Kategorie: Interviews

„Einzelkabinen laufen besonders gut“

Ein Gespräch mit Oliver Steuber, GF von Plantours Kreuzfahrten, über den Neuzugang „Lady Diletta“, die Modernisierung der „Hamburg“ und die Reisepläne der nächsten Monate.

Am Mittwoch feierte Plantours Kreuzfahrten die Taufe des Flussschiffs LADY DILETTA. Was sind die Vorzüge des Schiffs und welche von Ihren eigenen Ideen sind in den Bau der LADY DILETTA eingeflossen?

Es sind die vielen kleinen Details, die auch die Taufgäste, also viele Kreuzfahrtexperten und Branchenkollegen sehr gelobt haben und uns stolz machen. Denn wir haben uns gemeinsam mit unserer Muttergesellschaft Ligabue Group sehr intensiv mit allen Bereichen beschäftigt. Jetzt eine solche direkte Rückmeldung zu erhalten ist wunderschön. Mir sagten Gäste, dass sie sich sogar Anregungen für die eigene Einrichtung zuhause wie Lampen und Farbgebungen mitgenommen haben. Aber bereits in den letzten Monaten haben wir gewusst, dass viele Ideen für die LADY DILETTA richtig waren: Wir haben das erste Schiff mit speziellen Einzelkabinen, die super nachgefragt werden und wir haben Suiten mit echten Balkonen. Eine Rarität auf dem Fluss und auch diese werden sehr gut gebucht.

Wie unterscheidet es sich zu den Neubauten der Konkurrenz?

Sehr stilvolles, elegantes und zugleich modernes italienisches Design, eine sehr gute Küche und einzigartig: Einzelkabinen. Bei Plantours Kreuzfahrten haben wir seit jeher ein Herz für Alleinreisende und können jetzt Flusskreuzfahrten zu besonders fairen Preisen anbieten.

Plantours-Geschäftsführer Oliver Steuber, Foto: enapress.com

LADY DILETTA hat eine große Anzahl an Kabinen für Alleinreisende. Welches Potential hat dieser Markt für Sie, wie werden diese Kabinen gebucht?

Den Markt für Alleinreisende müssen wir nicht erschließen, der ist längst da. Aber wir haben jetzt das einzigartige und wirklich wunderschöne Produkt dazu. Wir haben festgestellt, dass die Buchungen für Suiten und die Einzelkabinen am besten laufen.

Wie ist der gegenwärtige Tagespreis?

Zwischen 180 und 195 Euro.

Ist die LADY DILETTA der Auftakt zu einer neuen Serie?

Noch ist kein Vertrag unterzeichnet. Die Ligabue Group ist zu Recht sehr stolz auf den ersten eigenen Neubau, die Werft hat einen sehr guten Job gemacht und würde logischerweise gerne wieder ein Schiff bauen. Wir haben auch Ideen dazu. Wenn ein Vertrag fix ist, werden es die Leser von AN BORD schnell erfahren.

Wie verlief die Fahrt der SANS SOUCI unter den Corona-Maßnahmen?

Großartig. Wir sind in Berlin gestartet, ein wenig im Schatten der Taufe der LADY DILETTA. Aber das Team um Kapitän Peter Grunewald hat einen fantastischen Job gemacht. Die Gäste waren sehr zufrieden. In Hamburg kam unerwarteter Besuch der Gesundheitsbehörden und wir haben Lob für die an Bord umgesetzten Maßnahmen erhalten. Fast ein Höhepunkt war das Anlaufen in Kiel. Die SANS SOUCI hat die Kreuzfahrt-Saison in Kiel eröffnet. Als erstes Schiff, das dort in diesem Jahr mit Gästen angelegt hat.

SANS SOUCI in Kiel, Foto: Frank Behling

Vor kurzem wurde auch MS HAMBURG umfassend renoviert. Wann möchten Sie hier die Reisen wieder aufnehmen? Gibt es konkrete Pläne?

Nicht renoviert, sondern modernisiert und jetzt haben wir fast eine neue MS HAMBURG, so fantastisch sind die Kabinen mit elektrisch absenkbaren Fenstern und die öffentlichen Räume geworden. Eine ganz neue große Weinstube, dazu endlich eine Bar am Pool. Der Palmengarten mit Blick in Fahrtrichtung und auch der Rezeptionsbereich sind neu gestaltet, ebenso das Buffetrestaurant, das jetzt „The Grill“ heißt. Dafür bleibt die Küche unter Leitung von Küchenchef George wie immer und das ist mindestens genau so wichtig. Und wir wollen noch in diesem Sommer starten, wahrscheinlich Ende Juli/Anfang August.

Sind die Überlegungen MS HAMBURG im Sommer auf „innerdeutschen“ Routen einzusetzen nach wie vor vorgesehen? Ist heute mehr über die Routen bekannt?

Die Planspiele gibt es. Noch lieber würden wir mit längst bestehenden Routen wieder starten, um unseren vielen treuen Kunden die Reise auf der neuen MS Hamburg zu ermöglichen. Und so müssen wir quasi täglich schauen, wie sich die aktuelle Lage entwickelt. Noch gibt es kein Go für eine innerdeutsche Route, aber Kurzreisen zu den deutschen Nordseeinseln haben wir ja auch schon in der Vergangenheit erfolgreich durchgeführt, will sagen die Konzepte liegen quasi schon fertig bereit in der Schublade.

Wie ist Ihre Einschätzung zu den Aussagen des Auswärtigen Amts im Blick auf Hochsee-Kreuzfahrten?

Das war auch ein großes Thema während der Taufe der LADY DILETTA unter den Branchen-Kollegen. Flussreisen sind ja wieder möglich, bei den Hochseereisen könnten wir auf einem kleinen Schiff wie unserer MS HAMBURG sehr viel Sicherheit bieten.

Gibt es konkrete Pläne für ein zweites Hochseeschiff? Eventuell ein weiterer Zukauf?

Es ist kein Geheimnis, das wir sehr gerne ein zweites Schiff im Hochseebereich hätten. Aber dieses Schiff muss zu uns passen. In der aktuellen Phase hätten viele Veranstalter lieber ein Schiff weniger. Vielleicht unterscheidet uns das auch von den anderen – lacht.

Wie laufen die Buchungen für 2021?

Sehr, sehr gut. Wir haben fantastische Routen wie Lateinamerika, Grönland und die Kanalinseln. Jetzt wird vielen nochmals bewusster, welche Vorteile ein kleines Schiff wie unsere MS HAMBURG bietet.

Fotos: enapress.com, Frank Behling

„Legerer Lifestyle“

Seit etwa zwei Jahren ist VIVA Cruises, ein Tochterunternehmen der Schweizer Reederei Scylla, auf dem deutschen Markt. Die Chefin des jungen Flusskreuzfahrtveranstalters, Andrea Kruse, kann sich derzeit über eine gute Nachfrage für Reisen freuen. Michael Wolf sprach mit ihr über Entwicklung und Ziele.

Seit wann gibt es VIVA Cruises?

Seit dem 1.1.2018. Aber zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen Namen, nur ein Blatt weißes Papier, das gefüllt werden wollte. Eine der Ideen dahinter war, das Gruppengeschäft im Winter, das von den Charterpartnern von Scylla kaum wahrgenommen wurde, in Eigenregie und als eigener Veranstalter weiterzuführen.

