Kategorie: Neueste

Blaumachen im Garten Eden

Eine Woche Inselhüpfen auf den Seychellen: Riesenschildkröten, Palmenmeer und Sonne sind die perfekte Abwechslung im nassgrauen deutschen Winter. Holger Leue war mit der PEGASOS unterwegs.

Foto: Holger Leue /
Leue-Photo.com

Hektisch paddeln wir mit dem fremden Gefühl von Taucherflossen an den Füßen hin und her. So viele farbenprächtige Fische schillern im sonnendurchfluteten Wasser und wir wollen keinen verpassen. Zwischen bunten Korallen halten sie ein Festmahl, es knuspert und knistert unterhalb der Wasseroberfläche.

Das Seegras bewegt sich rhythmisch mit den Wellen. Es soll eine perfekte Woche werden: Am Freitag geht es am späten Nachmittag mit der Condor-Maschine raus aus dem kalten Deutschland. Zum Sonnenaufgang landen wir knapp südlich des Äquators und entern kurz darauf eine schnittige Motoryacht. Die PEGASOS der griechischen Reederei Variety Cruises bietet Raum für 44 Passagiere. 18 Crewmitglieder leben den Grundsatz der herzlichen Gastfreundschaft. Das 30 Jahre alte Schiff ist gut in Schuss: Die letzte Renovierung war erst 2019.

Zum Lieblingsplatz wird auf Anhieb das Sonnendeck mit den gemütlichen Teakholzliegestühlen. Auch drei Kabinen der besten Kategorien befinden sich hier. Auf dem Oberdeck sind zwei weitere Kabinen direkt über der Brücke beheimatet sowie die Lounge und das Restaurant mit Außenbereich. Darunter ist das Kabinendeck zu finden und auf dem Unterdeck wartet ein kleiner Spabereich. Das Beste am Schiff ist die Schwimmplattform mit Kayaks, Stand-up-Paddleboards und Schnorchelausrüstung, um das kühle Nass zu genießen…

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Winterkreuzfahrt mit der AMADEA

Oliver Asmussen checkte auf der AMADEA für eine Reise von der Elbmetropole Hamburg entlang der westeuropäischen Küste bis ins französische Nizza ein.

Graue Wolken ziehen über den Hamburger Hafen. Das Thermometer liegt im einstelligen Bereich. Am Cruise Terminal in Hamburg Altona läuft die Einschiffung auf die AMADEA. Schneeweiß liegt der schmucke, 1991 als ASUKA gebaute, 192m lange und rund 29.000 BRZ große Kreuzfahrer am Terminal.

Foto: Oliver Asmussen / Oceanliner-Pictures.com

Ein schöner Kontrast zum tristen Wintergrau im Hafen. Um 21:30 heißt es „Leinen los“. Die aus dem Fernsehen bekannte Traumschiff-Melodie von James Last ertönt aus den Lautsprechern. Am Heck, rund um die Jupiter Bar, ist das leise Klirren von Champagnergläsern zu vernehmen. Kapitän Robert Fronenbroek dreht die AMADEA langsam auf dem Elbstrom. Dockland und Fischereihafen bleiben schnell zurück. Wenig später auch die beiden, markanten Leuchtfeuer von Blankenese. Es ist nahezu windstill. Nach der Passage von Cuxhaven geht es auf die offene See hinaus.

Der erste Tag dieser Kreuzfahrt ist ein Seetag. Die Decks der AMADEA sind liebevoll weihnachtlich geschmückt. Das Wetter hat sich derweil deutlich verschlechtert. Der für 11:30 Uhr angesetzte Frühschoppen auf Deck 8 wird kurzerhand ins Schiffsinnere verlegt. Die Brücke meldet eine Wellenhöhe von bis zu 4m und Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Das Thermometer zeigt 3 Grad. Der Wind pfeift unaufhaltsam über die nassen Teakdecks. Auf der Steuerbordseite sind die Türen zu den Außendecks nicht zu öffnen. Zu stark drückt der Wind dagegen. Die Luft schmeckt salzig.

Am Abend, als die AMADEA in die Straße von Dover einfährt, lässt der Regen endlich nach. Auch der Wind nimmt spürbar ab. Kapitän Fronenbroek, die Schiffs- und Hotelleitung, der Kreuzfahrtdirektor und das Phoenix-Team empfangen alle Gäste an Bord zum ersten Cocktail während dieser winterlichen Galakreuzfahrt in Richtung Nizza. Es gibt zwei Empfänge, um die Anzahl der Gäste jeweils zu reduzieren….

