Bei Polarkreuzer-Kiellegung zwei Anschlussaufträge avisiert

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Auf dem Helgen Nr. 3 der zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden Brodosplit-Werft ist am 2. Juni d.J. die erste 250 t schwere Sektion für das Polar-Expeditionskreuzfahrtschiff Janssonius abgesetzt worden. Bei dem als Werft-Nr. 485 geführten Neubau handelt es sich um ein Schwesterschiff der am 23. Mai letzten Jahres an die niederländische Reederei Oceanwide Expeditions abgelieferten Hondius, mit der die Werft in Split erfolgreich in das expandierende Marktsegment der Expeditionskreuzfahrtschiffe eingestiegen war. Den Anschlussauftrag für den nach dem niederländischen Kartographen Johannes Janssonius benannten Nachbau hatte der über die termin- und budgetgerechte Ablieferung sowie die Qualität des Typschiffes erfreute Reederei-Inhaber Wijnand van Gessel noch am Tag von dessen Übergabe unterschrieben. Der Brennstart war bereits am 17. Dezember 2019 erfolgt. An der Kiellegung nahmen neben Brodosplit-Chef Tomislav Debeljak und Reeder Wijnand van Gessel auch der stellvertretende kroatische Wirtschaftsminister Zvonimir Novak sowie zahlreiche Gäste teil.

Foto: Brodosplit

„Wir sind äußerst zufrieden mit dem ersten Schiff Hondius, das unsere Erwartungen und die der Passagiere und Besatzung übertroffen hat, weil es sehr wirtschaftlich ist. Wenn wir nicht zufrieden wären, wären wir heute gar nicht hier. Ich hoffe, dass die schwierige Situation mit der Coronakrise bis zum Liefertermin bewältigt werden kann, der für August 2021 geplant ist“, so Reeder van Gessel, der auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Brodosplit setzt und dazu den Bau von zwei weiteren neuen Schiffen in Aussicht stellte. Abgesehen von der Werft habe auch der mit Finanzierungsgarantien engagierte Staat bereits mit dem ersten Schiff Geld verdient, freute sich Debeljak über die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem niederländischen Reeder. Das beweise, dass man in die richtige Richtung gehe. Das Wichtigste sei, die Lieferfristen einzuhalten, was die Inanspruchnahme staatlicher Garantien vermeide, bei denen alle Regeln der Europäischen Kommission eingehalten worden seien. Solche Projekte belegten die Rentabilität im Schiffbausektor für alle Beteiligten, betonte der stellvertretende Wirtschaftsminister Zvonimir Novak.

Foto: Brodosplit

Der bei einer Länge von 107,6 m und einer Breite von17,6 m auf 5,4 m Tiefgang 1152 t tragende 6603-BRZ-Neubau wird nach den Vorschriften von Lloyd’s Register für die Polar Class 6 erstellt und soll mit zwei zusammen 4260 kW leistenden ABC-Dieseln eine Geschwindigkeit von 15 Knoten erreichen. Zur Ausrüstung gehören u.a. Bug- und Heckstrahler sowie Stabilisatoren und eine LED-Beleuchtungsanlage. Den 194 Passagieren wird ein hoher Hotelstandard sowie 81 Kabinen in verschiedene Kategorien von geräumigen Apartments bis zu Kabinen mit zwei oder vier Schlafplätzen geboten. Die Besatzung umfaßt 78 Personen. Der Stapellauf ist für Dezember dieses Jahres geplant.

Foto: Brodosplit

Wie berichtet, war bei der Werft erst am 16. Mai mit der Ultramarine (Werft-Nr.487 ein 128 m langes 13500-BRZ- Polar-Expeditionsschiff für 200 Gäste vom Stapel gelaufen, das zum Jahreswechsel 2020/2021 für die US-Reederei Quark Expeditions in Fahrt kommen soll. JPM

Text: JPM, Fotos: Brodosplit