Auf der ITB im März 2018 wollten wir die Firma mit einem klaren Konzept vorstellen – und vor allem einen Namen und die ersten Reisedaten.

Wie entstand der Name?

Das Produkt sollte nicht nur deutsch sein, sondern sich auch an das internationale Publikum richten. Also brauchten wir einen entsprechenden Namen. Gleichzeitig wollten wir keine Kundenverschiebung von den Charterern, es sollten neue Gäste sein.

Ich mag einfache Botschaften, nichts Kompliziertes. Es sollte ein Name sein, der in vielen Sprachen einfach zu verstehen und sprechen ist. Meine Überlegung: Wir verkaufen Menschen eine Reise, die für sie eine Auszeit bedeuten, etwas, auf das man sich freuen kann, Lebenslust, Momente, die man genießt. So entstand VIVA, enjoy the moment.

Welche Märkte wollen Sie bedienen?

Benelux, Skandinavien, UK – dort haben wir auch Gruppenpartner – und die USA. Etwa 35% sind 2020 international, 65% kommen aus dem deutschsprachigen Bereich (DACH).

Wie ist die Kommunikation mit den Gästen geregelt?

Andrea Kruse, COO VIVA Cruises, Foto: VIVA Cruises

Die Hauptsprachen sind Deutsch und Englisch, auf unserer Website sind die Preise mittlerweile auch in mehreren Währungen angegeben. Auch die Rechnungen können entsprechend in mehreren Währungen ausgestellt werden. Als Bordsprachen gelten Englisch und Deutsch. Da wir viele Gruppenreisen haben, kann man auch entsprechende Crewmitarbeiter mit Kenntnissen der Gästesprache einsetzen, sie sind international aufgestellt. Auf den Fahrten gibt es keine endlosen Durchsagen in zahllosen Sprachen. Den deutschen Gästen haben wir ja schon zuvor gesagt, dass es ein internationales Produkt ist, die meisten mögen dies besonders.

Wie viele Schiffe haben Sie derzeit und was ist das Alleinstellungsmerkmal von VIVA Cruises?

Wir sind 2020 mit neun Schiffen unterwegs. Sie sind unterschiedlich – einige sind Suitenschiffe, andere haben Zweibettkabinen. Aber der All-Inclusive-Standard ist bei allen auf demselben Level. Der Gast wird überall sofort den VIVA-Stil erkennen.

2021 haben wir neben der Vollpension die komplette Getränkekarte inkludiert. In diesem Jahr gibt es bereits eine umfangreiche Selektion, neben den wechselnden Hausweinen, Bier, Softdrinks, Longdrinks, Aperol Spritz, Kaffeespezialitäten, Tee – da ist für jeden Gast etwas dabei. Wenige Ausnahmen wie Champagner werden berechnet.

Auch die Minibar wird nach Wunsch täglich neu gefüllt. Dazu gibt es in den Badezimmern sehr hochwertige Pflegeprodukte von Rituals, das ist auch ein Teil des VIVA-Stils.

Welche Altersgruppe haben Sie im Fokus?

Menschen kann man heute nicht mehr nach dem Alter einteilen. Lebensfreude, Abenteuerlust und Energie findet man heute bei immer mehr Altersschichten, bei 40-jährigen genauso wie bei 70-jährigen.

Willkommen ist bei uns jeder, der unseren legeren Lifestyle mag und verkörpert. Viele von ihnen wollen bei der Reise Dinge auf eigene Faust unternehmen. Deshalb haben wir eine Zusammenarbeit mit TravelCoup begonnen, bei denen man bestimmte Leistungen wie Museumsbesuche ohne Warteschlangen, Hop-On Hop-Off-Bustouren oder Radverleih unabhängig von uns buchen kann. Sie bieten alles im Ausflugsbereich an, das individuell stattfindet. Unsere eigenen Exkursionen sind immer geführt, bieten eine große Bandbreite vom VW-Bulli-Trip durch die Weinberge mit Verkostungen bis zum Sektempfang auf einem alten Schloss.

Sind die Landausflüge inklusive?

Nein, das ist eines der wenigen Ausnahmen. Sie können entweder vorher online oder an Bord gebucht werden.

Wie ist der derzeitige Altersdurchschnitt der Gäste?

Die Flusskreuzfahrt hatte lange den schlechten Ruf, mit Gästen zu fahren, die altersmäßig nichts anderes mehr machen können. 2019 waren wir zum ersten Mal über die ganze Saison im Einsatz, hatten 5600 Gäste. Dabei stellten wir ein Durchschnittsalter von 62 Jahren fest, das ist sehr positiv.

Gibt es spezielle Angebote für Familien?

Familien sind an Bord willkommen, wir bieten auch Kinderpreise, haben aber sonst keine speziellen Konzepte oder Themenreisen hierfür.

Wie hoch ist der Anteil von Online-Buchern?

Bei uns buchen etwa 14% der Kunden direkt,16% über die großen Online-Anbieter. Die gerade aufgelegten Kurzreisen werden derzeit hier besonders gut gebucht, wir haben da einen richtigen Run.

Welche Ziele sind derzeit im Fokus.

Derzeit – man kann ja nur bei der gegenwärtigen Entwicklung von heute reden – ist es eindeutig Deutschland. Einige Häfen haben sich noch nicht entschieden, ob und wie sie wieder Passagierschiffe willkommen heißen, prinzipiell gibt es ja keine Restriktionen. In Holland ist es ja so, dass in den Häfen nur Flusskreuzfahrtschiffe bis zu 100 Personen, Gäste und Crew zusammengezählt, anlegen dürfen.

Wie sehen bei Ihnen die sanitären Maßnahmen zum Wiederbeginn der Kreuzfahrten aus?

Es gibt ein komplettes Konzept, was wir auch auf unserer Website veröffentlicht haben. Dazu gehört ein Screening der Gäste mit verbindlichem täglichem Fiebermessen (bei der Crew mehrmals täglich), sowie ein Gesundheitsfragebogen. Ein Antikörpertest liefert heutzutage noch zu wenige Informationen, da ist die Körpertemperatur eher verbindlich. Über 38 Grad stimmt was nicht. Dazu natürlich tägliche Desinfektionsmaßnahmen von Geländern u.a.. Die öffentlichen Toiletten bleiben zunächst geschlossen. Es wird keine Buffets geben, sondern der Gast am Tisch bedient. In den Restaurants haben wir die Tische entzerrt, einige Plexiglaswände als Trennung einbauen lassen. Die Gänge zu den Kabinen sind nur in einer Richtung begehbar. In den öffentlichen Bereichen herrscht Maskenpflicht, nur in den Restaurants und der Lounge für die Gäste nicht. Für die Crew ist die Maskenpflicht überall obligatorisch. Wir haben uns da an die Regeln der DEHOGA angelehnt. Die Teilnehmerzahl bei Ausflügen wird auf 8-12 Gäste statt üblicherweise bis zu 20 reduziert, außerdem gibt es die kabellosen Audiogeräte. Das sind natürlich alles Kompromisse, aber wir sind trotzdem froh, dass es endlich los geht. Gäste, die die Maßnahmen nicht respektieren, werden von Bord verwiesen, das muss klar sein.

