spätbucherjahr, in dem sich die aufgestaute Flussreisen-Nachfrage mit sehr geringen Vorausbuchungsfristen realisiere.

DOURO SERENITY, Foto: nicko cruises

Dabei sei der Juni die neue „Wave Season“ – aktuell sei ein all-season-high an Buchungseingängen abzuarbeiten, was praktisch von der Kurzarbeit in die Überstunden geführt habe. Laukamp: „Täglich deutlich mehr als 1000 Anrufe von Reisebüros und Endkunden mit teils sehr kurzen Buchungsfristen von ein bis zwei Wochen vor Abfahrt – das ist untypisch für das Flussgeschäft“. Das Gros der Buchungen liege aktuell in einem Zweimonatsfenster. Die normalerweise von Dezember bis März gebuchte Nachfrage für den Sommer realisiere sich jetzt, so das man sonst in vier Monaten gebuchte Volumen in vier Wochen zu erledigen habe. Erfreut zeigt sich der zum Imperium des portugiesischen Tourismus-Unternehmers Mario Ferreira gehörende Stuttgarter Kreuzfahrtveranstalter über das von den Reisebüropartnern generierte Buchungsaufkommen. Ihnen habe man dazu entsprechende Unterstützung angeboten und längst seien dort nicht – wie in der Vergangenheit – nur vereinzelte Mitarbeiter oder meistens allein der Geschäftsführer tätig. Vielmehr könnten sie jetzt die Früchte ihres Engagements einfahren.

Auch wenn man schon jetzt das Volumen der gesamten Buchungen des Vorjahres übertroffen habe, könne damit nicht das Minus der vergangenen acht Monate aufgeholt werden, so Laukamp, der nach den „millionenschweren Verlusten“ des Jahres 2020 davon ausgeht, dass 2021 zumindest ein befriedigendes Jahr wird.

Der auf dem Konsumentenvertrauen in die Realisierbarkeit der Fahrpläne basierende kurzfristige Flussbuchungseingang sei derzeit noch überproportional stark gegenüber dem Hochsee-Buchungseingang. Er gehe jedoch davon aus, dass mit der Stabilisierung insbesondere der Baltikum-Fahrpläne auch im Hochsee-Geschäft ein weiterer „Run“ einsetze.

nicko cruises sieht sich als „Re-Start-Pionier“, der damit zeigt, dass Reisen wieder möglich sind und das Vertrauen in die Realisierbarkeit stärkt. Dem Saisonstart in Portugal mit dem Flottenzugang Douro Serenity folgte innerdeutsch der Saisonstart der nickoVISION auf dem Rhein und am 9. Juni die Jungsfernreise der nickoSPIRIT auf Main und Donau. Weitere Saisonstarts sind am 21. Juni in Kroatien, am 21. Juni auf der Donau und am 30. Juni in Frankreich geplant. Aufgrund der aktuellen Regelung in Deutschland, die Testungen auch während der Reise vorsieht, wurde an Bord eine „Testkabine“ eingerichtet, in der die Gäste kostenfrei getestet werden können. Das Vertrauen der Kunden gewinnen will nicko cruises auch mit seiner Flex-Buchungsoption, der Geld-zurück-Garantie sowie umfassenden Hygienemaßnahmen. Ein Teil der Crew sei bereits geimpft und die anderen müssten einen PCR-Test machen, in Quarantäne und dann – wie die Gäste – alle zwei Tage einen Schnelltest absolvieren. Zudem gebe es schon zahlreiche bereits vollständig Geimpfte.

