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Doppeltes Schiffbau-Ereignis für Virgin Voyages

Ein zweifacher Meilenstein für die 2015 von dem britischen Geschäftsmann Richard Branson unter dem Namen Virgin Voyages gegründete Reederei: Der Fincantieri-Werftbetrieb in Sestri Ponente bei Genua hat mit der als Werft-Nr. 6288 fertiggestellten Valiant Lady am 1. Juli die zweite Einheit einer Serie von vier 110 000-BRZ-Kreuzfahrtschiffen der „Lady“-Serie abgeliefert und am Folgetag das unter der Werft-Nr. 6289 als dritte Einheit in Bau befindliche Schwesterschiff Resilent Lady nach dem Ausschwimmen aus dem Baudock an den Ausrüstungskai verholt.

Foto: Fincantieri

Das im Dezember 2016 als erstes von zunächst drei Schiffen bestellte und bereits am 14. Februar 2020 abgelieferte Typschiff Scarlet Lady (Werft-Nr. 6287) hatte sich zunächst in Dover vorgestellt und anschließend den Atlantik mit New York als Zielhafen überquert, doch musste die geplante Taufe und Jungfernreise pandemiebedingt ausfallen. Der Ersteinsatz dieses Virgin-Neubaus soll nunmehr in wenigen Wochen mit einer Serie von UK-Rundreisen erfolgen, wobei Buchungen ausschließlich nur Erwachsenen möglich sind. Das letzte für rd. 700 Mio. Euro im Dezember 2018 nachbestellte – noch namenlose – Schiff (Bau-Nr. 6304) soll das Quartett 2023 komplettieren.

Brennstart für die Valiant Lady war am 20. Juli 2018, die Kiellegung erfolgte am 8. Februar 2019 und das Ausschwimmen aus dem Baudock mit pandemiebedingter zweimonatiger Verzögerung am 20. Mai 2020. Der Neubau hat Genua bereits am 4. Juli verlassen und zunächst Kurs auf Villefranche genommen. Einen Tag nach der Übergabe der Valiant Lady, die im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 ihre erste Saison im Mittelmeer beginnen wird, erfolgte anlässlich der Ausdockung der Resilent Lady auch deren Namensgebung durch das Zerschellen einer Flasche Champagner am Bug des Neubaus, der am 1. Juli 2022 in Fahrt kommen soll.

Foto: Fincantieri

Die unter Bahamas-Flagge in Fahrt kommenden Neubauten mit einer Länge von 277,2 m, einer Breite von 38 m, einer Seitenhöhe bis Hauptdeck von 11,25 m und einem Tiefgang von max. 8,3 m, verfügen über 17 Decks, von denen 13 für Passagiere bestimmt sind. An Bord können 2770 Passagiere in 1408 Kabinen untergebracht werden. Für bis zu 1160 Besatzungsmitglieder stehen 813 Kabinen zur Verfügung. 1303 Kabinen sind Außenkabinen, von denen 1208 über einen eigenen Balkon verfügen. Als Maschinenanlage kommen u.a. je zwei auf Generatoren arbeitende Wärtsilä Diesel des Typs 8L 46F mit einer Leistung von je 9600 kW und 12V 46F von je 14400 zum Einbau, so dass die gesamte elektrische Leistung 48 000 kW beträgt. Die Propulsion erfolgt durch zwei ABB-Azipodantriebe von je 16 000 kW, mit denen eine Dienstgeschwindigkeit von 20 kn und eine Maximalgeschwindigkeit von 22 kn erreicht werden soll. Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch Scrubber und Katalysatoren. Die mit neuesten Umwelttechnologien auszustattenden Neubauten, auf denen es ein striktes Einweg-Plastikverbot geben wird, sollen u.a. mit einem 1 Megawatt-Generator ausgerüstet werden, der seine Energie aus der Abwärme der Dieselmotoren gewinnt. JPM