Fährenwelt 2018/06

W. B. YEATS auf Probefahrt

Nach einer mehrmonatigen Bauverzögerung ist die neue Irish Ferries-Fähre W. B. YEATS im Oktober zu ihrer ersten technischen Probefahrt in der Ostsee ausgelaufen. Vorangegangen waren Zeitungsmeldungen, denen zufolge ein Sabotageakt an Bord zu einem neuerlichen Aufschub der geplanten Probefahrt geführt hatte. Die W. B. YEATS sollte ursprünglich bereits im Juli abgeliefert werden, nun ist eine Übergabe an die irische Reederei im Dezember avisiert. KO

Debüt für NOVA STAR

Mit der NOVA STAR hat Mitte September kurz nach der COPERNICUS (siehe unten) noch eine zweite polnische Fähre ihren Dienst angetreten. Dem Debüt der ehemaligen NORMAN LEADER ging allerdings eine lange Phase der Inaktivität voraus, während der sich Polferries Streitigkeiten mit dem Eigner des Schiffes über die Zuständigkeit für die geplanten Modernisierungs- und Umbautenarbeiten an Bord lieferte. Ursprünglich hatte die NOVA STAR bereits im März zwischen Gdansk und Nynäshamn in Fahrt kommen sollen. Polferries hat das Schiff für zwei Jahre von ST Marine (Singapur) gechartert. KO

COPERNICUS in Dienst

Die polnische Fährreederei Unity Line hat Anfang September ihre neue Kombifähre COPERNICUS auf der Linie Swinoujscie – Trelleborg in Dienst gestellt. Zuvor war die ehemalige Tirrenia-Fähre PUGLIA für ihr neues Einsatzgebiet mehrere Monate lang umgebaut worden. Das 1995 gebaute Schiff hat dabei 40 neue Kabinen und einen zweiten Satz Bugstrahlruder bekommen. Die COPERNICUS ist neben der GALILEUSZ, GRYF und WOLIN nun das vierte Schiff der Unity Line auf der Linie Swinoujscie – Trelleborg. KO

Grimaldi Group plant Super-Star-Klasse

Auf der jährlich stattfindenden EuroMed-Konferenz der Grimaldi Group hat der italienische Reeder Emanuele Grimaldi Anfang Oktober unter anderem Pläne für eine neue Klasse großer Kombifähren vorgestellt. Die RoPax-Fähren der SuperStar-Klasse sind einer ersten Zeichnung zufolge für die Linien der finnischen Grimaldi-Tochter Finnlines geplant. Das Design sieht eine Weiterentwicklung der FINNSTARKlasse von 2006/07 vor, jedoch mit einer geringeren Maschinenleistung und Geschwindigkeit. Die Frachtkapazität soll dagegen mit etwa 5000 Lademetern circa 20 Prozent über derjenigen der FINNSTAR und ihrer Schwesterschiffe liegen. KO

Molslinjen übernimmt Faergen

Nach dem Gewinn der Ausschreibung für die Fährlinien nach Bornholm und dem Ankauf der POVL ANKER übernimmt Molslinjen nun auch den Rest der Reederei Danske Faerger (Faergen). Die Genehmigung der zuständigen dänischen Wettbewerbsbehörden hierfür wurde Anfang Oktober erteilt. Die Faergen-Betriebsteile SamsøFaergen, AlsFaergen, LangelandsFaergen und FanøFaergen werden im Zuge des Betriebsübergangs in Samsølinjen, Alslinjen, Langelandslinjen und Fanølinjen umbenannt. Der Faergen-Eigner Clipper scheidet damit nach zehn Jahren aus dem Auto- und Passagierfährgeschäftaus. KO

EXPRESS 4 vom Stapel gelaufen

Bei der australischen Werft Austal in Henderson ist am 30. Oktober die neue Molslinjen-Schnellfähre EXPRESS 4 vom Stapel gelaufen. Das 109 Meter lange Schiff soll Ende des Jahres auf Probefahrt gehen und im Januar abgeliefert werden. Die EXPRESS 4 wird dann über eine Kapazität für 1000 Passagiere verfügen und eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Knoten erreichen. Als Einsatzgebiet für den Katamaran ist die Fährlinie Aarhus – Sjaellands Odde vorgesehen. KO

Batterieprojekt von Stena Line bewährt sich

Die zwischen Göteborg und Frederikshavn eingesetzte STENA JUTLANDICA hat Ende Oktober den ersten Monat mit Hybridantrieb vollendet. Dabei wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Bei diesem ersten von drei geplanten Schritten des Projekts wird elektrische Energie aus einer Batterie im Schiffsbetrieb zugeschaltet. Aufbauend auf diesem Erfolg wird nun der zweite Schritt des Batterieprojekts begonnen. Dabei sollen zwei der vier Hauptmaschinen der STENA JUTLANDICA elektrisch betrieben werden, damit die Fähre zehn Seemeilen im Schärengarten von Göteborg vollkommen emissionsfrei fahren kann. Ziel des abschließenden dritten Schritts ist dann die rein elektrische Fahrt zwischen Göteborg und Frederikshavn, eine Strecke von etwa 50 Seemeilen. KO