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Flüsse, Kanäle, Schleusen

Das Schweizer Reisebüro Mittelthurgau hat sein Flussschiff Excellence Pearl auf eine ungewöhnliche Route geschickt. Roland Mischke (Text) und Holger Leue (Fotos) waren auf der Tour von Holland bis in norddeutsche Flüsse mit an Bord.

Holland mal anders. Man glaubt alles zu wissen vom kleinen Land – bis man an Daphne Dnyne gerät. Die lebenserfahrene Führerin lacht über Tulpen, Tomaten und Holzpantinen als Kennzeichen. Lieber kommt sie ihren Zuhörern humoristisch.

So auf der Grachtentour in Amsterdam: „Was glauben Sie, wie viele Fahrräder in den Kanälen liegen?“ Es wird gerätselt. Bis Daphne sagt: „Jedes dritte Amsterdamer Fahrrad landet im Schlamm. Aber, wie viele Menschen fallen hinterher?“ Niemand wagt eine Antwort. „Jeder sechste Mann, meist angetrunken. Komisch, vertragen Holländerinnen Alkohol besser, weil sie königstreuer sind?“ Großes Gelächter.

Foto: Holger Leue / Leue-Photo.com

Doch die Hollanderklärerin schwärmt auch über Städte, die Museen sind, malerische Häuser, Türme, Kirchen, Häfen und Schleusengebäude mit offenem Glockenturm. „Die Bilder meines Landes sind Wasser, Inseln, Halbinseln, Festlandzipfel, Brücken, Polder und Deiche. Holland liegt im Schnitt nur einen Meter über dem Meeresspiegel.­

Die Route mit dem Flussfahrtschiff Excellence Pearl ist ungewöhnlich. Die „Schiffsreisemacher“ haben Freude daran, ihr „kleines Schweizer Grandhotel“ in Landschaften zu entsenden, die nur wenige Schiffe befahren, vor allem in Norddeutschland. Aus der einstigen MS Rembrandt, seit 2003 im Dienst, hat das Reisebüro eine Schiffsperle mit neuem Interieur gemacht. 82 Meter lang, 9,50 Meter breit, drei Sonnendecks. Helle Räume im Entree, Lounge mit Panoramabar, Restaurant und 41 Kabinen. Die edlen Materialien sind von der Designerin Nazly Twerenbold in Weiß, Perlmutt und Pastell eingesetzt worden…

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NEWS & Pressemitteilungen

Bremerhavener Lieblings-Orte vor der Linse

Jetzt bewerben: InstaWalk mit aboutcities am 18. Juni

(11.05.22)

30 Jahre nicko cruises: exklusive Preise und Stargast an Bord

Jubiläums-Reise und Buchungswettbewerb bei nicko cruises

(04.05.22)


News & Aktuelles aus April 2022

News & Aktuelles aus März 2022

News & Aktuelles aus Februar 2022

News & Aktuelles aus Januar 2022

Archiv:

2021

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News & Aktuelles aus November 2021

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News & Aktuelles aus September 2021

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News & Aktuelles aus Januar 2021

2020

News & Aktuelles aus dem Dezember 2020

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News & Aktuelles aus dem April 2020

Mehr Land in Sicht

Alastair Bonnett ist Experte für Natur- und künstliche Inseln, er kündigt ihr neues Zeitalter an. Roland Mischke hat sich in sein Buch vertieft.

„Ein leichtes Klatschen der Ruder“, heißt es. „Das Wasser ist warm und weich, fast wie Seide. Mit dem letzten Ruderzug schrammt das hübsche grüne Boot, das ich mir für einen Tag ausgeliehen habe, unter Wasser über einen Ring großer runder Steine. Ich springe aus dem Boot und mache mich eifrig auf die Erkenntnistour.“

Alastair Bonnett schreibt das im Südpazifik, auf einem kleinen Eiland am Rand der Insel Tonga. Schon seit 30 Jahren bereist der Insel-Narr den Globus, womöglich ist der Professor der Sozialgeografie an der britischen Universität Newcastle der einzige Mensch, der von Insel zu Insel reist. Ihm geht es nicht um Sonne und Sand, ihn treibt zu Inseln „ein Gefühl der Flüchtigkeit und Ungewissheit: Es umgibt sie eine Atmosphäre des Zweifels.“

Scilly Inseln, Foto: stp23 – stock.adobe.com

So die winzige Insel Hunga Tonga-Hunga Ha’pai, die der wilde Pazifik 2015 aus seinen Tiefen spuckte. „Ein planetarisches Spektakel“, nannte der Geograf die Inselgeburt. Nach einem tagelang rumorenden unterseeischen Vulkanausbruch war da plötzlich ein Fetzen Erde im Ozean, auf dem die Tonganer nach Ende der tektonischen Unruhe friedlich Palmen pflanzten.

