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Das Hafenstadtjuwel – BUSAN

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ERLEBEN SIE PULSIERENDE ENERGIE, SPEKTAKULÄRE LANDSCHAFTEN UND KULINARISCHE HOTSPOTS DER ZWEITGRÖSSTEN STADT UND DEM WICHTIGSTEN HAFEN KOREAS – BUSAN!

Wegweiser, Treppen und wunderschöner Ausblick? Typisch Busan!

Die Art und Weise, wie Reisende heutzutage Urlaub machen, verändert sich. Wo früher die meisten darauf fixiert waren, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten eines Landes auf ihrer Checkliste abzuhaken, wandelt sich nun der Trend zu Reisenden, die nach den verborgenen Juwelen und Geheimnissen suchen. Und Sie liegen goldrichtig, wenn Sie Busan auf Ihrer Must-See-Liste haben.

Die Hafenstadt Busan im Süden des Landes bietet Besuchern ein vielfältiges Programm für einen längeren Aufenthalt und ist zugleich dank der zentralen Lage vieler bekannter Sehenswürdigkeiten, auch ideales Ziel für einen Tagesausflug.

Das dachlose Museum: Gamcheon-Kulturdorf

Bei einer Hafenstadt denkt man natürlich sofort an frischen Fisch. Diesen findet man auf dem Jagalchi-Fischmarkt, dem zweitgrößten Fischmarkt Asiens. Hier können Besucher nicht nur frischgefangene Fische und Meeresfrüchte erwerben, sondern ihre Köstlichkeiten auch gleich in einem der zahlreichen Restaurants in der Nähe des Marktes gegen eine Gebühr zubereiten lassen. Noch frischer kann es unmöglich sein!

Zu zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten Busans, die unbedingt einen Besuch wert sind, zählen unter anderem das farbenfrohe Gamcheon-Kulturdorf, das zu einem gigantischen Museum ohne Dach geworden ist und der malerische Tempel Haedong Yonggungsa, einer der wenigen koreanischen Tempel, die direkt an der Küste gelegen sind. Es wird besagt, dass wenn man vor Ort einen innigen Wunsch äußert, dieser auch in Erfüllung gehen würde. Es ist auf jeden Fall Wert die 108 Stufen hinauf zum Tempel zu erklimmen!

108 Stufen führen bis zum Tempel Haedong Yonggungsa

Wen die Einkaufslust ergreift, der soll unbedingt zum Shinsegae Centum City. Dieser Shoppingkomplex ist im Guinness Buch der Rekorde als größtes Kaufhaus der Welt eingetragen. Der größte Komplex der Welt beherbergt eine Eislaufbahn, ein Spa, Resort-Anlagen und alles was das Herz begehrt unter einem Dach!

Ein Geheimtipp ist auch definitiv eine Wanderreise durch Busan. Mit den speziellen Wanderrouten, die zwei bis acht Stunden dauern können, haben Sie eine perfekte Möglichkeit, sich in der ganzen Stadt umzusehen. Ein wirkliches Must-Have ist der besonders beliebte Glasweg „Oryukdo Skywalk“, der an den Felsen installiert ist und durch dessen Glassboden man auf das weite Meer hinabblicken kann.

Die Meeresstadt Busan ist auch für ihren Medizintourismus bekannt, da es an hervorragendem Service und fortschrittlicher Medizintechnik keineswegs mangelt. Auf der einen Kilometer langen Seomyeon Medical Street befinden sich über 200 Dermatologen, plastische Chirurgen, Augenärzte, Zahnärzte und Kliniken für orientalische Medizin. Verpassen Sie also nicht Ihre Chance, sich und Ihre Seele verwöhnen zu lassen, während Sie Ihren Urlaub in Busan genießen.

Stimmung pur: Das funkelnde Bay 101

Morgens ein Schlendern an einem der atemberaubendsten Sandstrände Haeundae? Mittags bei einem Hanbok-Verleih sich von der Schönheit des traditionellen koreanischen Gewandes begeistern zu lassen und darin einen Spaziergang durch die Stadt bis zur Aussichtsplattform der Busan Tower zu machen? Abends in einem der Cafés, Pubs oder Restaurants die maritime Atmosphäre zu genießen und sich von funkelnden Lichtern über dem Wasser der Bay 101 verzaubern zu lassen? – Sie haben die Wahl!

부산에 많이 놀러 오이소! – Busan-e mani nollo oiso!

Aus dem Dialekt Busans übersetzt: Kommen Sie uns besuchen!

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https://www.youtube.com/watch?v=xLD8oWRmlAE
FEEL THE RHYTHM OF KOREA: Erleben Sie wundervolle Attraktionen Busans!
* Der Inhalt des Werbevideos wurde konzipiert, um die Welt während Pandemie aufzuheitern.

