Kategorie: Corona

„Verrückt nach Meer“ – Staffel 10 im TV

Kreuzfahrten sind momentan nicht möglich. Umso schöner ist es, dass ab nächsten Dienstag die ersten zehn Folgen der neuen Staffel von „Verrückt nach Meer“ ausgestrahlt werden.
Ab Dienstag, 05.05.2020, heißt es um 16:10 Uhr (ARD) wieder „Leinen los“ für die beliebte Dokumentation über Crew und Passagiere an Bord eines Phoenix Reisen Schiffes. Die Zuschauer begleiten dieses Mal Kapitän Fronenbroek, seine Mannschaft und die Gäste auf MS ALBATROS während der Reise rund um Afrika. 
Auch an Bord von MS AMERA wird für „Verrückt nach Meer“ gedreht. Vor wenigen Wochen sollten die Dreharbeiten abgeschlossen sein und das Produktionsteam von „Bewegte Zeiten“ nach Hause fliegen. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse rund um das Corona-Virus musste diese Planung kurzfristig verändert werden und das Team blieb, ebenso wie alle AMERA-Gäste, bis zur Ankunft in Bremerhaven an Bord. Die 16 ungeplanten Seetage und alle tagesaktuellen Entscheidungen wurden filmisch begleitet. Die ARD-Dokumentation „Kreuzfahrt und Corona“ wurde am 27.04.2020 ausgestrahlt und ist jetzt noch in der ARD Mediathek zu sehen.

Text: PM Phoenix Reisen, Foto: Phoenix Reisen

Virtueller Spaziergang durch den Keukenhof

Der Keukenhof ist für Besucher virtuell geöffnet. Auf diese Weise können Menschen immer noch schöne Bilder des blühenden Parks genießen. „Wenn Menschen nicht nach Keukenhof kommen können, bringen wir Keukenhof zu Menschen“, lautet das Motto des Parks im Jahr 2020.

Jede Woche teilt Keukenhof über seine Social-Media-Kanäle wie der Park floriert und Mitarbeiter zeigen ihre Lieblingsorte per Video. Ab heute können die Menschen anhand eines fast 9-minütigen 360-Grad-Videos erleben, wie es ist, 2020 durch den Keukenhof zu laufen.

Das Video zeigt Wege mit Tulpen, Hyazinthen und Narzissen in wunderschönen Designs. Der charakteristische Teich und die Mühle fehlen natürlich nicht auf dem Weg. Mit diesem Video beantwortet Keukenhof eine häufig gestellte virtuelle Frage.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=GUeI2iINhpY&feature=emb_logo

Text: PM Keukenhof, Fotos/Video: Keukenhof

Meyer Turku entlässt 450 Mitarbeiter

Auswirkungen der Corona-Krise

Auf der zur Papenburger Meyer-Gruppe gehörende Werft Meyer Turku im finnischen Turku müssen 450 Mitarbeiter entlassen werden. Grund ist die Corona-Krise, die die weltweite Kreuzfahrt und damit die Nachfrage nach Neubauten nahezu zum Erliegen gebracht hat.

Wie das Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung schreibt, müssen im ersten Schritt 450 Mitarbeiter entlassen werden. Weitere 900 seien von weiteren Maßnahmen betroffen. Dazu gehöre Kurzarbeit unterschiedlicher Länge und Arbeitszeitanpassungen. Alle Personalgruppen und Hierachieebenen seien Teil der Verhandlungen, heißt es in der Mitteilung.

„Die Corona-Pandemie hat die Situation unerwartet und völlig verändert. Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass die durch Corona verursachte Pause in der Kreuzfahrt eine Streckung der Aufträge notwendig macht. Wir diskutieren derzeit die Einzelheiten mit unseren Kunden. Diese neue Situation wird uns zu schmerzhaften Anpassungsmaßnahmen zwingen, um eine nachhaltige Zukunft für den finnischen Kreuzfahrtschiffbau und das Lieferantennetzwerk zu sichern“, wird Werftchef Jan Meyer zitiert.

