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Mit Picasso in den Pazifik

Es gibt in diesen Tagen Reedereien, die schauen mit gebannter Sorge auf die Werften. Bei der Einhaltung der Ablieferungstermine sind angesichts übervoller Auftragsbücher einige Werften für Kreuzfahrtschiffe gerade am Limit. Nicht so in Ancona, wo die neue SEVEN SEAS SPLENDOR gebaut wird. Frank Behling berichtet.

Am 6. Februar soll der Neubau von Regent Seven Seas Cruises, die SEVEN SEAS SPLENDOR, von Barcelona aus nach Miami zur Jungfernfahrt starten. Der Termin war nie in Gefahr – die Werft hat pünktlich geliefert. Im März 2018 wurde der Bau begonnen und bereits am 15. September war das 224 Meter lange Luxuskreuzfahrtschiff im Hafen von Triest erstmals zu bewundern.

Bei der Termintreue ist die Fincantieri-Werft in Ancona an der Adria bekannt. Das auf kleine und mittelgroße Kreuzfahrtschiffe fokussierte Unternehmen hat mit der SEVEN SEAS SPLENDOR das zweite von drei Schiffen der neuen „Explorer“-Klasse gebaut. 750 Passagiere und 542 Crewmitglieder sollen mit dem eleganten Schiff im Design einer Luxusyacht zukünftig entlang der Küsten Europas, der Karibik und bis in den Pazifik reisen.
Die ersten Ziele sind nach Florida die Karibik, Kalifornien und dann das westliche Mittelmeer. Auf den 14 Decks des Schiffes gibt es dabei nicht nur die klassische Einrichtung, die mit großzügiger Raumgestaltung glänzt.
Das offene Raumkonzept dient vor allem auch der Präsentation der Kunst. Die Reederei hat beim Design des Neubaus fünf Millionen US Dollar in eine kuratierte Kunstsammlung investiert. Diese Sammlung umfasst Werke von 200 Künstlern aus aller Welt. „Die Kunstsammlung ist eine der anspruchsvollsten Sammlungen musealer Kunst des 20. Und 21. Jahrhunderts auf See“, sagt Frank del Rio, Präsident von Norwegian Cruise Line Holding, zu der auch die Luxusmarke Regent Seven Seas Cruises gehört.
Höhepunkte sind dabei die beiden Werke „Le Taureau Noir“ und „Notre Dame de Vie“ von Pablo Picasso, die in der Regent Suite und dem Restaurant „Prime 7“ hängen. In dem Restaurant hängen auch Werke von Eduardo Arranz-Bravo. Weitere Künstler sind Juan Roberto Diago, Wifredo Lam, Joan Miro und Roberto Matta…

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Fotos: enapress.com, Regent Seven Seas Cruises

„Costa Smeralda“ – Start in eine neue Ära

Für Stammkunden der Reederei Costa hat der Start in eine neue Ära begonnen. Nach dem Jahrzehnt der glitzernden und gläsernen Schiffbaukunst italienischer Werften, startet das Jahrzehnt der eleganten Funktionalität. Die Costa Smeralda eröffnet diese Ära. Seit Weihnachten ist das neue Flaggschiff für Costa in Dienst. Frank Behling war an Bord.

„Die Costa Smeralda ist das, was ein neues Zeitalter ist“, so Neil Palomba bei der Präsentation des Neubaus am 18. Dezember im Barcelona. Auf den Tag hatte die gesamte Costa-Crew sehnlichst gewartet. Der Bau des Schiffes war auf der Meyer Turku Werft auf der Zielgeraden ins Stocken geraten und erst zwei Monate später als geplant beendet worden.
Das, was die finnischen und deutschen Konstrukteure der Meyer-Gruppe aber geliefert haben, verzückt Palomba. „Wir haben nicht nur irgendein neues Schiff, wir haben hier auch das Schiff mit der besten Nachhaltigkeit“, so der Costa-Präsident.
Der 337 Meter lange und 42 Meter breite Neubau ist ein Schiff der neuen Helios-Klasse der Carnival-Gruppe. Das deutsche Schwesterschiff ist die AIDAnova, die die gleiche Plattform hat. Das bedeutet, die Decks 1 bis 3 mit Maschinenräumen, Lagerräumen und den großen LNG-Tanks sind exakt baugleich.