Wann geht die erste Fahrt los?

Am 26. Juni geht es mit der frisch renovierten VIVA TIARA von Düsseldorf aus los nach Passau, das wird sozusagen ihre Jungfernfahrt.

Was ist Ihr gegenwärtige Tagespreis?

Die Schiffe sind unterschiedlich, wir haben ja auch Suitenschiffe. Bei der VIVA TIARA ist es ein Tagespreis von 199€ all inclusive.

Wie ist jetzt die Buchungsentwicklung?

Wir haben unsere bereits gebuchten Kunden alle persönlich angerufen und konnten 40 Prozent von ihnen umbuchen auf spätere Reisen.Die Leute wollen wieder reisen, auch 2021 ist gut gebucht, unser Katalog ist seit der ITB, die nicht stattfand, fertig. Den konnten wir den Kunden dann gleich senden. Aber es haben auch viele auf Oktober und November diesen Jahres umgebucht. Wenn man die Passagierzahlen der stornierten Reisen herausrechnen, kommen wir immer noch auf eine Zahl von 8000 bis 8500 Gästen dieses Jahr, das ist eine sehr gute Entwicklung. Werden sich die Dinge wieder normalisieren, sollten wir 2021 dann etwa auf 15.000 Passagiere kommen. Dazu wird auch die VIVA ONE beitragen – es ist der erste eigene Neubau für VIVA Cruises und kommt im Juni nächsten Jahres.

Foto: VIVA Cruises

Interviews

„Wir starten neu“

Über die Pläne und Ziele der Luxusreederei SEADREAM Yacht Club sprach Michael Wolf mit Präsident Robert Lepisto.

Wann will SEADREAM wieder starten?

Seit heute wissen wir, dass wir ab dem 20. Juni wieder Fahrten mit der SEADREAM I innerhalb Norwegens anbieten werden. Das betrifft am Anfang vor allem norwegische Gäste, nach der Beendigung der europäischen Reiserestriktionen auch deutsche Passagiere. SEADREAM II liegt derzeit in Lissabon, sobald die Genehmigungen vorliegen, werden wir Reisen im Mittelmeer anbieten. Vor der Pandemie waren wir einer der Anbieter, die in der Karibik am längsten Kreuzfahrten getätigt haben. Und es gab nicht einen einzigen Fall von Erkrankungen an Bord.

Robert W. Lepisto, President SEADREAM Yacht Club, Foto: enapress.com

Warum wurde der Neubau SEADREAM INNOVATION gecancelt?

Wir haben uns gemeinsam mit der Werft entschlossen, dieses Neubauprojekt für SEADREAM nicht durchzuführen. Beide Seiten sind aber offen für mögliche zukünftige Projekte und Zusammenarbeit.

Wann finden die nächsten Refits für die SEADREAM I und II statt?

Die SEADREAM II wird im Herbst dieses Jahres voraussichtlich in Lissabon ins Trockendock gehen. Dabei werden die üblichen Arbeiten zur Instandhaltung durchgeführt, die alle zwei Jahre stattfinden. Also Arbeiten an den Tanks, elektrischen Systemen, Maschinen etc.. Der Rumpf wird sandgestrahlt und neu gestrichen, innen werden diverse neue Teppiche gelegt und Möbel erneuert und allgemeine Reparaturen durchgeführt. Während der Corona-Pause hat unsere Crew schon einen signifikanten Teil davon begonnen. Die Schiffe sind ja, wie Sie wissen in einem exzellenten Zustand. Im Frühling 2021 geht dann die SEADREAM I für ca. 19 Tage ins Drydock.

Ihre Maßnahmen für neue Reisen?

Beim Essen zum Beispiel wird in unserem Fall sicher alles auf dem Teller serviert. Anfangs wird alles limitiert, was die Buffets betrifft. Aber wir hatten bereits zuvor strikte Regeln, um die Sicherheit von Crew und Gästen zu sicherzustellen.

Dazu gehören zum Beispiel das ständige Säubern und Desinfizieren der Außenbereiche, dort wo Essen serviert wird, die Geländer auch im Treppenbereich oder eigene Wasser-Flaschen für Gäste – auch um Plastik zu vermeiden.

SEADREAM II, Foto: enapress.com

Nächstes Jahr wird SEADREAM 20.

Wir sind derzeit mit anderen Dingen beschäftigt. Aber wir werden ihn auf spezielle, tolle Weise feiern. Und das zusammen mit unserer Crewmitgliedern – sie sind wie eine große Familie, auch für unsere Gäste. Ich freue mich schon wieder auf die Gäste-Fragebögen von den Reisen – sie loben unsere Crew auf eine herzliche Art.

Was ist Ihre Definition von Luxus?

Gerade im Luxusbereich muss man akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich sind. Jeder hat andere Ansichten, was für sie persönlich Luxus definiert. Das Erlebnis muss die Bedürfnisse der jeweiligen Gäste ansprechen. Und wir bieten die Flexibilität, genau das den Gästen anbieten zu können.

Es wird aber auch eine neue Definition von Luxus geben. Für viele gehört heute Nachhaltigkeit und Respekt für die Umwelt zum Luxus. Früher waren es Designer-Kleider oder die Glitzer- und Glamour-Marken und die klassischen Luxuslabel wie Tiffany, heute sehen immer mehr Leute andere Herausforderungen in diesem Bereich als das, was wir in der Vergangenheit erlebt haben.

Also ist alles bereit für den Neustart?

Genau! Ich denke, dass branchenweit die Leute, die zuvor mit Schiffen unterwegs waren, wiederkommen werden, sogar sehr schnell meiner Meinung nach. Es wird anfangs allerdings schwerer werden, Erstkreuzfahrer auf die Schiffe zu holen.

Die Industrie wird einen Wiederaufschwung erleben, vor allem SEADREAM. Schon von der Größe der Schiffe her. Unser Slogan heißt nicht umsonst: It‘s yachting, not cruising.

Interview: Michael Wolf, Fotos: enapress.com

Das Ziel ist „touchless“

Bessere Hygienemaßnahmen auf Kreuzfahrtschiffen sind eine der Haupt-Voraussetzungen, um sanitäre Krisen zu vermeiden. Michael Wolf sprach mit Arno Ahrens, Sales Director Cruise der Firma Steripower, Spezialist für Handdesinfektion.

MW: Das Corona-Virus hat die Kreuzfahrtbranche durchgerüttelt. Bei vielen Zulieferern herrscht Stillstand. Wie sieht es bei Ihnen aus?

AA: Im Cruise-Bereich ist Stillstand, aber wir haben uns in den letzten sechs Wochen eine zweite Produktion im Münsterland aufgebaut, von der wir z. B. den Lebensmittelhandel oder Arztpraxen und Krankenhäuser beliefern können, hier werden bis zu 1000 Geräte am Tag gebaut. Für die Schiffe gibt es aber auch täglich Anfragen, was wir an Desinfektionsmitteln vorrätig haben oder sofort liefern können, und welche neuen Möglichkeiten zur Desinfektion es gibt.

