Indienststellung erst 2022 – AIDAcosma nach Ems-Überführung auf Probefahrt

Nach einer weiteren – sturmbedingten eintägigen – Verschiebung hat der jüngste Neubau der Papenburger Meyer Werft, die als Werft-Nr. S 709 für AIDA Cruises erstellte und am 10. Juli dieses Jahres in Papenburg aus dem Hallendock ausgeschwommene AIDAcosma (IMO 9781877), am vorletzten Oktober-Wochenende ihre Überführung auf der der aufgestauten Ems zur Nordsee ohne Probleme erfolgreich bewältigt.

Am Samstag konnten die unter Führung eines Teams der Lotsenbrüderschaft Emden in bewährter Rückwärtsfahrt mit der Assistenz von zwei Schleppern absolvierten rd. 40 km von Papenburg bis zum Emssperrwerk bei Gandersum wegen des günstigen Wasserstandes sogar schneller als erwartet absolviert werden.

Am Sonntag traf das 115. Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft-Gruppe und 53. Kreuzfahrtschiff-Neubau ihres Stammbetriebes in Papenburg zur weiteren Komplettierung, Endausrüstung und Bebunkerung im niederländischen Eemshaven ein, bevor es Anfang November auf eine erste Probefahrt auf der Nordsee in Richtung Norwegen geht.

Während der Emsüberführung und der anschließenden technischen und nautischen Probefahrten auf der Nordsee befanden bzw. befinden sich rund 1400 Personen an Bord, von denen rund 99 Prozent über eine vollständige Covid-19-Schutzimpfung verfügen, die übrigen sind genesen und/oder getestet.

Foto: David Hecker von Aschwege | MEYER WERFT Papenburg

„Damit können wir uns trotz der weiterhin gegebenen Einschränkungen durch die Pandemie auf die Fertigstellung des Schiffes konzentrieren“, so Meyer Werft-Projektleiter Jochen Busch. Letzte Rest- und Ausrüstungsarbeiten sollen nach Abschluss der See-Erprobung in Bremerhaven erledigt werden, wo Endes des Jahres auch die zunächst von Anfang 2020 auf Herbst 2021 verschobene Übergabe stattfinden soll.

Wegen der sich nunmehr auf Anfang 2022 verzögernden Indienstellung wird das Kanaren-Rundreisen vorsehende Winterprogramm der AIDAcosma von dem Schwesterschiff AIDAnova übernommen, dass sich – wie mehrfach berichtet – Mitte Dezember erstmals in Hamburg vorstellen wird und am 22.12.2021 von der Elbmetropole im Rahmen einer Sylvester-Reise Kurs auf die Kanaren nehmen soll.

Der erste Stahlschnitt für die AIDAcosma fand am 18.8.2019 in Papenburg, die Kiellegung am 15.10.2019 bei Schwesterbetrieb Neptun Werft in Warnemünde statt, wo neben der gesamten Maschinenraumsektion auch die LNG-Tanks entstanden.

Der 337 m lange, 42 m breite und max. 8,60 m tiefgehende 183 200 BRZ-Neubau verfügt über 2732 Kabinen für mehr als 6600 Gäste und u.a. über 17 Restaurants und 27 Bars.

Gegenüber dem Vorbau, der am 12.12.2018 als Typschiff der Helios-Klasse und weltweit erstes Kreuzfahrtschiff mit LNG-Antrieb an Aida Cruises gelieferten AIDAnova (183858 BRZ), wurde statt des Four Elements ein zusätzlicher Bereich zum Sonnen im Poolbereich geschaffen und statt des Klettergartens eine Boulderwand realisiert.

Die dieselektrische Maschinenanlage besteht aus vier für den Betrieb mit verflüssigtem Erdgas (LNG) oder Marinediesel (MGO) ausgelegten Caterpillar-/MaK-Dieseln des Typs 16VM46DF je 15440 kW, die Generatorleistung beträgt 6170kW. Die Propulsion erfolgt über zwei elektrische Fahrmotoren von zusammen 37000 kW, die auf zwei Podantriebe arbeiten und für 17 kn Dienstgeschwindigkeit sorgen sollen.

Die AIDAcosma ist bereits das dritte Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, das vollständig mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden kann. Neben einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes werden so Stickoxide und Feinstaub nahezu vollständig vermieden – Schwefeloxide entfallen komplett.

Aktuell verfügen alle acht Schiffe im Auftragsbuch der Papenburger Werft über dieses Antriebssystem, während bereits an neuen Technologien wie z.B. der Brennstoffzelle und synthetischen Brennstoffen intensiv gearbeitet wird. Zu ihrem Auftragsbestand gehört u.a. ein Expeditionskreuzfahrtschiff, das neben seinem Dual-Fuel/Batterie-Hybridantrieb auch auf Brennstoffzellen für die E-Versorgung des gesamten Hotelbetriebs bis zu einer Leistung von 4 MW setzt und damit einen neuen Standard in diesem Bereich setzen soll. JPM