Oberhalb von Deck 4 beginnt die neue Costa Welt. Und genau die wird Costa-Vielfahrer verzaubern. Die Aufzählung der 15 Restaurants und 17 Bars wäre das Eine. Es ist aber die Anordnung, die Aufteilung der Räume an Bord, die den besonderen Charme ausmacht. Die Architekten rund um Adam Tihany und die Hamburger Partnership Design-Crew haben den Schwerpunkt auf die Entdeckung der Räume gesetzt.
Die Zeiten gigantischer Atrien, großer Theater und langer Promenaden sind vorbei. Wer über die Costa Smeralda geht, der braucht Zeit und Ruhe. „Es ist ein komplett neues Konzept. Der Passagier wird in das Schiff eintauchen und es erkunden“, so Palomba.
Beispiel Außendeck. Mehrere Pools und ein großer Aquapark bestimmen das Zentrum. Von diesem Zentrum aus geht es zu den großen Ruhezonen am Heck und über dem Bug. Die Zahl der Sonnenplätze ist bei der Costa Smeralda so groß wie bei keinem anderen Costa-Schiff. Die Oberdecks-Architektur unterscheidet sich mit den weitläufigen und geschwungenen Brücken und Schrägen auch deutlich von der AIDAnova.
Einen großen Unterschied zum deutschen Schwesterschiff auch auf den Promenadendecks 6 bis 8. Durch den Verzicht auf die unteren Balkonkabinen bietet die Costa Smeralda die Lungomare Riviera – eine um das ganze Schiff verlaufende Promenade. Sie bietet auf Deck 8 auch einen unverbauten Blick nach vorn aufs Meer….

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Fotos: Frank Behling, Costa Kreuzfahrten

Frische Farben und Landstrom

Phoenix Reisen machte die Artania auf der Lloyd Werft in Bremerhaven fit für die Weltreise 2019/2020 und überraschte nicht nur mit Young Generation Möbeln in frischen Farben. Oliver Asmussen berichtet.

In den vergangenen Jahren hat Phoenix Reisen etliche Millionen Euro in die Modernisierung der Artania fließen lassen, die im Jahr 2011 von P&O Cruises als Artemis übernommen wurde. Der 44.588 BRZ große, schmucke Kreuzfahrer mit Baujahr 1984 war schon bei seiner Indienststellung als Royal Princess seiner Zeit weit voraus. Kein anderes Kreuzfahrtschiff hatte seinerzeit so viele Balkonkabinen zu bieten und verfügte über ähnlich viele Außendeckflächen. Heute, rund 36 Jahre nach der Jungfernfahrt, ist die Artania technisch auf dem neuesten Stand. Das 231 m lange Kreuzfahrtschiff erfüllt alle Standards, die für weltweite Kreuzfahrten in den kommenden Jahren gefordert werden. So wurden nun auf der Lloyd Werft die Räumlichkeiten vorbereitet, um im kommenden Jahr die Technik für einen Landstrom-Anschluss zu komplettieren.

Ab sofort mit Marinediesel statt Schweröl
Um den verschärften, internationalen Bestimmungen für den Ausstoß von Schadstoffen, insbesondere von Schwefel, Feinstaub und Ruß gerecht zu werden, sind die Tanks komplett gereinigt worden. Die Artania fährt ab sofort nur noch mit dem deutlich umweltfreundlicheren Marinediesel. Die vier Hauptmotoren wurden bei einem langen Werftaufenthalt im Herbst 2014 komplett ausgewechselt und bieten nahezu perfekte Voraussetzungen, um für viele weitere Jahre auf einem technisch sehr hohen Niveau unterwegs zu sein. Sämtliche Generatoren und Zuleitungen sind in den letzten acht Jahren durch neue Technik ersetzt worden, so verfügt die Artania auch über eine neue Anlage zur Abwasseraufbereitung.

Nicht nur 272 Kabinen renoviert
Bereits seit über acht Jahren fährt das von Lady Diana getaufte Kreuzfahrtschiff nun unter der Charterflagge von Phoenix Reisen und ist seither auf allen Decks mindestens einmal renoviert worden. Beim aktuellen Werftaufenthalt haben insgesamt bis zu 1.300 Menschen dafür gesorgt, dass die Artania am 12. Dezember fein herausgeputzt mit neuen Gästen von Hamburg aus in See stechen konnte. Rund 1,2 Millionen EUR sind bei diesem Werftaufenthalt in die technischen Bereiche geflossen. Es wurden beeindruckende 65km Kabel neu verlegt und 272 Kabinen auf Deck 4 und 5 renoviert. Die Leuchtmittel in den Kabinen wurden komplett auf LED umgestellt. Es wurde aber auch in anderen Bereichen zum Teil auffällig renoviert….