Man habe sich auf die Zukunft vorbereitet, so der Papenburger weiter, nun habe sich diese Zukunft unerwartet verändert „und wir müssen uns auf diese neue Zukunft einstellen. Statt einer weiteren Erhöhung der Kapazität von ein auf zwei große Schiffe, bis 2023, gehen wir jetzt davon aus, dass die Werft in Turku in Zukunft ein großes Kreuzfahrtschiff pro Jahr bauen wird und nicht weiter hochfahren wird“, so Meyer weiter. Über die genauen Änderungen der Bau- und Lieferzeiten der sieben Schiffe im Auftragsbuch von Meyer Turku, die bisher bis 2025 reichten, verhandelt das Schiffbauunternehmen nach eigenen Angaben noch mit ihren Kunden. Dazu gehören neben der Carnival-Gruppe die Reederei Royal Caribbean sowie TUI Cruises.

Die finnische Werft wurde im Jahr 2015 vollständig von der Papenburger Meyer Werft übernommen und firmiert seitdem unter dem Namen Meyer Turku. Von 2009 Mitarbeitern im Jahr 2017, sind aktuell 2386 Mitarbeiter dort beschäftigt. 

Aktuell befinden sich die Mardi Gras für die US-Reederei Carnival Cruise Line und die Costa Toscana für Costa Crociere im Bau. Im Dezember wurde bekannt, dass nach der Costa Smeralda, auch die Mardi Gras verspätet abgeliefert wird. Damals teilte die Reederei mit, man werde das Schiff, das vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird, mit zehn Wochen Verspätung und damit Mitte November 2020 in Dienst stellen. 

Die Mardi Gras ist, wie die Costa Smeralda, Teil einer Serie von neun auf einer Plattform gebauten Kreuzfahrtschiffen, die der Weltmarktführer bei Kreuzfahrten, die Carnival Corporation, bei den Meyer Werften in Papenburg und Turku für seine Marken AIDA Cruises, Costa Crociere, P&O Cruises und Carnival Cruise Line bestellt hat. Zu der Baureihe gehört auch die Iona, die aktuell noch in Bremerhaven liegt. Wann die Neubauten wegen der weltweiten Aussetzung von Kreuzfahrten an die Auftraggeber übergeben werden, ist derzeit ungewiss. 

Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Meyer Turku ein weiteres Mal die Ablieferung der Costa Smeralda an Costa Crociere verschieben müssen. Ursprünglich sollte das Schiff Mitte Oktober übergeben werden, durch Verzögerungen konnten die Schiffbauer die Costa Smeralda erst Anfang Dezember 2019 übergeben.  

Die Mitteilung von Entlassungen auf der Werft Meyer Turku kommt nicht überraschend. Vor zwei Wochen bezeichnete der Papenburger Werftchef Bernard Meyer die Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt als größte Krise in der mehr als 30-jährigen Kreuzfahrtschiffbau-Geschichte auf der Meyer Werft. Er rechnet vorerst nicht mit weiteren Neubestellungen von Luxuslinern. Als Folge müsse man auch in Papenburg über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken – und zwar in allen Bereichen. CA

Text: Christoph Assies, Foto: Christoph Assies

Taufe der IONA fällt aus – Meyer-Neubau liegt weiterhin in Bremerhaven

Die Papenburger Meyer Werft hat mit der Iona ihr 50. Kreuzfahrtschiff in ihrer Schiffbaugeschichte gebaut. Seit Mitte März liegt das Schiff, der Helios-Baureihe, zu der auch die AIDAnova und die Costa Smeralda gehören, in Bremerhaven an der Columbuskaje. Durch die Corona-Krise befindet sich die Meyer Werft mittlerweile in Kurzarbeit und arbeitet nur mit reduziertem Personal an Bord an der Fertigstellung des Innenausbaus. Anfang Mai sollte das neue P&O-Flaggschiff abgeliefert werden. Ob der Termin gehalten wird, ist derzeit unklar.

Meyer-Werft-Sprecher Florian Feimann erklärte auf Anfrage von AN BORD, man könne dazu keine genauen Angaben machen. „Klar ist, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unserer Werft und auf unseren Schiffsprojekten sind deutlich zu spüren und vielfältiger Natur.“ Man sei in enger Abstimmung mit den Kunden.