Schon mal von der Stadt Busan gehört? Informationen: www.visitkorea.or.kr, Instagram: @koreatourismus


Kalender „Kreuzfahrten 2021“

Ein volles Jahr Kreuzfahrt-Feeling! Der „an Bord“-Kalender im A3-Format und in limitierter Auflage. Für eine Lieferung vor Weihnachten bestellen Sie bitte bis zum 11. Dezember 2020.

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Dunkle Wolken über Genting und MV Werften

Wie geht es mit den MV Werften und dem großen Neubauten für die Genting Gruppe weiter? Ende August hat sich die Lage bei den Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund so dramatisch zugespitzt, das inzwischen auch eine Insolvenz der Werften und ein Stopp des Bauprogramms möglich erscheinen. Frank Behling recherchierte*.

In einer Börsenmitteilung am 17. August kam die Dramatik auf. Die beiden Genting-Gesellschaften Dream Global One Limited und Dream Global Two Limited können fällige Kreditgebühren in Höhe von insgesamt rund 3,7 Millionen EUR für die Finanzierung der beiden in Wismar und Warnemünde in den Docks liegenden Kreuzfahrtschiffe der „Global“-Klasse nicht zahlen.

Der einzige Rettungsanker für die Werften-Gruppe ist der Wirtschaftsstabilisierungsfond der Bundesregierung. Durch ihn könnte der Betrieb an den Standorten Wismar und Warnemünde neu ausgerichtet und die Krise überbrückt werden, so die Hoffnung in der Landesregierung und der Werftführung.

Am 28. August dann die nächste Hiobsbotschaft. In einer Telefonkonferenz mit Vertretern der Landesregierung und der Banken sollen Vertreter von Genting der Bundesregierung den Verkauf von bis zu 51 Prozent der Anteile angeboten haben.

Der Mecklenburg-Vorpommersche Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bestätigte am 28. August im Landtag, dass dieses Angebot geprüft werde. „Das sind Dinge, wie wir sie in 30 Jahren Schiffbau nach der Wende noch nie so hatten“, sagte Glawe.

„Das Ziel der Landesregierung ist unverändert, dass die MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes kommen. Daran arbeiten alle Beteiligten intensiv weiter“, teilte das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern mit. Es geht um die Rettung von 3100 Arbeitsplätzen auf den Werften und die Zukunft von 600 Zulieferern.

Die Aussetzung der Zahlung erfolgte mit Hinweis auf die Gesamtverschuldung der Genting-Gruppe, die am 31. Juli die Marke von 3,37 Milliarden US-Dollar erreicht hat.

Der Genting-Eigner Tan Sri Lim Kok Thay hat fast den gesamten Anteil seiner Aktien als Sicherheit für Kredite abgetreten. Der Unternehmer hielt zuletzt 76 Prozent der an dem umkämpften Kreuzfahrtunternehmen Genting Hong Kong Ltd. Seit der Übernahme der Werften durch seinen Konzern wurden in Mecklenburg-Vorpommern 1,6 Milliarden** Euro in den Ausbau der Werftstandorte investiert.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass der Bau der beiden großen Kreuzfahrtschiffe der „Global“-Klasse in Deutschland auch im Winter nicht wieder anlaufen wird. Gerüchte, die einen Rückbau des ersten Global-Schiffes und eine Verschrottung der Sektionen des zweiten Global-Schiffes in Warnemünde für denkbar halten, wurden umgehend von der Werft dementiert.

Die 342 Meter lange und für 9500 Passagiere ausgelegte Global Dream liegt seit November in Wismar im Trockendock zur Endausrüstung. Sie war zuvor von Warnemünde nach Wismar gebracht worden. Eigentlich sollte sie 2021 zur Überführungsfahrt nach Asien aufbrechen. Das zweite Global-Schiff liegt derzeit noch in Einzelteilen im Baudock in Warnemünde.

Sollten die MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes kommen, könnte mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds 570 Millionen Euro zur Sicherstellung des Betriebs und der weiteren Fertigung fließen. Das Land und der Bund haben den Bau der Global-Schiffe mit Bürgschaften über 750 Millionen Euro abgesichert.

Schiffen im Explorer-Bereich und auch im gehobenen Segment mit maximal 2000 Passagieren wird eine Perspektive zugeschrieben. Das gilt auch für die Neubauten der „Explorer“-Klasse in Stralsund für die Genting-Tochter Crystal Cruises. Die Crystal Endeavor sollte eigentlich bei den Olympischen Spielen im August in Tokio vorgestellt werden. Inzwischen wurde die Jungfernfahrt von Tokio nach Osaka auf den 15. Mai 2021 verschoben.

*Stand am Redaktionsschluss 30. August 2020. Für alle aktuellen Entwicklungen informieren Sie sich bitte unter www.anbord.de oder registrieren Sie sich für unseren Newsletter.

