Ein neues Leben

Unter dem Traditionsnamen HANSEATIC hat sie Kreuzfahrtgeschichte geschrieben und wurde zur Namensgeberin der neuen Expeditionsschiffsklasse einer bekannten Hamburger Fünf-Sterne-Reederei, für die sie 25 Jahre erfolgreich Flagge gezeigt hat. Nach anschließender wechselvoller Geschichte und gut einjähriger Aufliegezeit setzt jetzt ein renommiertes neuseeländisches Familienunternehmen auf die hanseatische Kreuzfahrt-Ikone. Jens Meyer berichtet.

Foto: Jens Meyer

Hoffnung gibt es damit auch für die zahlreichen deutschen Fans des legendären Schiffes, die angesichts der pandemiebedingten Abwrackung auch jüngerer Schiffe ein trauriges Ende unter dem Schneidbrenner nicht mehr ausschließen konnten.

„Society Adventurer“, Foto: privat

„Wir sind zwar ein eigenständiges neuseeländisches Familienunternehmen, doch ist unser Klientel grundsätzlich sehr international, wobei wir in der Vergangenheit an Bord unserer kleineren Schiffe wie der Spirit of Enderby und der Akademik Shokalskiy zahlreiche Gruppen aus Deutschland begrüßen konnten“, sagte uns Aaron Russ, einer der beiden Söhne des Gründer­ehepaares und kaufmännischer Direktor von Heritage Expeditions. Er war Mitte Oktober von einer Inspektion des im griechischen Perama aufgelegten Schiffes­ nach Hamburg zurückgekehrt, um hier mit dessen neuen Eignern und Managern über weitere Einzelheiten zur Vorbereitung für den Einsatz als künftiges Heritage Expeditions-Flaggschiff zu verhandeln.

Mit dem Start des zukünftigen Heritage Adventurer werde man Abfahrtstermine einführen, bei denen die Begleitung durch einen deutschsprachigen Guide garantiert wird. Man freue sich auf künftig noch mehr deutsche Gäste, die zu allen Reisen willkommen seien, und wolle in den 2022 folgenden Reisen permanent deutsche Guides bieten, kündigte Aaron an, der das Schiff zunächst – einschließlich Verlängerungsoptionen – für 10 Jahre eingechartert hat.

Foto: Jason Ransom/Heritage Expeditions

Nach der Anlieferung in die Charter Anfang Juni 2022 in Japan könnte dort dann auch eine offizielle Tauf­zeremonie stattfinden, für die noch keine Taufpatin benannt wurde. Dort beginnt dann auch die Jungfernreise, wobei als erstes eine Hokkaido-Umrundung geplant ist, bevor es nordwärts ins russische Fernost und in die Arktis ­geht. „Wir planen die Stationierung des Schiffes im Pazifik mit Russland-Reisen im nördlichen Sommer und von Neuseeland im südlichen Sommer mit dazwischen­liegendem kurzen Einsatz zu Reisen in tropischen Gewässern u.a. Melanesien und Galapagos“, so Aaron Russ. Er konnte sich bei der jetzt erfolgten jüngsten Inspektion des Schiffes, gemeinsam mit seinem Bruder Nathan und dem künftigen finnischen Kapitän Hans Soderholm, über den hervorragenden Zustand der Inneneinrichtung und der öffentlichen Räume überzeugen. Soderholm, der mehrere Jahre auf verschiedenen Expeditionsschiffen in polaren Regionen Erfahrungen gesammelt hat, war bereits mehrere Male auch mit diesem Schiff als Kapitän unterwegs und ist seit Anfang November an Bord, um die erforderlichen Arbeiten zu beaufsichtigen….

… Lesen Sie weiter in AN BORD 4/21.

Informationen

Heritage Expeditions wurde 1985 von den Biologen Rodney und Shirley Russ gegründet. Ihr Anspruch ist es, das Bewusstsein und die Erhaltung der Natur durch verantwortungsbewusste Expeditionsreisen zu stärken. Das sich noch in Familienbesitz befind­liche Unternehmen mit Sitz in Christchurch, Neuseeland, wird inzwischen von Rodney und Shirleys Söhnen Aaron und Nathan Russ geführt. Zur Flotte gehören die eigene Expeditionsyacht Heritage Explorer (18 Gäste), das auf Basis einer Langzeit-Managementcharter eingesetzte Polarforschungsschiff Spirit of Enderby (ex Professor Khromov) und das wegen der Covid-Pandemie derzeit nicht beschäftige Charterschiff Akademik Shokalskiy (beide je 50 Gäste). Sie werden zu Expeditionsreisen in die Antarktis, nach den den subantarktischen Inseln Neuseelands und Australiens, durch Indonesien, Papua-Neuguinea,­ Salomonen und Vanuatu, den russischen­ Fernen Osten und die Küste Neuseelands eingesetzt und von qualifizierten Expeditionsleitern begleitet, zu denen – wenn möglich – auch Aaron und Nathan Russ gehören.