Für Carnival Cruise Line statt für AIDA Cruises

Nur zwei statt drei Einheiten der Helios-Klasse für AIDA: Das Typschiff „AIDAnova“ war das weltweit erste mit LNG-betriebene Kreuzfahrtschiff der Welt und grösster bisher in Deutschland erbauter Kreuzfahrer. Foto: Jens Meyer

Als Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen in der Kreuzfahrt haben sich die amerikanische Carnival Corporation und die Papenburger Meyer Werft auf die Umstellung ihres Neubauprogramms verständigt, ohne dass damit die Stornierung eines Auftrages verbunden ist.

Bekanntlich werden von der Meyer Werft-Gruppe bei deren Betrieben in Papenburg und Turku insgesamt neun  Einheiten der für die Carnival Corporation entwickelten und sich durch ihren LNG-Antrieb auszeichnenden „Helios“-Klasse als gemeinsamer technischer Plattform für vier Marken des US-Konzerns – AIDA Cruises, Costa Crociere, P &O Cruises und Carnival Cruise Line – erstellt, von denen das am 12. Dezember 2018 an AIDA gelieferte Typschiff AIDAnova als erstes vollständig mit LNG betriebene  Kreuzfahrtschiff der Welt für Schlagzeilen sorgte. Statt der insgesamt drei für AIDA Cruises bestellten Schiffe dieses Typs soll mit der bereits in Bau befindlichen AIDAcosma nur noch eine zweite Einheit an die Rostocker geliefert werden und das dritte noch namenlose Schiff für die Carnival Cruise Line fertiggestellt werden.

Wie die  Papenburger Werft am Mittwoch dazu mitteilte, nutzt sie die Vorteile und Flexibilität der für die Carnival Corporation & plc entwickelten Schiffsplattform, indem der ursprünglich für AIDA Cruises geplante Bauslot in 2023 nun für die Schwestermarke Carnival Cruise Line genutzt wird. Auch wenn es sich um die identische Schiffsplattform handele, seien die Auswirkungen für den Werftstandort in Papenburg sehr unterschiedlich: Während es in der Fertigung keine gesteigerte Auslastung gibt – es entsteht wie bisher geplant ein Neubau mit rund 180.000 BRZ–  müssten die Technischen Büros das bestehende Design in kürzester Zeit mit deutlicher Mehrarbeit transferieren. Diese Änderung im Auftragsbuch unterstreiche, wie flexibel die Meyer Werft im Sinne ihrer Kunden reagieren könne und wie stark sich die Werften in Papenburg und Turku unterstützen. Denn ursprünglich sei das Design der Schiffe für die Marke Carnival Cruise Line für Werftstandort Turku entwickelt worden. Die  Module mit deder Antriebsanlage für sämtliche Neubauten werden von der ebenfalls von der ebenfalls zur Meyer Werft-Gruppe gehörenden Neptun-Werft in Warnemünde zugeliefert.  JPM