Ehemaliger schwimmender TV-Star von „Verrückt nach Meer“ wird wohl verschrottet

Foto: C. Eckardt

Cruiser „Albatros“ hat ägyptischen Hafen Hurghada verlassen

Die Enttäuschung in den sozialen Netzwerken ist unter den Kreuzfahrtfans groß, seitdem heute bekannt ist, dass das bei deutschen Kreuzfahrern sehr beliebte Kreuzfahrtschiff Albatros, ehemals von Phoenix Reisen betrieben, wohl seine letzte Reise von Ägypten in Richtung Indien zur Verschrottung angetreten hat. 

Unter der Flagge von Gabun und unter dem Kurznamen „Tros“ hat die beliebte Albatros heute morgen den Hafen vom ägyptischen Hafen Hurghada in südliche Richtung verlassen, zunächst ist als Zielhafen Dschidda in Saudi-Arabien angegeben, vermutlich als Bunkerstopp, doch Branchenkenner berichten, dass davon auszugehen ist, dass der Zielhafen vermutlich der indische Strand von Alang sein wird, einer der größten Schiffsfriedhöfe weltweit.

16 Jahre verkehrte das mittlerweile 48 Jahre alte Schiff für Phoenix Reisen aus Bonn für ein deutschsprachiges Publikum. Im Frühjahr 2020 wurde es durch die Corona-Pandemie aus dem Verkehr genommen und zuletzt im Bremer Überseehafen aufgelegt. Am 19. Oktober 2020 verließ das beliebte Kreuzfahrtschiff letztmalig Bremerhaven, seinen sommerlichen Basishafen, mit Kurs auf Ägypten. Dort sollte das Schiff eigentlich als Hotelschiff im Roten Meer weiter genutzt werden und unter dem neuen Namen Pick Albatros dauerhaft vor Anker gehen. Das Schiff sollte dabei optisch an die Hotels der Pick-Gruppe angepasst werden. Später sollte es unter anderem auch als Eventschiff zur Verfügung stehen und für ein Bad im Roten Meer sollte ein Ponton längsseits am Schiff hergerichtet werden. Wie Benjamin Krumpen, Geschäftsführer von Phoenix Reisen, seinerzeit äußerte, hatte sich Phoenix ganz bewusst für den Verkauf der Albatros in entschieden, da es einerseits das älteste Schiff der Flotte war und andererseits ein starkes Interesse bei dem ägyptischen Partner, Kamel Abou-Aly von der Pick Albatros-Hotelgruppe bestand. Diese Gruppe betreibt unter anderem in Ägypten aber auch Marokko oder Dubai Hotels.

Doch die Auswirkungen der andauernden Corona-Pandemie machte wohl den Betreibern der Pick-Gruppe den hohen Plänen mit dem Schiff einen Strich durch die Rechnung. 

Die 206 Meter lange Albatros gehört zu einer Serie von drei baugleichen in Finnland erbauten Kreuzfahrtschiffen und ist im Jahr 1973 als Royal Viking Sea zum ersten Mal in See gestochen. Im Jahr 1983 wurden alle drei Schiffe auf der Lloyd Werft Bremerhaven um 27 Meter verlängert. Nach vielen weiteren weltweiten Stationen verkehrte das Schiff seit 2004 in der Flotte von Phoenix Reisen und war als erstes Schiff Hauptprotagonistin vieler beliebter Folgen der ARD-Erfolgsserie „Verrückt nach Meer“. Seit ihrer Indienststellung bei Phoenix Reisen hat das Schiff dort neun Weltreisen und vier Kontinent-Umrundungen in den Wintermonaten sowie zahlreiche Sommerkreuzfahrten in europäischen Gewässern vom Basishafen Bremerhaven aus absolviert. ChrEck