In der vergangenen Woche erklärte P&O Präsident Paul Ludlow in einer Videobotschaft, dass man den Kreuzfahrtbetrieb bis zum 31. Juli 2020 weiter aussetzen werde.

In diesem Zeitraum fällt auch die Taufe der Iona, die für den 4. Juli in Southampton geplant war. Ludlow sagte, man werde die Einführungsfeierlichkeiten und die Taufe der Iona nachholen, sobald man mehr Klarheit über das Ablieferungsdatum der Iona habe. Zugleich kündigte Ludlow Änderungen an Bord der Kreuzfahrtschiffe von P&O Cruises an. „Das ist sicher und wir arbeiten derzeit daran“, so der Brite. Einzelheiten nannte Ludlow nicht, betonte aber: „Wir werden uns daran genauso gewöhnen, wie an die Gepäckbeschränkungen von Fluggesellschaften.“

IONA von P & O Cruises, Foto: Chr. Assies

Bereits Ende März war klar, dass die ab dem 14. Mai angesetzte 9-tägige Jungfernfahrt der Iona ab Southampton in die norwegischen Fjorde nicht starten kann. Nun ist auch die Kreuzfahrt betroffen, in dessen Rahmen das Schiff getauft werden sollte.

Unterdessen haben die sonst üblichen ausführlichen Probefahrten, auf denen ein Neubau auch die notwendigen Manövertests zur Abnahme absolvieren muss, noch nicht stattgefunden. Angaben darüber, wann die Iona Bremerhaven für Testfahrten verlassen wird, machte Werftsprecher Feimann auf Nachfrage von AN BORD nicht. Bisher war die Iona nur für eine erste Einstellungsfahrt direkt nach der Überführung von Papenburg zur Nordsee auf dem offenen Meer unterwegs und Ende März eher unfreiwillig, als zwei Poller durch Starkwind an der Columbuskaje nachgegeben hatten.

Bernard Meyer, der die Papenburger Werft in der sechsten Generation führt, betonte kürzlich, dass sich das Unternehmen in der größten Krise in der mehr als 30-jährigen Kreuzfahrtschiffbau-Geschichte auf der Meyer Werft befinde. Meyer rechnet vorerst nicht mit weiteren Neubestellungen von Luxuslinern und vermutet, dass sich der Markt erst in rund zehn Jahren wieder auf dem Stand befinde, wie vor der Corona-Pandemie. Als Folge müsse man über den Abbau von Arbeitsplätzen und die Streckung von Aufträgen nachdenken.

Odyssey of the Seas, Foto: RCI

Aktuell sind auf der Meyer Werft die Odyssey of the Seas für Royal Caribbean, die Spirit of Adventure für Saga Cruises und die AIDAcosma für AIDA Cruises im Bau. Der AIDA- und P&O-Mutterkonzern Carnival Corporation hat die Meyer Werften in Papenburg und im finnischen Turku mit dem Bau von insgesamt neun mit LNG angetriebenen Kreuzfahrtschiffen beauftragt. Davon befinden sich aktuell drei im Bau: AIDAcosma in Papenburg sowie Mardi Gras für Carnival Cruise Line und Costa Toscana für Costa in Turku. AIDAnova und Costa Smeralda sind bereits übergeben. CA

Text: Christoph Assies, Fotos: Christoph Assies (2), Royal Caribbean (1), AIDA Cruises (1), Saga Cruises (1)

Neues Konzept für Besucherzentrum der Meyer Werft

Erlebnis-Ausstellung bleibt zunächst bis Ende Mai geschlossen

Die anhaltende Aussetzung der Werftführungen im Besucherzentrum der Papenburger Meyer Werft nutzt die Papenburg Marketing GmbH (PMG) für die Entwicklung eines neuen Besuchskonzeptes. Die Erlebnis-Ausstellung gehört mit jährlich rund 250.000 Gästen zu einem Top-Reiseziel in Niedersachsen und muss wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Krise voraussichtlich bis zum 31. Mai 2020 geschlossen bleiben.