MW: Sie kümmern sich aber auch um etliche Neubauten.

AA: Nächste Woche gehe ich nach Rotterdam, um Geräte auf der neuen Silver Origin zu installieren. Auch bei Viking Cruises Lines und RCCL laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren, um mit den Fahrten wieder zu beginnen. Hier sollen die Desinfektionsgeräte teilweise um 20 Prozent aufgestockt werden, um die Gäste gesund an und von Bord zu bekommen.

Arno Ahrens, Sales Director Cruise bei Steripower

MW: Was kann man heute noch im Einzelnen tun, um die hygienischen Maßnahmen an Bord weiter zu verbessern?

AA: Wir sind gerade dabei, für die öffentlichen Toiletten an Bord Komplett-Einheiten zu entwickeln, die Desinfektionsgeräte, Feuchttücher und einen Mülleimer haben, sowie eine automatische Türöffnung ohne Berührung ermöglichen. Wir haben diese Art von Technik bereits seit Jahren auf den TUI-Schiffen im Einsatz. Bereits nächste Woche werden wir bei verschiedenen Reedereien Gespräche führen mit unseren neuen Partner Almaco der im Schiffsbau führend ist. Weiterhin bieten wir den Reedereien personalisierte Handsprays zum Mitnehmen für die Gäste auf Exkursionen an.

MW: Wie sind die Vorgaben der Reedereien in Sachen Hygiene?

AA: Die möchten ganz klar mehr „touchless“ auf dem Schiff werden, Berührungen sollen so oft wie möglich vermieden werden. Zum anderen wollen die Reedereien natürlich eine Garantie bekommen, dass die Mittel auch ihren Zweck erfüllen, also Viren vernichten. Es gibt bei Mitbewerbern von uns in der letzten Zeit wohl einige Lieferschwierigkeiten, weil deren Desinfektionsmittel in Asien hergestellt werden. Wir produzieren dies in Deutschland und füllen dies sogar seit Anfang des Jahres in Gebinden „No More Plastic“ ab. Durch unsere intensive Zusammenarbeit mit Sea Chefs und TUI Cruises haben wir es in den letzten Jahren geschafft, den Standard für Handhygiene entscheidend zu verbessern.

Große Bandbreite: Handdesinfektionsmittel für die Gäste, Foto: Steripower

MW: Welche Kriterien verlangen die Reedereien von den Desinfektionsmitteln, was muss es können?

AA: Man sagt, es sollte in kürzester Zeit, also 15-30 Sekunden je nach Mittel, das Norovirus töten. Mittlerweile kommen auch noch andere gefährlichen Viren wie Corona hinzu. Deshalb habe ich bei einem Labor eine Prüfung unseres Mittels mit Zertifikat beantragt, das klar über die Geschwindigkeit und Verlässlichkeit der Virenabtötung Auskunft gibt. Das wurde uns heute (8.5.) auch bestätigt.

MW: Welche Mengen an Desinfektionsmitteln benötigt man eigentlich pro Tag und Passagier, um einen guten Schutz zu gewährleisten?

AA: Wir gehen davon aus, dass ein Gast an Bord sich etwa 6-8 Mal pro Tag die Hände desinfiziert. Also vor jeden Gang zum Essen und nach den Landgängen oder der Benutzung der Sanitär-Anlagen sollte Pflicht sein. In den Toiletten sollte man sich die Hände waschen und dann desinfizieren. Leider wird das immer noch viel zu häufig nicht gemacht. Nach den Erfahrungen der letzten Monate wird das Verständnis für gute Handhygiene sich hoffentlich bei vielen ändern. Die minimale Menge ist 0,5 Milliliter pro Tag und Gast, bei TUI Cruises sind es z. B. 1 Milliliter oder mehr pro Pumpeinheit Sprühstoß. Die entsprechenden Geräte stehen fast überall, auch in der Crew Area oder dem Maschinenkontrollraum.

MW: Wie viele Geräte gibt es etwa an Bord eines großen Schiffes?

AA: Zum Beispiel bei TUI Cruises 120 bis 160 Aufsteller mit Geräten.

MW: Ihre Prognose: Wann geht die Kreuzfahrt wieder richtig los?

AA: Wenn unsere Regierung sagt, bis zum 31. August dürfen keine Großveranstaltungen stattfinden, dann muss man klar sagen, dass eine Cruise auf einem großen Schiff darunterfällt. Aber wir müssen abwarten, was die Vorgabe von CDC (Centers for Disease Control and Prevention, US-Behörde, Anmerkung der Red.) ist, denn die haben ja ein 100 tägiges Fahrverbot erlassen. Wenn das Herbstgeschäft vielleicht ab September noch mitgenommen werden kann, wäre das Grund zur Freude. Es gibt bereits auch Überlegungen, erst mit kleineren Schiffen zu starten.

Fotos: Steripower, enapress.com (1)

„Taufe auf den Kanaren“

Zur Verspätung der Sea Cloud Spirit und neuen Destinationen sprach Michael Wolf mit dem Geschäftsführer von Sea Cloud Cruises, Daniel Schäfer.

MW: Warum hat sich die Ablieferung der Sea Cloud Spirit verzögert?

DS: In der spanischen Werft war wegen der Ausgangssperre mehrere Wochen lang kompletter Arbeitsstopp. Unser vorab eingebauter zeitlicher Puffer ist jetzt aufgebraucht. Wir wissen noch nicht genau, wann das Schiff fertig wird. Auch die Werft kann das nicht endgültig sagen, weil sie derzeit nicht weiß, wie sich die Einreisebeschränkungen der europäischen Zulieferer entwickeln werden.

MW: Gibt es ein grobes Zeitfenster?

DS: Wir werden im Sommer nähere Informationen bekommen, planen aber den Start auf Ende des Jahres.

MW: Was muss jetzt noch am Schiff gemacht werden?

DS: Das sind die gesamten Rigg-Arbeiten. Die Masten konnten noch angeliefert werden, nur die hierfür spezialisierten Arbeiter konnten nicht mehr anreisen. Mit der Maststellung wird dann sobald wie möglich begonnen, die Arbeiten werden etwa drei Monate dauern. Parallel wird der Innenausbau finalisiert. Wenn die Masten gestellt sind, können die Maschinen angeworfen werden – der hintere Mast dient auch als Auspuffteil. Dann wird noch die Technik optimiert. Natürlich ist es schwierig, nicht sagen zu können, wann es definitiv losgeht, wir wollen aber mit offenen Karten spielen.

SEA CLOUD SPIRIT, Foto: Sea Cloud Cruises

MW: Die ersten Reisen sollen aber dann zu den Kanaren gehen, und nicht in die Karibik wie ursprünglich geplant?

DS: Das ist richtig. Wir haben mit der Werft besprochen, dass das Schiff auf den Kanaren getauft wird, hier soll auch die Einführungs- und Jungfernfahrt stattfinden. Dort bleiben wir bis April, können danach in unser bereits veröffentlichtes Programm direkt einsteigen.

MW: Wie sehen die Buchungen für 2021 aus?