Es ist unklar, wie lange es Tonga und die Schwesterinseln Vanuatu, Tuvalu, Kiribati und Domica noch geben wird. Geologen haben ermittelt, dass abseitige Inselparadiese bis spätestens 2070 nicht mehr bewohnbar sein werden. Mehr als 100.000 Menschen auf Tonga müssen evakuiert werden.

Über die Inseln werden Stürme und Unwetter hinwegziehen, wie es sie noch nie gegeben hat. Der Klimawandel ändert alles, der Kampf der Insulaner, die verzweifelt ihre Eilande behalten wollen, ist bereits verloren. Aber noch kann Bonnett notieren: „Es ist ein windstiller Tag.“…

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Renaissance in Istanbul

Ab Mai 2022 kreuzt die COSTA VENEZIA von Istanbul aus auf 7-tägigen Reisen im östlichen Mittelmeer, im Herbst kommen Stopps in Israel und Ägypten hinzu. Frank Behling über die neuen Pläne.

Ruhe ist am Bosporus eigentlich ein Fremdwort. Der Wasserweg zwischen Marmarameer und Schwarzem Meer ist eine Lebensader in der pulsierenden Metropole Istanbul. Am Kreuzfahrtterminal der größten türkischen Stadt ist es aber seit 2015 ruhig geworden. Die Türkei hat schwere Jahre hinter sich. Terror, Putschversuch und der nahe Syrien-Krieg haben den Tourismus in der Türkei schwer getroffen. Doch nun kommt der Kurswechsel. Mit Costa Crociere kehrt die erste große Kreuzfahrtreederei an den Bosporus zurück.

Wenn es um einen Test für ein risikoreiches Ziel geht, nutzen Reedereien ja gern kleinere Schiffe aus der zweiten Reihe der Flotte. Bei Costa ist es anders. Als die Frage aufkam, wie denn die Rückkehr in die Türkei angegangen werden soll, fiel im Hauptquartier in Genua die Entscheidung für eine Lösung mit einer deutlichen Ansage. Da gleichzeitig China nach der Pandemie bei Kreuzfahrten weiter auf der Bremse bleibt, haben die Reedereien Tonnage übrig.

Istanbul, Foto: enapress.com

„Wir haben uns entschlossen, mit der COSTA VENEZIA eines unserer größten Schiffe nach Istanbul zu schicken und dort zu positionieren. Die Nachfrage nach Reisen in die Türkei und ins östliche Mittelmeer ist sehr groß.“, sagt Dr. Jörg Rudolph, Geschäftsführer bei Costa Kreuzfahrten in Deutschland.

In Deutschland gibt es für die Türkei ein inzwischen schon traditionell starkes Interesse. Neben den Stränden an der Ägäis und dem Mittelmeer lockt vor allen Dingen Istanbul. „Und dann noch als Kreuzfahrt mit einem sehr modernen Schiff. Das ist dann ein ideales Urlaubserlebnis“, verspricht Rudolph.

Die 15-Millionen-Metropole am Bosporus wird ab 1. Mai 2022 der Basishafen der COSTA VENEZIA. „In Istanbul wird unser Schiff dann am neuen Galataport liegen, dem neuen Anleger für Kreuzfahrtschiffe“, verspricht Rudolph. Die Hafenanlage in Karakoy liegt am nördlichen Ausgang des Golden Horns an der Neustadt. Fußläufig sind Galatabrücke und Besiktas mit ihrem quirligen Leben erreichbar.

Für den Galataport werden die Reisewechsel der jeweils bis zu 5000 Passagiere der COSTA VENEZIA die Premiere. Das neue Terminalgebäude wurde erst im September eingeweiht und bislang eher sporadisch angesteuert. Der Neubau der kompletten Anlage soll laut Pressemitteilung bis zu 15000 Kreuzfahrtpassagiere pro Tag abfertigen können. Die ersten Reederei-Kunden sind neben Costa auch Holland America Line, Norwegian Cruise Line, Viking Cruises und Regent Seven Seas Cruises….

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Neue Schiffe für Phoenix

Gleich zwei neue Flussschiffe konnte Phoenix Reisen mit der ANNIKA und der ANNABELLE bei einer Doppeltaufe am 05. Juli in der Flotte begrüßen. Oliver Asmussen berichtet.

