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Hamburg Bühne für 30 Jahre AIDA Cruises: Rekordversuch und Jubiläumsparade mit 3 Schiffen

Das hat es bisher noch nie gegeben: Mit gleich drei Schiffen feiert die mit Innovationen und neuem Konzept zum deutschen Kreuzfahrt-Marktführer avancierte Reederei AIDA Cruises an diesem Wochenende ihren 30. Geburtstag in Hamburg. An Bord der AIDAperla, der AIDAsol und der AIDAprima finden diverse Veranstaltungen mit Gästen und Partnern statt, bevor sich die Schiffe am Sonntagabend um 19:45 Uhr zu einer Jubiläumsparade entlang der Landungsbrücken und der Überseebrücke formieren. Dort werden sie bis ca. 20:00 Uhr mit einer farbenfrohen Inszenierung spektakulär in Szene gesetzt.

AIDA-Präsident Felix Eichhorn (l.) und Jens Meier (CEO der Hamburg Port Authority), Foto: Jens Meyer

Das nautisch anspruchsvolle Geburtstagsmanöver mit dem die Rostocker Reederei die langjährige Partnerschaft mit ihrem Hamburger Standort unterstreicht, wurde zuvor im Fleet Operations Center der Carnival Maritime GmbH in der Hafen City simulatorisch vorbereitet. Dort informierte AIDA Cruises-Präsident Eichhorn am Donnerstag (04. Juni) nicht nur über die geplanten Jubiläums-Feierlichkeiten, sondern gab auch einen Rück- und Ausblick über die Rolle und Entwicklung des Unternehmens. Teil der Geburtstagsfeierlichkeiten ist der am 6. Juni auf der AIDperla in Hamburg zelebrierte Auftakt zu einem „Lächel-Rekordversuch“ auf allen derzeit 11 Schiffen der Kussmund-Flotte. Ziel ist es, innerhalb von 24 Stunden das bislang größte Geburtstagslächeln zu veranstalten. Zudem wir es für die Gäste an Bord des vom Cruise Terminal Steinwerder zu einer am 13. Juni endenden Reise entlang der norwegischen Küste startenden Schiffes ein exklusives Konzert der erfolgreichen und der Reederei seit langem verbundenen deutschen Popband No Angels, die mit ihren Hits für Geburtstagsstimmung sorgen wird.

„In den vergangenen 30 Jahren waren 17 Millionen Gäste bei uns an Bord – darauf sind wir sehr stolz“, nannte Eichhorn einen der Gründe zum Feiern der Reederei, die sich vom Start mit dem Clubschiff-Konzept zu einem erfolgreichen Anbieter von weltweiten Reisen mit innovativen Megaschiffen auch für Familien entwickelt hat. „Uns ist es gelungen, die Kreuzfahrt von ihrem elitären Sockel zu holen und sie zu demokratisieren. Was klein begann hat sich zur größten Innovation im deutschen Tourismus entwickelt und für viele Menschen Reisen auf See erst möglich gemacht. Über 15 Mio. Gäste jedes Jahr, darunter sehr viele Stammgäste und Fans – diese Begeisterung treibt uns an“, so Eichhorn. 2.088 Stammgäste haben jeweils mehr als 40 Reisen mit AIDA-Schiffen absolviert und zwei Gästepaare gehören mit jeweils 151 Reisen zu den treuesten Kunden der Reederei. Bis heute seien AIDA-Schiffe in 478 unterschiedlichen Häfen von 120 der 150 Küstenländer zu Gast gewesen. Aktuell beschäftige man 18.000 Mitarbeiter aus 60 Ländern, davon 1.600 an Land in Rostock und Hamburg.

Grund zum Feiern hat die Marke AIDA Cruises, die als deutsche Zweigniederlassung der italienischen Reederei Costa Crociere seit 2003 zum amerikanischen Carnival-Konzern als dem weltgrößtes Kreuzfahrtunternehmen gehört, auch durch einen in ihrem Geburtsjahr für die Initiative AIDA Cruise & Help erreichten besonderen Meilenstein: Gemeinsam mit Gästen, Crew und Partnern wurde das 100. Schulprojekt vollständig finanziert. Es wird in den kommenden Monaten in Mulando in Sambia realisiert. Seit 2019 engagiert sich AIDA Cruises mit dieser Initiative für bessere Bildungschancen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Mit dem in diesem Jahr erstmals gestarteten Innovation Hub will die Reederei zudem die Kreuzfahrt auch künftig mit Innovationen weiterentwickeln. Gewinner des Innovationswettbewerbs können ihre Konzepte gemeinsam mit AIDA weiterentwickeln und damit die Zukunft der Kreuzfahrt mitgestalten. Bewerbungen sind in drei Kategorien Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit sowie KI & smarte Tools bis zum 26. Juni 2026 möglich.