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Fotos: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Zwischen Olivenhainen und Weinbergen

Beeindruckende Natur, alte Städte und ein Schiff mit Geschichte. Axel Scheibe war mit der TARIN und per Rad unterwegs durch Istrien.

Was eignet sich besser, um Istrien kennenzulernen als ein Schiff. Dazu noch eines mit Tradition und, wer an seine Gesundheit denkt, eines mit Fahrrädern an Deck. So wie die TARIN. 1943 gebaut, ursprünglich gedacht und genutzt für Frachttransporte erhielt sie 2004 eine komplette Runderneuerung und Umgestaltung. Seither ist sie mit ihrem 450 PS starken Motor und bis zu 20 Passagieren vor der Küste Istriens unterwegs. Fünf Besatzungsmitglieder kümmern sich um das Wohl der Gäste und um die Fahrräder. Die sind wichtig. Wer sich für eine Kreuzfahrt auf der TARIN entscheidet, entscheidet sich auch für die Kombination Rad/Schiff. Das bedeutet, während das Schiff im Hafen liegt oder bereits den nächsten Liegeplatz ansteuert, geht es täglich mit dem Drahtesel auf Tour. Auf zwei Rädern kommt man Land und Leuten am nächsten und kann die grandiose Landschaft in vollen Zügen genießen.

Das hat sich auch bis über den Großen Teich hinweg herumgesprochen und so ist es heute eine 18-köpfige Gruppe rüstiger Rentner aus New Jersey, die im Hafen von Pula das Schiff entert. Vorfreude im Gesicht und an mancher Tasche baumelt bereits der Fahrradhelm.
Die Maße der TARIN von 22 m in der Länge und 6,20 m in der Breite sind überschaubar. Kein Wunder, dass es dann auch in den Kabinen recht eng zugeht. Mit rund 8 Quadratmetern gehören sie wohl sicher zu den kleinsten ihrer Art. Praktisch eingerichtet, das ist ok. Doch mit einigen Komforteinbußen muss man leben. Es sind die Erlebnisse, die in den kommenden Tagen durchaus dafür entschädigen, dass es selbst unter Jugendherbergsbedingungen luxuriöser zugeht. Nun gut, das Wetter spielt mit, und so beschränkt sich die Kabinennutzung letztlich sowieso nur auf die Nacht. Begehrter sind die luftigen Plätze im Außenbereich und bei Sonnenanbetern die Liegen ganz oben, dort wo man dem blauen Himmel am nächsten ist. Wer sich für Istrien entscheidet, entscheidet sich für kristallklares Meer, Sonne, romantische kleine Städte, das wahrscheinlich beste Olivenöl der Welt (Die Einheimischen sind zumindest davon überzeugt.) und nicht zu vergessen edle Weine. Die Luft ist voll vom Duft der Pinien. Besonders für die, die sich aus den Städten und von den Küsten ins Hinterland wagen, wo Weinreben an sonnenverwöhnten Hängen wachsen. Zypressenumsäumte Alleen weisen den Weg. Die Radreiseleiter Ina und Alwin sind immer zur Stelle, wenn es einmal klemmt. Und erzählen Interessantes, Spannendes und Überraschendes aus und über ihre Heimat. So wie Weinberge und Olivenhaine sich abwechseln, so wechseln sich auch die einladenden Wegweiser ab, die zu Oliven-oder Weinproben in die kleinen malerischen Dörfer einladen….

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Fotos: Axel Scheibe, enapress.com, concept w – stock.adobe.com

Feuerwerk der Aktivitäten

Wie viel Sonnendeck braucht ein modernes Kreuzfahrtschiff? Diese Frage steht heute nicht immer im Fokus moderner Schiffsentwickler. Auf dem jüngsten Neubau der Norwegian Cruise Line hat der Passagier mehr Möglichkeiten für Abenteuer als für ein Sonnenbad. Die neuen E-Sports stehen dabei ganz besonders im Fokus. Auf der NORWEGIAN ENCORE schaute sich Frank Behling um.

