Bredo-Werft überholt Expeditionskreuzfahrtschiffe mit markantem Bug
Nach der „Ocean Albatros“ kommt im Mai auch das Schwesterschiff „Ocean Victory“ nach Bremerhaven
Das Expeditionskreuzfahrtschiff Ocean Albatros (IMO-Nr. 9880661) mit dem markanten Design durch den sogenannten X-Bow nahm jetzt, aus der Antarktis kommend, Kurs auf die Bredo-Werft in Bremerhaven. Bei Bredo Dry Docks stehen im Schwimmdock 3 im Fischereihafen für die nächsten zwei Wochen technische Wartungsarbeiten, unter anderem an einem der beiden Flossenstabilisatoren, an, wie Jakob Volkmann, Geschäftsführer der Nordic Hamburg Gruppe, auf Anfrage mitteilte. Vor vier Jahren ist der Ableger Nordic Expedition Cruises eine strategische Partnerschaft mit der dänischen Albatros Expeditions eingegangen, um exklusive Expeditionskreuzfahrten in die Arktis (Spitzbergen, Grönland) und Antarktis anzubieten. Die Kooperation nutzt dabei moderne, umweltbewusste Schiffe wie die Ocean Albatros, die über die Polarklasse 6 verfügt.
Die 104 Meter lange Ocean Albatros wurde erst im Juni 2023 in Dienst gestellt. Es ist Teil der sogenannten Infinity-Klasse, einer Serie von speziell für Expeditionsreisen konzipierten Neubauten der SunStone Maritime Group. Zu dieser Serie gehört unter anderem auch noch das Schwesterschiff Ocean Victory, das um Himmelfahrt (14.5.) ebenfalls bei der Bredo-Werft vor Aufnahme der Arktis-Saison für Wartungs-, aber auch Klassearbeiten erwartet wird.
Die sieben Schiffe der Infinity-Klasse wurden auf der Werft in Haimen für die amerikanische SunStone Ships gebaut. Das Design vom Typ CX103 hat die norwegische Ulstein-Gruppe geliefert. Verchartert sind die Schiffe an verschiedene Kreuzfahrtunternehmen. Dabei verfügten diese Schiffe über die Eisklasse 1A und die Polarklasse 6 und einen robusten Schiffsrumpf mit dem markanten und patentierten X-Bow. Dieser führt zu einem geringeren Treibstoffverbrauch und verbessertem Seeverhalten, insbesondere bei starkem Wellengang. Die Schiffe der Infinity-Klasse sind die ersten Kreuzfahrtschiffe, bei denen dieses Rumpfdesign umgesetzt wurde.
Die Schiffe sind mit 95 Passagierkabinen für maximal 185 Passagiere ausgestattet, die meisten davon mit Balkon. Die Schiffe verfügen auf den sechs Passagierdecks ferner über verschiedene Restaurants, Vortragsräume, Lounges, eine 180-Grad-Aussichtsplattform im Innenbereich, Aussichtsbereiche im Freien, einen Fitnessraum, eine Sauna, ein Spa und eine speziell für Kajakfahrer und Taucher konzipierte Plattform. Die bis zu 18 mitgeführten Festrumpfschlauchboote, mit denen Passagiere an Land gebracht werden können, legen an den seitlichen Pforten auf Meereshöhe an, sodass dort ein einfaches Übersteigen in die Schlauchboote möglich ist. Das elektronische Motormanagementsystem für den dieselelektrischen Antrieb der Schiffe minimiert den Kraftstoffverbrauch und steht im Einklang mit dem Engagement von Albatros Expeditions für umweltbewusstes Reisen.
Albatros Expeditions setzt die Ocean Albatros in den polaren Gewässern ein. Während der südlichen Sommersaison erfolgen Reisen durch die eisigen Landschaften der Antarktis. Wenn dort der Winter naht, fährt das Schiff nach Norden in die Arktis, wo es von Mai bis September eindrucksvolle Expeditionen unternimmt. Die nächste Reise in die Arktis startet nach Abschluss des Werftaufenthaltes in Bremerhaven am 12. Mai im schottischen Aberdeen.
Zu den arktischen Reiserouten der Ocean Albatros gehören das legendäre Svalbard-Archipel-Abenteuer und die majestätische Grönland- und Island-Expedition. Gäste dieser Reisen können Eisbären, Walrosse und atemberaubende Fjorde erleben. Jede Arktisreise ist so konzipiert, dass sie eine tiefe Verbindung zur einzigartigen Umwelt der Region herstellt und Luxus und Abenteuer auf einem der umweltbewusstesten Schiffe vereint, die heute fahren. An Bord wird Wert auf den Expeditionscharakter und das Abenteuer gelegt, die Welt zu entdecken. Daher verzichtet man bewusst auf die Mitführung von Hubschraubern, High-Speed-Erkundungsbooten oder U-Boote, um so wenig wie möglich ein Störfaktor in den empfindlichen Regionen dieser Welt darzustellen. ChrEck
Foto: enapress.com (Archiv)