Am 05. Juli 2021 taufte der Bonner Veranstalter Phoenix Reisen gleich zwei Flussschiff-Neubauten. Einmal MS ANNIKA am Kölner Rheinufer und MS ANNABELLE im französischen Chalon-sur-Saône. Beide Flussschiffe wurden gebaut für die Schweizer Reederei Scylla AG mit Sitz in Basel und fahren im Langzeit-Charter für Phoenix Reisen. Die Schiffe sind jeweils 135m lang und 11,4m breit, können maximal 180 Passagiere in 90 Kabinen befördern. Nicht ungewöhnlich sind Unterschiede beim Farbkonzept in den Innenbereichen. Diese fallen bei den beiden Neubauten recht auffällig aus.

Phoenix-Stammgast Hilde K. aus dem Rheinland formuliert es so „Die ANNIKA ist ein bisschen hell geraten“. „Aber beim Service gibt es zum Glück keinen Unterschied, der ist hervorragend, wie immer“, führt sie weiter aus. Das bestätigt unsere Eindrücke.

MS ANNIKA ist ganzjährig zwischen Basel und Amsterdam unterwegs, MS ANNABELLE dagegen befährt in den kommenden Jahren die Rhône und Saône in Frankreich. Taufpatin von MS ANNIKA ist Barbara Weyden, langjährige Phoenix-Mitarbeiterin. Die Champagner­flasche am Rumpf der ANNABELLE ließ Phoenix-Stammgast Uta Worms zerschellen.

Kleine Unterschiede fallen dem aufmerksamen Betrachter­ beim Betreten beider Schiffe ins Auge. Beide Foyers überzeugen mit hochwertigen Bodenfliesen, zwei Granittischen samt Blumendekor und viel Freiraum. Seit Indienststellung der ANNA KATHARINA im Jahr 2019 fallen die auffälligen Kristallkronleuchter an den Decken weg. Stattdessen ziehen pfiffige Lampen in Seifenblasenform die Blicke auf sich. An beiden Eingängen stehen Schirmständer mit Phoenix-Regenschirmen für die Gäste­ bereit, die kostenfrei ausgeliehen werden können. Betritt man die ANNIKA über einen schwarzen „Standard-Läufer“, so liegt auf der ANNABELLE ein schöner Teppich mit Phoenix Logo im Eingangsbereich. Letztere Variante sieht nicht nur stilvoller aus, sondern unterstreicht durch den Schriftzug „Willkommen an Bord, willkommen zu Hause“ die Phoenix Firmen-Philo­sophie. Besser lösen könnte man die Kennzeichnung von Rezeption­ und Phoenix-Counter, denn hier fehlen Hinweisschilder völlig. Auf Schiffen älterer Jahrgänge hingegen gab es diese Schilder oberhalb beider Counter noch. Beibehalten wurde die bewährte, von den älteren Schwester­schiffen bekannte Aufteilung der Decks. Vom großen Foyer aus verbindet ein helles und offenes Treppen­haus das Oriondeck mit dem Saturndeck und ermöglicht einen Blick bis hinunter zum Neptundeck. Ein Fahrstuhl verbindet diese drei Decks ebenso. Die Schwester­schiffe sind auf Höhe des Foyers in Richtung Bug ein halbes Deck niedriger konstruiert. Eine Besonder­heit, die im hinteren Schiffsteil Platz für Kabinen­ schafft und im Vorschiff für außergewöhnlich viel Platz und helle Räume sorgt.

ANNIKA, Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Auf dem Orion Deck liegt das Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ samt Buffetbereich, der für das reichhaltige Frühstücksbuffet genutzt wird. Die Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste und servieren köstliche Mahlzeiten von früh bis spät. Die reichhaltigen Frühstücksbuffets beinhalten neben einer großen Auswahl an Wurst- und Käsesorten auch Obst, Müsli, frische Säfte, frische Brötchen und viele andere Dinge mehr. Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee sowie ein kleiner Mitternachtssnack dürfen natürlich nicht fehlen. Gespeist wird jeweils in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischplätzen. Nach Ab­sprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, Glutenfrei, Laktosefrei usw.) Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen (keine Abendgarderobe Pflicht). …

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Corona und die Leichtigkeit der Kreuzfahrt

Die andauernde COVID-19 Pandemie und der 11. September 2001 hatten einen nachhaltigen Einfluss auf die Art des Reisens – auch mit Kreuzfahrtschiffen. Frank Behling recherchierte.

