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DIE ERSTE WURDE ZUR ZWEITEN

Die RMS Mona’s Queen war ein Passagierschiff der Reederei Isle of Man Steam Packet Company. Später wurde sie nach Griechenland verkauft und als Kreuzfahrtschiff eingesetzt.

Schwarz-rot der Rumpf, rot-schwarz der Schornstein und der Hauptmast war auch auffällig. Das unterschied das Schiff von den fünf anderen ähnlichen Dampfern, die zwischen 1946 und 1955 in Fahrt gebracht worden waren. In der Serie des in Birkenhead ansässigen Schiffbauers Cammel Laird war sie unter den „sechs Schwestern“ die Zweite. Sie erhielt ihren Königinnennamen als vierte in der Geschichte der Reederei und glich nahezu identisch ihrer älteren Schwester King Orry (IV).

Foto: Sammlung JSA

Die Mona’s Queen war 16 Jahre lang ein Passagierschiff, das zwischen Liverpool oder Fleetwood nach Douglas und vv verkehrte. Fleetwood ist eine englische Küstenstadt im Borough of Wyre in Lancashire mit einem Seehafen, einem Eisenbahnausläufer und zwei Leuchttürmen. Durch den Niedergang der Fischereiindustrie durch die Kabeljaukriege mit Island in den 1960er Jahren kam es zu einem Notzustand in der Region.

Bild: Harvey Milligan / Archiv U. Horn

Das Schiff hatte für Automobile und wurde auch als Paketschiff eingesetzt. Die Decks hießen Sun Deck, Emerald-, Ivory-, Coral- und Promenade Deck. Alle Kabinen hatten ein Badmit Toilette. 1954 wurde das Schiff noch mit einem Radar nachgerüstet.

Im März 1952 kam es zu einer Kollision mit dem Battery Pier im Hafen von Douglas. Im August 1959 kollidierte die Mona’s Queen in Liverpool mit der Prince’s Landing Stage. Weitere Unfälle wurden nicht bekannt.

Das Schicksal von Mona’s Queen war, dass am 22. Oktober 1962 ihr Register geschlossen wurde. Das hatte damit zu tun, dass der Liegeplatz in Fleetwood, der sozusagen ihr zweiter Heimatort war, plötzlich nicht mehr als sicher galt und nach einigem Hin und Her aufgegeben wurde. Es war kein neuer Eigner für den Liegeplatz gefunden worden und keine Ertüchtigung in Sicht. Noch am 11. September 1961 war das Schiff von Fleetwood aus mit 1193 Passagieren losgefahren – es war die letzte Fahrt im Dienst des Unternehmens Steam Packet, die es bis zum Verkauf im Oktober 1962 in Barrow-in-Furness auflegte. Die Reederei-Führung hatte eine Autofähre namens Manx Maid in Fleetwood einführen wollen, aber der Hafen wurde geschlossen, musste überarbeitet werden, und das Projekt wurde aufgegeben.

Foto: Sammlung JSA

Die Bosse wollten daraufhin das in gutem Zustand befindliche Passagierschiff abstoßen. Normalerweise hätte der ältere Dampfer, die King Orry, weggegeben werden sollen, aber es zählte, dass die Ältere für den Winterdienst besser ausgerüstet war. Deshalb wurde Mona’s Queen zum Verkauf angeboten, was dazu führte, dass die Linie nicht mehr optimal bedient wurde. Das führte zur Empörung unter den Passagieren.

Die Mona’s Queen war unter der Flagge Großbritanniens unterwegs. 1946 bis 1962 gehörte sie der Isle Of Man Steam Packet Company (IOMSPCo), der Heimathafen war Douglas, Isle Man. Ihr Preis wurde mit 411.241 britischen Pfund angegeben, die Baunummer war 1170. Am 5. Februar 1946 lief sie vom Stapel, am 26. Juni desselben Jahres startete sie zu ihrer Jungfernfahrt. Das kam bei den Passagieren gut an. Sie war ein Passagierschiff der King-Orry-Klasse mit einer ursprünglichen Vermessung von von 2485 BRT, die sich bei einem 1964 erfolgten Umbau mit der Installation eines Swimming-Pools und zusätzlichen Passagierunterkünften auf 3158 bzw. 3659 BRT erhöhte. Der Dampfer war 99 Meter lang und 14 Meter breit, der Tiefgang wurde mit 5,5 m angegeben, er hatte fünf Passagierdecks. Die Dampfturbine brachte es auf 8500 PS. Sie schaffte eine Geschwindigkeit von 21 Knoten, die Besatzungsstärke wurde mit 68 Personen beziffert.


Foto: Sammlung JSA

Nach ihrer Entlassung aus dem Dienst und ihrer 1962 erfolgten Auflegung in Barrow–in-Furness wurde Mona’s Queen Oktober des gleichen Jahres an die Unternehmensgruppe Chandris verkauft. Im November wurde beschlossen, die Mona’s Queen zum Kreuzfahrtschiff umbauen zu lassen. Die griechische Reederei benannte sie um, insgesamt viermal. Für die Fahrt nach Griechenland lief sie als Barrow Queen, danach trug sie die Namen Carissima, Carina und Fiesta. Nach dem Umbau 1963 ging sie erstmals – unter dem Namen Carina – auf Kreuzfahrt. An Bord befanden sich 220 Passagiere, 60 Autos konnten transportiert werden. Zunächst setzte man die Carina auf die Route zwischen Piräus, Brindisi und den Kanal von Korinth.


Fotos: Sammlung JSA


Die Verwandlung zum Kreuzfahrtschiff war allerdings noch nicht ganz vollzogen worden. Deshalb musste 1964 nachgebessert werden. Unter anderem wurde ein Swimmingpool installiert, die Tonnage erhöhte sich auf 3158 BRT. Es gab mehr Kabinen als zuvor, sie boten bis zu 378 Passagieren eine Unterkunft. Danach – ab Ende 1964 – galt sie als vollwertiges Kreuzfahrtschiff und fuhr nun unter dem Namen Fiesta unter der griechischen Flagge. Im selben Jahr steuerte sie die Häfen von Nizza, Bastia, Palermo, Tunis, Palma, Mallorca und Port Endres an.

Foto: Sammlung JSA

Ab 1965 und in den folgenden Jahren ging die Fiesta von Venedig aus auf 14-Tage-Mittelmeerkreuzfahrten. Im Januar 1972 entschied sich das Board von Chandris, sechs frühe Schiffe, die nicht als modern galten, zum Verkauf zu stellen, wozu auch die Fiesta gehörte. Sie wurde in Eleusis Bay nahe Piräus aufgelegt, über anderthalb Jahre fand sich kein neuer Interessent. So kam es im September 1981 dazu, dass die einstige Mona’s Queen (nun Fiesta) zur Verschrottung ins griechische Perama geschickt wurde.

Roland Mischke, maritimes Lektorat: Jens Meyer