Kategorie: Neueste

Goldener Herbst an der Mosel

Die Mosel ist sicher einer der schönsten Flüsse Deutschlands. Besonders lohnt sich eine Fahrt mit herbstlichen Farben. Das begeisterte Albert Rohloff (Text) und Oliver Asmussen (Fotos) auf der LADY DILETTA.

Behäbig fließt die Mosel unter dem Kiel hindurch. In Sichtweite gabelt sich der Fluss. Eine überschaubare, bewaldete Insel inmitten des Flusslaufs. Krüppelige Bäume, wucherndes Unterholz. Ein Paradies für Tom und Huckleberry.
Beste Zeit für Tagträume. Aber das Erwachen bringt keine Enttäuschung. Auf dem Tisch steht ein kühles Bier, das golden in der Nachmittagssonne leuchtet. Dahinter ziehen Flussinseln und Weinberge vorbei, Dörfer mit spitzen Kirchtürmen, am Ufer Kinder, die Steine in die grünen Algen der Mosel werfen, Graureiher und gründelnde Schwäne. Die Zeit vergeht langsam, passt sich der Fahrt des weißen Schiffes auf dem Fluss an. Sie ist da und nimmt sich die Zeit, die sie braucht.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Selbst spannende Ereignisse verlaufen gelassen. Die Passage einer Schleuse dauert mit Wartezeit und Manöver schon mal ein bis zwei Stunden. Und wer in der Ferne auf einer Anhöhe eine pittoreske Burgruine entdeckt, kann noch in Ruhe die Kamera aus der Kabine holen.
„Flussreisen hat etwas mit ‚zur Ruhe kommen‘ zu tun. Unser Entertainment liegt rechts und links vom Schiff. Da brauchen wir keine Action, müssen nicht aufdrehen“, bestätigt Kreuzfahrdirektorin Alexandra Cortese. Und weiter: „In diesen Zeiten ist es eh nicht angebracht, Menschen mehr als notwendig zusammen zu führen. So haben wir bewusst auf Veranstaltungen verzichtet, in denen man die Lounge brechend voll sehen will. Aber es wird auch wieder Zeiten geben, in denen man darüber nachdenkt, Fahrten unter ein bestimmtes Motto zu stellen, Künstler engagieren oder passende Vorträge zu halten.“

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Über Lautsprecher werden die Gäste zu Kaffee und Kuchen geladen. Nur jetzt zeigt sich, dass das Schiff gut belegt ist. Die etwa 155 Passagiere verteilen sich weitläufig auf der 135 Meter langen und maximal 173 Passagiere aufnehmenden Lady. „Wir werden von den Behörden wie ein Hotel betrachtet, die ja auch auf Hygiene-Regeln achten müssen und dennoch alle Zimmer belegen dürfen“, erläutert Alexandra.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die durchaus beachteten Corona-Regeln sind problemlos einzuhalten. Einbahnstraßenregelungen machen es ebenso möglich, wie die Verteilung der Gäste auf zwei Tischzeiten mittags und abends. Auf den Wegen zur Kabine oder zum Tisch trägt jeder seine Maske. Nur selten müssen die Crew-Mitglieder daran erinnern. Es ist, als ob alle an Bord froh sind, wieder unterwegs sein zu dürfen….

… Lesen Sie weiter in der aktuellen Ausgabe.

Fluss, Wein, Kulinarik und Romantik

Es gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu, in einer Zeit mit sich ständig überschlagenden Covid 19-Reisewarnungen eine Kreuzfahrt anzubieten, die in jedem Moment auch wieder abgesagt werden kann. nicko cruises hat es getan, allerdings wohl kalkuliert und optimal vorbereitet. Peer Schmidt-Walther hat sich davon überzeugen können.

