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Segler-Fest in Bremerhaven

Darauf freuen sich alle Schiffsliebhaber und Sehleute: die „lütte Sail“. Die Vorbereitungen für das maritime Fest in der Seestadt laufen weiter. Im August nehmen zahlreiche Schiffe aus Nah und Fern Kurs auf Bremerhaven. Vom 11. bis 15. August 2021 säumen sie die Kajen Bremerhavens und laden zur Besichtigung ein.
Flaggschiff der „lütte Sail“ wird die Alexander von Humboldt II sein, der markante Dreimaster mit den grünen Segeln, mit Heimathafen Bremerhaven. Ein Ja gab es auch von der Nao Victoria aus Spanien. Die 1991 gebaute Replik lässt das 1519 vom Stapel gelaufene Original wiederauferstehen und erinnert damit an die erste Weltumseglung von 1519 bis 1522 unter Ferdinand Magellan, dem damit die seinerzeit größte maritime Leistung gelang.

Foto: Helmut Gross/Erlebnis Bremerhaven

Das wuchtige Piratenschiff El Galéon sorgte wegen seines Aussehens bereits 2018 für Furore in Bremerhaven und wird 2021 ebenfalls dort erwartet. Der Dreimaster aus dunklem Holz scheint uralt, doch das Schiff ist die Replik des Typs, der unter der spanischen Krone vom 16. bis 18. Jahrhundert als Handelsschiff gesegelt ist. Es wurde erst 2009 in der südwestspanischen Hafenstadt Huelva erbaut.

Liebhaber historischer Schiffstypen bekommen auch bei der Earl of Pembroke glänzende Augen. Der englische Dreimaster ist ein Nachbau der berühmten Endeavour, mit der James Cook als englischer Entdecker 1770 Australien anlief. Bei Open Ship werden die Besucher auf den Spuren von Tom Hanks oder Halle Berry spazieren, die auf den Planken einen „Alice im Wunderland“-Film drehten.

Oft und gern gesehener Gast ist auch die Christian Radich aus Norwegen. Bereits 1937 lief sie vom Stapel und nur zwei Jahre später fand ihre erst Transatlantiküberfahrt nach New York statt. Auf dem majestätischen Windjammer werden seit jeher junge Trainees zu Seeleuten ausgebildet.


Mit dabei sein wird auch die Pogoria. 1980 in Gdansk gebaut, nahm die Barkentine am Tall Ship Race 1980 in der A-Klasse, der größten Segelschiffe der Welt, teil. Beide Wettfahrten dieser Regatta beendete das Schiff als erstes in seiner Klasse und erhielt den inoffiziellen Titel des „schnellsten Segelschiffes“. Sie wurde für Jugendliche vom Verein der „Eisernen Schäkel“ gebaut. Diese Einrichtung hilft Jugendlichen aus ganz Polen, sich mit dem Meer vertraut zu machen. Die vier gekreuzten Schäkel auf dem Rahsegel sind ihr Wahrzeichen.

Foto: Stiftelsen Christian Radich


Großer Nachfrage erfreuen sich schon jetzt die buchbaren Törns mit den Dreimast-Topsegelschonern Hendrika Bartelds und Swaensborgh und den Zweimast-Schonern Twister, Zephyr und Zuiderzee. Gäste wählen zwischen Törns zur Einlaufparade, einem Halbtagestörn hinaus auf die Weser oder einer abendlichen Fahrt zum Feuerwerk.


Täglich gibt es ein buntes Rahmenprogramm für die ganze­ Familie an Land und auf dem Wasser sowie Open Ship auf verschiedenen Schiffen. Zu den musikalischen Highlights gehören die Open-Air-Konzerte von Revolverheld (12.8.), Ben Zucker (13.8.) und Sarah Connor (14.8.).

Dr. Ralf Meyer, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Foto: enapress.com

Auf welches Schiff freuen Sie sich persönlich am meisten, Dr. Meyer?
Wir freuen uns natürlich über jedes Schiff, das wir zur „lütten Sail“ in Bremerhaven begrüßen dürfen. Besonders freue ich mich aber auf unser Flaggschiff Alexander von Humboldt II und auf die Earl of Pembroke.