DS: Wir haben diverse Umbuchungen bekommen, es stehen aber immer noch eine ganze Reihe Buchungen für 2020 im System. Da warten die Gäste auf die weitere Entwicklung. Wir erleben ganz aktuell einen Anstieg der Nachfrage für 2021, es geht also langsam wieder los. Für 2021 gibt es aber dennoch genügend Platz – das wird bei anderen nicht anders sein.

MW: Wann kommt der neue Katalog?

DS: Wahrscheinlich schon Anfang Juni. Bis dahin hoffe ich auch, das konkrete Programm für die Kanaren zu haben. Wir sondieren jetzt auch im Vertrieb, wer diese Reisen am besten anbieten kann, wer die Kapazität, Lust und Möglichkeiten hat, diese zu vermarkten. Reisen zu den Kanaren in diesem Winter sind wahrscheinlich sehr gut, weil sicherlich einige Gäste jetzt nicht so lang fliegen wollen. Und für diejenigen, die Fernweh verspüren, sind die beiden anderen Schiffe ja weiterhin in der Karibik. So haben wir die Bandbreite unseres Winterprogramms erweitert.

MW: In diesen Tagen berichten etliche Medien über die Schattenseiten der Kreuzfahrt. Haben Segler bessere Chancen…

DS: Auf jeden Fall. Ich glaube auch, dass es die klassischen Kreuzfahrer in nächster Zeit sehr schwer haben werden allein aufgrund der Größe der Schiffe. Die Bilder, die von den Schiffen in Quarantäne um die Welt gingen, haben sich in den Köpfen der Menschen eingebrannt. Da haben wir es mit unseren kleinen Schiffen wesentlich einfacher. Das Gesetz der großen Zahl erschlägt da etliches. Und wenn das Thema Corona wieder abflaut und die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit wieder akut werden, da stehen wir natürlich wieder ganz weit vorn. Auch Krisen sind auf kleinen Schiffen leichter zu handeln: Unsere Gäste sind nach dem Ausbruch innerhalb von drei Tagen wieder zu Hause gewesen, ein großer Teil der Crew etwas später. Wir haben zu fünft innerhalb eines Tages sämtliche Flüge und Transfers organisiert, das wäre für ein Schiff mit mehreren hundert Personen technisch gar nicht möglich gewesen.

MW: Wo liegen die beiden Schiffe jetzt?

DS: Auf den Kanaren, Santa Catalina.

MW: Wird es nach der Krise konkrete Änderungen auf den Schiffen geben?

DS: Wir haben uns natürliches einiges überlegt, schon auch um etwaigen Auflagen entsprechen zu können. Wenn es um die Änderungen von Buffets geht, ist dies sicher am einfachsten durch Service am Tisch zu realisieren oder mit klassischen Dinners. Bei uns findet auch vieles open-air statt, das ist sicherlich hilfreich. Konkret haben wir aber derzeit noch nichts beschlossen.

MW: Ihre persönliche Prognose: Wann wird sich die Kreuzfahrt wieder öffnen?

DS: Wir können grds. mit 2 – 4 Wochen Vorlauf starten und beobachten die weitere Entwicklung. Für das Neugeschäft konzentrieren wir uns derzeit auf das 4. Quartal. Es gibt aber auch Szenarien, die von April 2021 ausgehen.

MW: Die Highlights aus dem nächsten Katalog?

DS: Kanaren im Winter, das haben wir noch nie zuvor gemacht. Das wird gut funktionieren. Es kommt wieder die Zeit, wo man sich wieder besinnt, auf das, was zählt im Leben. Das können auch einfache Dinge sein. Wir haben uns immer auf gute Qualität konzentriert und sind dem Modernitätswahnsinn und dem Streben nach immer mehr und immer größer nicht verfallen. Deswegen ist unser Produkt so zeitlos und modern wie nie zuvor. Viele Leute kommen jetzt wieder auf den Boden und erkennen, dass man so nicht weitermachen kann. Wie lange das anhält, weiß ich nicht. Dieser Wahnsinn muss schon aus klimatischen Gründen aufhören.

Katalog: www.seacloud.com

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https://m.youtube.com/watch?v=dn8n65Hpa8U
Stapellauf der SEA CLOUD SPIRIT

Video: Sea Cloud Cruises, Fotos: Sea Cloud Cruises (2), enapress.com (2)

„Nicht nur das Wachstum forcieren“

Über die Corona-Problematik, das Krisenmanagement und die Aussichten sprach Michael Wolf mit dem Geschäftsführer von Phoenix Reisen, Benjamin Krumpen.

MW: In wenigen Monaten hat sich die Kreuzfahrtwelt komplett geändert. Wann sind bei Phoenix Reisen die ersten Alarmsignale eingegangen?

BK: Etwa Mitte März haben wir verstanden, dass das etwas Längeres ist und nicht so schnell aus den Köpfen verschwinden wird.

MW: Was waren für Sie hierbei die wichtigsten und entscheidenden Entwicklungen?

BK: Am Anfang gingen viele davon aus, dass eine einfache „Grippe“ im Anmarsch ist, wie häufig im Winter. Wir haben da schnell reagiert, und die Hygienemaßnahmen bei den Hochseeschiffen wie bei jeder Grippe stark erhöht. (Die Saison für die Flussschiffe war da noch nicht eröffnet, Anm. d. Red.) Alle vier Schiffe waren zu diesem Zeitpunkt auf Weltreise. Eins war in Australien, eins in Asien, zwei in Südamerika. Wir hatten Glück bei der Routenplanung, da bestimmte betroffene Häfen in Asien wie Shanghai, Yokohama oder Hongkong nicht dabei waren. Die Schließungen der anderen Häfen schwappten sozusagen der Fahrt hinterher. In Südamerika hatten wir gehofft, davon verschont zu bleiben, aber Ende März war für uns klar, dass wir die Schiffe nach Hause bringen und uns um die Gäste kümmern mussten, die nicht mehr in den Urlaub fahren können.

MW: Wie haben Sie auf die Probleme reagiert?

BK: Wir haben schon immer ein vertrauensvolles Verhältnis zu unseren Gästen gehabt und auch einen guten Konsens mit den Reisebüros. Also haben wir unsere Erreichbarkeit erhöht, so dass wir fast alle Fragen persönlich beantworten konnten. Unsere Homepage wurde fast im Stunden- oder Tages-Rhythmus aktualisiert. Auch die fahrenden Gäste sind sehr transparent informiert worden.

In etwa 50% der Fälle konnten wir die Kunden überzeugen, umzubuchen. Geleistete Zahlungen wickeln wir sehr schnell ab, wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass die Gäste einen verlässlichen Partner für ihren Urlaub gewählt haben.

MW: Es gab also die Wahl zwischen Erstattung oder Gutschein?

BK: Exakt, die Gutscheine enthalten einen Mehrwert von etwa 10 Prozent und können für eine neue zukünftige Buchung eingelöst werden, aber auch nach einer Erstattung bieten wir bei erneuten Buchungen diesen Nachlass. Um die Anfragen bewältigen zu können, haben wir auch die Kollegen zum Beispiel aus dem Flug- oder Gruppeneinkauf, die jetzt weniger zu tu hatten, für diese Arbeit hinzugezogen. Das ist das Schöne an der Phoenix-Familie: Hier packt jeder mit an, um diese Krise zu bewältigen.

MW: Wie ist die Buchungslage für 2021?

