Bremerhaven-Tourismus: Optimismus überwiegt * Aktuelle Jahreszahlen belegen Aufwärtstrend

Mit der dem Neuzugang „Schulschiff Deutschland“ schärft Bremerhaven sein maritimes Profil. Die Stadt konnte im zweiten Coronajahr 2021 wieder mehr Tages- und Übernachtungsgäste als im Vorjahr begrüßen. Foto: Helmut Gross

Seestadt-Tourismus erholte sich 2021 – Aktuelle Jahreszahlen belegen Aufwärtstrend

Pressemitteilung

„Wir spüren, dass die Menschen wieder raus, etwas erleben, sich unkompliziert etwas Gutes tun und Neues entdecken wollen – und deswegen auch nach Bremerhaven kommen“, freut sich Dr. Ralf Meyer von der Erlebnis Bremerhaven GmbH an der Reiselust der Deutschen in Corona-Zeiten. Der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft blickt hoffnungsfroh auf die jetzt vorliegenden Tourismuszahlen 2021 für die Seestadt. Während die allgemeinen Gästezahlen für Deutschland ein Plus von knapp drei Prozent gegenüber dem ersten Corona-Jahr ausweisen, hat Bremerhaven ein Plus von 15 Prozent bei den Übernachtungszahlen und plus 12.6 Prozent bei Ankünften. Dass dies kein Zufall ist, begründet Dr. Ralf Meyer so: „Zusammen mit den touristischen Akteuren haben wir in den letzten Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen, Gäste für uns zu gewinnen. Dazu gehören beispielsweise die inhaltliche wie bauliche Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses um das Thema Migration als auch die mutige Entscheidung, trotz reihenweiser Absagen anderer Großveranstaltungen die „Maritimen Tage“ mit immerhin 56.000 Besuchern im August und den Weihnachtsmarkt über Wochen erfolgreich durchzuführen. Und auch unser neuestes Zugpferd, die „Schulschiff Deutschland“, hat ihr Potenzial schon bewiesen“. Da 2021 den Tourismusverantwortlichen Bremerhavens Mut gemacht hat, erhofft sich auch Oberbürgermeister Melf Grantz trotz der weiter anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen ein gutes Jahr 2022: „Auch wenn die Corona-Pandemie manche Erwartungen durchkreuzt hat, können sich die Küste und da insbesondere Bremerhaven mit seinen herausragenden Attraktionen gut behaupten. Ich bin optimistisch, dass die Steigerungsraten bei den Besuchen Bremerhavens wieder ansteigen. Unsere Hausaufgaben haben wir gemacht.“

Hotellerie verdient sich Anerkennung

Zwar sind die absoluten Zahlen noch weit entfernt vom Niveau des Rekordjahres 2019, sie liegen mit 323.283 Übernachtungen und 154.652 Ankünften aber erheblich über dem des ersten Coronajahres. Den größten Nutzen des guten Zuspruchs haben die Hotels der Seestadt: 285.329 Übernachtungen wurden in den knapp 20 Beherbergungsbetrieben gezählt, 139.352 Ankünfte. Das entspricht einem Plus zum Vorjahr von gut 13 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer hält sich wie seit langem bei zwei Tagen. „Den Hoteliers unserer Stadt gilt ein großes Kompliment dafür, dass sie mit Flexibilität und Kreativität ihr Angebot der jeweiligen Lage angepasst und damit Bremerhaven auch in den schwierigen Zeiten des Jahres weiterhin erlebbar gemacht haben“, erkennt Dr. Ralf Meyer das Durchhaltevermögen der Branche an, die bis zum 21. Mai 2021 wegen des Lockdowns gar keine Gäste empfangen durfte.

Leichte Erholung im Auslandstourismus

Verzeichnete der Auslandstourismus 2020 riesige Einbußen (58 Prozent weniger als 2019), so konnte das letzte Jahr in dem Segment ein wenig Boden gutmachen: Mit 31.402 Übernachtungen hat sich der Auslandstourismus 2021 gegenüber dem Vorjahr leicht erholt. Dazu trugen auch die Gäste aus Dänemark bei (plus 22,6 Prozent), die wieder verstärkt nach Bremerhaven reisten, ebenso wie Gäste aus den Vereinigten Staaten (plus 32.2 Prozent). „Mit Sorge blicken wir auf den niederländischen Markt, der sich mit einem nochmaligem Rückgang von 18.4 Prozent leider nicht wie gewünscht erholt hat“, bemerkt Dr. Ralf Meyer.