Nachdem die Sail Bremerhaven 2020 im letzten Jahr abgesagt werden musste – was werden Sie als erstes auf der „lütten Sail“ 2021 tun?
Als aller erstes möchte ich die Freude der Gäste und meines Teams miterleben, die aufkommt, wenn die wundervollen Schiffe in die Häfen einlaufen, womit auch der Tourismus wieder an Fahrt aufnimmt.

Was wünschen Sie den Seeleuten und den Sehleuten für die Windjammerveranstaltung vom 11. bis 15. August 2021?
Wir wünschen uns, das wir nach der langen Phase der Pandemie ein friedliches Fest erleben und vor allem Gesundheit für alle Seeleute und Sehleute.

G:oteborg wird groß gefeiert

Stolze 400 Jahre alt wird das schwedische Göteborg in diesem Sommer.
Dagmar Lieder gratuliert der Stadt und stellt das Kreuzfahrtziel vor.

Sympathisch. Herzerfrischend unkompliziert. Humorvoll und entspannt – Mit genau diesem Genießer-Naturell heißt Göteborg seine Gäste willkommen. Schon immer und erst recht zum 400. Geburtstag der maritimen Stadt an der Westküste Schwedens. Gefeiert wird am 4. Juni 2021 – wegen Corona – im kleineren Stil und dann in zwei Jahren noch einmal richtig groß.


Immer mehr Besucher kommen auf dem Wasserweg in Schwedens zweitgrößte Stadt. Zuletzt zählte der Hafen 60 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen mit über 100 000 Passagieren. Göteborg hat seine Anlegeplätze schon im Vorfeld des Jubiläums hübsch gemacht – das altehrwürdige Amerikaterminal mit seiner zentralen Lage strahlt im neuen Glanz.


Wer nicht zum ersten Mal Kurs auf 57° 42‘ 25“ N, 11° 57‘ 59“ O nimmt und dann sachte unter Göteborgs Golden-Gate-Bridge, der Älvborgsbron, durchgleitet, merkt schnell, wie sich die Skyline der Stadt verändert hat. Am markantesten: Die neue Brücke mit den weißen Pylonen, die die über 80 Jahre alte Dame, die Götaälvbron ablöst. Doch aller neuer Architektur zum Trotz – die 600000-Einwohner-Stadt bleibt bodenständig, grün, ein Garant für Gourmetküche und ist innovativ zugleich – gerade erst hat „Lonely Planet“ Göteborg erneut den weltweit besten nachhaltigen Stadtaufenthalt attestiert.
Selbstverständlich, dass die Veranstaltungen zum 400. Geburtstag der Stadt von ihren Bürgern mit bestimmt sind. Auf der Suche nach einem Jubiläumssong durfte jeder Beiträge zum Wettbewerb einschicken. Gewonnen hat die inzwischen 23-jährige Katarina Hemlin. ”Vi vill leva, vi vill dö i Göteborg” – ihr Lied klingt jeden Tag pünktlich um 16.21 Uhr vom Glockenturm der Deutschen Kirche, um an das Geburtsjahr der Stadt zu erinnern.


Und sonst Einzigartiges für die coole Küstenstadt? Die staatlichen Alkoholmonopol-Läden offerieren speziellen Jubiläums-Schampus zum Anstoßen. Die ersten neuen Briefmarken des Jahres tragen natürlich Göteborg-Motive und heben auch die Bedeutung des Hafens– des größten in Skandinavien – hervor.
Kreuzfahrer lernen Göteborgs „Smultronställen“, also die Lieblingsplätze meistens bei einer Stadtrundfahrt kennen: Den Panoramablick von der Masthuggs-Kirche über die gesamte Stadt, die Fischmarkthalle „Feske­körka“. Die Flaniermeile Avenyn mit Poseidon-Brunnen, Theater, Kunst- und der Konzerthalle ist ein Muss; eine gemächliche Bootsfahrt mit „Paddan“ und deutschem Guide durch die Kanäle die Kür. Andere leihen sich Fahrräder, um die Umgebung, Parks oder den Botanischen Garten auf eigene Faust zu erkunden. Und Dritte zieht es mit Bus oder Straßenbahn raus an die Küste. Kleine Fähren und Passagierboote schippern von dort auf die oft auto-­freien Schären vor der Stadt mit ihren pittoresken Häusern. Natur pur.