SEINE COMTESSE, Foto: nicko cruises

Nachdem sich in diesem Jahr immer wieder kurzfristig Änderungen erforderlich waren, soll es 2022 wieder mehr Kontinuität geben, wobei die Themen- und Eventreisen in dem unter dem Titel „Kleine Schiffe, große Erlebnisse“ präsentierten Katalog 2022 eine deutliche Ausweitung erfahren. Während die bestehenden Themenreisen wie die achttägige Tulpen-Kreuzfahrt mit der nickoSPIRIT beibehalten wird, kann u.a. 2022 die internationale Gartenschau Floriade in Amsterdam besucht werden. Neu dabei ist unter anderem eine Comedy-Reise mit der Show „Night Wash“ von Frankfurt oder Köln mit der Rhein Melodie oder nickoSPIRIT, ein „KrimitotalDinner“ mit der Rhein Symphonie in Köln, Weiße Nächte in St. Petersburg mit der Fedin und „Rhein in Flammen“ mit der Rhein Symphonie, Rhein Melodie oder nickoSPIRIT. Neu in 2022 ist auch eine 9-Tage-Überführungsreise des gerade renovierten 5-Sterne-Boutique-Schiffes Heidelberg die von Passau über Nürnberg nach Köln führt. Einen weiteren Schwerpunkt sollen 2022 Advents-, Gourmet-, Musik-, und Wein-Kreuzfahrten auf Rhein, Donau und Mosel bilden – wie zum Beispiel die achttägigen Themenreisen „Donaureise mit Genuss“ oder „Feine Tropfen an Rhein und Mosel“. Neu in diesem und nächstem Jahr sind auch eine 8-Tage Rundreise von Paris nach Le Havre mit der Seine Comtesse und eine 17-Tage-Rundreise der Remix von Moskau nach Salechard und Novosibirsk. In Kroatien wird nicko 2022 mit der Princess ein neues Schiff einsetzen. Die kleine Yacht mit familiären Ambiente auf 4-Sterne-Niveau für nur 40 Gäste fährt auf zwei achttägigen Routen ab/an Trogir, die miteinander kombiniert werden können.

Die Preise für die Reisen im nächsten Jahr wurden im Sinne der Stabilität nur geringfügig angepasst, die durchschnittliche Erhöhung liegt nach Angaben von Laukamp bei 2 Prozent. Allerdings würden die bisher möglichen „Schnäppchen“ in bei späteren Buchungen nicht mehr in dem Umfang möglich sein. Dagegen dürfte das Tool der „Stillen Auktionen“ von Reisen, die bei realistischen Preisvorstellungen der Bieter attraktive Buchungsmöglichkeiten eröffneten, dürften nach Angaben von Laukamp auch in Zukunft seine Berechtigung haben. JPM

In 40 Minuten emissionsfrei von Portmouth nach Cherbourg

Brittany Ferries sondiert Potenzial für „Seaglider“-Einsatz

Animation: Brittany Ferries
Animation: Brittany Ferries

Die in Roscoff ansässige französische Fährgesellschaft Brittany Ferries sondiert das Potenzial für das „Seaglider“-Konzept als eine neue nachhaltige und effizientere Form des Hochgeschwindigkeits-Fährverkehrs. Dabei handelt es sich um ein elektrisch, d.h. emissionsfrei, betriebenes sogenanntes „wing-in-ground effect vehicle (WIG), das sich bei dem in Boston ansässigen amerikanischen Start-up REGENT (Regional Electric Ground Effect Nautical Transport) in der Entwicklung befindet. Brittany Ferries hat dazu bereits eine Absichtserklärung (LoI) unterzeichnet, wonach Seaglider mit einer Kapazität zwischen 50 und 150 Personen bis 2028 zwischen dem UK und Frankreich zum Einsatz kommen könnte. REGENT rechnet bereits ab 2025 mit dem ersten kommerziellen Einsatz kleinerer elektrischer Geräte dieses Typs.

Animation: Brittany Ferries

Seaglider kombinieren die Bequemlichkeit von Passagierfähren mit dem Komfort von Hydrofoils und der aerodynamischen Effizienz von Hovercrafts sowie der Geschwindigkeit von Flugzeugen. Unter Nutzung der bestehenden Fährhafenfazilitäten können sie Geschwindigkeiten bis zu 180 Mph erreichen – sechs mal schneller als konventionelle Fähren – wobei ihre Batteriekapazität für Distanzen bis zu 180 Meilen ausreichen soll. Damit könnte die Überfahrt zwischen Portsmouth und Cherbourg in nur 40 Minuten bewältigt werden.