Die 20 Decks des jüngsten Schiffes der Breakaway-Klasse wurden am 31. Oktober von der Meyer Werft an die US-Reederei ausgeliefert. An Bord des 333 Meter langen und 20 Decks hohen Schiffes sind nicht nur Kabinen für rund 4000 Passagiere. An Bord wurde auch modernste Unterhaltungs-Technik eingebaut, die für Technik- und Spiele-Nerds keine Wünsche frei lässt.
Ein Herzstück ist dabei ganz oben im hinteren Drittel, hoch oben auf Deck 18. Über der gesamten Schiffsbreite und über zwei Decks verläuft dort ein 350 Meter langer Parcours der längsten Kartbahn der Meere.

Die Konstrukteure der Meyer Werft haben den Parcours mit einer Gesamtbreite von 50 Metern auf das nur 41 Meter breite Schiffe gebaut. An beiden Seiten ragen die Kurven sogar jeweils vier Meter über die Außenwand des Schiffes.
Das Rennen mit kleinen Rennautos mit Elektroantrieb ist aber nur ein Baustein in der Erlebnis-Strategie der Konstrukteure der Meyer Werft. Umrahmt wird die Bahn von den beiden gigantischen Wasserrutschen Ocean Loop und Aqua Racer.
Die NORWEGIAN ENCORE ist ein Funpark für Technikfreaks. Direkt hinter der Kartbahn ist die Laser-Tag-Arena unter freiem Himmel am Heck. Passagiere mit einer guten Koordination von Auge und Arm und dem nötigen Teamgeist können dort ihre Geschicklichkeit mit Laser-Waffen unter Beweis stellen. Die Frage, warum dafür das Sonnendeck weichen musste, wird beim Blick auf die Preisliste deutlich. Bei knapp 10 Dollar pro Person in der Laser-Tag-Arena und 16 Dollar für die Kartbahn werden deutlich mehr Umsätze erzielt als mit Liegestühlen.

Während die Kartbahn und die Arena unter freiem Himmel sind, gibt es ein Deck tiefer den „Galaxy Pavilion“.
Ohne Altersbeschränkung kann dort mit Virtual Reality mit Lenkdrachen durch Schluchten geflogen, mit Rennautos kurvenreiche Küstenstraßen abgefahren und mit einem Jeep vor Dinosauriern aus dem Jurassic-Park entkommen werden. Hier kosten die Spiele zwischen 7 und 20 Dollar.
Ein Escape-Room mit dem Abstieg in die versunkene Stadt Atlantis setzt dagegen auf den Teamgeist bei der Lösung komplexer Rätsel zur Wiederauferstehung. Bei der Ausstattung wurden an Bord der NORWEGIAN ENCORE viele Elemente der ein Jahr zuvor in Dienst gestellten NORWEGIAN BLISS optimiert….

Fotos: enapress.com, Frank Behling

Glanz zum Jubiläum

Im Februar wird bei Regent Seven Seas Cruises gefeiert. Die amerikanische Luxusmarke wird 30 Jahre alt. Zum Jubiläum beschenkt sich das Unternehmen mit einem neuen Flaggschiff. Die SEVEN SEAS SPLENDOR wird im Januar die Fincantieri Werft in Ancona verlassen. Es kommt ein Schiff für das oberste Segment der Luxus-Reisen, berichtet Frank Behling.

Als sich 1990 Manager aus dem Umfeld der noblen Hotelmarke Radisson mit norwegischen Reedern zusammentaten und die Ausweitung des Hotelprodukts aufs Meer besiegelten, wurde der Grundstein für das gelegt, was jetzt unter dem Namen Regent Seven Seas zu den exklusivsten Angeboten im Kreuzfahrtmarkt gehört.
An den ersten Neubau erinnert dabei jedoch nur noch ein wenig das Logo. Das 1992 in Dienst gestellte Doppelrumpfschiff RADISSON DIAMOND hat längst seinen Platz als Spielkasino vor Hongkong gefunden. Das neue Flaggschiff SEVEN SEAS SPLENDOR wurde weniger als Hotel, sondern mehr im Stil einer Megayacht mit exklusivem Service gebaut.