Die Göteborger sind sich sicher: Die Stadt wächst Besuchern ans Herz – früher oder später egal, ob im Jubi­läumsjahr oder erst 2023.

Fotos: enapress.com, Dagmar Lieder

Astoria, das dienstälteste Kreuzfahrtschiff

Unter dem aktuellen Namen Astoria in Rotterdam durch die Insolvenz des letzten Charterers CMV aufgelegt und auf seine weitere Bestimmung wartend, hat dieser Oldtimer eine mehr als aufregende Vergangenheit aufzuweisen. Jürgen Saupe über die Historie des Schiffes.

Der Rumpf ist bereits 75 Jahre alt, doch für das gesamte Innenleben gilt das (Um)Baujahr 1994. Die heutige Astoria hat Vergangenheit – und was für eine! Bereits in ihrem ersten Leben sorgte sie als Stockholm für Schlagzeilen. Im zweiten Leben bot sie als Völkerfreundschaft sonnenhungrigen DDR-Bürgern Abwechslung. Und in all den Jahren kam das Schiff niemals wirklich zur Ruhe.

Bekannt wurde die 1946 bei den schwedischen Götaverken unter der Baunummer 611 für den Liniendienst Göteborg – New York der Svenska Amerika Linjen gebaute Stockholm (16144 BRT) durch die Kollision mit dem italienischen Passagierschiff Andrea Doria in der Nacht des 25. Juli 1956, etwa 100 Seemeilen vor New York. Der schwedische Liner bohrte sich mit seinem Bug in die Breitseite des italienischen Schiffes, das so schwer beschädigt wurde, dass es Stunden später mit 47 Toten sank. Dank des stabil gebauten Rumpfes konnte die Stockholm, auf der fünf Menschen der Kollision zum Opfer fielen, trotz ihrer schweren Beschädigungen mit eigener Kraft und langsamer Fahrt New York anlaufen. Einmal mehr bewahrheitete sich der Begriff „Qualität aus Schwedenstahl“. Auf der Bethlehem-Werft in New York erhielt die Stockholm innerhalb von drei Monaten ein neues Vorschiff.

Die Kollision, wenn auch gut überstanden, ließ das Schiff bei den Passagieren zu einem „Unglücksschiff“ werden. Die Reederei sah sich daraufhin gezwungen, den Liner zu verkaufen. Am 3. Januar 1960 fand im Hafen von Göteborg die Übergabe an die Regierung der damaligen DDR als neuem Eigner statt. Für 1,4 Millionen US$ konnte das Schiff erworben werden. In Völkerfreundschaft umbenannt und von der Deutschen Seereederei in Rostock (DSR) bereedert, wurde das Schiff genau 25 Jahre als Urlauberschiff für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) eingesetzt. Am 29. Januar 1985 wurde die Völkerfreundschaft aus dem aktiven Dienst herausgenommen, die DDR-Flagge jedoch erst ein halbes Jahr später am 5. Juli eingeholt. Ein geplanter Verkauf war in letzter Minute geplatzt….

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Fotos: Jürgen Saupe, Sammlung JSA

Unbekanntes Holland

In den Niederlanden trotzen die Menschen dem Meer seit Jahrhunderten.
Entstanden sind schöne Landstriche mit unzähligen Wasserwegen.
Die Region und das benachbarte Belgien ist prädestiniert für eine Flussfahrt, finden Stefanie Schnelli (Text) und Holger Leue (Fotos). Die Excellence Countess macht die Reise besonders schön.