Während überall Kreuzfahrtschiffe stillliegen, hat der Veranstalter das Reederei-Partnerschiff MS RIVER VOYAGER auf die Reise geschickt. Dafür wurde ein umfangreiches Hygiene-Maßnahmenpaket geschnürt, um die notwendigen Abstandsregeln sowohl an Bord als auch während der Ausflüge gewährleisten zu können. Schon zu Hause mussten die Gäste einen Infektionsschutz-Fragebogen ausfüllen und später vorlegen. Unter Aufsicht des Schiffsarztes Dr. Thomas Neumann wurde dann ein kostenloser Sars-CoV-2-Antikörper-/Antigen-Schnelltest samt Fiebermessung vorgenommen.

Foto: PSW

Crew-Vorstellung in der Lounge vor dem Gala-Begrüßungs-Abendessen, normalerweise in einer, jetzt in zwei Gruppen. Kreuzfahrtleiter Ferdinand Selig gibt sein Bestes und sprüht vor guter Laune. Die Gäste sind entzückt. Die nächste Show kommt bald: mit der Einfahrt in die erste Schleuse. Alle Rang-Plätze auf dem Vor- und Achterdeck – das Oberdeck ist wegen zu niedriger Brücken gesperrt – sind komplett belegt, besonders die unter den Heizsonnen, denn es ist schon herbstlich kühl.

Behutsam fädelt der Kapitän seinen „Dampfer“ in die schiffsenge Kammer ein. Dass dabei auch mal leicht die Schleusenwände touchiert werden können und Gläser ins Schwanken geraten, ist normal. Aber das Manöver bleibt sanft wie in allen 51 folgenden Schleusen bis Frankfurt.
Nach dem portionsmäßig wohldosierten Fünf-Gänge-Menü, das auf weitere Gaumenfreuden hoffen lässt, herrscht Ruhe im Schiff, nur der mächtige Strom gluckert seine Fans in den Schlaf und dem ersten Urlaubstag entgegen. Da kann man nur träumen von einer „inspirierenden Zeit auf dem Wasser“, wie es Ferdinand Selig formuliert, und dass man mit jedem Flusskilometer mehr Abstand von der Hektik des Alltags gewinnen möge: Wenn „malerische Dörfer“ erlebt werden, „pulsierende Metropolen, mittelalterliche Burgen und Landschaften, die in ihrer ganz eigenen, naturgegebenen Geschwindigkeit an Ihnen vorbei ziehen –, der Strömung des Wassers“

Foto: PSW

Voraus die zwei mächtigen grauen Türme des St. Peter Doms; an Backbord ein künstlicher Sandstrand. „Willkommen in Regensburg, dem größten Schifffahrtshafen Bayerns!“, begrüßt ein Schild in Riesenlettern die Kreuzfahrer. Regensburg liegt den Gästen quasi zu Füßen, der nördlichste Punkt der Donau…

… Lesen Sie weiter in „an Bord“.

Klare Linien für ANDREA

Die ANDREA verstärkt seit Ende Juni die Flusskreuzfahrtflotte bei Phoenix Reisen.
Oliver Asmussen hat sich auf dem Neuzugang umgesehen.

In einer kleinen, feierlichen Zeremonie wurde die Andrea am 30. Juni vom Bonner Veranstalter Phoenix Reisen in Dienst gestellt. Taufpatin ist passenderweise die Namensgeberin Andrea Lejckova-Rijfers, Gattin des Reeders. MS Andrea ist ein Schwesterschiff der 2018 getauften MS Alena bzw. 2017 in Fahrt gegangenen MS Asara und wird ebenso bereedert von der niederländischen Reederei Rijfers.

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea gehört mit 135 m Länge und 11,4 m Breite zu den größeren Flusskreuzfahrtschiffen. Die unter der Charterflagge von Phoenix Reisen fahrende Andrea beherbergt maximal 190 Passagiere auf drei Kabinendecks. Ein Großteil der 15,5-17qm großen Kabinen verfügen über einen französischen Balkon. Das Foyer zeigt sich wie bei den älteren Schwesterschiffen in dezentem, ansprechenden Farbdesign. Das Ambiente ist gemütlich und stylisch zugleich. Ein gewisser Landhausstil vermittelt Gemütlichkeit.