Seit 2014 die Reederei als Luxus-Marke unter das Dach von Norwegian Cruise Line kam, wird am Ausbau der Flotte gearbeitet. Die im Februar 2019 aufgeschwommene SEVEN SEAS SPLENDOR wird nach der Auslieferung bei Fincantieri als fünftes Schiff in Fahrt kommen und am 6. Februar von Barcelona aus die Transatlantikreise nach Miami antreten.
Die Fincantieri Werft in Ancona ist bekannt für die yachtähnlichen Produkte. Ein Schiff mit 55000 BRZ und 377 Suiten für rund 800 Passagiere ist auf dem Papier schon eine Besonderheit im Markt. Alle Suiten haben Balkone. Das Raumangebot in den Suiten reicht von 24 bis 413 Quadratmetern.
Für die Zahlenfreunde: Ein Passagier hat rechnerisch 68 BRZ zur Verfügung – das ist glatt das Doppelte im Vergleich zu einem der vergleichbaren großen Schiffe der Vier-Sterne-Kategorie.
Mit 560 Crewmitgliedern ist der Buttler-Service ein Standard auf dem 223 Meter langen Neubau. Die SEVEN SEAS SPLENDOR folgt der drei Jahre älteren SEVEN SEAS EXPLORER. Mit nur sieben Passagierdecks ist das Schiff fast familiär.
Und dennoch werden Freunde der Regent-Flotte den Luxus der vier kleineren Schiffe SEVEN SEAS EXPLORER, SEVEN SEAS NAVIGATOR, SEVEN SEAS MARINER und SEVEN SEAS VOYAGER nicht vermissen. Reisen mit Regent ist in der Wertigkeit eines der besten internationalen Produkte: In den Reisepreis sind nicht nur alle Angebote an Bord inkludiert – sondern auch die Landprogramme.
Zum Preis von 400 Euro pro Person und Tag bekommt der Gast das Gefühl eines exklusiven Urlaubs auf einer Luxusyacht. Für jeden Gast wird ein individualisiertes Reiseambiente geschaffen.
Die neue SEVEN SEAS SPLENDOR setzt besonders auf Großzügigkeit. Die Decks sind geräumig und traditionell. Nicht nur der Infinity-Pool am Heck auf Deck 5 ist eine der extravaganten Ideen der Schiffs-Designer. Die Restaurants, Bars und auch die Pool-Bereiche sind dezent und ruhig gestaltet. Wer Regent Seven Seas bucht, der feiert keine Poolparty, sondern interessiert sich für Destinationen, gutes Essen oder testet edle Weine und Whiskeys. …

Fotos: Regent Seven Seas Cruises

Auf den Spuren der Rheinromantik

Der mittlere Rhein zwischen Loreley und Drachenfels zieht seit Jahrhunderten Schiffstouristen an. Peggy Günther geht dem Mythos an Bord der RHEIN SYMPHONIE auf den Grund.

Mit dem Sonnenuntergang im Rücken fahren die kleinen Barkassen in Richtung Dunkelheit. Der Loreleyfelsen erhebt sich im roten Schein bengalischer Fackeln gespenstisch in die laue Sommernacht. Auf dem Rhein formieren sich mehr als 40 Schiffe, viele geschmückt mit roten Lichterketten, ebenso wie die Häuser am Ufer. Es herrscht gespannte Vorfreude auf den Außendecks. Um 21:30 Uhr versinken die historischen Gebäude von Oberwesel plötzlich in der Dunkelheit. Böllerschüsse ertönen und die Stimme der Weinhexe hallt zwischen den Bergen wieder. Dann beginnt das halbstündige Feuerwerk. Die Passagiere der RHEIN SYMPHONIE sind begeistert – besser kann eine Flusskreuzfahrt auf dem Rhein nicht beginnen.

Erst am Tag zuvor waren sie in Köln eingestiegen und Kreuzfahrtdirektor Carsten Münnichow hatte sich mit den Worten vorgestellt: „Kennen Sie die Fernsehserie ‚Das Traumschiff‘? Ich bin Ihre Beatrice.“ Nach diesem Startschuss für eine gute Urlaubsstimmung setzt Münnichow gleich noch eine englische Begrüßung hinterher. Auf unserer soliden Mittelrheinkreuzfahrt gibt es nämlich Gäste, die weiter gereist nicht hätten sein können – eine Gruppe Freundinnen, von denen drei in Australien leben. Die vierte im Bund kommt aus Deutschland und hat die Reise organisiert. „Wir haben uns in den 70er-Jahren in Papua-Neuguinea kennengelernt, als unsere Männer Entwicklungsarbeit leisteten“, verrät sie und setzt dazu: „Das war eine aufregende Zeit. Ich würde es immer wieder tun.“