Schwierig zu fassen, wie weit der Blick reicht. Die Weite lädt ihn ein, in die Ferne zu wandern und wieder zurück. Flaches Land. Topfeben. Nichts versperrt die Sicht auf den Horizont. Die höchste Erhebung der Wattinsel Texel vor der niederländischen Küste beträgt rund 20 Meter. Sie ist kein fester Hügel, sondern eine Düne, Sand.
Es geht vorbei an saftig grünen Wiesen, auf denen mollige­ Schafe grasen, an Häusern mit den typischen Reetdächern. Die Landschaft fasziniert, der viele Platz, die Ruhe und Natürlichkeit. Beim Aussteigen zerrt der Wind an Haaren und Jacke. „Sturm nennt ihr das?“, fragt Tanja und lacht. „Sturm ist für uns im Norden erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“ Tanja ist die Reise­leiterin an Bord der Excellence Countess, mit der die Gruppe eine Flussreise durch die Niederlande und Belgien unternimmt. Am riesigen Strand an der Nordspitze der Insel lässt sie ihre Schützlinge auf einem Spaziergang frische Luft schnappen.

Dem Wasser trotzen
Der Ausflug nach Texel ist nicht das erste Mal, dass die Passagiere der Excellence Countess vom Reisebüro Mittelthurgau die niederländische Weite erleben. Eine Woche lang erkunden sie das Land, werden von ihrem eleganten schwimmenden Hotel von einem Ort zum anderen geführt. Die Excellence Countess ist dabei ein Erlebnis an sich. 2019 getauft, überzeugt sie mit Stil, hohem Komfort und grosszügigen Räumlichkeiten. Auffallend grosse Fenster und viel Glas sorgen für reichlich natürliches Licht und eine entspannte, einladende Atmosphäre vom ersten Augenblick an. Die Rundreise „Holland-IJsselmeer“ startet und endet in Nijmegen, führt in den Süden, nach Zeeland, und bis in den Norden. Auf dem Programm stehen kleine Orte wie Middelburg oder Metropolen wie Amsterdam, Naturausflüge wie Friesland oder die Besichtigung von technischen Bauten wie die Deltawerke…

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Fotos: Holger Leue/leue-photo.com, enapress.com

Goldener Herbst an der Mosel

Die Mosel ist sicher einer der schönsten Flüsse Deutschlands. Besonders lohnt sich eine Fahrt mit herbstlichen Farben. Das begeisterte Albert Rohloff (Text) und Oliver Asmussen (Fotos) auf der LADY DILETTA.

Behäbig fließt die Mosel unter dem Kiel hindurch. In Sichtweite gabelt sich der Fluss. Eine überschaubare, bewaldete Insel inmitten des Flusslaufs. Krüppelige Bäume, wucherndes Unterholz. Ein Paradies für Tom und Huckleberry.
Beste Zeit für Tagträume. Aber das Erwachen bringt keine Enttäuschung. Auf dem Tisch steht ein kühles Bier, das golden in der Nachmittagssonne leuchtet. Dahinter ziehen Flussinseln und Weinberge vorbei, Dörfer mit spitzen Kirchtürmen, am Ufer Kinder, die Steine in die grünen Algen der Mosel werfen, Graureiher und gründelnde Schwäne. Die Zeit vergeht langsam, passt sich der Fahrt des weißen Schiffes auf dem Fluss an. Sie ist da und nimmt sich die Zeit, die sie braucht.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Selbst spannende Ereignisse verlaufen gelassen. Die Passage einer Schleuse dauert mit Wartezeit und Manöver schon mal ein bis zwei Stunden. Und wer in der Ferne auf einer Anhöhe eine pittoreske Burgruine entdeckt, kann noch in Ruhe die Kamera aus der Kabine holen.
„Flussreisen hat etwas mit ‚zur Ruhe kommen‘ zu tun. Unser Entertainment liegt rechts und links vom Schiff. Da brauchen wir keine Action, müssen nicht aufdrehen“, bestätigt Kreuzfahrdirektorin Alexandra Cortese. Und weiter: „In diesen Zeiten ist es eh nicht angebracht, Menschen mehr als notwendig zusammen zu führen. So haben wir bewusst auf Veranstaltungen verzichtet, in denen man die Lounge brechend voll sehen will. Aber es wird auch wieder Zeiten geben, in denen man darüber nachdenkt, Fahrten unter ein bestimmtes Motto zu stellen, Künstler engagieren oder passende Vorträge zu halten.“