BK: Die Umbuchungen stimmen uns sehr positiv. Viele haben sich dafür entschieden, ihre Fluss- oder Hochseereise weiterhin bei uns zu buchen.

MW: Ihre Prognose: Wann wird die Kreuzfahrt wieder losgehen, und wann bei Phoenix?

BK: Für eine Antwort, wann und wie es wieder beginnt, fehlt mir die Kristallkugel. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Flusskreuzfahrtmarkt etwas früher beginnen könnte mit Deutschland-Reisen, vielleicht auch Holland, Österreich oder Ungarn. Bei Hochseereisen können wir nicht davon ausgehen, im Juni wieder loszulegen.

MW: Was für Maßnahmen werden für zukünftige Reisen zum Schutz von Crew und Gästen getroffen?

BK: An den Konzepten arbeiten wir gegenwärtig. Es gibt Ideen, die Buffets zu reduzieren, die Essenssitzungen zu ändern oder die Crews in Einzelkabinen unterzubringen. Dabei sind wir auch abhängig von den Vorschriften in den verschiedenen Ländern.

MW: Was könnte man aus dieser Krise lernen?

BK: Erstmal muss man feststellen, dass auch eine extrem boomende Branche plötzlich sich mit einem Thema beschäftigen muss, mit dem kein Mensch gerechnet hat. Wir haben bei Phoenix immer gut gewirtschaftet, das gibt uns jetzt die Chance, diese Krise zu überstehen. Da sollte man anknüpfen, auf dem Boden der Tatsachen bleiben und nicht nur immer das Thema Wachstum forcieren. Was wir auch in der Vergangenheit immer besonnen angegangen sind. Das machen wir ja nicht nur für uns, sondern auch für die Crews, die uns mit ihren Familien z.B. in Indonesien oder auf den Philippinen seit vielen Jahren ans Herz gewachsen sind. Die wirtschaftliche Nahrungskette ist sehr umfangreich, das darf man nicht vergessen.

MW: Wie ist Ihre persönliche Einschätzung, wann es wieder weitergeht?

BK: Nach dem, was man liest und bedenkt, dass im Juni und auch danach bis August die meisten Veranstaltungen noch abgesagt sind, kann ich mir vorstellen, dass wir im Herbst wieder loslegen können. Das ist aber meine persönliche Meinung, es kann durchaus aus auch früher wieder beginnen. Aber es auch kann auch sein, dass es erst zu den Weihnachtsfahrten losgeht und wir eine komplette Saison verlieren.

MW: Und im Hochseebereich?

BK: Das kann genauso so sein, es kann früher beginnen, im worst case zu Weihnachten.

MW: Wie wird die KF nach Corona aussehen und ab wann wird alles so sein wie zuvor?

BK: Das ist schwer zu sagen. Banal gesagt: Kann man jeden impfen oder Medikamente bekommen, wird die Kreuzfahrt sehr schnell wieder da sein, wo sie vorher war. Aber das ist jetzt noch zu spekulativ.

Hilfe für Kreuzfahrtreedereien

„Schutz der Werften ist das höchste Ziel“

Zu den Hilfsmaßnahmen sprach an Bord-Chefredakteur Michael Wolf mit dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann.

MW: Mit „Debt Holidays“ sollen Kreuzfahrtreedereien für ein Jahr die Schuldentilgung ihrer mit Hilfe staatlicher Exportkreditgarantien finanzierten Kreuzfahrtschiffe aussetzen können.
Wie weitreichend ist diese Hilfe, welches Volumen umfasst es?

NB: Aktuell sichert der Bund über Exportkreditgarantien Finanzierungen von in Deutschland gefertigten Kreuzfahrtschiffen in Höhe von rund 25 Mrd. Euro ab. Für diese Finanzierungen können Kreuzfahrtreedereien für die Dauer eines Jahres die Tilgungsraten, das entspricht zwei Raten, gegenüber den kreditgebenden Banken aussetzen.

MW: Wie funktioniert das im Detail?

NB: Die Reedereien müssen die Tilgungsaussetzung beantragen. Der Bund müsste diesen Anträgen eigentlich in jedem Einzelfall, d.h. pro Schiff, zustimmen. Das ist aber ein umständliches und bürokratisches Verfahren. Zur Vereinfachung erfolgt unsere Zustimmung zu diesen Anträgen auf Ebene der Reedereien. Damit geben wir das Signal in den Markt, dass man sich über die Genehmigung keine Sorgen machen muss: wir werden diese Anträge – unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen – pauschal positiv bescheiden für diese beiden nächsten Raten.

MW: Haben Sie eine Übersicht, wieviel Neubauten das derzeit betrifft?

NB: Der Bund hat bereits mehreren Anträgen auf Stundung unter der „debt holiday“ Initiative zugestimmt. Insgesamt sind bisher fünf Anträge eingegangen. Das Volumen der zu stundenden Tilgungsraten beträgt rd. USD 1,2 Mrd. Für uns ist wichtig, dass die Reedereien die Mittel haben, ihre fälligen Raten bei den Werften zu bezahlen. So vermeiden wir Folgeprobleme bei den Werften und vor allem bei den mehr als 3000 Zulieferbetrieben.
Um den Ausfall des gesamten Systems zu vermeiden, ist es wichtig, an der ersten Stelle einzugreifen und die Reedereien liquide zu halten, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen können.

MW: Die meisten Neubauten werden von US-Reedereien bestellt. Inwieweit sind deutsche Reedereien betroffen?

NB: Das wäre z.B. AIDA als deutscher Ableger der britisch-amerikanischen Carnival Corporation.

MW: Das Programm kommt aber in erster Linie den Werften zugute.

NB: Der Schutz der Werften ist das höhere Ziel.

Die Reedereien haben in den letzten Jahren gut verdient und derzeit auch noch ein finanzielles Polster. Da wir aber nicht wissen, wie lange diese schwierige Situation anhält, dürfen wir auch keine Strukturen komplett zerschlagen. Was nutzen neugebaute Schiffe, wenn die niemand abnimmt?

MW: Wie beurteilen Sie selbst die Lage der Kreuzfahrt und der Werften im deutschen Bereich?