Die Pandemie lässt auch der Kreuzfahrt keine Ruhepause. Der Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Carnvial Vista im Golf von Mexiko hat gezeigt, dass es vor Covid-19 auch auf Schiffen keine absolute Sicherheit gibt. Eine 77-jährige Passagierin war wenige Tage nach der Infektion in einem Krankenhaus verstorben. Die pensionierte Lehrerin war am 31. August von Galveston aus mit der Carnvial Vista zu einer Karibik-Reise aufgebrochen.

Beim Anlauf in Belize am 4. August­ hatte sie sich mit Symptomen testen lassen. Sie und weitere 26 Crewmitglieder wurden positiv auf Covid-19 getestet. Die Seniorin und die Crewmitglieder waren­ alle geimpft.

Der Gesundheitszustand der Seniorin verschlechterte sich jedoch. Sie kam in ein Krankenhaus nach Belize und am 14. August per Krankenrücktransport mit dem Flugzeug zurück nach Hause. In Oklahoma verstarb die Frau jedoch kurz darauf. Die Crewmitglieder verblieben an Bord.

Der Fall hat bei Carnival wieder zu einer Verschärfung der Protokolle geführt. Alle Passagiere müssen jetzt beim Einschiffen in den USA mit dem Impfstatus auch einen negativen Antigen- oder PCR-Test machen.

Diese Regel gilt auch schon in Europa. TUI Cruises und AIDA Cruises haben die Tests auch als Vorgabe fürs Boarding gemacht. Die Folge sind allerdings längere und umständlichere Eincheck-Verfahren. Wartezeiten von ein bis zwei Stunden sind inzwischen die Regel, da in den Terminals auch die Zahl der Personen begrenzt ist.

New York, Foto: enapress.com

Wer 2021 eine Kreuzfahrt mit einem großen Schiff machen will, der braucht vor allem eins: Zeit. Die Corona-Pandemie hat den Seereisesektor verändert. Vergleichbar mit den Anti-Terror-Maßnahmen nach dem 11. September 2001 sorgen die Anpassungen der Abläufe beim Thema­ Gesundheit schon bei der Abfertigung in den Häfen­ für Wartezeiten.

„Die Pandemie hat die Abfertigung in den Häfen so verändert wie der 11. September das Thema Sicherheit in den Fokus rückte“, sagt Jens-Broder Knudsen von der Kieler Schifffahrtsagentur Sartori & Berger. Das Unternehmen ist führend bei den Agentur-Tätigkeiten für Kreuzfahrtschiffe in den deutschen Häfen.

NYC vor dem 11. September.
Einlaufen in den Hafen mit der „Queen Elizabeth 2“.
Foto: Frank Behling

Nach dem 11. September wurden Sicherheitsmaß­nahmen zum Schutz gegen Anschläge oder Schiffsentführungen eingeführt. Alle Häfen rüsteten nach. Teure Scanner für Gepäck und Passagiere wurden angeschafft. Spezielle Abfertigungsroutinen eingeführt.

Plötzlich wurden Häfen Teil des Heimatschutzes. Flüssig­keiten oder Taschenmesser wurden in Koffern beim Boarding herausgefischt. Zum Sektor Sicherheit ist jetzt der Bereich Gesundheitsschutz und Seuchenbekämpfung hinzugekommen. In den Häfen wurden die Terminals und die Verkehrswege erneut neugestaltet.

Besonders die großen Häfen schultern immer noch gewaltige Investitionen in Infrastruktur. Neue Terminals wurden für die neuen Mega-Liner angeschafft. Die älteste Anlage für Megaliner ist heute Terminal 18 in Port Everglades. Das Bauwerk ist gerade einmal elf Jahre alt.

Der Hafen von Miami hat im August sogar festverzinste Wertpapiere im Wert von 1,4 Milliarden Dollar verkauft. New York und New Jersey hatten im März 1,1 Milliarden Dollar durch Wertpapierverkäufe eingenommen. Die Häfen­ brauchen Geld. Auch in Deutschland investierten die Häfen in neue Abfertigungsanlagen.

Teststationen, neue Wartebereiche und medizinisches Personal sind in Pandemie-Zeiten fast wichtiger als die Sicherheitskräfte für die Kontrolle. Das Ziel ist: Das Virus darf nicht an Bord. Die Kosten für Testgeräte im PCR-Verfahren schwanken zwischen 15000 und 50000 Euro.

Wie aber läuft das Geschäft mit der sicheren und jetzt auch gesunden Reisen? „Seit Juli 2020 bieten wir mit der Mein Schiff Flotte als einer der wenigen Kreuzfahrtanbieter weltweit durchgehend Reisen an, seitdem waren weit über 140.000 Gäste an Bord“, sagt Friederike Grönemeyer von TUI Cruises.