Video: Youtube/Brittany Ferries

Seagilder nutzen den sogenannten Boden-Effekt, das durch den hohen Druck der zwischen den Tragflächen und dem Boden bzw. Wasser eingeschlossenen Luft entstehende Luftkissen beim Flug in geringer Höhe. Dabei wirken die Flügel ähnlich wie der Schürzen von Hovercrafts. Bei Verlassen des Hafens wird der Seaglider von seinen Foils über die Wellen gehoben, was besonders dem Komfort der Passagiere zugute kommt, und auf freiem Wasser wird das Luftkissen unter den Flügeln genutzt. Die an den Tragflächen montierten Propeller sorgen für den nötigen Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten und die aus Batterien gespeisten Elektromotoren regulieren den Luftstrom über die Tragflächen während der Fahrt auf dem Luftkissen. JPM

Brennstart in Turku: Typschiff der Icon-Klasse soll neue Maßstäbe setzen

Foto: Royal Caribbean International

Nicht mit ihrer Größe, sondern durch ihre Umweltverträglichkeit, Effizienz und das komplexe wie auch innovative Angebot für die Passagiere soll die neue Icon-Schiffsklasse für Royal Caribbean International neue Maßstäbe setzen. Am 14. Juni 2021 fand bei der Meyer Werft in Turku nicht nur der Brennstart für die Bau-Nr. 1400, sondern auch die Bekanntgabe des Namens des Typschiffes statt, das als Icon of the Seas im 3. Quartal 2003 in Fahrt kommen soll.

Foto: Royal Caribbean International

Für Meyer Turku ist das erste Schiff der Icon-Klasse eine Herausforderung und zugleich eine hervorragende Gelegenheit, die höchste Spitze im Schiffbau zu erreichen. „Wir haben mit Spannung diese Herausforderung angenommen. Nachdem jetzt die Produktion in unseren Fertigungshallen begonnen hat, sehen wir, wie die Ergebnisse unseres Designs physisch Form annehmen. Das ist immer ein besonderer Moment für uns Schiffbauer“, betonte CEO Tim Meyer bei der Zeremonie, an der auch sein Vater und Chairman of the Board Bernard Meyer sowie Richard Fain, CEO der Royal Caribbean Group, sowie Harri Kulovaara, Excecutive Vice President of Maritime & Newbuilds, persönlich teilnahmen.

Am 10. Oktober 2016 hatte Royal Caribbean zunächst zwei Einheiten dieser Klasse bei Meyer bestellt, die ursprünglich im 2. Quartal 2022 (Bau-Nr. 1400) und 2024 (Bau-Nr. 1401) geliefert werden sollten, Anfang Juli 2019 wurde noch ein dritter Nachbau (Bau-Nr. 1402) zur Lieferung 2025 nachbestellt. Inzwischen wurden die Ablieferungsdaten auch vor dem Hintergrund der Pandemie auf das 3. Quartal 2023, 2. Quartal 2025 bzw. 2. Quartal 2026 verschoben. Bei den nach den Vorschriften und unter Aufsicht des DNV (früher DNV GL) zu erstellenden Neubauten handelt es sich um ca. 218 000 BRZ große Schiffe für mehr als 5200 Gäste.

Besonderer Fokus wurde auf die Implementierung modernster Umweltschutz-Technologien gerichtet. Neben dem Betrieb mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird Luftblasen-Schmierung des Unterwasserschiffes den Reibungswiderstand deutlich reduzieren und durch ein fortschrittliches Abwärme-Rückgewinnungssystem sollen bis zu 3 MW zusätzlicher Energie generiert werden. Schon in früheren Mitteilungen der Reederei wurde darauf hingewiesen, dass auch Brennstoffzellen für die Bordnetzversorgung installiert werden. Einzelheiten über weitere „game-changing Features“ und eine Aussenansicht will die Reederei erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. JPM