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Über Lautsprecher werden die Gäste zu Kaffee und Kuchen geladen. Nur jetzt zeigt sich, dass das Schiff gut belegt ist. Die etwa 155 Passagiere verteilen sich weitläufig auf der 135 Meter langen und maximal 173 Passagiere aufnehmenden Lady. „Wir werden von den Behörden wie ein Hotel betrachtet, die ja auch auf Hygiene-Regeln achten müssen und dennoch alle Zimmer belegen dürfen“, erläutert Alexandra.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die durchaus beachteten Corona-Regeln sind problemlos einzuhalten. Einbahnstraßenregelungen machen es ebenso möglich, wie die Verteilung der Gäste auf zwei Tischzeiten mittags und abends. Auf den Wegen zur Kabine oder zum Tisch trägt jeder seine Maske. Nur selten müssen die Crew-Mitglieder daran erinnern. Es ist, als ob alle an Bord froh sind, wieder unterwegs sein zu dürfen….

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Fluss, Wein, Kulinarik und Romantik

Es gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu, in einer Zeit mit sich ständig überschlagenden Covid 19-Reisewarnungen eine Kreuzfahrt anzubieten, die in jedem Moment auch wieder abgesagt werden kann. nicko cruises hat es getan, allerdings wohl kalkuliert und optimal vorbereitet. Peer Schmidt-Walther hat sich davon überzeugen können.

Während überall Kreuzfahrtschiffe stillliegen, hat der Veranstalter das Reederei-Partnerschiff MS RIVER VOYAGER auf die Reise geschickt. Dafür wurde ein umfangreiches Hygiene-Maßnahmenpaket geschnürt, um die notwendigen Abstandsregeln sowohl an Bord als auch während der Ausflüge gewährleisten zu können. Schon zu Hause mussten die Gäste einen Infektionsschutz-Fragebogen ausfüllen und später vorlegen. Unter Aufsicht des Schiffsarztes Dr. Thomas Neumann wurde dann ein kostenloser Sars-CoV-2-Antikörper-/Antigen-Schnelltest samt Fiebermessung vorgenommen.

Foto: PSW

Crew-Vorstellung in der Lounge vor dem Gala-Begrüßungs-Abendessen, normalerweise in einer, jetzt in zwei Gruppen. Kreuzfahrtleiter Ferdinand Selig gibt sein Bestes und sprüht vor guter Laune. Die Gäste sind entzückt. Die nächste Show kommt bald: mit der Einfahrt in die erste Schleuse. Alle Rang-Plätze auf dem Vor- und Achterdeck – das Oberdeck ist wegen zu niedriger Brücken gesperrt – sind komplett belegt, besonders die unter den Heizsonnen, denn es ist schon herbstlich kühl.

Behutsam fädelt der Kapitän seinen „Dampfer“ in die schiffsenge Kammer ein. Dass dabei auch mal leicht die Schleusenwände touchiert werden können und Gläser ins Schwanken geraten, ist normal. Aber das Manöver bleibt sanft wie in allen 51 folgenden Schleusen bis Frankfurt.
Nach dem portionsmäßig wohldosierten Fünf-Gänge-Menü, das auf weitere Gaumenfreuden hoffen lässt, herrscht Ruhe im Schiff, nur der mächtige Strom gluckert seine Fans in den Schlaf und dem ersten Urlaubstag entgegen. Da kann man nur träumen von einer „inspirierenden Zeit auf dem Wasser“, wie es Ferdinand Selig formuliert, und dass man mit jedem Flusskilometer mehr Abstand von der Hektik des Alltags gewinnen möge: Wenn „malerische Dörfer“ erlebt werden, „pulsierende Metropolen, mittelalterliche Burgen und Landschaften, die in ihrer ganz eigenen, naturgegebenen Geschwindigkeit an Ihnen vorbei ziehen –, der Strömung des Wassers“