** Fälschlich gedruckte Zahl aus dem Printheft 4/20 korrigiert.

Elegant & umweltfreundlich

Premiere für die Kaiserin

Die Twerenbold-Gruppe hat mit der neuen Excellence Empress eines der umweltfreundlichsten Flusskreuzfahrtschiffe der Welt in Betrieb genommen. Markus Weber war auf der Donau an Bord.

„An diesem Projekt wollte ich unbedingt mitwirken.“ Als dem 34-jährigen Niederländer Popke Dillingh zu Ohren kam, dass die Schweizer Twerenbold­-Gruppe ein neues Schiff mit einer revolutionären Umwelttechnologie plante, war für ihn klar: bei diesem bahnbrechenden Vorhaben will er dabei sein. Es sei für ihn ein Glücksfall gewesen, dass er zum ersten Kapitän der Excellence Empress ernannt wurde. Im Juni nahm Dillingh seine Tätigkeit in der Werft der TeamCo Shipyard im niederländischen Heusden auf, um die letzten eineinhalb Monaten der Fertigstellung der Excellence Empress zu begleiten.

„Dem Engagement der Badener Unternehmerfamilie Twerenbold ist es zu verdanken, dass wir heute das erste Flussschiff der Welt mit einem neuartigen Katalysator-System betreiben“, erklärt Dillingh bei der Begrüßung an Bord. Dass interessierte Gäste deshalb zuerst einen Blick in den Maschinenraum werfen möchten, um den ökologischen „Zauberstab“ zu begutachten, ist allerdings auch für den Kapitän eine Premiere. Der Unterschied zu einer konventionellen Einrichtung sticht sofort ins Auge: Große, in silberfarbene, wolkenartige Isolationsdecken eingehüllte Abgasrohre prägen ein Bild, das an die Figuren­welt der Schweizer Künstlergruppe Mummenschanz erinnert. Ein Maschinenraum als Kunstwerk? Da hätte auch der Maler Jean Tinguely seine Freude daran gehabt. Kapitän Dillingh richtet die Aufmerksamkeit auf die Technik: „In unserem Katalysatorsystem werden Stickoxide des Abgases zu Wasserdampf und Stickstoff umgewandelt, daneben sorgt ein Rußpartikelfilter bei den Dieselmotoren für eine Reduktion des Feinstaubes – ein Novum im Passagier-Flussschiffbau. Über 95 Prozent der Feinstaubpartikel werden aufgefangen, die Reduktion­ der Stickoxid-Emissionen beträgt mehr als 75 Prozent.“ Der Lärm im Maschinenraum ist derart ohrenbetäubend, dass wir die interessanten Ausführungen kaum verstehen. Aber soviel wird klar: Hier wird also doch Kunst gemacht – die Kunst, die Umwelt mit neuer Technologie zu schützen.

Foto: Holger Leue/Leue-Photo.com

Flussschiffe fahren meist mit Dieselöl. Dieses ist bei der Verbrennung deutlich weniger schädlich als das auf hoher See immer noch oft eingesetzte Schweröl, aber gleichwohl mit Emissionen verbunden. Die Hauptschadstoffe in der Binnenschifffahrt sind Feinstaub und Stickoxide. Mit einer effektiven Abgasreinigung kann die Austrittsmenge markant reduziert werden. Der CO2-Ausstoß wird damit aber nicht vermindert.

Dies ist auch dem Verwaltungsrats-Präsidenten der Twerenbold-Gruppe, Karim Twerenbold, klar: „Aus unserer Sicht ist Clean Air Technology der richtige Weg. Wir sind uns aber bewusst, dass wir damit das CO2-Problem noch nicht gelöst haben. Wir beobachten die technische Entwicklung und bleiben am Ball. Mit der drastischen Eindämmung von Stickoxid und Feinstaub machen wir einen bedeutenden, aber nicht den letzten Schritt.“

Foto: Holger Leue/Leue-Photo.com

So hat auch die Excellence Empress, eines der umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffe auf den europäischen Flüssen, im Bereich der Nachhaltigkeit noch Luft nach oben. Gleichwohl ist das jüngste Juwel der Excellence-Schiffe für jeden umweltbewussten Flussfahrer ein „Must“. Aber nicht nur für sie: Das Schiff zielt mit seinem hochwertigen Angebot auf anspruchsvolle Genussreisende. Die Excellence Empress atmet Luxus, Stil und Klasse: Kapitän Dillingh, eigentlich ein cooler Seebär, kommt aus dem Schwärmen nicht heraus, wenn er von seinem Schiff spricht: „Die Excellence Empress steht für zeitgemäßen Luxus.“ Tatsächlich: Die Qualität des Schiffes lässt sich nicht nur am ästhetischen und großzügigen Erscheinungsbild, sondern an vielen Details erkennen. Die Korridore sind breiter als auf einem normalen Schiff. Anzahl (24) und Größe (20 qm) der Junior-Suiten sind auf europäischen Flüssen ebenso sehr selten. Die Excellence Empress bietet denn auch deutlich mehr Platz pro Gast als vergleichbare Schiffe. „Und nicht nur die Gäste haben es sehr komfortabel, auch das Steuerhaus, also mein Arbeitsort, ist sehr schön geworden“, frohlockt der Kapitän.