Video: Youtube/Royal Caribbean

Neuer Fahrplan für die „Golden Horizon“

Der Fahrplan des neuen Großseglers Golden Horizon, der am 28. Juni seine ersten Fahrten in England beginnen wird, wird größtenteils geändert. Statt im Herbst nach Indonesien und später Australien zu segeln, wird das Schiff im Winter in die Karibik gehen und voraussichtlich von Barbados aus Fahrten unternehmen. Zuvor soll die Golden Horizon im September noch zwei Reisen im Mittelmeer voraussichtlich von Mallorca aus anbieten, die vor allem für den deutschsprachigen Markt eingerichtet wurden. Tradewinds-GSA Robert Liersch von M’Ocean Reisen und Meer, „freut sich sehr über die Möglichkeit, dieses einmalige Schiff auch in unserem Markt vorzustellen“. Die beiden Reisen ab und bis Palma werden voraussichtlich zu Destinationen auf Sardinien und Korsika führen. Nähere Details werden in den nächsten Tagen erwartet.


Eben erreichte uns diese Pressemeldung von Tradewind Voyages:

Tradewind Voyages kündigt Änderungen der Reiseroute an, um den jüngsten Reisebeschränkungen zu entsprechen.

Tradewind Voyages hat mehrere Änderungen an der Reiseroute seines Schiffes Golden Horizon für das Jahr 2021 vorgenommen, um den jüngsten Reisebeschränkungen der Regierung zu entsprechen.

Die Eröffnungskreuzfahrt des Unternehmens wird nun am 19. Juli vom Kreuzfahrtterminal in Dover beginnen. Die Golden Horizon soll Cowes und anschließend Plymouth anlaufen, wobei die Gäste auch die Möglichkeit haben, das Schiff an zwei Seetagen unter Segeln zu erleben. Diese Reise wird alle Getränke beinhalten.

Alle Passagiere, die auf den betroffenen Reisen gebucht sind, werden direkt oder über ihr Reisebüro kontaktiert und erhalten entweder eine volle Rückerstattung der gezahlten Beträge oder die Möglichkeit, auf eine alternative Reise umzusteigen.  

Die „Schnupperreise“, die am 22. Juni abfahren sollte, war voll ausgelastet und entsprach nicht den neuesten Vorschriften der Regierung. Tradewind Voyages war von der Unterstützung der »Dress Rehearsal»-Gäste überwältigt, es wäre unfair gewesen, die Anzahl zu reduzieren, um auf der einzigen Reise zu bleiben. Die Entscheidung wurde getroffen, zwei Schnupper-Reisen anzubieten, um die Einschränkungen zu erfüllen. Diese werden am 1. und 7. Juli von Portland aus starten.

Mark Schmitt, Head of Sales bei Tradewind Voyages, sagte: „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir unsere Reiserouten aufgrund der Restriktionen zur Bekämpfung der weltweiten Pandemie erneut ändern müssen, aber ich hoffe, dass die neuen Reisen entlang unserer schönen englischen Südküste für unsere Gäste und Reisebüropartner von Interesse sein werden. Das gesamte Team von Tradewind Voyages freut sich sehr darauf, die Golden Horizon in Portland in Empfang zu nehmen, bevor sie ihre weltweite Reise antritt.“

Nach den „Generalproben“ wird die Golden Horizon ihre Saison in Großbritannien von Dover aus fortsetzen. Ihre letzte Reise nach Großbritannien führt sie nun von Harwich aus, wo sie am 4. August an der Cowes Week Regatta teilnehmen wird.

Ponant sagt zwei Nordpol-Reisen ab

In einer kurzen Pressemeldung hat die französische Reederei Ponant zwei Fahrten des neuen Kreuzfahrteisbrechers Le Commandant Charcot abgesagt. Der Text:

PONANT sieht sich gezwungen, die an Bord der Commandant Charcot geplanten „Geographic North Pole“-Kreuzfahrten abzusagen.

Denn obwohl sich die Situation in vielen Ländern deutlich verbessert, ist die Covid-19-Pandemie weiter präsent, und der internationale Kontext, insbesondere in Nordeuropa, bleibt in Bezug auf Gesundheit und Verwaltung besonders komplex.

2 Kreuzfahrten sind betroffen:

Abreise am 08. August 2021

Abreise am 23. August 2021

Zur Erinnerung: PONANT befolgt ein strenges Hygieneprotokoll, das in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden der besuchten Gebiete erstellt wurde.