NB: Im Moment ist der Markt völlig zusammengebrochen. Wenn gebuchte Urlaubsreisen aufgrund von COVID-19 storniert werden und bereits gezahlte Beträge zurückerstattet werden müssen, dann kann das für Reiseveranstalter existentielle Probleme verursachen. Das gilt auch für die Kreuzfahrtbranche. Die Bundesregierung hat eine freiwillige Gutscheinlösung eingeführt, durch die es Reiseveranstaltern ermöglicht wird, den Reisenden statt der sofortigen Erstattung der Vorauszahlungen Gutscheine für spätere Pauschalreisen anzubieten. Ich kann nur dafür werben, dass Urlauber die Gutscheine in Anspruch nehmen. Die Gutscheine gewährleisten die volle Werthaltigkeit der getätigten Anzahlung – übrigens auch für den Fall der Insolvenz des Reiseveranstalters. Auf der anderen Seite mindern sie gerade das Insolvenzrisiko, weil die Reiseveranstalter nicht auf einen Schlag alle Anzahlungen zurückerstatten müssen und damit in Liquiditätsprobleme kommen. Unser Anliegen ist es dabei, die unvermeidbaren Verluste so klein wie möglich zu halten. Die aktuelle Situation hat aber auch psychologische Auswirkungen. Einige Länder haben Schiffen die Zufahrt in die Häfen verweigert – sogar Schiffen, die unter der eigenen Landesflagge fahren. Zum Beispiel Malta, das einem Schiff einer deutschen Reederei, das unter maltesischer Flagge fährt, die Einfahrt in den Hafen von Valletta verweigert hat. Dadurch sind Szenen entstanden, die bei den Touristen abschreckende Wirkung hatten. Wir können nicht einschätzen, wie so etwas das mittelfristige Buchungsverhalten beeinflusst.
Insgesamt kommen wir zu der Einschätzung, dass die Reeder 2021 und wahrscheinlich auch 2022 kein neues Schiff in Auftrag geben werden. Wegen der Vorläufe, die so etwas hat, könnten dann frühestens Mitte der zwanziger Jahre Schiffe wirklich wieder auf Kiel gelegt werden. Immer vor dem Hintergrund, dass die Werften keinen Leerlauf haben und so größerer Schaden abgewendet werden kann.

MW: Würden Sie heute mehr tun können, wenn die deutschen Reedereien ihre Schiffe unter deutscher Flagge fahren lassen würden, oder ist das irrelevant?

NB: Das ist natürlich nicht irrelevant. Alle Pakete, die wir im Moment schnüren, dienen dem Wiederaufschwung der deutschen Wirtschaft und zielen ab auf die Vorhaben in Deutschland. Diese Unterstützung der Wertschöpfung im eigenen Land ist von der EU-Kommission abgesegnet. Bei der Prüfung, ob es sich um ein Vorhaben in Deutschland handelt, haben Schiffe unter deutscher Flagge auf jeden Fall Vorteile.

„Dept Holidays“ für Kreuzfahrtreedereien
Mit Ausbruch der Corona-Krise ist das Kreuzfahrtgeschäft zum Erliegen gekommen. Weltweit haben Reedereien ihren Geschäftsbetrieb nahezu eingestellt. Die schlagartig verschlechterte Ertragslage der Reedereien wirkt sich auch auf die europäischen Werften und deren Orderbücher negativ aus. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund fehlender Liquidität Schiffsbestellungen storniert und Neubau-Investitionen verschoben werden. Dies hätte fatale Auswirkungen für Tausende von Beschäftigten – sowohl in der europäischen Werftindustrie als auch bei den zahlreichen Zulieferbetrieben. Die für den Erwerb neuer Kreuzfahrtschiffe notwendigen Finanzierungen werden regelmäßig über staatliche Exportkreditgarantien abgesichert. Allein Deutschland sichert so aktuell Zahlungsverpflichtungen für Finanzierungen von in Deutschland erstellten Kreuzfahrtschiffen in Höhe von rund 25 Milliarden Euro ab. Um Liquiditätskrisen bei den Kreuzfahrtreedereien vorzubeugen, haben sich die Regierungen in Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien und Norwegen auf Prinzipien verständigt, wie Kreuzfahrtreedereien die Schuldentilgung ihrer Schiffe aussetzen können, sogenannte „Debt Holidays“. Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium. „Die nun mit den europäischen Partnern getroffene Vereinbarung hilft der maritimen Wirtschaft in Deutschland und deren Zulieferern. Wir sorgen für eine Liquiditätsentlastung bei den Kreuzfahrtreedereien und stabilisieren damit in der aktuellen Krisensituation die langjährigen Geschäftsbeziehungen der europäischen Werften. Die ergriffenen Maßnahmen dienen so auch dem Schutz Tausender von Arbeitsplätzen. Zugleich reduzieren wir für den Bund das Risiko des Ausfalls der staatlich abgesicherten Schiffsfinanzierungen“, so der maritime Koordinator der Bundesregierung Norbert Brackmann. Reedereien, die eine Aussetzung der Schuldentilgung beantragen möchten, können sich ab sofort über ihre kreditgebenden Banken (ECA-Agenten) an die jeweiligen staatlichen Exportkreditagenturen wenden. JPM

Video der Meyer Werft-Gruppe zu COVID-19 und die Auswirkungen

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https://www.youtube.com/watch?v=1luVcAdmWvI&feature=emb_logo
Video: Meyer Werft

Foto: BMWi/Susanne Eriksson ; Inklusive Update vom 22. Mai 2020

„Es war reiner Zufall“

Man nennt ihn nicht umsonst den König der Expeditionsschiffe: Niels-Erik Lund ist einer der bedeutendsten globalen Player in diesem Segment. Michael Wolf sprach mit dem Dänen über die Entwicklung seiner Firma zum Weltmarktführer, Trends im Expeditionsmarkt und warum chinesische Werften seine neuen Schiffe bauen.

Was für eine Ausbildung hatten Sie?

Ich wollte nicht studieren, also habe ich nach der Schule einen Job gesucht.
Mir wurde dann 1969 ein 3-jähriger Trainee-Vertrag bei DFDS angeboten. Dazu gehörte auch eine Ausbildung im unteren Administrationsbereich, bei dem man 3 mal wöchentlich zur Schule ging.

Zu diesem Zeitpunkt war DFDS eine große Firma…

Ja, eine sehr große. Nach einem Jahr in der Armee bin ich zu DFDS zurück, im Finanzbereich.
Abends und am Wochenende war ich in einer Business-Schule, um einen Bachelor-Abschluss in Finance und Administration zu bekommen. Es war eine fünf-Jahres-Ausbildung, aber gleichzeitig hatte ich auch meinen Full-time-Job. Dann wurde ich der jüngste Finanz­direktor bei DFDS. Ich hatte etwa 40 Mitarbeiter.
Zu der Zeit hatte DFDS ca. 100 Fracht- und Passagierschiffe, war die Nr. 1 in Skandinavien.
1981 gründete man das Kreuzfahrtunternehmen Scandinavian World Cruises (SWC) in Miami. 1982 kamen die ersten Schiffe. Wir haben viel Geld verloren, um 1 Million Kronen (heute etwa 135.000 €) pro Tag.

Warum lief es so schlecht?

Die Business-Idee war nicht gut, das Management schlecht. DFDS hat mehr als sein komplettes Eigen­kapital in dieses eine Projekt investiert. Etwas, was über 125 Jahre aufgebaut worden war und das im Kreuzfahrt-Markt, den sie nicht kannten. Es gab noch nicht einmal einen eigenen Mitarbeiter vor Ort. Für mich war das ein Fehler.
Im Januar 1983 bat man mich, nach Miami zu gehen, um die Firma zu schließen, zu verkaufen oder die Verluste einzudämmen. Als Finanzdirektor kannte ich die Zahlen.

Was wussten Sie über Kreuzfahrten zu diesem Zeitpunkt?

Nichts.

War das gut oder schlecht für den Job?

Ich weiß nicht. Ich bin da nur hingekommen, weil mein Vorgesetzter mir persönlich vertraute.

Hätten Sie zuvor mal gedacht, Chef einer Kreuzfahrtreederei zu werden?