Foto: Holger Leue/Leue-Photo.com

Die frische Farbgebung und das Design tragen die unverkennbare Handschrift von Nazly Twerenbold. Die Basisfarbe ist Orange. „Das ist für mich die lebensbejahende Farbe des unbeschwerten Glücks“, sagt die Mutter des Verwaltungsratspräsidenten der Twerenbold-Gruppe, die bereits zahlreiche andere Excellence-Schiffe gestaltet hat. Empfangsbereich, Lounge, Restaurants, Kabinen – das ganze Schiff strahlt eine harmonische Gastlichkeit aus. Unsere Junior-Suite gefällt uns derart gut, dass wir sie gar nicht mehr verlassen möchten. Besonders einladend: Die Position des Bettes mit direktem Blick durch die großen französischen Balkonfenster auf die vorbeiziehenden malerischen Landschaften. Großzügigkeit und Stil prägen auch das Badezimmer. Die Junior-Suite erinnert uns eher an ein cooles Design-Zimmer in einem Fünfsterne-Hotel als an eine Schiffskabine. Und dann entdecken wir noch Innovationen: Ein Swimmingpool, der diesen Namen verdient. Und eine Sushi-Bar, die wir aber auf Grund der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen nicht testen konnten. Dafür nutzen wir das gut ausgestattete Fitness-Center.

Begeistert vom Schiff ist auch die junge Schweizer Hotel-Managerin Irene Künzler aus Frauenfeld. Sie steht für die gelebte Swissness an Bord. Obwohl erst 31 Jahre alt, verfügt sie über große Erfahrung in der Luxushotellerie auf hoher See. Bei Hapag-Lloyd Cruises war sie auf der Europa und der Europa 2 in verantwortlichen Positionen tätig und auch im Tschuggen Grand Hotel in Arosa hat sie ihr Know-How im Luxusbereich vertiefen können. Irene Künzler war die erste Person, die auf der Excellence Empress übernachten durfte. „Wenn einem ein so wunderschönes Schiff in Obhut gegeben wird, ist man schon stolz.“

Foto: Holger Leue/Leue-Photo.com

Überzeugt hat uns auch der Koch. Stefan Sköries, Jahrgang 1982, war ebenfalls in der Luxus-Schifffahrt bei Hapag-Lloyd Cruises tätig. Er war Küchenchef auf der Hanseatic und der Bremen. Daneben stand er auch schon im spektakulären neuen Fünf-Sterne-Hotel Fontenay in Hamburg am Herd. Damit bringt er die besten Voraussetzungen mit, um die hohen kulinarischen Erwartungen der Excellence-Gäste zu erfüllen und sich als Teilnehmer für das alljährliche Excellence Gourmet Festival­ zu empfehlen. Sköries „frisches Gartengrün mit Artischockenherzen und Jalapeno-Vinaigrette“ sowie das gebratene Welsfilet auf Limettensauce mit Zuchettiröschen und Safranrisotto haben uns besonders gut geschmeckt. Stephan Frei, Gründer des Excellence Gourmet­festival und als Geschäftsführer des Reisebüros Mittelthurgau Betreiber der Excellence-Schiffe und damit auch der Chef von Sköries, wird die Kochkünste seines jüngsten Zugangs im Team mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben.

Foto: Holger Leue/Leue-Photo.com

Der Flusskreuzfahrt-Evergreen

2020 ist kein normales Kreuzfahrt-Jahr. Nur Flusskreuzfahrten sind hierzulande nahezu uneingeschränkt möglich – wenn man von den Hygienemaßnahmen in den öffentlichen Bereichen absieht. Ein Klassiker ist ein Törn über den Rhein. Christoph Assies war an Bord der INSPIRE, die in diesem und auch im kommenden Jahr an den Düsseldorfer Anbieter Viva Cruises verchartert ist.

Vier Nächte, eine kurze Auszeit, von Düsseldorf bis Mainz und zurück in die Rheinmetropole Düsseldorf – in diesen turbulenten Zeiten eine schöne Abwechslung für Kreuzfahrt-Liebhaber. Für Fluss-Neulinge an Bord der INSPIRE eine lohnende Schnuppertour. Der erst vor zwei Jahren gegründete Anbieter Viva Cruises setzt das 2013 gebaute 135 Meter lange Schiff auf Rhein, Mosel und im kommenden Jahr auch auf dem Ijsselmeer ein.