Schnell ist das Flussschiff erkundet: Die ehemalige VIKING HELVETIA punktet mit einer gemütlichen kleinen Bibliothek und Kabinen mit französischen Balkonen auf dem Oberdeck, die Kabinen bieten ausreichend Stauraum und sind zweckmäßig eingerichtet. Kreuzfahrdirektor Münnichow verrät, dass internationale Gäste nicht mehr die Ausnahme sind bei nicko cruises. Die Reederei arbeite inzwischen auch mit ausländischen Agenturen zusammen. Außerdem sinke das Durchschnittsalter langsam, allerdings nicht auf Reisen mit Haustürabholung. Dank einer derart bequemen Anreise trauen sich auf dieser Reise auch 17 Alleinreisende auf den Fluss, für sie gibt es einen Kennenlerncocktail. Meine 78-jährige Tischnachbarin gönnt sich zum ersten Mal eine Solo-Flussreise und raunt beim ersten Frühstück: „Gestern Abend war sogar das Bett aufgeschlagen. Hoffentlich machen die die Kabine jetzt nicht wieder so piekfein.“ So viel Service sei ihr unangenehm, da sie doch immer diejenige gewesen sei, die für ihre Familie all das gemacht habe. Doch auch sie lernt, den guten Service an Bord ein wenig zu genießen….

Fotos: Peggy Günther, Ake1150/stock.adobe.com, Adrian72/stock.adobe.com, dudlajzov/stock.adobe.com

Ausguck auf SAIL Bremerhaven 2020

Die SAIL Bremerhaven gehört zu den größten Windjammertreffen der Welt.
Roland Mischke stellte eine Vorschau zusammen, was Besucher im nächsten Jahr erwartet.

Dabei sein, wenn die strahlenden Segel der „Königinnen der Meere“ über das Wasser jagen. Wenn mehr als 250 moderne oder historische Schiffe in die Häfen einfahren. An Bord gehen, wenn sie vor Anker liegen. Mit Seeleuten lockere Gespräche führen, auf den Planken oder im Unterdeck eines Drei- oder Viermasters. Ihren Stolz auf die attraktiven Schiffe wahrnehmen. Herumlaufen, staunen. Die SAIL ist ein Ereignis für die Augen, aber auch andere Sinne. Es wird einfach hoch spannend sein, dieses Festival auf den Wellen und in der Stadt mitzuerleben.
Bremerhaven liegt am Elbe-Weser-Dreieck, das in die Nordsee übergeht. Sie gehört zur Freien Hansestadt Bremen. Neun Mal gab es hier seit 1986 die SAIL Bremerhaven, und jedes Mal wuchs der Anteil der Schifffahrt. Nächstes Jahr werden wieder neue Rekorde erwartet, darauf bereitet sich die Stadt bereits vor.
Ein extragroßes Magazin mit dem Titel „Ausguck 2020“ gewährt ab sofort Einblick in die ganze bunte Segelwelt in Bremerhaven auf 124 Seiten. Mit Sachtexten und großformatigen Bildern von Seglern, Dampf- und Motorschiffen, die bereits zugesagt haben, werden Interessenten angewärmt für das Großereignis SAIL vom 19. bis 23. August.


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http://www.sail-bremerhaven.de


Alt und neu
Bei den Schiffen geht es von ehrfürchtig bis kurios zu. Das sind die Blockbuster 2020:
Das Segelschulschiff El Mellah („Der Matrose“) der algerischen Marine ist ein hochmoderner Neubau nach dem Entwurf des Danziger Konstrukteurs Zygmunt Choren. Das Achterdeck ist gewaltig, die Segelfläche riesig, unterwegs ist es mit einer 222-Mann-Besatzung.
Im Old Style kommt El Galeón aus Spanien daher, die Replik eines königlich-spanischen Handelsschiffs aus dem Jahr 2009. Mit dem 50 Meter langen Dreimaster wird die Tradition einer großen Seefahrernation hochgehalten. Man sieht Kanonen im Schiffsbauch, bleiverglaste Fenster, die Möbel sind handgeschreinert.
Die norwegische Christian Radich sorgt wieder für einen großen Auftritt. Das stählerne Vollschiff wurde vom Namensgeber, einem Unternehmer, bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Seit 1937 ist es als Schulschiff auf den Meeren unterwegs.
Ganz anders ist der Zweimaster Zénobe Gramme aus Belgien, fast 30 Meter lang und ein schnittiges früheres Forschungsschiff unter Segeln. Es trägt den Namen eines Wissenschaftlers der Meeresforschung, ist seit 1960 im Dienst und ab 1970 unter Regie der belgischen Marine mit einem voluminösen Vordersegel.
Zum ersten Mal nach Bremerhaven kommt der Dreimaster Earl of Pembroke aus England. 1925 in einer schwedischen Werft gebaut, seit 1980 in englischem Privatbesitz und aufwändig restauriert. Sein Name erinnert an den Weltentdecker James Cook, der 1770 mit einem ähnlich gebauten Schiff erstmals Australien anlief. Halle Berry, Tom Hanks und andere Hollywood-Stars diente es als Kulisse für mehr als 20 Filme.

