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Holland America Line mit Landstrompremiere in Kiel

Beim Thema Landstrom gehört die Holland America Line zu den Pionieren der Kreuzschifffahrt. In Seattle gehört die Reederei seit 2006 zu den Kunden der Anlage für Landstrom. In Europa ist die Traditionsmarke der Carnival-Gruppe bislang aber noch selten an der Steckdose. In Kiel gab es am 13. Oktober die Premiere für das Flaggschiff Rotterdam.

Während des achtstündigen Besuchs am Liegeplatz 27 des Ostseekais in Kiel wurde das Schiff erstmals ans Kieler Netz angeschlossen. „Es hat alles sehr gut funktioniert“, so Hafensprecherin Julia Reichel. Die 2021 in Dienst gestellte Rotterdam war auf ihrer Abschlussreise in der Ostsee für 2021. Kiel war dabei der letzte Hafen vor der Transatlantikreise nach New York.


Foto: Frank Behling

ROTTERDAM in Kiel, Foto: Frank Behling

In Kiel ist die Reederei einer der Stammkunden. Bis zu drei Schiffe machen im Sommer in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt fest. Zuvor war hier auch schon das 2018 in Dienst gestellte Schwesterschiff Nieuw Statendam im Sommer mit Landstrom versorgt worden.

Die Reederei Holland America Line hat 16 Jahre Erfahrung mit Landstrom. Die Westerdam und die Oosterdam waren 2006 die ersten Schiffe der Reederei, die Landstromanschlüsse für die Versorgung in Alaska und im Hafen von Seattle bekamen. 2007 folgten dann die Noordam und die Amsterdam.

Inzwischen haben alle Schiffe der Reederei Anschlüsse für Landstrom. In Kiel klappte der Anschluss der Rotterdam deshalb auch problemlos, da die Crew mit dem Verfahren eingespielt ist. Außerdem ist die Luke mit dem Stecker im Schiff an Backbordseite. Das ist die bevorzugte Seite für Anläufe in Kiel.

Bislang hatten in Kiel die Reedereien AIDA, TUI Cruises und Phoenix Landstrom genommen. Problem ist derzeit noch die Verfügbarkeit der Anschlüsse. So hat der Seehafen am Ostseekai bislang nur einen Kabelwagen für zwei Liegeplätze.

Im Ostuferhafen ist eine weitere Anlage im Bau. Sie soll ab 2023 die Schiffe von MSC in Kiel versorgen. Das ist als Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Hafennähe geplant. Für die Reedereien kann die Versorgung mit grünem Ökostrom bei hohen Preisen für Dieselöl außerdem auch einen Kostenvorteil darstellen. FB