Gechartert ist die INSPIRE vom amerikanischen Anbieter Tauck. Durch die anhaltenden Reisebeschränkungen kann das Kernpublikum aus Übersee den Luxus an Bord derzeit nicht genießen. Deutschsprachige Gäste kommen dafür in den Genuss eines großzügigen und luxuriösen Flusskreuzfahrtschiffes, das über 22 Master-Suiten auf jeweils 28 Quadratmetern verfügt.

Die Sonne brennt an diesem Tag, als der Check-in für die INSPIRE unweit der Düsseldorfer Altstadt beginnt. Auch wenn in diesen Zeiten zunächst die Körpertemperatur gemessen werden muss, später einmal pro Reisetag, geht das Boarding schnell und unkompliziert. An Bord der klassisch eleganten INSPIRE stehen maximal 142 Passagieren vier Passagierdecks zur Verfügung. In Zeiten der Corona-Pandemie sind nur maximal 104 Gäste auf dem Schiff, das von der Schweizer Flusskreuzfahrt-Größe Scylla bereedert wird.

Foto: Christoph Assies

Stewards und Kreuzfahrtdirektorin Monica Prince bitten die Neuankömmlinge in der Lobby des Schiffes zunächst zum ausführlichen Desinfizieren der Hände, ehe die Bordkarten ausgehändigt werden und die Gäste zu den Kabinen geführt werden. Der Autor dieser Zeilen bewohnt eine Master-Suite auf Deck 3. In der luxuriösen Kabine mit zwei französischen Balkonen, einem vollwertigen Wohnbereich mit Couch und Sessel, einem begehbaren Kleiderschrank und einem sehr großzügigen Bad mit Regendusche fühlt man sich schnell wohl. Ein solches Platzangebot ist auf dem deutschsprachigen Markt auf einem Flusskreuzfahrtschiff nahezu einmalig. Gepäck lässt sich vollständig verstauen. Für das krause Hemd aus dem Koffer steht sogar ein Bügeleisen bereit.

Foto: Christoph Assies

Nach einem Willkommensdrink in der Panorama-Lounge am Bug legt die INSPIRE ab. Die Düsseldorfer Skyline mit dem prägnanten Rheinturm, dem Fernsehturm der Stadt, zieht langsam vorbei, der kühlende Fahrtwind lässt die schwüle Hitze der Innenstadt vergessen. Das entspannte Dahingleiten ist das, was eine Flusskreuzfahrt auszeichnet. Hier ist der Weg das Ziel.

Im „Compass Rose Restaurant“ bekommen Gäste ganz klassisch ihren festen Tisch. Auch wer nicht unmittelbar am Fenster sitzt hat dennoch einen guten Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Die Gerichte sind kreativ und schön angerichtet, die Qualität und Auswahl der Speisen bietet für Allergiker, Fisch-, Fleischfreunde und Vegetarier gleichermaßen eine solide Auswahl. Zum Essen werden täglich verschiedene hochwertige Weine gereicht, die während dieser Reise durchweg von guter Qualität waren….

… Lesen Sie weiter im aktuellen Printheft.

Abenteuer Wattenmeer

Die Quest, ein kleines Expeditionsschiff des norwegischen Reiseunternehmens Arctic Travel Company wäre jetzt eigentlich im Eis von Spitzbergen und Grönland unterwegs. Sie wurde spontan von der auf Sylt ansässigen Reederei Adler-Schiffe gechartert, ein mutiger Schritt. Bis Anfang Oktober sollen im fünftägigen Rhythmus kleine Abenteuer und große Erlebnisse auf den Inseln Helgoland, Sylt, Amrum und auf den Halligen geboten werden. Maik Günther begleitete eine Reise.

Fast könnte man das kleine Schiff im riesigen Kreuzfahrtterminal Steinwerder übersehen. Im Vergleich zu der direkt daneben liegenden AIDAperla ist die Quest ein Winzling. Betrachtet man allein die Bruttoraumzahl, so würde die Questca. 100x in das riesige Kreuzfahrtschiff passen. Dafür hat das 1992 in Dänemark gebaute und 2018 renovierte Expeditionsschiff für polare Kreuzfahrten andere Vorteile. Sie verfügt über die zweithöchste Eisklasse und fünf Zodiacs, stabile Schlauchboote mit denen auch Ausfahrten und Anlandungen in abgelegenen Gebieten möglich sind. Ok, die Eisklasse ist für eine Reise auf der Nordsee im Spätsommer nicht unbedingt notwendig. Eisberge tauchen im Wattenmeer nur selten auf, aber die Zodiacs werden sich auf dieser Kreuzfahrt noch als äußerst sinnvoll erweisen.