„Das Buch des Totengräbers“

1893 in Wien. Augustin Rothmayer arbeitet als Totengräber auf dem berühmten Zentralfriedhof und schreibt ein Almanach für seine Zunft. Denn wer kennt besser die meisten Todesursachen als ein Totengräber?

Das macht sich der junge Inspektor Leopold von Herzfeldt zunutze, der frisch aus Graz zugereist und mit seinem hochdeutschem Akzent bei den Wiener Kollegen nicht gerade bliebt ist. Es geht um Morde an Wiener Dienstmädchen, die gepfählt wurden. Rothmayer weiß, dass man so die Untoten unter der Erde behalten will. Das ungleiche Gespann ermittelt – und weitere Abgründe öffnen sich.

Dazu ein schwarzer Walzer, ein schwarzer Prinz, eine schwarze Kutsche – zur Musik im Dreivierteltakt finden seltsame Feste in abgelegenen Palästen in Wien statt – stehen sie auch in Zusammenhang mit den Morden?

Ein bestens choreografierter Krimi, der die ohnehin schon etwas morbide Wiener Walzerromantik noch ein Stück dunkler erscheinen lässt. Autor Oliver Pötzsch hat sich mit historischen (Kriminal-) Romanen einen Namen gemacht, seine „Henkerstöchter“ -Serie wurde in über 20 Sprachen übersetzt.

„Das Buch des Totengräbers. Ein Fall für Leopold von Herzfeldt“ von Oliver Pötzsch. ISBN: 978-3-86493-166-6, Preis: 16,99 Euro, Verlag: Ullstein. www.ullstein.de

Eine bewegte Geschichte

Das Kreuzfahrtschiff Arion trug diesen Namen nur wenige Jahre. Zuvor war es bekannt als Istra und Astra und wurde vor allem von deutschen Passagieren bevorzugt.

Klein, aber fein. Die schnittige 116 Meter lange Istra galt den Liebhabern der Seereisen als erstklassig. Das Schiff erinnerte an eine etwas zu groß gewordene Yacht, ihr charmantes Ambiente wurde geschätzt und die Gruppe der Passagiere, die es auf einem Kreuzfahrer gern übersichtlich haben, waren ständige Gäste. Die Istra hatte Platz für knapp 340 Gäste aber dennoch viele der damaligen Highlights an Bord: Ruhe, behagliche Atmosphäre, stilvoller Service, Komfort, Besinnung, Wellness, Entspannung und abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramme. Zwei Drittel der Kabinen besaßen Meerblick, davon waren einige so genannte Deluxe-Kabinen und Junior-Suiten.

Foto: Jürgen Saupe

Die Ziele der Istra befanden sich weitgehend im Mittelmeer, vor allem im östlichen Teil, der Region mit langer Geschichte bis in die Antike und mit impressionistischen Bildern und Naturschönheiten. Sehr beliebt waren die Zwei-Wochen-Touren, bei denen die Häfen von Rijeka, Split, Dubrovnik, Venedig, Triest, Piräus, Beirut, Limassol, Heraklion, Alexandria und Port Said angesteuert wurden. Die meisten Gäste waren in den 1970er und 1980er Jahren ältere Deutsche, in ihrer Erinnerung hieß das Schiff Istra und wurde von Neckermann Seereisen gechartert. Aber auch andere Charterunternehmen wie Seetours, Touropa, Gastager oder Intermaris bewarben es.

Nach dem Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges im Nahen Osten 1967 mussten die Routen umgestellt werden. Später, 1974 und 1975 wurde die Istra auch in der Karibik eingesetzt, die Anlaufhäfen waren Guadeloupe, Martinique, St. Lucia, Curacao, Trinidad und Tobago, La Guaira in Venezuela, die Dominikanische Republik, Puerto Rico, St. Thomas und Grenada. Nach den beiden Jahren kehrte die Istra zurück ins Mittelmeer.