„Die von der Bundesregierung verabschiedeten Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus machen eine Verlängerung der Aussetzung von Führungen durch die Erlebnis-Ausstellung zur Formsache“, betont PMG-Geschäftsführer Kai Nehe als Betreiber der Ausstellung die aktuelle Situation. Sobald klar sei, wann und in welchem Rahmen der Tourismus wieder Fahrt aufnehmen könne, sei man jedoch bereit für Gäste. Kai Nehe. „Aktuell arbeiten wir an einem neuen Konzept, um den Aufenthalt im Besucherzentrum auch unter Wahrung der Regularien zum Umgang mit dem Coronavirus zu ermöglichen.“

Bereits im Laufe des kommenden Monats soll entschieden werden, ob und wann ein sicherer Betrieb des Besucherzentrums der Meyer Werft im Rahmen der Gesetzgebung wieder aufgenommen werden kann. 

Weitere Informationen: www.besucherzentrum-meyerwerft.de

Text/Foto: PM Papenburg Marketing

Deutsche Werften leiden unter Corona

Die „Corona-Krise“ trifft nicht nur Kreuzfahrtreedereien. Schwer mitgenommen hat die Krise auch Teile der deutschen Werften. Am Freitag hat die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) beim Amtsgericht Flensburg den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Damit kann die Werft einen Versuch starten, aus der Krise zu kommen.

Seit Mitte März ruht der Betrieb auf der Traditionswerft im Norden Schleswig-Holsteins. Die meisten der 670 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Dem neuen Geschäftsführer Martin Hammer werden für den Rettungsversuch erfahrene Sanierungsexperten als Generalbevollmächtigte zur Seite gestellt. Zum vorläufigen Sachwalter hat das Amtsgericht Christoph Morgen, Fachanwalt für Insolvenzrecht, bestellt.

Ruhe herrscht auch in Teilen der MV Werften. Weite Teile der Belegschaft sind seit 1. April in Kurzarbeit. Der Betrieb an den Standorten Wismar, Warnemünde und Stralsund wurde fast komplett eingestellt. Die Werft baut aktuell verschiedene Schiffe für die Genting-Gruppe in Hongkong.

Der Bau des gerade erst im Dezember für Genting auf Kiel gelegten zweiten Global-Kreuzfahrers in Warnemünde ruht ebenfalls. Bei der erst im November von Warnemünde nach Wismar überführten Global Dream ist der Baufortschritt mit der Corona-Pandemie damit ebenfalls ins Stocken geraten. Wie weit sich die Fertigstellung der Global Dream bei MV Werften verzögert, ist noch nicht absehbar. Aktuell verhandeln Werftführung zusammen mit der Landesregierung und Banken über die Finanzierung des Projekts.

Die Reederei Dream Cruises musste bereits im Februar wegen der Corona-Krise ihren Betrieb in Asien einstellen. Die 2017 von der Meyer Werft für Genting gebaute World Dream ist im März von Hongkong nach Rotterdam überführt worden und wartet dort nach einer Werftüberholung jetzt auf ein neues Reiseziel.

Der Neubau bei der Meyer Werft geht dagegen gebremst und unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln weiter. Die Ausrüstung der Iona in Bremerhaven wird auch fortgesetzt. In Papenburg traf am Donnerstag außerdem eine Zulieferung für die AIDAcosma ein. Das Schwesterschiff der AIDAnova soll 2021 fertiggestellt werden. Ab Mai hat die Meyer Werft aber ebenfalls für ihre Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. FB