Das Foyer ist sehr hell, harmonische Farbtöne erfreuen das Auge und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept rundet das Gesamtbild ab. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Design-Ausrutscher. Die jüngere Zielgruppe pflegt zu sagen „Das Schiff ist schick und cool.“ Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander, von einer kleinen Empore ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Neptundeck befinden sich neben Zweibett-, Dreibett- und Einzel-Außenkabinen (Fenster nicht zu öffnen) auch eine Sauna sowie ein kleiner Ruhebereich mit separater Duschkabine.

Auf dem darüber liegenden Saturndeck sind Zweibett-Kabinen, sowie auch Zweibett-Kabinen zur Alleinbenutzung – alle mit französischem Balkon – und das große Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ untergebracht.

Das Panorama-Restaurant überzeugt durch viel Helligkeit und mit freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter bis sehr guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät. Der Zugang zum Restaurant erfolgt über das offene Haupttreppenhaus bzw. den Lift, welcher die Kabinendecks miteinander verbindet…

… Lesen Sie weiter in „an Bord“.

Die Farben der Südsee

Die Fidschi-Inseln sind ein Paradies für Schnorchler und Taucher. Martin Müller (Text) und Holger Leue (Fotos) fuhren an Bord der REEF ENDEAVOUR durch das Archipel.

Ilisoni Vibosi, der famos überkandidelte Hospitality Manager der MV Reef Endeavour, versprüht den umwerfenden Charme der Fidschianer. Ein landestypisches Mannsbild von einschüchternder Rugbyspieler-Statur, überwältigt er uns bei der Begrüßung an Bord spielend mit einem Strahlen, das bis zur keck am Ohr flatternden Hibiskusblüte reicht. Exzentrisch, lässig und zugleich im maßgeschneiderten Habitus, setzt Ilisoni den lebensfrohen Ton für unsere Seereise zwischen entlegenen fidschianischen Inseln.

Foto: Holger Leue/leue-photo.com

Wir sind im Westen des Inselstaats unterwegs. Die Yasawas ragen im trockenen Lee der Hauptinseln gebirgig aus dem Pazifik. Hier ist Fidschi von kaum berührter Natur und versprengtem Dorfleben ohne Supermärkte und Bankautomaten geprägt. Die Gastlichkeit kommt ohne Schnickschnack aus und ist in lokales Leben gebettet. Die flotte Fähre Yasawa Flyer macht hier täglich die große Runde zwischen dem Hafen Denarau auf Viti Levu und den Archipelen der Mamanucas und Yasawas. Samthäutige skandinavische Twens und von allen Sonnen gegerbte Best Ager lassen sich in den Insel-Resorts für einen Südsee-Urlaub zwischen Wandern, Dösen, Schnorcheln und Tauchen absetzen. Während wir auf der kaum mittelgroßen Reef Endeavour zwar keine waschechte Entdecker-Kreuzfahrt erleben, dafür aber ein Movie ins unendlich Blaue. Die Stimmung unter den maximal 130 Gästen an Bord könnte entspannter nicht sein. Für Australier und Neuseeländer ist Fidschi ein Katzensprung, weshalb manche Wiederholungstäter sind. Oft ist das schnittige weiße Schiff nur halb ausgelastet, weshalb schnell Intimität und Kameraderie den herzlichen englischen Umgangston bestimmen. Auch die Kleidung ist leger, nur zum Kapitänsdinner kramt man lange Hose und schickes luftiges Kleid hervor. Bei Dorfbesuchen sind mindestens lange Shorts angesagt, Tank Tops und Baseballcaps tabu. Die praktisch und luxusfrei gestalteten Kabinen in Ocker- und Walnusstönen auf den drei Wohndecks sind 14 und 28 qm groß. Die meisten Passagiere nutzen sie nur zum Schlafen, verbringen viel lieber Zeit auf dem Sonnendeck, im Gespräch oder schlendern für den Tagescocktail zum freundlichen Barmann. Der Pool wird fast nur von Kindern benutzt, während die Eltern sich auf die nächste Schnorchel- oder Landtour vorbereiten…

Foto: Holger Leue/leue-photo.com

… Lesen Sie weiter im Printheft 3/2020.