Foto: Maik Günther
Foto: Maik Günther

Lediglich 12 Passagiere haben sich für die zweite offizielle Reise angemeldet. Vier Ehepaare, zwei Alleinreisende im Alter zwischen 50 und 70 und zwei junge Frauen, die sich mit voller Lebensfreude ins kleine Nordsee-Abenteuer stürzen. Einige Passagiere erkundeten bereits zuvor mit MS Quest Spitzbergen oder unternahmen Expeditionsreisen mit anderen Schiffen in die Antarktis. Sie alle suchen individuelle Entdeckungen und keine Pauschalreisen mit hunderten oder gar tausenden Mitreisenden. Das Angebot von Adler-Expedition kam zur rechten Zeit und die Entscheidung zur Buchung erfolgte spontan. Aber eine neue Idee muss halt erstmal bekannt werden. Sven Paulsen, Inhaber der seit 70 Jahren existierenden Reederei Adler-Schiffe, ist sich dieses Risikos bewusst. Die Corona-Zeit stellt besonders harte Herausforderungen an die Tourismusbranche dar. Auch die 25 Fahrgastschiffe, der in Westerland auf Sylt ansässigen Reederei, konnten in den letzten Monaten nicht im gewohnten Umfang für Ausflugsfahrten und dem Fährverkehr an der deutschen Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg eingesetzt werden. Den Kopf in den Sand stecken kam indes für ihn nicht in Frage. Er und sein Team nutzten die ruhige Zeit für die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte. Schon lange hegte Paulsen den persönlichen Traum mit seiner Reederei nachhaltige und informative Expeditionsreisen in heimischen Gewässern anzubieten. Er selbst war bereits auf ganz besonderen Expeditionen unterwegs. Auf Skiern erreichte er den Nord- und Südpol, 2018 unternahm er die Pan Frisian Expedition und befuhr mit einer Dreimastbark Artemis die komplette Insel- und Halligwelt im Nationalpark Wattenmeer. 26 Stationen in 14 Tagen und knapp 500 Seemeilen von Dänemark bis in die Niederlande. Einen kleinen Auszug dieses einzigartigen Erlebnisses möchte Paulsen plus Team den Gästen an Bord der Quest innerhalb von fünf Tagen vermitteln….

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Ohne Stress und ohne Landgang

Passen Kreuzfahrt und Corona zusammen? Lange wurde diese Frage diskutiert. Die Reederei TUI Cruises wagte am 24. Juli als erstes Unternehmen den Start. Mit den Blauen Reisen rückt das Schiff in die bewährte Rolle zurück. Durch den Verzicht auf Landgänge wird der Kreuzfahrer zum Urlaubsziel. Frank Behling auf der ersten Blauen Reise ab Kiel dabei.

„Die Menschen haben heutzutage verlernt, wie man richtig entspannt. Der Blick aufs Meer ist dafür ideal“, erklärte der bekannte TV-Mediziner Dr. Johannes Wimmer im vergangenen Jahr während der TUI-Kampagne „Mach mal blau“. Was als Marketing-Idee zur Entschleunigung vom Berufsalltag konzipiert war, ist jetzt zur Erholung in Corona-Zeiten voll angesagt. 

Poolparty, Disko und Gedränge am Buffet stehen der Entschleunigung beim Neustart genauso im Wege wie Landausflüge und lange Bustouren. Dafür ist der Schiffsarzt jetzt mit seinem Team die wichtigste Person nach dem Kapitän an Bord. Die Gesundheit entscheidet über den Zutritt. Wer mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur hat, wird bereits nach dem Betreten des Ostseekai-Terminals in einen Behandlungsraum geleitet. 

Foto: Frank Behling

Das Messen der Körpertemperatur ist nach der Seenotrettungsübung auch das tägliche Pflichtprogramm für Passagiere. In der sonst als Diskothek genutzten Abtanzbar müssen Passagiere sich zwischen 8 und 12 Uhr einmal einem Temperatur-Scan unterziehen. Leuchtet der Scanner grün ist alles okay. Die ersten Reisen liefen ohne Probleme. 

Und auch für den Fall X ist man gerüstet. Ein Testgerät kann im Bordhospital binnen 70 Minuten einen Covid-19-Test machen. Für den Fall der Fälle gibt es an Bord einen besonders abgeschotteten Bereich mit Balkonkabinen.

Foto: Frank Behling

Die Mein Schiff 1 ist in Corona-Zeiten zur Ruhe-Insel geworden. Wenn Schiffsarzt Dr. Carsten Müller abends über das Oberdeck der Mein Schiff 1 geht, kann er sich ganz normal unterhalten. Keine laute Musik kommt aus den Boxen, kein Hämmern der Bässe bringt Stahlplatten zum Vibrieren.