Text und Foto: Frank Behling

Update vom 23.4. 2020: Weitere Staatshilfen für MV Werften

Aktualisierung/Update zum Beitrag: Weitere Hilfen für MV Werften

Um die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten zu beheben, können die MV Werften bis Jahresende auf 600 Mio. Euro Staatshilfen hoffen. Diesen Betrag nannte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag (23.4.) bei der gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses des Landtages in Schwerin. Derzeit liefen Gespräche zwischen dem Land, dem Bund, der KfW-Bank und dem Unternehmen. Die MV Werften könnten Teil eines Sonderprogrammes des Bundes werden – das sei seit vergangenen Dienstag sicher. Weiter offen ist jedoch, ob es einen Kredit, eine Bürgschaft oder Hilfen in anderer Form gibt. Auch über einen Eigenanteil des Unternehmens werde gesprochen. In vier Wochen könnten Ergebnisse vorliegen. Nach Angaben von Glawe geht es um die Sicherung der Werften und um eine „Fortführungsprognose“ für das Unternehmen, wobei er auf den Bund und die Ankündigung der Corona-Hilfen von Wirtschaftsminister Altmaier setze. Zudem kündigte Glawe einen 50-Millionen-Euro-Hilfsfonds für die Werft-Zulieferer an, die auf offenen Rechnung sitzenbleiben. Das Geld, das als Kredit ausgezahlt werden soll, stammt aus dem schon bestehenden Schutzschirm für die Wirtschaft. Diese Liquiditätshilfen müssen später zurückgezahlt werden, wenn für die MV Werften eine Fortführungs- und Finanzierungslösung mit dem Eigentümer, dem Bund und den beteiligten Banken steht. Beide Ausschüsse stellten sich hinter die Extra-Förderung. Das zur Genting-Gruppe in Hongkong gehörende Unternehmen zeigte sich zuversichtlich: die Bereitschaft des Bundes und das Engagements des Landes seien „starke Signale für eine Unterstützung der maritimen Wirtschaft in diesen schwierigen Zeiten“. „Wir begrüßen die Gespräche sehr, für uns ist es ein großer Vertrauensbeweis in unsere Werften,“ so Werftsprecher Stefan Sprunk. Allerdings dürfte die Mitte März begonnene Kurzarbeit der rund 3.000 Werftbeschäftigten – sehr wahrscheinlich noch über den bisher als Endtermin genannten 4. Mai hinaus fortgesetzt werden. JPM

Text: JPM, Foto: MV Werften

CroisiEurope stellt seine Flussschiffe für Klinikpersonal zur Verfügung

CroisiEurope hat zwei Schiffe seiner Flotte für Krankenhausmitarbeiter zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um MS Cyrano de Bergerac, die in Bordeaux vor Anker liegt, und MS Botticelli, die in Paris liegt. Das Angebot der französischen Flussreederei richtet sich an klinisches Personal, das in den Krankenhäusern dieser Städte arbeitet und längere Strecken zum Arbeitsplatz pendelt. Die Mitarbeiter können jetzt kostenlos an Bord der Schiffe übernachten und erhalten zudem auch ein Frühstück und ein Abendessen. Den vorgegebenen Sicherheits- und Hygieneanordnungen entsprechend, dürfen sich maximal 25 Gäste an Bord aufhalten.

Cyrano de Bergerac

Aufgrund der aktuellen Situation hat CroisiEurope bis zunächst 31. Mai 2020 alle Kreuzfahrten ausgesetzt. Die Cyrano de Bergerac, die über 87 Kabinen verfügt, ist eigentlich in Südwestfrankreich auf der Gironde eingesetzt und bietet von April bis Oktober Kreuzfahrten von Bordeaux bis an die Atlantikmündung. Die Flussreisen auf der Botticelli, die Platz für 75 Gäste hat, führen auf der Seine von Paris zum Küstenort Honfleur.

Text: PM CroisiEurope/KS Text & Kommunikation, Fotos: enapress.com, CroisiEurope

Weitere Hilfen für MV Werften

Genting-Neubauten kommen später

Seit Mitte März befinden sich die zum Genting-Konzern gehörenden MV Werften in Wismar, Rostock und Stralsund in Kurzarbeit. Wegen der Corona-Pandemie war sie zunächst für 4 Wochen für die rd. 3100 Mitarbeiter beantragt worden und wurde inzwischen bis 4. Mai verlängert. Intern hatte die Werft zunächst angekündigt, dass die Werkshallen „auf unbestimmte Zeit“ geschlossen bleiben. Gleichzeitig hat die Geschäftsführung Corona-Hilfen des Bundes beantragt. Anfang April hatte sie in einem Schreiben an die Zulieferer mitgeteilt, da leider einige Rechnungen für Arbeiten an dem noch namenlosen Großkreuzfahrtschiff Global II und dem in Stralsund in der Ausrüstung befindlichen Expeditionskreuzfahrtschiff Crystal Endeavor – sie werden bekanntlich für Rechnung von Reedereien des Genting-Konzerns erstellt – derzeit nicht beglichen werden können, weil das Geld für andere Dinge gebunden sei. Schuld an der Lage seien die Auswirkungen des Corona-Virus. Nachdem die ruhenden Arbeiten an der Global II zu Spekulationen verschiedener Informanten darüber geführt hatten, dass dieses Schiff gar nicht mehr zu Ende gebaut wird, stellte MV-Wirtschaftsminister Harry Glawe gegenüber dem NDR Mecklenburg-Vorpommern klar, dass sich dessen Fertigstellung von 2022 nunmehr voraussichtlich auf 2024 verschieben werde.