Fotos: Holger Leue/leue-photo.com

Flusskreuzfahrt modern

Die Flusskreuzfahrt zu verjüngen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. nicko cruises hat mit der nickoVISION alle Voraussetzungen geschaffen und das Produkt kommt gut an. Das ist kaum verwunderlich: Drei Restaurants und eine lange Tischzeit, moderne Kabinen und aktivere Ausflüge sprechen für sich, findet Peggy Günther.

Achtzehn Uhr – Abfahrt in Wien. Viele Gäste der nickoVISION stehen noch an Deck, genießen den Blick auf die Strände der Donauinsel. Manche bestellen einen Aperitif in der Lounge und suchen sich dabei schon mal optisch einen Tisch im Hauptrestaurant aus. Der lichtdurchflutete Übergang zwischen Bar und Restaurant ist zwischen den Decks fließend gestaltet. Einige Passagiere entscheiden sich für einen Platz am Heck mit Blick aufs Fahrwasser in Mario‘s Grill. Hier werden unter anderem Steaks und Lachs serviert. Außerdem lockt noch das intime Spezialitätenrestaurant „Manhattan“ mit Jazzclub-Atmosphäre und festem Menü. Dank drei kulinarischer Alternativen herrscht eine entspannte Stimmung an Bord. Niemand muss pünktlich beim Abendessen sitzen und trotzdem läuft der Service zügig ab. Das ist ein Novum in der Flusskreuzfahrt.

Zum Wohlfühlfaktor trägt auch das moderne Design bei. Der Gast wird von einem schicken Interieur in Blau und Beige, kombiniert mit dunklen Hölzern empfangen. Das Konzept stammt aus der Feder von Robert Reitsma, dem kreativen Kopf der Reederei Scylla, dem Eigner der nickoVISION. Die gut geschnittenen Kabinen messen 14 Quadratmeter und ihre vierte Wand besteht auf dem Ober- und dem Mitteldeck komplett aus Glas. Entspannen mit Blick ist auch in der Sauna oder im kleinen Fitnessraum auf dem Hauptdeck möglich. Das frische Konzept wendet sich an ein jüngeres Publikum: Die nickoVISION ist ein Schiff für die Generation 60 plus. Und da diese oft noch deutlich fitter sind als die 70- bis 80-jährigen, sind nun auch aktivere Ausflüge im Programm: mehr Stadtrundgänge statt Busfahrten.

Das lässt sich auf den Donaufahrten hervorragend umsetzen: Das historische Ybbs können die Passagiere beispielsweise wunderbar vom Anleger aus zu Fuß erkunden. Zwischen Salzamt und Weinmaut läuft man durchs Sandtörl in die Altstadt, wo die Donauschiffer früher in 14 Wirtshäusern die schwierige Passage des Strudengaus feierten…

… Lesen Sie weiter in AN BORD.

Fotos: Peggy Günther, enapress.com

Quarantäne brechen mit Mark Twain

Quarantäne, Einreiseverbote und geschlossene Häfen: Was in Corona-Zeiten für Kreuzfahrtgäste ein hoch aktuelles Ärgernis ist, gab es auch schon vor über 150 Jahren. Wie der Schriftsteller Mark Twain auf seiner Seereise trickreich die behördlichen Anordnungen unterlief, berichtet Karsten Eichner.