Foto: PSW

Voraus die zwei mächtigen grauen Türme des St. Peter Doms; an Backbord ein künstlicher Sandstrand. „Willkommen in Regensburg, dem größten Schifffahrtshafen Bayerns!“, begrüßt ein Schild in Riesenlettern die Kreuzfahrer. Regensburg liegt den Gästen quasi zu Füßen, der nördlichste Punkt der Donau…

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Klare Linien für ANDREA

Die ANDREA verstärkt seit Ende Juni die Flusskreuzfahrtflotte bei Phoenix Reisen.
Oliver Asmussen hat sich auf dem Neuzugang umgesehen.

In einer kleinen, feierlichen Zeremonie wurde die Andrea am 30. Juni vom Bonner Veranstalter Phoenix Reisen in Dienst gestellt. Taufpatin ist passenderweise die Namensgeberin Andrea Lejckova-Rijfers, Gattin des Reeders. MS Andrea ist ein Schwesterschiff der 2018 getauften MS Alena bzw. 2017 in Fahrt gegangenen MS Asara und wird ebenso bereedert von der niederländischen Reederei Rijfers.

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea gehört mit 135 m Länge und 11,4 m Breite zu den größeren Flusskreuzfahrtschiffen. Die unter der Charterflagge von Phoenix Reisen fahrende Andrea beherbergt maximal 190 Passagiere auf drei Kabinendecks. Ein Großteil der 15,5-17qm großen Kabinen verfügen über einen französischen Balkon. Das Foyer zeigt sich wie bei den älteren Schwesterschiffen in dezentem, ansprechenden Farbdesign. Das Ambiente ist gemütlich und stylisch zugleich. Ein gewisser Landhausstil vermittelt Gemütlichkeit.

Das Foyer ist sehr hell, harmonische Farbtöne erfreuen das Auge und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept rundet das Gesamtbild ab. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Design-Ausrutscher. Die jüngere Zielgruppe pflegt zu sagen „Das Schiff ist schick und cool.“ Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander, von einer kleinen Empore ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Neptundeck befinden sich neben Zweibett-, Dreibett- und Einzel-Außenkabinen (Fenster nicht zu öffnen) auch eine Sauna sowie ein kleiner Ruhebereich mit separater Duschkabine.

Auf dem darüber liegenden Saturndeck sind Zweibett-Kabinen, sowie auch Zweibett-Kabinen zur Alleinbenutzung – alle mit französischem Balkon – und das große Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ untergebracht.

Das Panorama-Restaurant überzeugt durch viel Helligkeit und mit freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter bis sehr guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät. Der Zugang zum Restaurant erfolgt über das offene Haupttreppenhaus bzw. den Lift, welcher die Kabinendecks miteinander verbindet…

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Die Farben der Südsee

Die Fidschi-Inseln sind ein Paradies für Schnorchler und Taucher. Martin Müller (Text) und Holger Leue (Fotos) fuhren an Bord der REEF ENDEAVOUR durch das Archipel.

Ilisoni Vibosi, der famos überkandidelte Hospitality Manager der MV Reef Endeavour, versprüht den umwerfenden Charme der Fidschianer. Ein landestypisches Mannsbild von einschüchternder Rugbyspieler-Statur, überwältigt er uns bei der Begrüßung an Bord spielend mit einem Strahlen, das bis zur keck am Ohr flatternden Hibiskusblüte reicht. Exzentrisch, lässig und zugleich im maßgeschneiderten Habitus, setzt Ilisoni den lebensfrohen Ton für unsere Seereise zwischen entlegenen fidschianischen Inseln.