Stena Line testet KI-gestützte Fährfahrten zur Treibstoffreduzierung

Stena Line führt gegenwärtig eine Pilotstudie durch, bei der Künstliche Intelligenz (KI) helfen soll, den Kraftstoffverbrauch zu senken und die Umweltweltbelastung zu minimieren. In Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Hitachi entwickelt Stena Line ein KI-Modell, das den treibstoffeffizientesten Betrieb eines Schiffes zum gewünschten Ziel vorhersagen kann. Das Modell wird die Mannschaft an Bord unterstützen und soll einen wichtigen Beitrag zum Nachhaltigkeitsziel der Reederei leisten, den Treibstoffverbrauch jährlich um 2,5 Prozent zu senken. KO

Stena Line schließt Flottenumstrukturierung ab

Nach dem Ausscheiden aus dem Bornholm-Fährdienst der dänischen Reederei Faergen ist die Kombifähre HAMMERODDE m 4. September an die Stena Line übergeben worden. Namens- und Flaggenwechsel fanden bei Öresund Dry Docks in Landskrona statt, wo das Schiff unter seinem neuen Namen STENA VINGA auf seine neue Rolle vorbereitet wurde. Am 16. September nahm die STENA VINGA den Dienst zwischen Frederikshavn und Göteborg auf, wo sie die STENA GOTHICA ersetzte. Letztere kehrte Ende September auf die Linie Travemünde – Liepaja zurück. Dort nahm sie den Platz der STENA NORDICA ein, die am 6. Oktober auf der Linie Gdynia – Karlskrona in Dienst gestellt wurde. Damit ist die Flottenumstrukturierung der Stena Line in der Ostsee abgeschlossen. KO

Corsica Ferries stellt neues Schiffsdesign vor

Corsica Ferries-Sardinia Ferries hat die in Triest ansässige Firma NAOS Ship and Boat Design mit dem Entwurf der geplanten Neubauten der Reederei beauftragt. Zuvor hatte die technische Abteilung der korsischen Reederei die wichtigsten Verkehrs-Charakteristika des eigenen Routennetzwerkes sowie die optimalen Abmessungen und Kapazitäten des Schiffes herausgearbeitet. Der Neubau soll sich durch einen extrem niedrigen Treibstoffverbrauch und exzellente See-Eigenschaften auszeichnen. Auch eine hohe Zuverlässigkeit soll ein Kernstück des Designs sein. KO

DFDS Kiel – Klaipeda-Linie

Seit dem 6. 9. verstärkt die PATRIA SEAWAYS die Route Kiel – Klaipeda. Mit einer zusätzlichen Abfahrt ab Kiel am Samstagvormittag bietet DFDS bis auf weiteres nun acht Abfahrten auf der Verbindung zwischen Deutschland und Litauen an. Mit dem erweiterten Angebot folgt DFDS der Nachfrage nach zusätzlicher Frachtkapazität auf der Linie. Ein Maschinenschaden der REGINA SEAWAYS Anfang Oktober hatte kurz darauf eine weitere Fahrplanumstellung zur Folge. Zu diesem Zeitpunkt übernahm die ATHENA SEAWAYS den Platz der REGINA SEAWAYS zwischen Kiel und Klaipeda, während letztere auf die Route Klaipeda – Karlshamn wechselte. KO

DFDS modernisiert Kanalfähren

In Zusammenarbeit mit der britischen Firma SMC Design wird DFDS Anfang 2019 die Restaurants und anderen gastronomischen Angebote auf den Kurzstrecken-Fähren im Ärmelkanal modernisieren.

Die Umgestaltung wird am 7. 1. 2019 mit der Dockung der ersten der drei Dover – Dünkirchen-Fähren (DELFT SEAWAYS, DOVER SEAWAYS und DUNKERQUE SEAWAYS) von DFDS beginnen. Die übrigen Fährschiffe sollen binnen einer Frist von fünf Wochen folgen. Die Investition sieht die Schaffung eines Lighthouse Cafés vor, eines modernen kontinentaleuropäischen Coffee Shops.
Das Modernisierungsprogramm sieht darüber hinaus auch einen Umbau des Horizon Restaurants an Bord der beiden Dover – Calais-Fähren COTE DES DUNES und COTE DES FLANDRES vor. Auch diese Arbeiten sollen Anfang 2019 stattfinden. KO