Ankunft des Mittschiffskörpers der „GLOBAL DREAM“ in Wismar

Auch aus der zuletzt auf August dieses Jahres verschobenen Indienstellung der Crystal Endeavor wird nach Angaben der Auftraggeber Crystal Cruises nichts, – die Jungfernreise musste nunmehr auf den 14. November verschoben werden. Sie dauert 14 Nächte und führt nach Tasmanien und in die neuseeländischen Fjorde. Vor dem Hintergrund der schwierigen Situation hat MV-Wirtschaftsminister Glawe am 20. April weitere Hilfen für die angeschlagenen MV Werften in Höhe von zunächst etwa 50 Mio. Euro zugesagt. Sie sollen als Bürgschaft oder Beteiligung bereitgestellt werden, Einzelheiten will er am Donnerstag (23.4.) bekannt geben. Die KfW, die den MV Werften bereits einen Kredit für den Bau der in Wismar mit angesetztem Bug- und Heckteil in der Ausrüstung liegenden Global I und der in Rostock auf Kiel gelegten Global II einen Kredit über 2,6 Mrd. Euro gewährt hat – insgesamt fördert der Staat den Bau einschließlich der Kredite für den in Stralsund in der Ausrüstung liegenden Crystal Endeavor den Bau der Kreuzfahrtschiffe in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,7 Mrd. Euro – hat den MV Werften schon mitgeteilt, dass sie grundsätzlich erhebliche Geldsummen im Rahmen des Corona-Hilfsprogramms zu vergeben habe. JPM 

Text: JPM, Fotos: MV Werften, Crystal Cruises

Update vom 23. April: Weitere Staatshilfen für MV Werften

Um die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten zu beheben, können die MV Werften bis Jahresende auf 600 Mio. Euro Staatshilfen hoffen. Diesen Betrag nannte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag (23.4.) bei der gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses des Landtages in Schwerin. Derzeit liefen Gespräche zwischen dem Land, dem Bund, der KfW-Bank und dem Unternehmen. Die MV Werften könnten Teil eines Sonderprogrammes des Bundes werden – das sei seit vergangenen Dienstag sicher. Weiter offen ist jedoch, ob es einen Kredit, eine Bürgschaft oder Hilfen in anderer Form gibt. Auch über einen Eigenanteil des Unternehmens werde gesprochen. In vier Wochen könnten Ergebnisse vorliegen. Nach Angaben von Glawe geht es um die Sicherung der Werften und um eine „Fortführungsprognose“ für das Unternehmen, wobei er auf den Bund und die Ankündigung der Corona-Hilfen von Wirtschaftsminister Altmaier setze. Zudem kündigte Glawe einen 50-Millionen-Euro-Hilfsfonds für die Werft-Zulieferer an, die auf offenen Rechnung sitzenbleiben. Das Geld, das als Kredit ausgezahlt werden soll, stammt aus dem schon bestehenden Schutzschirm für die Wirtschaft. Diese Liquiditätshilfen müssen später zurückgezahlt werden, wenn für die MV Werften eine Fortführungs- und Finanzierungslösung mit dem Eigentümer, dem Bund und den beteiligten Banken steht. Beide Ausschüsse stellten sich hinter die Extra-Förderung. Das zur Genting-Gruppe in Hongkong gehörende Unternehmen zeigte sich zuversichtlich: die Bereitschaft des Bundes und das Engagements des Landes seien „starke Signale für eine Unterstützung der maritimen Wirtschaft in diesen schwierigen Zeiten“. „Wir begrüßen die Gespräche sehr, für uns ist es ein großer Vertrauensbeweis in unsere Werften,“ so Werftsprecher Stefan Sprunk. Allerdings dürfte die Mitte März begonnene Kurzarbeit der rund 3.000 Werftbeschäftigten – sehr wahrscheinlich noch über den bisher als Endtermin genannten 4. Mai hinaus fortgesetzt werden. JPM

