Kategorie: Magazin 01/2021

Astoria, das dienstälteste Kreuzfahrtschiff

Unter dem aktuellen Namen Astoria in Rotterdam durch die Insolvenz des letzten Charterers CMV aufgelegt und auf seine weitere Bestimmung wartend, hat dieser Oldtimer eine mehr als aufregende Vergangenheit aufzuweisen. Jürgen Saupe über die Historie des Schiffes.

Der Rumpf ist bereits 75 Jahre alt, doch für das gesamte Innenleben gilt das (Um)Baujahr 1994. Die heutige Astoria hat Vergangenheit – und was für eine! Bereits in ihrem ersten Leben sorgte sie als Stockholm für Schlagzeilen. Im zweiten Leben bot sie als Völkerfreundschaft sonnenhungrigen DDR-Bürgern Abwechslung. Und in all den Jahren kam das Schiff niemals wirklich zur Ruhe.

Bekannt wurde die 1946 bei den schwedischen Götaverken unter der Baunummer 611 für den Liniendienst Göteborg – New York der Svenska Amerika Linjen gebaute Stockholm (16144 BRT) durch die Kollision mit dem italienischen Passagierschiff Andrea Doria in der Nacht des 25. Juli 1956, etwa 100 Seemeilen vor New York. Der schwedische Liner bohrte sich mit seinem Bug in die Breitseite des italienischen Schiffes, das so schwer beschädigt wurde, dass es Stunden später mit 47 Toten sank. Dank des stabil gebauten Rumpfes konnte die Stockholm, auf der fünf Menschen der Kollision zum Opfer fielen, trotz ihrer schweren Beschädigungen mit eigener Kraft und langsamer Fahrt New York anlaufen. Einmal mehr bewahrheitete sich der Begriff „Qualität aus Schwedenstahl“. Auf der Bethlehem-Werft in New York erhielt die Stockholm innerhalb von drei Monaten ein neues Vorschiff.

Die Kollision, wenn auch gut überstanden, ließ das Schiff bei den Passagieren zu einem „Unglücksschiff“ werden. Die Reederei sah sich daraufhin gezwungen, den Liner zu verkaufen. Am 3. Januar 1960 fand im Hafen von Göteborg die Übergabe an die Regierung der damaligen DDR als neuem Eigner statt. Für 1,4 Millionen US$ konnte das Schiff erworben werden. In Völkerfreundschaft umbenannt und von der Deutschen Seereederei in Rostock (DSR) bereedert, wurde das Schiff genau 25 Jahre als Urlauberschiff für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) eingesetzt. Am 29. Januar 1985 wurde die Völkerfreundschaft aus dem aktiven Dienst herausgenommen, die DDR-Flagge jedoch erst ein halbes Jahr später am 5. Juli eingeholt. Ein geplanter Verkauf war in letzter Minute geplatzt….

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Fotos: Jürgen Saupe, Sammlung JSA

Unbekanntes Holland

In den Niederlanden trotzen die Menschen dem Meer seit Jahrhunderten.
Entstanden sind schöne Landstriche mit unzähligen Wasserwegen.
Die Region und das benachbarte Belgien ist prädestiniert für eine Flussfahrt, finden Stefanie Schnelli (Text) und Holger Leue (Fotos). Die Excellence Countess macht die Reise besonders schön.

Schwierig zu fassen, wie weit der Blick reicht. Die Weite lädt ihn ein, in die Ferne zu wandern und wieder zurück. Flaches Land. Topfeben. Nichts versperrt die Sicht auf den Horizont. Die höchste Erhebung der Wattinsel Texel vor der niederländischen Küste beträgt rund 20 Meter. Sie ist kein fester Hügel, sondern eine Düne, Sand.
Es geht vorbei an saftig grünen Wiesen, auf denen mollige­ Schafe grasen, an Häusern mit den typischen Reetdächern. Die Landschaft fasziniert, der viele Platz, die Ruhe und Natürlichkeit. Beim Aussteigen zerrt der Wind an Haaren und Jacke. „Sturm nennt ihr das?“, fragt Tanja und lacht. „Sturm ist für uns im Norden erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ Tanja ist die Reise­leiterin an Bord der Excellence Countess, mit der die Gruppe eine Flussreise durch die Niederlande und Belgien unternimmt. Am riesigen Strand an der Nordspitze der Insel lässt sie ihre Schützlinge auf einem Spaziergang frische Luft schnappen.

Dem Wasser trotzen
Der Ausflug nach Texel ist nicht das erste Mal, dass die Passagiere der Excellence Countess vom Reisebüro Mittelthurgau die niederländische Weite erleben. Eine Woche lang erkunden sie das Land, werden von ihrem eleganten schwimmenden Hotel von einem Ort zum anderen geführt. Die Excellence Countess ist dabei ein Erlebnis an sich. 2019 getauft, überzeugt sie mit Stil, hohem Komfort und grosszügigen Räumlichkeiten. Auffallend grosse Fenster und viel Glas sorgen für reichlich natürliches Licht und eine entspannte, einladende Atmosphäre vom ersten Augenblick an. Die Rundreise „Holland-IJsselmeer“ startet und endet in Nijmegen, führt in den Süden, nach Zeeland, und bis in den Norden. Auf dem Programm stehen kleine Orte wie Middelburg oder Metropolen wie Amsterdam, Naturausflüge wie Friesland oder die Besichtigung von technischen Bauten wie die Deltawerke…

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Fotos: Holger Leue/leue-photo.com, enapress.com

Ausgabe 1/2021