Spaß und Unterhaltung
Der Hamburger Uwe Bahn ist ein bekannter Moderator und Produzent. Der Entertainer erzählt die Stories der See so, dass sie für die Zuschauer zum Erlebnis werden. In Bremerhaven wird sein „Ship Happens – Eine rockige Reise durch die Kreuzfahrt“ zu hören und zu sehen sein. Da geht es wild durcheinander um die Andrea Doria, die Titanic, den ersten Kreuzfahrt-Stapellauf auf der Meyer Werft in Papenburg und in andere turbulente maritime Geschichten. Sein Motto für die abwechslungsreiche Show: „Kreuzfahrt ist auch für alle, die es noch nicht im Kreuz haben.“

Informationen:
www.sail-bremerhaven.de, www.bremerhaven.de

Fotos: Scarlet Sails, Kathrin_Leverentz, TSC_Erlebnis Bremerhaven

Legerer Luxus

Das traditionelle Hapag Lloyd-Flaggschiff EUROPA fährt nach seinem Werftaufenthalt in eine moderne Zukunft. Peggy Günther berichtet.

„Seit 5:22 Uhr liegt die EUROPA an der Pier des Cruiseterminals“, sagt Gabi Haupt beim Empfang in der mit Blautönen neu gestalteten Lobby des Schiffsklassikers. Die Produktmanagerin bei Hapag-Lloyd Cruises hat gerade einen der aufwändigsten Werftaufenthalte seit Indienststellung des Schiffes abgeschlossen. Neben zahlreichen technischen Neuerungen standen auch viele Umbauten im Passagierbereich auf der To-Do-Liste mit 1.500 Punkten.

850 Arbeiter haben während des 14-tägigen Werftaufenthaltes bei Blohm & Voss in Hamburg 5.000 Quadratmeter Teppich verlegt und 3.500 Liter Farbe verpinselt. Aus dem Multifunktionsraum „Atelier“ ist eine reine Sportlocation geworden, passend zum neuen Gesundheitsprogramm EUROPA REFRESH – mit gesunden kulinarischen Alternativen von Dr. Anne Fleck und dem Fitnessprogramm LES MILLS. Manche kleinen Verbesserungen zogen große Arbeiten nach sich: Für die Espressomaschinen in den Suiten mussten erst einmal zusätzliche Stromleitungen gezogen werden. Und im Hauptrestaurant wurden zwei Wände versetzt, um mehr Platz in den Spezialitätenrestaurants zu schaffen.

Foto: Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa

So wuchs das italienische Venezia – jetzt in moderner rot-schwarz-weißer Optik – von 30 auf 50 Sitzplätze. Und das neue Restaurant „The Globe by Kevin Fehling“ bietet 26 Passagieren am Abend erlesenen Sterne-Genuss. Gleichzeitig ist es aber auch gelungen, dem Wunsch vieler Stammgäste nach mehr Zweier-Tischen im Hauptrestaurant nachzukommen: Die Anzahl hat sich von 20 auf 50 erhöht. Insgesamt bietet das Europa-Restaurant nun 265 Sitzplätze in stylischen weißen Ledersesseln. Sie sind mit zwei praktischen Features ausgestattet: einem Griff im Rücken, der es der Crew erleichtert, den Sessel für die Passagiere zurechtzurücken und einem Knopf an der Seite, an dem die Dame ihre Handtasche aufhängen kann. Das ist Liebe zum Detail!

