„Ein wichtiges Signal“: 5. Internationaler Tag der Frauen in der Schifffahrt
Heute wird zum fünften Mal weltweit der Internationale Tag der Frauen in der Schifffahrt begangen. Seit 2022 macht der von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) ins Leben gerufene Aktionstag auf die Bedeutung von Frauen im maritimen Sektor aufmerksam.
Nach Angaben der Verbandes Deutscher Reeder (VDR) ist der Anteil von Frauen an Bord der deutschen Handelsflotte seit 2022 von 5,8 Prozent (400 von 6.927 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) auf aktuell 7,2 Prozent (535 von 7.479 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das erneut einen leichten Zuwachs: 2025 lag der Anteil bei knapp 7 Prozent (478 von 6.939 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten). Damit liegt Deutschland weiterhin über dem internationalen Durchschnitt von rund zwei Prozent.


„Wir sehen, dass sich etwas bewegt, und das ist ein wichtiges Signal“, sagt Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). „Der Anteil von Frauen auf See wächst, wenn auch in kleinen Schritten. Frauen sind heute in allen Bereichen an Bord vertreten, als Kapitäninnen, Offizierinnen sowie Schiffsmechanikerinnen. Entscheidend ist jetzt, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“ Dabei gehe es nicht nur um Chancengleichheit, sondern auch um die Zukunftsfähigkeit der Branche. Vielfalt sei ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte. „Je offener und attraktiver wir als Branche sind, desto besser können wir Talente gewinnen und langfristig binden.“
Während der Frauenanteil auf See weiterhin im einstelligen Prozentbereich liegt, ist er im landbasierten Bereich mit über 30 Prozent deutlich höher. Der Internationale Tag der Frauen in der Schifffahrt macht deutlich: Die maritime Wirtschaft ist auf einem guten Weg, zugleich bleibt die Förderung von Frauen eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.
Die Rolle von Frauen in der maritimen Branche zu fördern, sieht auch der internationale Verband Women’s International Shipping & Trading Association (WISTA) als seine Aufgabe. Zu den Mitgliedern von dessen in Hamburg ansässiger deutscher Tochter WISTA Germany e.V. gehört Nicole Langosch, die im April 2018 als erste Kreuzfahrtkapitänin Deutschlands auf Schiffen der Rostocker Carnival-Tochtergesellschaft AIDA Cruises das Ruder übernahm. Frauen werden von allen Kreuzfahrtreedereien in den verschiedensten Positionen und Aufgabenbereichen beschäftigt, allerdings wird von den weltweit rd. 430 seegehenden Kreuzfahrtschiffen erst ein Dutzend von Kapitäninnen geführt. Eine von ihnen ist die aus der Toskana stammende Serena Melani, Senior-Kapitänin bei Explora Journeys, die als erste Frau in dieser Position nicht nur eine neue Kreuzfahrtmarke einweihen, sondern mit der Explora I auch deren ersten Neubau im Baudock übernehmen durfte. JPM