Foto: Holger Leue/leue-photo.com

Wir sind im Westen des Inselstaats unterwegs. Die Yasawas ragen im trockenen Lee der Hauptinseln gebirgig aus dem Pazifik. Hier ist Fidschi von kaum berührter Natur und versprengtem Dorfleben ohne Supermärkte und Bankautomaten geprägt. Die Gastlichkeit kommt ohne Schnickschnack aus und ist in lokales Leben gebettet. Die flotte Fähre Yasawa Flyer macht hier täglich die große Runde zwischen dem Hafen Denarau auf Viti Levu und den Archipelen der Mamanucas und Yasawas. Samthäutige skandinavische Twens und von allen Sonnen gegerbte Best Ager lassen sich in den Insel-Resorts für einen Südsee-Urlaub zwischen Wandern, Dösen, Schnorcheln und Tauchen absetzen. Während wir auf der kaum mittelgroßen Reef Endeavour zwar keine waschechte Entdecker-Kreuzfahrt erleben, dafür aber ein Movie ins unendlich Blaue. Die Stimmung unter den maximal 130 Gästen an Bord könnte entspannter nicht sein. Für Australier und Neuseeländer ist Fidschi ein Katzensprung, weshalb manche Wiederholungstäter sind. Oft ist das schnittige weiße Schiff nur halb ausgelastet, weshalb schnell Intimität und Kameraderie den herzlichen englischen Umgangston bestimmen. Auch die Kleidung ist leger, nur zum Kapitänsdinner kramt man lange Hose und schickes luftiges Kleid hervor. Bei Dorfbesuchen sind mindestens lange Shorts angesagt, Tank Tops und Baseballcaps tabu. Die praktisch und luxusfrei gestalteten Kabinen in Ocker- und Walnusstönen auf den drei Wohndecks sind 14 und 28 qm groß. Die meisten Passagiere nutzen sie nur zum Schlafen, verbringen viel lieber Zeit auf dem Sonnendeck, im Gespräch oder schlendern für den Tagescocktail zum freundlichen Barmann. Der Pool wird fast nur von Kindern benutzt, während die Eltern sich auf die nächste Schnorchel- oder Landtour vorbereiten…

Foto: Holger Leue/leue-photo.com

… Lesen Sie weiter im Printheft 3/2020.

Fotos: Holger Leue/leue-photo.com

Flusskreuzfahrt modern

Die Flusskreuzfahrt zu verjüngen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. nicko cruises hat mit der nickoVISION alle Voraussetzungen geschaffen und das Produkt kommt gut an. Das ist kaum verwunderlich: Drei Restaurants und eine lange Tischzeit, moderne Kabinen und aktivere Ausflüge sprechen für sich, findet Peggy Günther.

Achtzehn Uhr – Abfahrt in Wien. Viele Gäste der nickoVISION stehen noch an Deck, genießen den Blick auf die Strände der Donauinsel. Manche bestellen einen Aperitif in der Lounge und suchen sich dabei schon mal optisch einen Tisch im Hauptrestaurant aus. Der lichtdurchflutete Übergang zwischen Bar und Restaurant ist zwischen den Decks fließend gestaltet. Einige Passagiere entscheiden sich für einen Platz am Heck mit Blick aufs Fahrwasser in Mario‘s Grill. Hier werden unter anderem Steaks und Lachs serviert. Außerdem lockt noch das intime Spezialitätenrestaurant „Manhattan“ mit Jazzclub-Atmosphäre und festem Menü. Dank drei kulinarischer Alternativen herrscht eine entspannte Stimmung an Bord. Niemand muss pünktlich beim Abendessen sitzen und trotzdem läuft der Service zügig ab. Das ist ein Novum in der Flusskreuzfahrt.