Nein, es gibt auch keine familiären Verbindungen zur See oder solche Pläne. Es war reiner Zufall.

Lesen Sie weiter im aktuellen Magazin AN BORD 4/2019.

Meine Passion

Die 43-jährige Finanzexpertin Rania Al-Mashat ist seit Januar 2018 Tourismusministerin in Ägypten. Erstmals steht somit eine Frau an der Spitze des Ministeriums. Über ihre Pläne, auch den Kreuzfahrt-Tourismus im Land der Pharaonen zu pushen, sprach sie mit Michael Wolf.

Was sind Ihre Prioritäten im ägyptischen Tourismus?

Als ich Ministerin geworden bin, haben wir die wichtigsten Interessenvertreter zusammen an einen Tisch gebracht, also den Privatsektor, die Regierung und das Parlament.
Die Vision war, einen nachhaltigen Tourismus zu ­kreieren, der im internationalen Bereich wettbewerbsfähig ist und den wichtigsten internationalen Standards entspricht. Zudem war die Idee, dass in jedem ägyptischen Haushalt zumindest eine Person im Tourismus tätig sein sollte.

Wie gehen Sie dabei voran?

Wir sind dabei, mit unserem Programm zu trainieren, die ethischen Fragen des Tourismus zu erläutern, was es bedeutet, einen Besucher „willkommen zu heißen“. Wir haben Wettbewerbe in Schulen bei denen Kinder Videos hochladen können, wie sie mit Touristen umgehen. Sie bekommen dann Titel wie „ägyptischer Tourismus-Botschafter“ verliehen.
Bei den Hotels arbeiten wir sowohl an der Hardware (die Hotels und die Infrastruktur), als auch an der Software (den Mitarbeitern). Die Sterne-Klassifizierungen wurden seit 2006 nicht geändert.

Was wussten Sie über Kreuzfahrten, als Sie vor einem Jahr Tourismusministerin wurden?

Luxor und Assuan waren immer auf meiner Winterferien-Liste, in der Universitätszeit bin ich auch mit Freunden auf Kreuzfahrten gewesen. Ägypten ist wunderschön. In der Region zwischen Luxor und Assuan kann man veritables Tempel-Hopping machen.
Der Nil ist ein sehr wichtiges Geschenk für Ägypten.
Die Geschichte des Flusses ist faszinierend. Es war der Weg, die Steine zu transportieren, aus denen die Pyramiden errichtet wurden. Der Nil und Nord-Ägypten ist blau, weit und schön. In Abu Simbel herrscht eine unfassbare Schönheit und Ruhe. Die Pharaonen erzählen Geschichten. Wenn Sie hier auf einer Kreuzfahrt sind, tauchen Sie in diese Geschichten ein. In ihr Leben, wie sie sich vorbereitet haben für das Leben nach dem Tod, die Magie ihrer medizinischen Instrumente – in Kom Ombo, in Edfu, die Astronomie. Es ist ein idealer Weg, den Geist der Menschheit zu entdecken.

Der Nil hat jetzt wieder einen deutlichen Zuwachs an Touristen erlebt.

Ja, es gibt einen Aufschwung der Nilkreuzfahrten. Gleichzeitig wurden die meisten Schiffe upgedatet, auch nach sicherheitsrelevanten Aspekten.
Dies geschieht in Kooperation mit der ägyptischen Tourismus-Föderation, unter voller Einbindung des ­Privatsektors, der 98 Prozent des Business ausmacht. Darauf bin ich stolz.
Unsere Rolle als Ministerium ist es, dass die Regeln eingehalten und aktualisiert werden, die Konkurrenz­fähigkeit gewährleistet wird, aber auch immer mehr Business im und für das Land zu etablieren. Einige Firmen investieren in neue Schiffe, auch die lange ­Kreuzfahrt von Kairo nach Luxor wird wiederbelebt. Das sind sehr erfreuliche Entwicklungen.

Wie wichtig ist der Kulturtourismus in Ägypten?

Ägypten ist vielfältig: es gibt das Meer und die Sonne. Und den Kulturtourismus, den wir wiederbeleben ­möchten. So ist es einzigartig, dass die komplette Region von Luxor Teil des UNESCO Welterbes ist.
(Anmerkung der Redaktion: Abu Simbel war das erste Projekt der UNESCO vor dem Bau eines Stausees. Die Rettung der Tempel von Nubien war ein weltweites Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung des Kulturerbes. Die Idee der Welterbekonvention wurde in Abu Simbel gefasst.)

Ich gebe Ägypten meinen Verstand, mein Herz, meine Seele. Ägypten besitzt mich. Jede Zelle meines Körpers ist für das Land, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
Ägypten zu dienen, indem wir zu einer Politik beitragen, die den Reichtum des Nils an alle seine Bürger weitergibt, ist nicht nur eine Mission, sondern eine Leidenschaft.

Rania Al-Mashat, Tourismusministerin Ägypten

Dabei wird Ihnen das Grand Egyptian Museum (GEM) helfen?

Genau. Das GEM soll Ende 2020 eröffnet werden.
Es ist das einzige Museum, wo man ägyptisches Erbe ­sehen kann, und die Pyramiden als Kulisse hat. Über das GEM wollen wir die Leute daran erinnern, was uns unterscheidet und auf was wir stolz sind.

Gibt es Masterpläne für den Kreuzfahrtbereich?

Wo die Kreuzfahrt stoppt ist ein wichtiger Punkt.
Wir haben Liegeplätze in Luxor und Assuan. Wir ver­suchen diese auszubauen, so dass wir mehr Touristen empfangen können. Wir möchten auch gern Al-Minya, die Heimat von Echnaton, als neues Kreuzfahrtziel einführen, weil es fantas­tische Tempel besitzt.

Ist auch der Hochseemarkt im Fokus?

Es gibt eine Vereinbarung zwischen Griechenland, ­Zypern und Ägypten, geopolitische Kooperationen und eine Kreuzfahrtlinie. Das Programm der Anlaufhäfen
ist finalisiert. Wir hoffen, Ende 2019/Anfang 2020 diese Reisen anbieten zu können. Wir haben ein sign-up für eine Route zwischen den drei Ländern. Darauf wird der Hafen von Alexandria gut vorbereitet. Auch für die Schienenverbindung nach Kairo gibt es einen detaillierten Plan.
Die Mittelmeerküste Ägyptens ist im Fokus: Ich bin als Kind jeden Sommer dort gewesen, mein Lieblingsplatz zum Schwimmen. Die Strände die wir am Mittelmeer haben sind fantastisch.

Hatten Sie ein Vorbild für dieses Tourismus-Konzept?

Nein. Ich denke, Ägypten hat immer eine Vorreiterrolle gegenüber anderen Ländern im Tourismusbereich gehabt und die Standards gesetzt.

Ihr persönlicher Tipp?

Ich liebe die Tempel von Kom Ombo und Philae. Kom Ombo, weil an den Wänden des Tempels zahlreiche Elemente der Astronomie zu finden sind. Instrumente der Medizin, Detailvielfalt an den Wänden. Man kommt nur dahin, wenn man eine Kreuzfahrt macht.
Der Philae Tempel gehört zu meinen schönsten Kindheits- und Jugenderinnerungen.

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