In 40 Minuten emissionsfrei von Portmouth nach Cherbourg

Brittany Ferries sondiert Potenzial für „Seaglider“-Einsatz

Animation: Brittany Ferries
Animation: Brittany Ferries

Die in Roscoff ansässige französische Fährgesellschaft Brittany Ferries sondiert das Potenzial für das „Seaglider“-Konzept als eine neue nachhaltige und effizientere Form des Hochgeschwindigkeits-Fährverkehrs. Dabei handelt es sich um ein elektrisch, d.h. emissionsfrei, betriebenes sogenanntes „wing-in-ground effect vehicle (WIG), das sich bei dem in Boston ansässigen amerikanischen Start-up REGENT (Regional Electric Ground Effect Nautical Transport) in der Entwicklung befindet. Brittany Ferries hat dazu bereits eine Absichtserklärung (LoI) unterzeichnet, wonach Seaglider mit einer Kapazität zwischen 50 und 150 Personen bis 2028 zwischen dem UK und Frankreich zum Einsatz kommen könnte. REGENT rechnet bereits ab 2025 mit dem ersten kommerziellen Einsatz kleinerer elektrischer Geräte dieses Typs.

Animation: Brittany Ferries

Seaglider kombinieren die Bequemlichkeit von Passagierfähren mit dem Komfort von Hydrofoils und der aerodynamischen Effizienz von Hovercrafts sowie der Geschwindigkeit von Flugzeugen. Unter Nutzung der bestehenden Fährhafenfazilitäten können sie Geschwindigkeiten bis zu 180 Mph erreichen – sechs mal schneller als konventionelle Fähren – wobei ihre Batteriekapazität für Distanzen bis zu 180 Meilen ausreichen soll. Damit könnte die Überfahrt zwischen Portsmouth und Cherbourg in nur 40 Minuten bewältigt werden.

Video: Youtube/Brittany Ferries

Seagilder nutzen den sogenannten Boden-Effekt, das durch den hohen Druck der zwischen den Tragflächen und dem Boden bzw. Wasser eingeschlossenen Luft entstehende Luftkissen beim Flug in geringer Höhe. Dabei wirken die Flügel ähnlich wie der Schürzen von Hovercrafts. Bei Verlassen des Hafens wird der Seaglider von seinen Foils über die Wellen gehoben, was besonders dem Komfort der Passagiere zugute kommt, und auf freiem Wasser wird das Luftkissen unter den Flügeln genutzt. Die an den Tragflächen montierten Propeller sorgen für den nötigen Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten und die aus Batterien gespeisten Elektromotoren regulieren den Luftstrom über die Tragflächen während der Fahrt auf dem Luftkissen. JPM