Auch im Schiff ist es deutlich ruhiger als früher. „Es ist schon eine ganz andere Atmosphäre als sonst. Ich habe den Eindruck, die Menschen erholen sich jetzt noch mehr“, so der Frankfurter Mediziner, der seit 20 Jahren auf Kreuzfahrtschiffen zur See fährt.

Bei den Blauen Reisen sind der Schiffsarzt zusammen mit General Manager Miriam Pospis die ranghöchsten Vertreter der Crew im Passagierbereich. Die beiden gehen deshalb regelmäßig über Deck und sind für Fragen offen….

… Lesen Sie weiter im Printheft.

Lady Diletta in Düsseldorf getauft

Am 24. Juni taufte Silvia Diletta Ligabue den ersten eigenen Flusskreuzfahrtschiff-Neubau, der ausschließlich für den Bremer Veranstalter Plantours Kreuzfahrten in Fahrt kommt. Die Lady Diletta wird zunächst auf Rhein und Mosel, sowie den Wasserwegen in Holland zum Einsatz kommen. Oliver Asmussen berichtet.

Am 24. Juni um genau 10:35 Uhr zerschellte die Champagnerflasche bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen am schneeweißen Bug des neuen Flusskreuzfahrtschiffes Lady Diletta. Namensgeberin Silvia Diletta Ligabue zog zusammen mit ihrer Mutter, Cristina Ligabue am weißen Band, welches die Flasche kurz darauf am Bug zerschellen ließ.

Plantours-GF Oliver Steuber, Inti Ligabue, Cristina Ligabue bei der Taufe,
Foto: Oliver Steuber/Oceanliner-Pictures.com

Bedingt durch die massiven, weltweiten Einschränkungen der Corona-Pandemie mussten zunächst sowohl die Jungfernfahrt als auch die geplante Taufe der Lady Diletta abgesagt werden. Die 135m lange Lady Diletta bietet maximal 172 Passagieren Platz, alle 91 Kabinen verfügen über einen französischen Balkon, die insgesamt 8 Suiten sogar über einen kleinen, möblierten Balkon. Aufgrund der Konzipierung als 2 ½ Deck Schiff können die Gäste auch bei Brückenpassagen einen Teil des Sonnendecks weiter nutzen. Eigentümer der Lady Diletta ist die italienische Ligabue Group, deren Vorstandsvorsitzender und Hauptgesellschafter, Inti Ligabue, sich sichtlich erleichtert zeigt, dass es mit einiger Verspätung und einem umfangreichen Hygienekonzept nun doch losgehen kann, mit den ersten Flusskreuzfahrten. Die Jungfernreise der Lady Diletta führt von Düsseldorf und Koblenz zunächst auf der Mosel nach Cochem, Trier, Bernkastel und Alken, bevor es weiter entlang der Loreley in Richtung Rüdesheim geht.

Abendfahrt vor der Taufe auf dem Rhein bei Düsseldorf, Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Entsprechend der derzeit gültigen Einschränkungen wurde auf eine stimmungsvolle, große Taufparty an Bord der Lady Diletta verzichtet. Die geladenen Gäste kamen nach einem zwanglosen Empfang am Mittag, abends vor der offiziellen Taufzeremonie jedoch in den Genuss eines großen Galadinners im eleganten Tiepolo Restaurant. Im Anschluss an das Galadinner legte die Lady Diletta zu einer rund 2-stündigen Abendfahrt auf dem Rhein ab. Bei warmen Sommertemperaturen kamen alle Taufgäste in den Genuss, die illuminierte Stadtkulisse von Düsseldorf zu bestaunen.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die Lady Diletta wird auch anspruchsvolle Kreuzfahrtgäste ansprechen, denn sowohl die öffentlichen Bereiche als auch die Kabinen durchzieht nicht nur modernes Flair in Verbindung mit einem sehr harmonischen Farbkonzept, sondern auch ein gewisser Luxus. Offiziell bietet Plantours Kreuzfahrten die Lady Diletta im First Class Segment, also als 4-Sterne-Plus Schiff an. In allen Räumen dominiert ein unaufdringliches, italienisches Design. Als Besonderheit sind die Kabinen für Alleinreisende zu nennen, die sowohl auf dem Accademia Deck als auch auf dem Rialto Deck zu finden sind. Die 10 Einzelkabinen auf dem Accademia Deck sind ca. 11,5m² groß, die Einzelkabine auf dem Rialto Deck 12m².

Fotos: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Plantours Kreuzfahrten bietet auf den ersten Reisen der Lady Diletta um 400,- EUR pro Person ermäßigte Einführungspreise an. Diese Einführungspreise sind gültig für alle Neubuchungen seit dem 05. Juni. Die vergünstigten Reisepreise gelten auf den Abfahrten am 01.07.2020, 07.07.2020 und 19.07.2020. Die Routen weichen jeweils voneinander ab.

