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Bau in China statt bei Meyer Werft: Festauftrag für Ulyssia-Residenzschiff zur Lieferung 2031 vergeben

Es war kein Aprilscherz und auch kein Auftrag, als im April 2025 Meldungen mit entsprechenden Renderings von Außen- und Innenansichten über die Vereinbarung der monegassischen Gesellschaft Ulyssia Residences mit der Papenburger Meyer Werft über den Bau eines rd. 320 m langen Megayacht-ähnlichen Residenzschiffes erschienen, angesichts derer sich die deutsche Werft deshalb bereits am 9.4. 2025 zu einer Klarstellung genötigt sah: Man befinde sich lediglich in Gesprächen mit dem Auftraggeber und gelte als „bevorzugter Partner für die Umsetzung des Projekts“. Ein verbindlicher schriftlicher Bauauftrag sei nicht erteilt worden, hieß es.

In der ersten Juni-Woche hat die mit Hauptsitz im schweizerischen Zug ansässige Ulyssia Residences AG nunmehr bestätigt, dass der Festauftrag zum Bau des erstmals auf der Monaco Yacht Show 2025 vorgestellten Schiffes an die zur chinesischen CMS-Gruppe gehörende China Merchants Cruise Shipbuilding vergeben wurde, was man für einen bedeutenden Schritt in Richtung der für Ende 2031 ab Monaco geplanten Jungfernreise halte.

Der unter Schweizer Flagge mit Heimathafen Basel in Fahrt kommende Neubau wird das Flaggschiff der derzeit aus 11 Massengutfrachtern mit zusammen 416.661 BRZ bestehenden eidgenössischen Hochseeflotte.

Rendering: Ulyssia Residences AG
Animation: FM Architettura
Rendering: Ulyssia Residences AG

CMS hat sich mit der im September 2018 in Haimen gegründeten Tochtergesellschaft China Merchants Cruise Shipbuilding in den letzten Jahren mit Erfolg auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen fokussiert und bereits mehrere Expeditionskreuzfahrtschiffe abgeliefert sowie erste Polar-Expeditionskreuzfahrtschiffe vollständig in China gebaut. So hatte der CMHI-Werftbetrieb in Haimen Anfang September 2025 mit der Douglas Mawson die letzte Einheit von sieben Polar-Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse an die dänische SunStone Maritime Group A/S abgeliefert. Ende November 2025 bestellte United Waterways, Basel, neben vier Küstenkreuzfahrtschiffen auch vier 9900-BRZ-Expeditionskreuzer und im Dezember 2025 wurde der Auftrag zum Bau eines 26.000-BRZ-Segelkreuzfahrtschiffes mit Tri-Hybridantrieb und der Polar-Eisklasse 1B für die portugiesische Reederei Mystic Cruises unter Dach und Fach gebracht, einschließlich einer Option für drei Nachbauten.

„Die Ulyssia vereint die Größe und technische Komplexität eines großen Hochseeschiffes mit dem Charakter, der Privatsphäre und der Raffinesse einer Yacht. Es ist ein wahrhaft bedeutender Moment, zu sehen, wie das Projekt nun in die Bauphase eintritt. Eine innovative Werft wie CMCS bietet die technische Plattform, die Produktionskapazität und den Ehrgeiz, die erforderlich sind, um ein Konzept dieser Größenordnung zum Leben zu erwecken und dabei die gestalterische Integrität und die Detailtreue zu bewahren, die das Markenzeichen der Ulyssia sind“ ,so Espen Øino, von dem das Design des Neubaus stammt

„Dies ist zweifellos einer der bislang wichtigsten Meilensteine auf dem Weg von Ulyssia“, sagte Ulyssia Residences-Gründer und Präsident Frank Binder. „Mit CMCS haben wir Partner an unserer Seite, die unseren Ambitionen in nichts nachstehen und uns dabei helfen, die Ulyssia mit der Präzision, Innovation und Sorgfalt zu bauen, die ein Schiff dieses Kalibers verdient.“ Ausschlaggebend für die Vergabe des Auftrags nach China sei neben der zeitlichen Verfügbarkeit der Baukapazitäten u.a. auch die mehrfach bewiesene Kompetenz und die Möglichkeit, bei der Umsetzung des Projekt von europäischem Know-how und der Zulieferung von Komponenten zu profitieren.

Animation: Espen Øino

Bei der Konstruktion, der Ausstattung, den Bordsystemen und dem gesamten Bauprogramm der Residenz-Yacht wird CMCS mit der finnischen China Merchants-Tochtergesellschaft Deltamarin zusammenarbeiten. Nach Angaben des Projektteams wird die Zusammenarbeit mit CMCS im Rahmen der langfristigen Nachhaltigkeitsziele von Ulyssia Residences auch die Weiterentwicklung von Batterie- und Solarenergietechnologien unterstützen. Das erweiterte Projektteam bleibt unverändert und umfasst u.a. das in Mailand ansässige Innenarchitekturbüro FM Architettura, den Wellness-Partner Chenot, den Expeditionsspezialisten Eyos Expeditions, den Anbieter für Privatflüge VistaJet sowie den U-Boot-Hersteller Triton Submarines.

Die 323 m lange und mit rd. 100.000-BRZ vermessender Ulyssia, deren Baupreis auf rd. 2 Mrd. Euro geschätzt wird, wurde als einzigartige Wohn-Yacht konzipiert und umfasst 122 private Wohneinheiten sowie 22 Gästesuiten zwischen 110 und mehr als 930 qm, die zwischen 10 und rd. 100 Mio. Euro angeboten werden, wobei bereits rd. 55 Prozent der verfügbaren Fläche für einen Durchschnittspreis von 24 Mio. Euro je Einheit reserviert sein sollen. Der mit einer rd. 327 Personen umfassenden Crew zu besetzende Neubau, mit dessen Fertigung im Oktober dieses Jahres begonnen werden soll, bietet eine breite Palette an Gastronomie-, Wellness- und Erkundungsangeboten. Zu den geplanten Annehmlichkeiten gehören ein Yachtclub und eine Yachtmarina, ein Tauchzentrum, ein Chenot-Spa und ein medizinisches Zentrum, mehrere Restaurants und Bars, Sportplätze, Simulatoren, ein Theater, eine Bibliothek, ein Kunstatelier, zwei Hubschrauber, Luxus-Beiboote sowie zwei Triton-U-Boote.  JPM

Animation: Espen Øino

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