Branchenführende Innovationen hat AIDA Cruises auch bei der Konzeption der Flotte umgesetzt. Der im August 1994 von der ein Jahr zuvor von den Hamburger Investoren Nikolaus H. Schües und Horst Rahe übernommenen ehemaligen DDR-Staatsunternehmen Deutsche Seereederei (DSR) bei den Kvaerner Masa Yards im finnischen Turku bestellte erste Neubau, dessen Bug bereits der von Grafiker Feliks Büttner entworfene rote Kussmund und das übergroße Auge mit Lidschatten und blauer Woge als markantes Markenzeichen zierte, war am 7. Juni 1996 von Christiane Herzog, der Frau des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, im Seehafen Rostock auf den Namen AIDA getauft worden, der später in AIDAcara geändert wurde. Mit dem 38.557 BRZ großen und für 1.339 Gäste ausgelegten Schiff, das vier Tage später unter Führung seines ersten Kapitäns Volker Zausch von Bremerhaven zu seiner Jungfernreise nach Mallorca startete, wurde das Konzept des legeren und Animationsgeprägten Cluburlaubs in Anlehnung an die in den USA beliebten Fun-Ships erstmals auch in Deutschland von Land auf See umgesetzt. Ihm folgten 13 weitere Neubauten. Dazu gehören mit der 2002 bzw. 2003 von Aker MTW in Wismar erbauten AIDAvita und der Schwester AIDAaura (42.289 BRZ/1.266 Gäste) zwei weitere Schiffe der „cara“-Klasse, die zwischen 2007 und 2013 von der Papenburger Meyer Werft gelieferten sieben 69.203-BRZ-Schiffe der für jeweils 2.566 Gäste ausgelegten „Sphinx“-Klasse (AIDAdiva, AIDAbella, AIDAluna, AIDAblu, AIDAsol, AIDAmar und AIDAstella), die 2016 und 2017 von Mitsubishi Heavy Industries im japanischen Nagasaki gelieferten 125.572-BRZ-Schiffe AIDAprima und AIDAperla der „Hyperion“-Klasse und das 2018 von der Meyer Werft gelieferte derzeitige Flaggschiff AIDAnova (183.858 BRZ) sowie das 2022 in Dienst gestellte Schwesterschiff AIDAcosma (183.774 BRZ) der „Helios“-Klasse. Mit den beiden Second-hand-Zugängen AIDAblu ex Crown Princess (70.310 BRZ, Baujahr 1990 Fincantieri in Monfalcone) und AIDAmira (BRZ 48.200, 1999 erbaut von Chantiers de l’Atlantique in Saint Nazaire) und den drei Einheiten der „cara“-Klasse (AIDAcara, AIDAaura und AIDAvita) wurden zwischenzeitlich fünf Schiffe verkauft, so dass die Flotte der ebenfalls in verschiedene Hände gewechselten Reederei heute aus 11 unter italienischer Flagge mit Heimathafen Genua betriebenen Schiffen mit mehr als 15.000 Kabinen besteht.

AIDA (später AIDAcara), Foto: enapress.com (Archiv)
AIDAnova, Foto: Jens Meyer

Dazu gehören die sieben Einheiten der „Sphinx“-Klasse, die AIDAprima und AIDAperla sowie das derzeitige Flaggschiff AIDAnova und deren Schwester AIDAcosma. Zwei weitere Neubauten sind bei Fincantieri zu Lieferung 2030 und Winter 2031/32 kontrahiert. „Unsere neue Schiffsgeneration steht für innovative Technologie mit Multi-Fuel-Antrieben. Die Motoren können mit LNG betrieben werden. Unsere AIDAnova war 2018 das weltweit erste große Kreuzfahrtschiff mit LNG-Antrieb, was heute zum Standard geworden ist. Die Motoren werden für zukünftige Bio- und E-Kraftstoffe vorbereitet. Bereits heute sind Schiffe für den Einsatz von E-LNG vorbereitet, während Bio-LNG und Bio-Kraftstoffe im laufenden Betrieb eingesetzt werden. Die AIDAprima nutzt im Regelbetrieb bereits das derzeit größte Batteriesystem der maritimen Branche und durch das AIDA Evolution-Programm werden aktuell die sieben Schiffe der „Sphinx“-Klasse für rd. 100 Mio. Euro pro Schiff mit intelligenter Technik für gesteigerte Energieeffizienz umfassend modernisiert“, so Eichhorn.