Artania – Australische Quarantäne beendet

Am 17.04.2020, 22:00 Uhr australische Zeit, wurde die 14-tägige Quarantänezeit von MS Artania durch die australischen Behörden beendet. Das Schiff lag während der beiden Wochen im Hafen von Fremantle, Westaustralien. MS Artania wurde von örtlichen Firmen gereinigt und desinfiziert. Durch australische Seite wurde die Einhaltung der Hygienevorschriften  überprüft und endabgenommen. 

MS Artania hat am 18.04.2020 um 13:00 Uhr Fremantle verlassen. An Bord des Schiffes befinden sich noch 403 Crewmitglieder. Der Großteil der verbliebenen Crew ist von den Philippinen und aus Indonesien. MS Artania hat daher Kurs auf Südostasien genommen, um die Crewmitglieder am 23.04.2020 auf Bali und am 28.04.2020 in Manila zu ihren Familien zu bringen, bis Kreuzfahrten wieder aufgenommen werden können.

Am 19.04.2020 flogen 41 europäische Crewmitglieder, die für den Betrieb des Schiffes nicht unbedingt benötigt werden, mit einer Condor Chartermaschine von Perth nach Frankfurt. An Bord des Flugzeugs befanden sich überdies 18 Gäste von MS Artania, die aufgrund ihres positiven Covid19-Tests eine 14-tägige Quarantäne in Hotels an Land verbracht haben und von den australischen Gesundheitsbehörden als gesund eingestuft wurden. 
Das eigens gecharterte Flugzeug der Condor wurde auf dem Hinweg von Frankfurt dazu genutzt, Crewmitglieder von MS Amadea, MS Amera und MS Albatros aus Bremerhaven und Emden nach Manila zu bringen. Auf dem Rückweg wurden Deutsche, die in Thailand aufgrund der aktuellen Situation gestrandet waren, in Bangkok an Bord genommen.
Bis zuletzt hat Phoenix Reisen versucht, bei den australischen Behörden zu erwirken, dass das Gepäck aller Artania Gäste, welches beim Rückholflug am 29.03.2020 nicht befördert werden durfte, mit der Chartermaschine am 19.04.2020 auszufliegen. Leider wurde dies von den Behörden nicht genehmigt.

Neun Gäste verbleiben aufgrund positiver Corona Testergebnisse noch bis zur Vollendung ihrer Quarantäne in Australien. 

Acht Gäste sind nach ihrem erfolgreich absolvierten Quarantäneaufenthalt im Hotel wieder an Bord von MS Artania gegangen und treten mit dem Schiff die Heimreise nach Deutschland an.

Kapitän Morten Hansen, eine ca. 75-köpfige Crew sowie die verbliebenen Gäste werden mit MS Artania von Südostasien den Seeweg durch den Suezkanal und weiter nach Deutschland nehmen. Das Schiff wird am 31.05.2020 in Bremerhaven erwartet. 

Bedingt durch die Infektion mit dem Coronavirus sind leider drei Todesopfer zu beklagen; zwei männliche Gäste, 69 Jahre und 71 Jahre alt, sowie ein männliches Crewmitglied, 42 Jahre. Alle drei Patienten litten an Vorerkrankungen. Die Reederei BSM und Phoenix Reisen bedauern dies außerordentlich und sprechen allen Anverwandten ihre Anteilnahme aus. 

Die besondere Situation in diesen Corona Zeiten nahmen zwei Crewmitglieder zum Anlass, über ihre weitere gemeinsame Zukunft nachzudenken. Bevor MS Artania den Hafen verließ, wurden sie am 18.04.2020 auf der Pier in Fremantle von Honorarkonsulin Frau Dr. Maluga vor Abreise getraut.  

Text: PM Phoenix Reisen, Foto: Phoenix Reisen