Foto: Jürgen Saupe

Die Karriere des Schiffes begann am 12. Juli 1964, als es in der Brodogradiliste Uljanik Werft im heutigen Kroatien unter der Baunummer 248 vom Stapel gelassen wurde. Auftragsgeber für den Bau war die Reederei Jadranska Linijska Plovidba in Rijeka. Das Schiff entstand in der gleichen Zeit zusammen mit einem Schwesternschiff, der Dalmacija.

Am 30. Mai 1965 wurde es als Kreuzfahrtschiff in Dienst genommen. Es war 116,82 Meter lang, 16,54 Meter breit, der Tiefgang lag bei maximal 5,29 Metern. Im Maschinenraum waren 2 Schiffsdieselmotoren von Sulzer-Jugoturbina installiert worden, die auf zwei Propeller wirkten. Die Maschinenleistung wurde mit 11.030 kW (14.997 PS), die Höchstgeschwindigkeit mit 19 kn (35 km/h) angegeben. Die zugelassene Passagierzahl war 338, betreut von ca. 120 Crewmitgliedern.

Foto: Jürgen Saupe

Das Schiff hatte trotz seiner kleineren Bordeinrichtungen angenehme Lounge-Bereiche. Da war die vielbesuchte Piano Bar, dazu Clubraum, Swimmingpool, Schönheits- und Friseursalon und für Glückssucher ein schiffseigenes Casino. Es gab einen Salon, eine Diskothek und ein Restaurant mit klassischen Speiseangeboten.

Trotz der guten Buchungslage in den ersten 28 Jahren schrieb der Eigner das Schiff zum Verkauf aus. Es ging im Mai 1993 an die russische Goring Shipping Company, wurde in der Ukraine registriert und in Astra umbenannt. Der neue Eigentümer übergab das Management an das Moskauer Reise- und Schifffahrtunternehmen Caravella Shipping Company Ltd. Die nötigsten Umbauten wurden vorgenommen, um das Schiff auf einen moderneren Technikstand zu bringen. Auffällig war der blaue Streifen, der sich um den gesamten Rumpf zog. Der Schornstein (ursprünglich weiß mit rotem Stern) wurde ebenfalls blau gepönt, das darauf gesetzte Logo der Caravella Shipping Company Ltd wurde in den Farben rot und weiß markiert.

Foto: Jürgen Saupe

Das Schiff war von den neuen Betreibern für den europäischen Markt vorgesehen worden, es lief gut an mit der Vercharterung an Eurocruises und Mono Company. Kurz darauf charterte Neckermann Seereisen das Schiff und setzte mit dem Bord-Maskottchen „Benny“ (gut sichtbar an Back- und Steuerbord) auf ein jüngeres Publikum mit zwanglosem Urlaub ohne Krawatte. Die Astra profitierte auch noch von der Istra und ihrer treuen Gäste, was im Neckermann-Katalog auch angepriesen wurde. Der Erfolg war vorgegeben und stellte sich anfangs auch ein.

1996 gab es im Hause Neckermann Seereisen eine Änderung der Vertriebsstrategie, die Astra wurde durch die größere Astra II ersetzt, der früheren Golden Odyssey.

Foto: enapress.com
Foto: enapress.com

Darauf hin wurde die Astra in Astra I umbenannt und in Panama registriert. Die Namensänderung wurde von den Kunden nicht gut angenommen, die Erfolgsserie alsbald zu Ende. Das russische Management hatte sich übernommen, daraufhin ging die Vermarktung der Astra I gänzlich an den russischen Kreuzfahrtmarkt, der aber nicht angemessen reagierte. Das führte schnell zu Ärger und finanziellen Schwierigkeiten. Als das Kreuzfahrtschiff 1997 im israelischen Hafen Haifa lag, wurde es arrestiert, das russische Management konnte ausstehende Rechnungen nicht mehr bezahlen. Zwei Jahre später, 1999, wurde die Astra I zwangsversteigert.