Seit rd. 20 Jahren gibt es eine besonders enge Verbindung zum Hamburger Hafen. Hier fanden sechs der bisher 15 Taufen von AIDA-Schiffen statt. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Elbmetropole rund 1,4 Millionen Kreuzfahrtpassagiere und baute damit ihre Position als führender deutscher Kreuzfahrthafen weiter aus. Rund 900.000 Kreuzfahrtpassagiere kamen dabei allein von AIDA Cruises. Die erste Landstromanlage Hamburger Cruise Terminal Altona, wurde 2016 in Betrieb genommen, zunächst für die Versorgung der AIDAsol. Heute steht Landstrom an allen drei Hamburger Kreuzfahrterminals zur Verfügung.

„Jeder zweite Anlauf von AIDA Cruises in Nordeuropa ist inzwischen mit Landstrom verbunden, in diesem Jahr sollen es insgesamt 600 Anläufe sein“, so Eichhorn. Seit 2017 biete AIDA Winterkreuzfahrten vor allem von Hamburg an, die inzwischen zu einem Ganzjahresgeschäft geworden sind und auch von Mitbewerbern aufgenommen wurden. Auch in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales engagiert sich die Reederei in Hamburg. So ist das Unternehmen, das viele Jahre Hauptsponsor des Hamburger Hafengeburtstages war, u.a. offizieller Partner der Elbphilharmonie und fördert kulturelle Vielfalt und Begegnung. Gemeinsam mit dem Hamburger SV setzt sich AIDA für Projekte zur Förderung von Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe ein. Darüber hinaus wird der Verein „Der Hafen hilft! e.V.“ unterstützt. Ihm wurden seit Februar 2025 insgesamt 14.000 gut erhaltene Möbel von den modernisierten Schiffen AIDAdiva, AIDAluna und AIDAbella zur weiteren Nutzung durch soziale Einrichtungen übergeben.

„Für Hamburg ist AIDA seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner und ein wichtiger Impulsgeber für die maritime Wirtschaft, der das Kreuzfahrtgeschäft maßgeblich geprägt hat“, bestätigte Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA). So sei AIDA nicht nur erster Nutzer und Technologiepartner in Hamburgs frühen Investitionen in die Landstrominfrastruktur gewesen, sondern auch Treiber der Weiterentwicklung. So seien im vergangenen Jahr bereits 162 Kreuzfahrtschiffe während ihrer Liegezeit mit Landstrom versorgt worden, das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr und 71 Prozent der landstromfähigen Kreuzfahrtschiffe. Unter Hinweis auf die Innovationskraft und die touristische Strahlkraft der Reederei und nicht auch zuletzt wegen ihres gesellschaftlichen und sozialen Engagements sowie ihres zur Akzeptanz der Kreuzfahrt beitragenden Nachhaltigkeitsbewusstseins sei man stolz, „einen so tollen Partner“ zu haben, mit dem man gemeinsam in einer Branche unterwegs sei, die hohen Zuwachs erwarte. Die damit forcierte Entwicklung Hamburgs zum bedeutendsten deutschen Kreuzfahrthafen trage wesentlich zur Wertschöpfung in der Hamburger Wirtschaft bei – direkt und indirekt, beispielsweise durch Einnahmen in Tourismus und Gastgewerbe, spezialisierte Zulieferbetriebe, Einkauf und Versorgung ebenso wie Jobs. Der jährliche Gesamtumsatz dieses Netzwerkes mit rd. 7.000 Beschäftigten, zu dem auch das Fleet Operation Center der Carnival Corporation in Hamburg gehört, von dem aus weltweit jedes zehnte Kreuzfahrtschiff unterstützt wird, betrage derzeit etwa 1,7 Milliarden Euro und bedeute rund 727 Millionen Euro Bruttowertschöpfung. „Das Kreuzfahrtgeschäft ist für Hamburg zwar nach wie vor eine Nische, aber dieses Geschäft wächst wesentlich schneller und stärker als der Hafen insgesamt. Die Kreuzfahrt ist zu einer tragenden Säule des Hamburger Hafens geworden“, resümiert Meier, der auch amtierender Präsident der Welthafenorganisation IAPH ist. JPM

Fotos: Jens Meyer

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