Neue Route und neue Fähre bei Fred. Olsen Express

Seit dem 15. Oktober bedient Fred. Olsen Express eine neue Fährlinie zwischen Gran Canaria und Lanzarote. Die dort eingesetzte Schnellfähre BONANZA EXPRESS läuft die Häfen Las Palmas und Arrecife an und führt bis auf weiteres von Montag bis Samstag zwei Rundreisen täglich durch. Darüber hinaus hat Fred. Olsen Express ebenfalls im Oktober mit der BETANCURIA EXPRESS die ehemalige Bornholm-Schnellfähre LEONORA CHRISTINA
in Fahrt genommen. Das 2011 gebaute Schiff kommt zwischen Gran Canaria und Fuerteventura zum Einsatz. KO

MEGASTAR bekommt ein Schwesterschiff

Die AS Tallink Grupp und die finnische Werft Rauma Marine Constructions (RMC) haben am 17. Oktober eine Absichtserklärung über den Bau einer neuen Shuttle-Fähre für die Fährlinie Tallinn – Helsinki unterzeichnet. Die Kosten werden sich auf schätzungsweise rund 250 Miollonen Euro belaufen. Das neue Fährschiff, dessen Layout und Design stark an die 2017 abgelieferte MEGASTAR angelehnt sind, soll Ende 2021 in Fahrt kommen. Wie die MEGASTAR wird auch der nun vereinbarte Neubau für den Dual-Fuel-Betrieb ausgelegt sein, wobei LNG als Haupttreibstoff verwendet wird. KO

Balearia und Fred. Olsen Express arbeiten zusammen

In dem gemeinsamen Unternehmen „Canary Bridge Seaways“ wollen die beiden spanischen Fährreedereien Balearia und Fred. Olsen Express künftig zusammen einen Fährdienst zwischen dem spanischen Festland und den Kanarischen Inseln betreiben. Die neue Linie soll ab Mitte November dreimal wöchentlich bedient werden. Der spanische
Abfahrtshafen ist Huelva. Neben der von Seatruck Ferries gecharterten CLIPPER PENNANT soll auch die Balearia-Fähre MARTIN I SOLER auf der Strecke zum Einsatz kommen. KO

Nav. Armas bestellt Neubau

Die spanische Fährreederei Nav. Armas hat Mitte Oktober einen Fährschiff-Neubau bei der Werft Hijos de J. Barreras in Vigo bestellt. Das Schiff wird eine vergrößerte Version der 2011 auf derselben Werft gebauten VOLCAN DE TEIDE und VOLCAN DE TINAMAR sein und über eine Kapazität von 2800 Lademetern verfügen. Darüber hinaus werden auf dem Schiff 1800 Passagiere und 350 Autos Platz finden. Ausgelegt ist der Neubau als Dual Fuel-Schiff, kann also bei Bedarf mit Flüssiggas (LNG) betrieben werden. Als Geschwindigkeit sind 26 Knoten veranschlagt. KO

Moby Lines bekommt Zuschlag für Winterfähre

Moby Lines hat von der Regionalregierung Sardiniens den Zuschlag bekommen, die Fährlinie zwischen Santa Teresa di Gallura (Sardinien) und Bonifacio (Korsika) auch während der kommenden Wintersaison zu betreiben. Die Verbindung wird während der aufkommensschwachen Nebensaison mit Subventionen unterstützt; hierzu müssen zwischen November und März tägliche Abfahrten angeboten werden. Zuletzt hatte die Gesellschaft SIREMAR die Strecke 2016 während der Nebensaison bedient.
Moby Lines setzt auf der Linie die 1981 im italienischen Pietra Ligure gebaute GIRAGLIA ein. KO

Corsica Ferries will Sizilien-Fährlinie eröffnen

Corsica Ferries-Sardinia Ferries hat gegenüber dem französischen Fachmagazin „Le Marin“ bestätigt, im nächsten Jahr eine neue Saison-Fährlinie zwischen Toulon beziehungsweise Nizza und dem sizilianischen Hafen Trapani aufnehmen zu wollen. Die Erweiterung des Routennetzwerkes der korsischen Reederei im westlichen Mittelmeer soll am 21. April erfolgen. Die neue Verbindung soll zunächst drei Mal wöchentlich bedient werden. KO

ULYSSE kollidiert

Die tunesische Frachtfähre ULYSSE ist am 7. Oktober vor Korsika mit dem Containerschiff CSL VIRGINIA kollidiert. Die 1997 in Bremerhaven gebaute Fähre ist frontal in die Seite des Frachters gestoßen; wie es zu der Havarie, die sich bei Tageslicht und bester Sicht zugetragen hat, kommen konnte, ist bislang nicht geklärt. Personen wurden bei der Havarie nicht verletzt, allerdings kam es infolge der Trennung der beiden Schiffe
voneinander zu einer Umweltverschmutzung durch auslaufenden Treibstoff. KO