Der illustre Passagier aus Übersee ist am Boden zerstört: Zum ersten Mal fährt er per Schiff nach Griechenland – und soll nun wegen strenger Quarantäne-Bestimmungen nicht ins Land der klassischen Antike einreisen und die Akropolis aus der Nähe sehen dürfen. Was in den vergangenen Wochen zahlreiche Kreuzfahrtgäste in Südostasien, der Karibik und anderswo schmerzhaft erlebt haben, das ist bereits anno 1867 auch dem amerikanischen Autor und Reiseschriftsteller Mark Twain (1835-1910) auf seiner Seereise durchs Mittelmeer passiert. Damals grassiert in weiten Teilen Europas eine erneute Cholera-Epidemie, und die örtlichen Behörden fahren schwere Geschütze auf: Spanien und Malta dürfen gar nicht angesteuert werden, auch Lissabon ist tabu, in Norditalien herrscht die Seuchen-Angst und in Griechenland gilt vor Einreise zumindest eine elftägige Quarantäne.

Kein Landgang für 40 Tage

Mark Twain (Samuel L. Clemens, 1835-1910) Foto: Brian – stock.adobe.com

Quarantäne – das bezeichnet seit der großen Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert die Zeitspanne von ursprünglich 40 (lat.: quadraginta) Tagen. In diesem Zeitraum wurde allen Seeleuten aus pestverdächtigen Schiffen der Landgang verwehrt. Auch Mitte des 19. Jahrhunderts sind die hygienischen Bedingungen in Südeuropa noch alles andere als vorbildlich und leisten damit der Pandemie Vorschub – ein Schock für die Touristen aus Übersee. Den bekommt Twain beispielsweise beim Landgang in Civitavecchia, noch heute dem bevorzugten Kreuzfahrthafen für Tagesausflüge nach Rom. Twain notiert staunend und mit unverhohlenem Sarkasmus über die Bewohner: „Sie sind sehr unsauber, diese Leute (…). Wenn sie jemanden mit einem sauberen Hemd sehen, erregt das ihre Verachtung. Die Frauen waschen an den öffentlichen Brunnen in den Straßen den halben Tag lang Wäsche, aber die gehört wahrscheinlich jemand anderem.“ Anderswo ist es kaum besser: In einem öffentlichen Badehaus in Mailand muss Twain aus der Wanne heraus eine halbe Stunde lang in allen möglichen europäischen Sprachen lautstark rufen, bevor er ein Stück Seife erhält…

Cadiz

… Lesen Sie weiter im aktuellen Heft.

Fotos: enapress.com, Brian – stock.adobe.com, neirfy – stock.adobe.com

NEWS & Pressemitteilungen

News & Aktuelles aus Januar 2021

News & Aktuelles aus dem Dezember 2020

News & Aktuelles aus dem November 2020

News & Aktuelles aus dem Oktober 2020

News & Aktuelles aus dem September 2020

News & Aktuelles aus dem August 2020

News & Aktuelles aus dem Juli 2020

News & Aktuelles aus dem Juni 2020

News & Aktuelles aus dem Mai 2020

News & Aktuelles aus dem April 2020

Ins Herz von Schlesien

In den vorpommerschen Häfen ist sie während der Sommermonate ein bekannter Gast, die schneeweiße THURGAU SAXONIA. Peer Schmidt-Walther hat sie noch als SAXONIA oft in Stralsund erlebt. Im Frühjahr jedoch weicht sie von ihrem Fahrplan ab.

Dann nämlich geht die THURGAU SAXONIA auf einen geschichtsträchtigen Südost-Kurs.
In Berlin-Spandau startet der Tausendtonner. Weiter über die Havelseen-Kette, den Oder-Havel-Kanal, Eberswalde, das Schiffshebewerk Niederfinow nach Frankfurt/Oder. „Ich wäre zwar lieber ab Hohensaaten links herum Richtung Ostsee nach Stralsund gefahren, aber auch eine Oder-Fahrt hat ihre speziellen Reize“, weiß der Kapitän aus langjähriger Schiffer-Erfahrung auf dem deutsch-polnischen Strom.
Frischer Wind weht den zusteigenden Passagieren ins Gesicht. Oder-Kreuzfahrt-Pionier Magner hingegen freut sich auf sein heimatliches Revier.