Man habe bewiesen, dass Kreuzfahrten mit dem richtigen Gesundheitskonzept auch in Pandemiezeiten sicher möglich seien. „Mit Erfolg: denn unsere Gästezufriedenheit ist zum Teil höher als in Zeiten vor Corona. Viele Gäste waren in den letzten zwölf Monaten nicht nur einmal, sondern mehrere Male an Bord. Andere haben bis zu vier Wochen“, so Grönemeyer. Aktuell sind von TUI Cruises­ sechs der sieben Schiffe in Fahrt.

„Mit unserem Konzept der Testung im Terminal vor der Einschiffung haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass niemand mit einer Infektion an Bord kommt. Die Grundregel lautet getestet, genesen oder geimpft“, sagt Hansjörg Kunze von AIDA Cruises.

Deutschlands größtes Kreuzfahrtunternehmen will bis Jahresende wieder zehn Schiffe in Fahrt haben.

Ebenfalls mit Schwung ist MSC Cruises in Fahrt gekommen. Am 16. August wurde der erste Jahrestag nach der Aufnahme des Fahrtbetriebs gefeiert. Sechs Schiffe sind aktuell wieder im Mittelmeer, der Karibik, rund um England und der Ostsee aktiv.

Anders als nach dem 11. September gibt es aber bei der Corona-Pandemie einen weiteren Aspekt. Die Crew ist ebenfalls ein potenzielles Risiko. Dabei haben AIDA und auch TUI Cruises wiederholt Probleme mit infizierten Crewmitgliedern gehabt. Der Neustart von AIDA war 2020 ein ums andere Mal auch durch infizierte Crewmitglieder überschattet. Die Reederei MSC hat deshalb ein eigenes Crew-Impfprogramm aufgelegt.

Während sich in Europa und Nordamerika die vierte Welle­ der Pandemie mit dem gefürchteten Delta-Virus nicht mehr als so dramatisch auf die Erkrankungen auswirkt, sieht es in anderen Teilen der Welt ganz anders aus. Weitere Mutationen des Virus werden zur aufkommenden Wintersaison erwartet.

Die philippinische Gesundheitsbehörde meldete am 21. August mit 13831 Neuinfektionen­ einen neuen Höchststand. Am selben Tag meldeten die deutschen Gesundheitsämter nur 6600 Neuinfektionen.

Mehr als 250000 Seeleute stammen weltweit allein von den Philippinen. Und auch die CDC stellt ein ums andere mal fest, dass besonders Crewmitglieder mit Infektionen auf Schiffen auffallen. Die Folge: Crewwechsel, vor der Pandemie reine Routine, werden heute­ zu politischen Drahtseilakten. Traurige­ Berühmtheit erlangten 200 Seeleute von dem Pazifik-Staat Kiribati, die monatelang in Hamburg oder auf den Fidschi-Inseln fest­saßen, da sie nicht in ihr Heimatland durften. Selbst der berufliche Reiseverkehr für Soldaten, Diplomaten oder Leistungs­sportler­ ist nicht ohne Komplikationen denkbar. 193 Staaten gehören den Vereinten Nationen. In Corona-Zeiten sind das auch 193 nationale Einreiseregelungen.

Aktuell ist nicht absehbar, wann überhaupt mal wieder ein Kreuzfahrtschiff zu einer Weltreise nach altem Muster­ mit 40 bis 50 Nationen als Destination aufbrechen wird. Das Aufkommen immer neuer Mutationen und die weiter sehr restriktiven Einreiseregeln und Lockdowns in Teilen der Welt lassen einen Seereiseverkehr über Kontinente­ hinweg nicht zu.

Foto: Frank Behling

Corona hat an Bord der Kreuzfahrtschiffe die Abläufe jedoch ganz konkret verändert. Selbst wer den als erstes anstehenden Gesundheitscheck im Terminal vor dem Boarding übersteht, ist auf einem Schiff mit tief­greifenden Veränderungen zu früher konfrontiert.

Restaurants und Bars sind immer noch weit von der Unbeschwertheit der Vor-Corona-Zeit entfernt. Zwar hat AIDA inzwischen wieder Büfett-Restaurants erlaubt. Doch alles mit Abstand und strengen Abläufen.

Wer jetzt eine Reise mit einem Schiff im Winter plant. Braucht vor allem eins: Flexibilität. Bei Fluganreisen muss mit zusätzlichen Kosten und Wartezeiten durch Einreisekontrollen gerechnet werden.