Zum Wohlfühlfaktor trägt auch das moderne Design bei. Der Gast wird von einem schicken Interieur in Blau und Beige, kombiniert mit dunklen Hölzern empfangen. Das Konzept stammt aus der Feder von Robert Reitsma, dem kreativen Kopf der Reederei Scylla, dem Eigner der nickoVISION. Die gut geschnittenen Kabinen messen 14 Quadratmeter und ihre vierte Wand besteht auf dem Ober- und dem Mitteldeck komplett aus Glas. Entspannen mit Blick ist auch in der Sauna oder im kleinen Fitnessraum auf dem Hauptdeck möglich. Das frische Konzept wendet sich an ein jüngeres Publikum: Die nickoVISION ist ein Schiff für die Generation 60 plus. Und da diese oft noch deutlich fitter sind als die 70- bis 80-jährigen, sind nun auch aktivere Ausflüge im Programm: mehr Stadtrundgänge statt Busfahrten.

Das lässt sich auf den Donaufahrten hervorragend umsetzen: Das historische Ybbs können die Passagiere beispielsweise wunderbar vom Anleger aus zu Fuß erkunden. Zwischen Salzamt und Weinmaut läuft man durchs Sandtörl in die Altstadt, wo die Donauschiffer früher in 14 Wirtshäusern die schwierige Passage des Strudengaus feierten…

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Fotos: Peggy Günther, enapress.com

Quarantäne brechen mit Mark Twain

Quarantäne, Einreiseverbote und geschlossene Häfen: Was in Corona-Zeiten für Kreuzfahrtgäste ein hoch aktuelles Ärgernis ist, gab es auch schon vor über 150 Jahren. Wie der Schriftsteller Mark Twain auf seiner Seereise trickreich die behördlichen Anordnungen unterlief, berichtet Karsten Eichner.

Der illustre Passagier aus Übersee ist am Boden zerstört: Zum ersten Mal fährt er per Schiff nach Griechenland – und soll nun wegen strenger Quarantäne-Bestimmungen nicht ins Land der klassischen Antike einreisen und die Akropolis aus der Nähe sehen dürfen. Was in den vergangenen Wochen zahlreiche Kreuzfahrtgäste in Südostasien, der Karibik und anderswo schmerzhaft erlebt haben, das ist bereits anno 1867 auch dem amerikanischen Autor und Reiseschriftsteller Mark Twain (1835-1910) auf seiner Seereise durchs Mittelmeer passiert. Damals grassiert in weiten Teilen Europas eine erneute Cholera-Epidemie, und die örtlichen Behörden fahren schwere Geschütze auf: Spanien und Malta dürfen gar nicht angesteuert werden, auch Lissabon ist tabu, in Norditalien herrscht die Seuchen-Angst und in Griechenland gilt vor Einreise zumindest eine elftägige Quarantäne.

Kein Landgang für 40 Tage

Mark Twain (Samuel L. Clemens, 1835-1910) Foto: Brian – stock.adobe.com

Quarantäne – das bezeichnet seit der großen Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert die Zeitspanne von ursprünglich 40 (lat.: quadraginta) Tagen. In diesem Zeitraum wurde allen Seeleuten aus pestverdächtigen Schiffen der Landgang verwehrt. Auch Mitte des 19. Jahrhunderts sind die hygienischen Bedingungen in Südeuropa noch alles andere als vorbildlich und leisten damit der Pandemie Vorschub – ein Schock für die Touristen aus Übersee. Den bekommt Twain beispielsweise beim Landgang in Civitavecchia, noch heute dem bevorzugten Kreuzfahrthafen für Tagesausflüge nach Rom. Twain notiert staunend und mit unverhohlenem Sarkasmus über die Bewohner: „Sie sind sehr unsauber, diese Leute (…). Wenn sie jemanden mit einem sauberen Hemd sehen, erregt das ihre Verachtung. Die Frauen waschen an den öffentlichen Brunnen in den Straßen den halben Tag lang Wäsche, aber die gehört wahrscheinlich jemand anderem.“ Anderswo ist es kaum besser: In einem öffentlichen Badehaus in Mailand muss Twain aus der Wanne heraus eine halbe Stunde lang in allen möglichen europäischen Sprachen lautstark rufen, bevor er ein Stück Seife erhält…

Cadiz

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Fotos: enapress.com, Brian – stock.adobe.com, neirfy – stock.adobe.com