Naturbelassenes Bauernweib
Als die THURGAU SAXONIA in den trägen Fluss dreht, ist das Zittern kaum zu spüren. „Wie ein sanfter Schauer“, meint eine Seniorin poetisch, „kriechen die Schwingungen aus dem Maschinenraum durch die Kabinen.“
Mit dreifacher Schrittgeschwindigkeit und 1000 PS gleitet die THURGAU SAXONIA zu Berg, wie die Flussaufwärts-Richtung in der Fachsprache heißt. Kilometer um Kilometer schlängelt sich das 82 Meter lange Vier-Sterne-Schiff auf dem windungsreichen Fluss mit seinen oft schilfgesäumten Ufern voran. Er hat für Auge und Kamera nur stille Sensationen zu bieten: Landschaft satt samt seltene Vögel wie Seeadler und Kraniche – Hauptunterhaltung für die 60 Passagiere. Hin und wieder äsen Rehe auf den Wiesen. Ortschaften werden selten passiert, so dass die Reiseleiterin wenig ansagen muss. Die für Abwechslung sorgende Frachtschifffahrt ist seit der Wende fast eingeschlafen.
„Unter den deutschen Flüssen ist die Oder wie ein Bauernweib unter Großen und Edlen“, schrieb einst ein schlesischer Dichter. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich an den weitgehend naturbelassenen Ufern nicht viel getan. Nachdenklichkeit erzeugen allerdings zerschossene Brücken- und Hausruinen, die manchmal hinter den ausgefransten Ufern über den Deich ragen. Buhnen – sie sollen die Strömung regulieren und das Fahrwasser ausreichend tief halten – sind auf polnischer Seite, wo alte Landkarten die preußische Provinz Schlesien verzeichnen, unter- und überspült….

Lesen Sie weiter im aktuellen Heft.

Fotos: Peer Schmidt-Walther, nicko cruises, Thurgau Travel, daimon77/istockphoto.com

Vom Baggerloch zum Paradies

Der Leuchtturm von Ocean Cay überragt alles. Das rotweiße Stahlbauwerk markiert den Eingang zu einer Traumwelt. Schneeweißer Sand, Palmen und kleine bunte Häuschen bieten eine Kulisse wie aus einen Katalog der Bahamas. Die Reederei MSC hat dieses Paradies schaffen lassen.
Frank Behling berichtet.

Es ist die neueste Privatinsel der Kreuzfahrtwelt. Wenn man es genau nimmt, hat das Braunkohlenrevier in der Lausitz für Ocean Cay Pate gestanden. Jede Industrielandschaft bietet für einen Touristiker eine Chance. Das gilt im düsteren Ruhrpott genauso wie in der Lausitz oder auf den sonnigen Inseln der Bahamas.
„Es war sehr viel harte Arbeit nötig“, sagt Michelle McGregor. Als die Managerin 2016 bei MSC anheuerte, hatte sie schon viel Erfahrung mit Privatinseln in der Karibik. Ocean Cay war aber anderes. „Der Sand hier ist ganz besonders. Fest und zugleich sehr weich“, schwärmt die Kanadierin.

Genau das war auch der Grund, weshalb Ocean Cay fast 50 Jahre lang das Baggerloch für Florida war. „Von hier aus wurde der Sand rüber zu den Stränden Floridas gebracht“, erzählt McGregor. Neben Öl und Krabben ist Sand ein wichtiges Exportgut der Bahamas.
Als MSC für die Karibik vor zehn Jahren eine Insel suchte,­ wurden die Manager aus der Schweiz schnell auf diese Bagger-Stelle aufmerksam, die nur einen nautischen Steinwurf von 60 Meilen vor der Einfahrt von Miami liegt.