Die besten Perspektiven haben weiterhin die Reisen vor der Haustür. Kurze Wege, eine individuelle Anreise zum Schiff und die im Notfall schnelle Obhut des vertrauten Gesundheitssystems sind der beste Weg für eine Er­holung.

„Wie kann die CLIA es nur schaffen, die Kreuzfahrten wieder einfacher zu machen?“, fragte die US-Reise­bloggerin Ilana Schattauer in ihrem Kanal. Die Anforderungen zur Einschiffung seien zu komplex geworden. Die Wartezeiten rauben meist den Spaß am Urlaub. Lange­ Schlangen außerhalb der Terminals gehören inzwischen auch in Europa zum Bild. Die Ursache ist einfach. Der Gesundheitscheck muss gemäß der Sicherheitsprotokolle und Hygienekonzepte beim Betreten der Terminalanlage erfolgen. Damit fallen auch die klimatisierten und wettergeschützten Wartebereich in den Terminals vor dem ersten Check weg. In Kiel, Hamburg oder Southampton gibt es inzwischen deshalb regelmäßig Fotos von Schlangen vor den Eingängen.

Die Reedereien und Hafenbetreiber sind aber um eine Abhilfe bemüht. Das letzte Wort haben aber die Gesundheitsbehörden. In den USA die mächtige CDC und in Deutschland die jeweiligen Gesundheitsämter.

Und wie geht es weiter. Der Kreuzfahrtverband CLIA sowie die Reedereien setzen auf die Erfolge der Impfungen. In den USA stehen inzwischen wegen der erhöhten Infektions­gefahr bereits „Booster“-Impfungen für Kreuzfahrtpassagiere auf der Tagesordnung.

In Europa wird mit den Impfungen eine Normalisierung erst im kommenden Jahr zu rechnen sein. Mit der kälteren Jahreszeit wird eher mit Einschränkungen durch eine weitere Infektionswelle gerechnet. Die neue Virus-­Mutante AY.3 bereitet sich gerade in den USA, Groß­britannien und Israel aus. Ein Schwerpunkt sind die warmen Südstaaten der USA. In Missouri und Mississippi beträgt der Anteil der Variante YAY.3 bereits 43 bis 45 Prozent. Einziger Schutz vor der Ausbreitung der neuen Mutationen ist eine Einschränkung der individuellen Reisetätigkeit sowie die weiter konsequenten AHA-Regeln.

Die Bedingungen für Reisen möglichst nah am Wohnort sind damit ideal. Kreuzfahrten von europäischen Häfen werden deshalb auch im Winter eine große Perspektive haben. Die Entscheidung von AIDA zur Stationierung der AIDAprima in Hamburg dürfte bald Nachahmer finden.

Ein Stück Florenz auf See

Die Mittelmeer-Saison 2021 verdankte die COSTA FIRENZE, das neueste Schiff von Costa Crociere, der Corona-Pandemie. Ein Glücksfall, wie sich herausstellte. Denn die Gäste der Premierensaison fanden das Schiff viel zu schön, um es wie geplant an die chinesische Costa-Tochter abzugeben. Kai Ortel war auf einer der ersten Kreuzfahrten dabei.

Koffer packen für eine siebentägige Kreuzfahrt, kann ich das noch? Diese Frage stellte sich, weil meine letzte Kreuzfahrt im August 2021 fast zwei Jahre zurücklag. Dann kam Corona und die hinlänglich bekannte Zwangspause für die meisten Kreuzfahrtschiffe­ und -reedereien. Doch meine Sorge erweist sich als unbegründet.

Am Ende stellt sich nur eine lange Jeans als kreuzfahrt-untauglich heraus, und im Kulturbeutel fehlt das Voltaren, das ich nach einem Sturz auf dem nassen Deck am zweiten Reisetag im wahrsten Sinne schmerzlich vermisse. Ansonsten reicht auch auf der COSTA FIRENZE für eine Woche ein mittelgroßer Koffer ohne allzu viel Schnicksack. Dagegen schwebt auch nach der dritten Welle der Pandemie noch immer das Thema Corona­ über allem. Wann und wo an Bord müssen Masken­ getragen werden? Was, wenn ich unterwegs positiv­ getestet werde? Und wie sieht überhaupt eine Kreuzfahrt unter Pandemie-Bedingungen aus?