ELYROS kehrt zurück

Am 4. September hat kurzfristig die Blue Star Ferries-Fähre BLUE STAR 2 den Fährdienst zwischen Piräus und Chania übernommen, der gemeinschaftlich von ANEK Lines und Blue Star Ferries (Attica Group) betrieben wird. Für die Dauer von zwei Wochen verkehrte die BLUE STAR 2 dort anstelle der EL. VENIZELOS, die Anfang September nach einem Feuer an Bord ausgefallen war. Den Platz der BLUE STAR 2 nimmt seit dem 14. September turnusmäßig wieder die ANEK Lines-Fähre ELYROS ein, die zu diesem Zeitpunkt von ihrer Sommercharter an Algérie Ferries aus dem Westlichen Mittelmeer nach Griechenland zurückkehrte. KO

ANEMOS wird verschrottet

Nach einer 14-monatigen Aufliegezeit, in der eigentlich die Renovierung der ANEMOS für den innergriechischen Fährdienst geplant war, wird das 1966 gebaute Schiff nun doch verschrottet. Die ANEMOS war seinerzeit als SVEA DROTT in Schweden gebaut worden und in den 1970er Jahren unter anderem als EARL GODWIN für Sealink im Ärmelkanal im Einsatz gewesen. Danach fuhr sie lange Zeit unter dem Namen MOBY BABY für Moby Lines zwischen Piombino und Portoferraio (Elba). KO

Baubeginn für neue Viking Line-Fähre

Am 3. 9. begann bei Xiamen Ship Building Industry in China mit dem ersten Stahlschnitt der Bau der neuen Kreuzfahrtfähre für die finnische Viking Line.

An der Fertigung sind sowohl chinesische als auch finnische und andere europäische Zulieferfirmen beteiligt. Das noch namenlose Schiff soll Anfang 2021 auf der Fährlinie Stockholm – Mariehamn – Turku in Fahrt kommen. Der Neubau wird etwas größer ausfallen als die 2013 auf derselben Route in Dienst gestellte VIKING GRACE. KO

EXPRESS wechselt in die Ägäis

Die zuletzt für Viking Line in der Ostsee beziehungsweise für Nav. Armas auf den Kanarischen Inseln eingesetzte Schnellfähre EXPRESS wird 2019 für die griechische Fährreederei Golden Star Ferries zum Einsatz kommen. Letztere wird den 1998 als CATALONIA gebauten Katamaran zusammen mit der Partnerreederei Fast Ferries in Fahrt bringen. Zuvor bekommt das Schiff jedoch möglicherweise im Frühjahr noch eine weitere Einsatzzeit bei Nav. Armas. KO

Elbe-Fähren gehen nach Kanada

Die kanadische Reederei Woodward Group hat von deren norwegischen Eignern die drei Doppelendfähren GRETE (ex MUHUMAA), HIIUMAA und SAAREMAA erworben. Zwei dieser 2010 gebauten Schiffe waren letztes Jahr für die erfolglose Reederei Elb-Link zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel zum Einsatz gekommen, das dritte Schiff, die HIIUMAA, lag zuletzt beschäftigungslos in Kiel auf. In Neufundland sollen die Fähren unter anderem die 1970 in Papenburg gebaute APOLLO ersetzen. KO

Neue Schnellfähre für Trinidad und Tobago

Die Regierung von Trinidad und Tobago hat bei der australischen Werft Austal Ships eine 94 Meter lange Schnellfähre für den Dienst zwischen den beiden Hauptinseln des Landes bestellt. Zwei weitere Einheiten dieser Baureihe sind aktuell für die nordeuropäischen Fährreedereien Molslinjen und Fjord Line im Bau. Das neue Schiff soll 2020 die kleineren Schnellfähren T&T EXPRESS (ex THE CAT) und T&T SPIRIT (ex USS SPEARHEAD) ersetzen. KO

NISSOS CHIOS an AML verchartert

Die Hellenic Seaways-Fähre NISSOS CHIOS hat am 31. Oktober ihren Heimathafen Piräus verlassen, um einen Chartereinsatz bei Africa Morocco Link (AML) auf der Fährlinie Algeciras – Tanger Med anzutreten. Das 2007 in Griechenland gebaute Schiff soll für circa einen Monat auf der Straße von Gibraltar zum Einsatz kommen und anschließend eine weitere Charter bei einer anderen Fährreederei im Westlichen Mittelmeer antreten.
Wie AML gehört auch Hellenic Seaways seit diesem Jahr zur Attica Group, die auch Blue Star Ferries und Superfast Ferries umfasst. KO