Ocean Cay

Die Reederei pachtete die Insel für 99 Jahre und gab 300 Millionen Dollar aus, damit die Industrie-Ruine zum Naturparadies wurde. „Das war wirklich ein Abenteuer. Mal haben wir eine Maschine, mal einen Tank mit Diesel ausgegraben“, erzählt sie. Über 3000 Tonnen Schrott legten die Arbeiter frei.
„Die Natur spielte bei diesem Projekt eine wichtige Rolle“,­ sagt Carl Gustav Lundin. Der Schwede ist Direktor der Weltnaturschutzorganisation IUCN und Berater von MSC. Geht es aber, wenn Kreuzfahrtschiffe wie die MSC MERAVIGLIA mit 5000 Passagieren die 18 Hektar große Insel besuchen? „Es kommt darauf an, was die Menschen auf der Insel machen. Wenn sich die Menschen an Regeln halten, dann ist das alles kein Problem“, so Lundin. Die Regeln bei Ocean Cay sind klar: Kein Plastik und kein Lärm. Ocean Cay ist kein karibischer Vergnügungspark. „Nein, es ist ein Ort der Erholung und der Ruhe“, so McGregor….

Fotos: Frank Behling

Mit Picasso in den Pazifik

Es gibt in diesen Tagen Reedereien, die schauen mit gebannter Sorge auf die Werften. Bei der Einhaltung der Ablieferungstermine sind angesichts übervoller Auftragsbücher einige Werften für Kreuzfahrtschiffe gerade am Limit. Nicht so in Ancona, wo die neue SEVEN SEAS SPLENDOR gebaut wird. Frank Behling berichtet.

Am 6. Februar soll der Neubau von Regent Seven Seas Cruises, die SEVEN SEAS SPLENDOR, von Barcelona aus nach Miami zur Jungfernfahrt starten. Der Termin war nie in Gefahr – die Werft hat pünktlich geliefert. Im März 2018 wurde der Bau begonnen und bereits am 15. September war das 224 Meter lange Luxuskreuzfahrtschiff im Hafen von Triest erstmals zu bewundern.

Bei der Termintreue ist die Fincantieri-Werft in Ancona an der Adria bekannt. Das auf kleine und mittelgroße Kreuzfahrtschiffe fokussierte Unternehmen hat mit der SEVEN SEAS SPLENDOR das zweite von drei Schiffen der neuen „Explorer“-Klasse gebaut. 750 Passagiere und 542 Crewmitglieder sollen mit dem eleganten Schiff im Design einer Luxusyacht zukünftig entlang der Küsten Europas, der Karibik und bis in den Pazifik reisen.
Die ersten Ziele sind nach Florida die Karibik, Kalifornien und dann das westliche Mittelmeer. Auf den 14 Decks des Schiffes gibt es dabei nicht nur die klassische Einrichtung, die mit großzügiger Raumgestaltung glänzt.
Das offene Raumkonzept dient vor allem auch der Präsentation der Kunst. Die Reederei hat beim Design des Neubaus fünf Millionen US Dollar in eine kuratierte Kunstsammlung investiert. Diese Sammlung umfasst Werke von 200 Künstlern aus aller Welt. „Die Kunstsammlung ist eine der anspruchsvollsten Sammlungen musealer Kunst des 20. Und 21. Jahrhunderts auf See“, sagt Frank del Rio, Präsident von Norwegian Cruise Line Holding, zu der auch die Luxusmarke Regent Seven Seas Cruises gehört.
Höhepunkte sind dabei die beiden Werke „Le Taureau Noir“ und „Notre Dame de Vie“ von Pablo Picasso, die in der Regent Suite und dem Restaurant „Prime 7“ hängen. In dem Restaurant hängen auch Werke von Eduardo Arranz-Bravo. Weitere Künstler sind Juan Roberto Diago, Wifredo Lam, Joan Miro und Roberto Matta…

… Lesen Sie weiter in AN BORD.

Fotos: enapress.com, Regent Seven Seas Cruises