Foto: Kai Ortel


Die meisten Sorgen sind unbegründet. Masken müssen unter Deck getragen werden, außer, wenn man sich zum Essen oder Trinken im Restaurant oder an der Bar aufhält. Eigentlich auch an Deck, aber da wird es mit der Umsetzung schon schwieriger. Denn bei über 1,50 Metern­ Abstand machen Masken an der frischen Luft keinen­ Sinn mehr, weshalb sich die meisten Gäste das lästige Utensil herunterreißen, sobald sie Seeluft atmen. Dafür muss einmal am Tag die Körpertemperatur gemessen­ werden. Dies geschieht kontaktlos an kleinen Automaten.

Foto: Kai Ortel

Die haben ihre Tücken, aber ein hilfsbereites Besatzungsmitglied ist nie weit. Wer das Temperaturmessen versäumt, bekommt einen Blauen Brief auf die Kabine. Umstellen muss man sich auch bei den Landgängen.­ Denn an Land geht es im Sommer 2021 nur im Rahmen von „Safe-Bubble“-Ausflügen per Bus oder geführtem Spaziergang. Die organisiert die Reederei unter­ Einhaltung sämtlicher Sicherheits- und Hygiene­protokolle. Individuelle Landgänge sind untersagt. Wer sich von seiner Gruppe absetzt, um Land und Leute quasi über die Hintertür auf eigene Faust kennenzulernen, findet­ bei der Rückkehr zum Schiff seine Koffer auf dem Kai wieder. Die Alternative: An Bord bleiben. Das macht einem die COSTA FIRENZE leicht…

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Deutschlands Provinzen entdecken

Dort wo andere Flusskreuzfahrtschiffe umkehren müssen, weil die Abmessungen eine Weiterfahrt nicht zulassen, spielt das kleine Boutiqueschiff SANS SOUCI seine Stärken aus. Ein Bericht von Oliver Asmussen.

Der Einschiffungshafen ist für eine Flusskreuzfahrt eher ungewöhnlich. In Bad Cannstatt bei Stuttgart wartet das im Jahr 2000 in Holland gebaute Flussschiff auf seine neuen Gäste. Eigner und Kapitän Peter Grunewald ist auf vielen Reisen persönlich an Bord und bringt die Gäste mit seiner SANS SOUCI in Häfen und Regionen, die von einem Großteil der anderen Flusskreuzfahrtschiffe nicht besucht werden können. Am darauffolgenden Tag beginnt die Reise, „Leinen los“. Noch vor dem Mittagessen passieren wir die erste von 12 Schleusen auf dem Weg nach Heilbronn. Rund 70 Höhenmeter gilt es heute zu überwinden. Die maximale Schiffgröße auf dem Neckar ist, bedingt durch die Abmessungen der Schleusen, auf 105m Länge und 12m Breite begrenzt. Von den insgesamt 367 Kilometern sind 203 Kilometer befahrbar, die Strecke von Plochingen bis zur Mündung in den Rhein bzw. umgekehrt. Insgesamt 27 Schleusen müssen auf dieser Strecke passiert werden. Sie überwinden den Höhenunterschied von 161m zwischen­ Mannheim und Plochingen.

Abends erreicht die SANS SOUCI Heilbronn. Im Vergleich zu den wenigen, anderen Anbietern, die das eine oder andere Flussschiff auf dem Neckar positioniert haben,­ sind die Liegezeiten der SANS SOUCI deutlich ausgedehnter. Das ermöglicht entspannte Stadter­kundungen. So bleibt bis zum nächsten Mittag Zeit, die sehenswerte­ Innenstadt von Heilbronn zu erkunden, bevor es in Richtung Bad Wimpfen weitergeht.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die Stadt wirbt mit dem Slogan „Vergangenheit fühlen, Gegenwart genießen“. Ohne Übertreibung kann man sie auch als Juwel am Neckar bezeichnen, Bad Wimpfen. Um in den historischen Stadtkern zu gelangen, muss ein recht steiler Weg erklommen werden. Nach 5 Geh­minuten­ eröffnet sich zunächst ein spektakuläres Panorama über die idyllische Flusslandschaft. Mit jedem Schritt taucht man ein in die ganz besondere Atmosphäre der Stadt, die sehr schnell die Hektik des Alltags vergessen­ lässt. Die Geschichte von Bad Wimpfen ist bestimmt von Kelten, Römern und Staufen. Markant für das Stadtbild ist das Wahrzeichen „Blauer Turm“. Aus der Staufenzeit rührt ein Baudenkmal, welches noch heute das Stadtbild bestimmt. Es ist die größte Königspfalz­ nördlich der Alpen, mit ihren markanten Türmen, dem Steinhaus, dem Hohenstaufentor und der Pfalzkapelle.

… Lesen Sie weiter in der aktuellen AN BORD 3/21.