Der neue Eigner war jetzt die Constellatio Cruise Holding in Portugal, das Schiff wurde nach Lissabon überführt; der neue Registerhafen jetzt Madeira. Die Portugiesen sahen für die beliebte Astra I eine Perspektive und ließen das Schiff im Jahr 2000 grundsanieren und renovieren. Die Beauftragung erfolgte an die in Schifffahrtskreisen bekannten Arminio Lozzi und George Potamianos. Die umfangreiche Erneuerung schloss auch eine Erneuerung der Brücke, sowie eine Verschiebung des Bootsdecks zum Bug hin ein. Die vorderen Fenster des Promenadendecks wurden zu einem Teil entfernt, zum anderen Teil komplett verändert, um mehr Platz für die Hauptlounge, die Bar und das Casino zu schaffen. Die Inneneinrichtung wurde sogar gänzlich erneuert und hochwertiger ersetzt. Die Promenaden auf beiden Seiten des Schiffs ließen die Designer verglasen, das war dann der Wintergarten. Insgesamt wurden 15 Millionen US-Dollar investiert.

Foto: enapress.com

Nach dem Umbau und der Vermarktungsübergabe an das Arcalia Management, war das Schiff in Arion umbenannt worden. Bis September 2012 war es für Classic International Cruises unterwegs, auf klassischen Kreuzfahrtrouten weltweit. 2013 gab es noch eine Umbenennung in Porto, nachdem es innerhalb Portugals an die Reederei Portuscale Cruises übergeben worden war. Es blieb aber in Lissabon aufgelegt.

Im September 2018 fiel die Entscheidung, es zum Abbruch in die Türkei bringen zu lassen. Am 21. Oktober übernahm der Schlepper Opal von Lissabon aus die Überfahrt. Am 5. November 2018 wurde die Porto in Aliaga/Türkei zum Abbruch auf den Strand gesetzt.

Roland Mischke, maritimes Lektorat: Jürgen Saupe

MSC mischt jetzt auch bei Schleppern mit

Die Schweizer Großreederei MSC ist erweitert ihre Aktivitäten. Nach Containerschiffen, Fähren, Autotransportern und Kreuzfahrern sind nun auch Schlepper mit dem Logo der Mediterranean Shipping Company unterwegs.

Der Schlepperneubau Med Castor kam als erster Schlepper am 11. Juni im belgischen Antwerpen in Dienst. Der 28 Meter lange Neubau gehört zum Schiffstyp ASD Tug 2813 der niederländischen Damen-Werft.

Foto: Frank Behling

Die Med Castor wurde auf der Damen Werft in Song Cam (Vietnam) im Auftrag der italienischen Reederei Onorato aus Cagliari gebaut und mit einem Schwergutschiff nach Rotterdam überführt. Die Ausrüstung und Inbetriebnahme erfolgte in Stellendam etwa 20 Kilometer südlich von Rotterdam unter Regie von MedTug Antwerp.

Mit einem Pfahlzug von 85 Tonnen gehört der Schlepper zu den stärksten Hafenschleppern mit dem ASD-Antriebskonzept. Die Maschinenleistung der beiden Caterpillar-Diesel beträgt zusammen 5050 Kilowatt.

Foto: Frank Behling

Für das neue Geschäftsfeld wurde im Dezember die Reederei MedTug Antwerp von MSC ins Handelsregister in Belgien eingetragen. Im belgischen Antwerpen befindet sich auch die Zentrale der Container-Sparte der Reederei MSC. 650 Containerschiffe, Autotransporter, Massengutfrachter sowie 18 Kreuzfahrtschiffe fahren für MSC.

Vier Schlepper sollen in einer ersten Ausbaustufe im Sommer 2021 in Fahrt kommen. Eine Ausweitung auf Rotterdam befindet sich dem Vernehmen nach bereits in Planung.

Damit drängt die Reederei MSC in einen neuen Bereich vor. Bislang dominierten Reeder aus Spanien, den Niederlanden und Dänemark das Geschäft der Hafenschlepper in Westeuropa.

Die im Besitz der Familie Aponte befindliche Großreederei MSC hat hier die durchaus lukrativen Einnahmemöglichkeiten im Hafenschleppgeschäft erkannt. Die Grundauslastung der neuen MSC-Schlepper sollen die Anläufe der eigenen Container- und Kreuzfahrtschiffe in Rotterdam und Antwerpen sichern. FB