Doch zurück zum neuen Stern am kulinarischen EUROPA-Himmel: „The Globe by Kevin Fehling“. Mit strahlenden Augen kredenzt der 42-Jährige zum ersten Mal Auszüge aus seiner weltoffenen Kreativküche, inspiriert von all seinen Reisen als Küchenchef an Bord der EUROPA zwischen 2000 und 2003. Dazu zählen eine Neuinterpretation von Egg Benedict mit weißem Alba-Trüffel oder ein Carabinero, sous-vide gegart und begleitet von einer feinen Gurkenrelish sowie einem Exotic-Chutney und Tandoori-Hollandaise. Fein abgestimmte Entdeckungsreisen für dem Gaumen aus den besten Zutaten. Selbst beim Interieur hat der Sternekoch selbst Hand angelegt: Von der Decke hängen runde Lampen, die an beleuchtete Globen erinnern, an den schlicht-grauen Wänden erscheint am Abend eine Sternenprojektion….

Fotos: enapress.com, Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa, Peggy Günther

Italienisches Schiff mit brasilianischem Feuer

Eine Costa-Kreuzfahrt entlang der brasilianischen Küste unterscheidet sich deutlich von anderen Reisen der italienischen Reederei: An Bord wird noch mehr getanzt, gelacht, genossen und das Schiff schläft tatsächlich nie. Peggy Günther berichtet.

Brasilien macht seinem Namen alle Ehre: „Brasa“ heißt Glut und Barfusslaufen am Sandstrand von Rio de Janeiro fühlt sich so ähnlich an, wie über glühende Kohlen zu gehen. Zum Glück gibt es an der Copacabana auch einen Weg zum Meer, der mithilfe von Wasser kühl gehalten wird. Sogar die strandverwöhnten Italiener sind entzückt angesichts des breiten Küstenstreifens, an dem die Großstadt hier langsam ins Meer übergeht. Ein Gast im schicken Anzug zündet sich bei unserer Ankunft am langersehnten Ziel erst einmal eine Zigarre an. Frischer Mangosaft und eine kühle Brise perfektionieren das Erlebnis. Doch es gibt noch so viel mehr zu sehen in der zweitgrößten Stadt Brasiliens: Wolkenkratzer und verfallene Kolonialbauten, orangeblühende Feuerbäume in der Innenstadt und eine Lagune, die wie aus einer anderen Welt wirkt. Die Christusstatue wirkt aus der Entfernung viel kleiner als erwartet, die Berge viel größer.

An ihren Hängen kleben Hunderte kleiner Häuser, die unfertig wirken. Die Favelas seien schon ein Problem, erklärt unsere Reiseführerin. Etwa 20 Prozent aller Menschen sind in den halblegalen Armenvierteln zuhause. Viele gehen normalen Jobs nach, aber auch Kriminelle finden hier Unterschlupf. Die größte Favela ist Rocinha, hier leben etwa 10 000 Menschen. Wir passieren ein einfaches Zirkuszelt, an den Seiten offen. Hier trainieren regelmäßig Artisten, einige schafften es bis zum Cirque du Soleil. „Ich erzähle diese Geschichte immer gern“, sagt unsere Reiseführerin, „sie zeigt, dass man es – auch wenn man arm ist – zu etwas bringen kann. Man muss sich nur anstrengen.“

Mit dem Sonnenuntergang fährt die COSTA FAVOLOSA hinaus aus der pulsierenden Metropole und hinein in eine laue Tropennacht. Die Brasilianer an Bord – also etwa die Hälfte der Gäste und mindestens ein Viertel der Crewmitglieder – erwachen dank des leichten Luftzugs zu neuem Leben. Das Animationsteam hat bei der Party im Atrium ein leichtes Spiel, wer noch nicht in Tanzlaune ist, kann sich von der brasilianischen Show im Theater inspirieren lassen. „Musik ist eine Energie, der die Brasilianer nicht widerstehen können“, sagt Hotelmanager Stefano di Naia.

Für die Brasiliensaison passt er das Produkt an Bord an: Es gibt deutlich mehr Musik-, Tanz- und Fitnessangebote, viele Programmpunkte rücken in den späten Abend und das Büfettrestaurant hat rund um die Uhr geöffnet. Einmal pro Woche gibt es Feijoada, ein Gericht mit Reis, Bohnen und Wurst, das bei den Brasilianern sehr beliebt ist. Zum Frühstück essen sie lieber salzig, also kommt ein spezieller Käse an Bord. Und sie trinken mehr Bier, das aber leichter ist als unsere europäischen Varianten…..

Fotos: Peggy Günther, Costa Crociere, Pablo/stock.adobe.com, filipefrazao – stock.adobe.com