Kreative Lösungen für den Kreuzfahrt-Standort

Einem sicher besseren aber dennoch ungewöhnlichem Jahr sehen die Verantwortlichen des Columbus Cruise Center Bremerhaven entgegen. Waren es im letzten Jahr 38 Anläufe mit rund 52.000 Gästen aus dem deutschsprachigen Raum der Reedereien TUI Cruises, Phoenix Reisen, Nicko Cruises und Viva Cruises, so stehen momentan immerhin 109 Anläufe im stark verlängerten Kalender. Die ersten Schiffe waren nämlich bereits da: Der Kreuzfahrtstandort partizipiert an neuen Produkten der Reedereien, die beispielsweise TUI Cruises mit Fahrten in die Karibik ab Bremerhaven anbietet, um Wege aus der pandemiebedingten Krise zu finden. Da die Schiffe nach wie mit deutlich geringerer Auslastung unterwegs sind, werden Zahlen wie noch 2019 mit rund 248.000 Gästen in diesem Jahr dennoch sicher nicht erreicht.

Bremerhaven stark im Bundesland

Für das Bundesland Bremen mit seinen Schwesterstädten Bremen und Bremerhaven zählte das Statistische Landesamt für 2021 insgesamt 1.661.768 Übernachtungen bei 785.532 Ankünften. Das entspricht einem Plus von 11.7 Prozent respektive 10.7 Prozent. Bremerhavens positive touristische Entwicklung trägt dazu signifikant bei. Tatsächlich braucht die Seestadt jedes Plus in dem von Corona arg gebeuteltem Wirtschaftszweig: Allein für 2020 stellte die dwif Consulting GmbH einen wirtschaftlichen Verlust für Hotels, touristische Attraktionen, die Gastronomie und allen anderen an der Customer Journey von Tages- und Übernachtungstouristen Beteiligten von rund 96,8 Millionen Euro fest.

Positive Aussichten für Bremerhaven 2022

Veranstaltungen bleiben auch 2022 für Bremerhaven ein wichtiges Zugpferd, um von der wieder gewachsenen Reiselust der Deutschen zu profitieren, die jüngst von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) dokumentiert wurde. Mit dem International Multihull Meeting im Juli (21. – 24.), den Maritimen Tagen im August (17. – 21.), einem maritimen Fest anlässlich des Deutschen Schifffahrtstages (30.9. – 3.10.) und dem Weihnachtsmarkt (22.11. – 30.12.) sowie zahlreichen kleineren Veranstaltungen soll es Bremerhaven gelingen, seine Attraktivität auch jenseits der international bedeutenden Attraktionen Klimahaus und Auswandererhaus unter Beweis zu stellen. Mit neuen spannenden Führungen wie der „Leuchtturmtour“, „Schifffe kieken“ und der „Fisch-Happen-Tour“ werden zudem das „Hafenerlebnis“ und das „Fischerlebnis“ vergrößert, mit denen Bremerhaven bei seinen Gästen auf vielfältige Weise punktet.

Auch für den MICE-Sektor erhofft sich Dr. Ralf Meyer eine Aufwärtsbewegung nach dem für die gesamte Branche schwierigen letzten Jahr, in dem zahlreiche Kongresse und Meetings mit hohen Teilnehmer:innenzahlen abgesagt wurden. „Wir kümmern uns gerade um verschiedene Veranstaltungen mit einem Gesamtvolumen von rund 1.000 Teilnehmenden, daran war im letzten Jahr noch gar nicht zu denken“, so Dr. Ralf Meyer.

Der Tourismuschef Bremerhavens gibt sich insgesamt kämpferisch: „Bremerhaven wird trotz der enormen Dämpfer der letzten beiden Jahre seine Aufwärtsentwicklung wieder aufnehmen, die uns für die Jahre vor 2019 so ausgezeichnet hat. Dazu trägt auch die gestärkte Zusammenarbeit mit allen Tourismusakteuren bei“. Speziell diesem Engagement zollt Oberbürgermeister Melf Grantz Respekt: „Ich danke allen, die in dieser nicht leichten Zeit nicht den Mut verloren haben, sondern investiert haben, die Hände nicht in den Schoß gelegt haben und wichtige Beiträge leisten, Bremerhaven auch auf dem Gebiet der touristischen Entwicklung stetig voranzubringen“.

Text: PM Erlebnis Bremerhaven