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DFDS verkauft Oslo-Frederikshavn-Kopenhagen-Route an Gotlandsbolaget

Die dänische Reederei DFDS wird ihre Minikreuzfahrtroute zwischen Norwegen und Dänemark an die schwedische Reederei Gotlandsbolaget verkaufen. Die Entscheidung stelle sicher, dass die Route künftig die nötige Aufmerksamkeit und Investitionen erhält, um sich weiterzuentwickeln, so die Reederei, die sich stärker auf ihr Kerngeschäft im Bereich Ladung, Personentransport und Logistik konzentrieren will.

Der Verkaufspreis wird mit rund 400 Millionen DKK beziffert. Eingeschlossen in die Transaktion sind nicht nur die Terminalausrüstung und die Übernahme der Verträge mit den Anlaufhäfen, sondern auch die Schiffe Crown Seaways und Pearl Seaways. Die Crown Seaways wurde von der kroatischen Brodosplit-Werft erbaut und nach Komplettierung der Innenausstattung durch die Lloyd Werft in Bremerhaven 1994 als Crown of Scandinavia abgeliefert. Das mit 35498 BRZ vermessene 21,5-kn-Schiff ist für 1790 Gäste ausgelegt und verfügt über 970 Spurmeter für rollende Ladung. Die Pearl Seaways war 1989 von Wärtsilä Marine Industries in Turku erbaut und 2001 nach dem Ankauf von DFDS in Hamburg und Dänemark zur Kombifähre zurückgebaut worden. Das mit 40231 BRZ vermessene 21,3-kn-Schiff kann 1832 Gäste unterbringen und verfügt über 1008 Spurmeter. Beide Schiffe sollen im Rahmen der Transaktion nicht umgeflaggt werden. Die zum Betrieb der Route und für Hilfsfunktionen eingesetzten rd. 800 Mitarbeiter werden von Gotlandsbolaget übernommen, so dass keine Entlassungen vorgesehen sind. Der Verkauf soll im Oktober 2024 abgeschlossen sein.

„Die Route ist Teil unserer Geschichte und unseres Erbes. Schweren Herzens haben wir ein neues Zuhause für die Route gefunden und müssen uns von vielen geschätzten Kollegen verabschieden. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dies für alle der beste Weg ist. Wir sind im Laufe der Jahre erheblich gewachsen und haben uns weiterentwickelt. Die Route verdient es, in die Hände eines Eigentümers zu gelangen, dessen Kreuzfahrterfahrung ein zentraler Bestandteil seiner Strategie für die Zukunft ist. Wir freuen uns, diese Erfahrung mit Gotlandsbolaget gefunden zu haben“, so DFDS-CEO Torben Carlsen. Die OFC-Route sei in erster Linie eine Kreuzfahrt-Erlebnisroute, die jedes Jahr mehr als 700.000 Passagiere zwischen Norwegen und Dänemark befördert. Die Route passe gut zum strategischen Fokus von Gotlandsbolaget.

„Wir sehen in diesem Geschäft großes Potenzial. Die Route läuft heute gut und gemeinsam mit unseren neuen Kollegen werden wir daran arbeiten, Kontinuität zu gewährleisten und das Produkt weiterzuentwickeln. Dies ist ein weiterer Schritt in unserer strategischen Ausrichtung auf die Expansion in der Passagierschifffahrt“, kommentiert Håkan Johansson, CEO von Gotlandsbolaget, die Transaktion, die keiner behördlichen Genehmigung unterliegt.

Das Fährtransportnetz von DFDS besteht aus reinen Frachtrouten im Mittelmeer und auf der Nordsee sowie kombinierten Fracht- und Passagierrouten auf der Ostsee, zwischen den Niederlanden und Großbritannien, auf dem Ärmelkanal und auf der Straße von Gibraltar. Nach Abschluss der Transaktion wird DFDS über 21 Schiffe unter dänischer Flagge verfügen, auf denen rund 1.100 Seeleute tätig sind. Darüber hinaus beschäftigt DFDS über 1.000 Mitarbeiter in mehr als 10 Niederlassungen, Terminals und Logistikstandorten an Land in Dänemark. Nach der Transaktion beschäftigt DFDS insgesamt 13.200 Mitarbeiter.

Gotlandsbolaget wurde 1865 gegründet und ist Schwedens älteste Passagierschifffahrtsgesellschaft. Die Gruppe beschäftigt 600 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz in Visby auf der Insel Gotland. Gotlandsbolaget ist an der Nasdaq First North in Schweden notiert. Erklärtes Ziel der Reederei ist es, bis 2045 klimaneutrale Reisen zwischen Gotland und dem Festland anzubieten. Die Arbeiten an Schiffen der nächsten Generation würden sich nun auf Horizon X, einen Hochgeschwindigkeitskatamaran, der mit Wasserstoff betrieben werden kann, konzentrieren, heisst es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Presseinformation. Auch die Linie zwischen Oslo und Kopenhagen werde mit großen Ambitionen für die Zukunft betrieben, wobei die ersten Schritte darin bestehen sollen, vorhandene Schiffe zu optimieren. JPM

Foto: DFDS, Animation: Gotlandsbolaget