Video zur Taufe der Lady Diletta, Video: Plantours Kreuzfahrten

So fährt die Lady Diletta auf ihrer zweiten Flusskreuzfahrtnach der Jungfernfahrt von Düsseldorf über Köln, Koblenz, Rüdesheim, Worms, Speyer, Kehl/Straßburg, Basel und Germersheim zurück nach Düsseldorf. Die Reisepreise für die zweite Flusskreuzfahrt am 01.07.2020 beginnen ebenfalls bei 699,- EUR p.P. (statt 1.099,- EUR p.P.) in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck. Die dritte Flusskreuzfahrt der Lady Diletta startet wieder in Düsseldorf und führt über Königswinter, Linz, Andernach, Rüdesheim, Frankfurt, Mainz und Koblenz zurück nach Düsseldorf. Reisedatum: 07.07.-13.07.2020. Reisepreise: Eine 7 Tage Flusskreuzfahrt „Romantischer Rhein“ ist ab 699,- EUR p.P. in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck buchbar. Noch einmal vergünstigte Reisepreise gewährt Plantours Kreuzfahrten auf der vierten Flusskreuzfahrt vom 19.-25.07.2020 von Düsseldorf über Koblenz, Cochem, Trier, Bernkastel, Alken und Rüdesheim nach Düsseldorf. In der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck reist man für 699,- EUR pro Person.

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https://www.youtube.com/watch?v=VReuScMS0Dw&feature=youtu.be
Video: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com
Cristina Ligabue, Inti Ligabue, Diletta Ligabue nach der Taufe. Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Während bei vielen Reedereien der Firmenname im Schiffsnamen wiederzufinden ist, hat man sich bei Ligabue dazu entschieden, den Neubau nach der im Jahr 2019 geborenen, jüngsten Tochter von Inti Ligabue, dem Eigentümer der Ligabue Gruppe, zu benennen. Sie heißt Silvia Diletta Ligabue. Die Lady Diletta setzt mit ihrem Namen die 100-jährige Firmengeschichte der Muttergesellschaft, der Ligabue Gruppe, fort.

Infos/Buchung unter anderem: Plantours Kreuzfahrten (www.plantours-partner.de), Kreuzfahrten & Mehr (www.kreuzfahrten-mehr.de)

Text: Oliver Asmussen, Fotos: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com, Videos: Plantours Kreuzfahrten, Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Das verlorene Schiff

Vor 400 Jahren brach die MAYFLOWER von Plymouth in die Neue Welt auf. Manche der Passagiere verloren dabei ihr Leben, andere überlebten und wurden zu Pilgervätern. Roland Mischke hat sich damit befasst

Sie hießen William Brewster, Mary Allerton, Elizabeth Hopkins oder Richard Jackson. Sie waren gestandene Leute, Kaufleute, Handwerker, Bauern, Verwaltungsbeamte oder Geistliche. Ihr Leben wurde lebensgefährlich, als sie sich als Puritaner bekannten, Strenggläubige, die nur der Bibel folgten und nicht den mächtigen Vertretern der Church of England. Sie wurden verachtet als Separatisten, Anhänger eines anderen Lebensstils. Weil sie nicht mehr Untertanen des Königs sein wollten, wurden sie verfolgt. Manche flohen ins niederländische Leiden, andere versuchten irgendwie durchzukommen. Bis einige von ihnen sich zusammentaten und entschieden, wir wollen als Gemeinschaft anderswo neu anfangen – in Amerika.

Es muss ihnen seltsam vorgekommen sein, das Schiff zu besteigen, das eine Schlossstruktur hatte, aber eher ein Kahn war, dafür gebaut, am Wind entlang zu segeln. Es hieß MAYFLOWER, Maiglöckchen, ein fatal lieblicher Titel. Mit ihm wollten sie den Atlantik überqueren, um in die Neue Welt zu gelangen. Die meisten stammten aus Mittelengland, einige waren Holländer. Nach Angaben der offiziellen „Mayflower 400“-Organisation führen mehr als 30 Millionen Amerikaner ihre Abstammung auf diese mutigen Seereisenden von damals zurück.

Foto: ZU_09/istockphoto.com

Es waren 102 Passagiere und 31 Mitglieder der Besatzung. Sie befanden sich an Bord und warfen noch einen Blick zurück auf ihre Heimat, dann wurden die Leinen gelöst. Das geschah am 6. September 1620, in der britischen Stadt Plymouth im Südwesten Englands.

Die schwierige Reise

Das Ziel der MAYFLOWER war Virginia, aber die Fahrt wurde von Westwinden heftigster Art und hohem Wellenschlag begleitet. Auf dem beengten Schiff herrschten katastrophale Zustände, unter den Siedlern breiteten sich Lungenentzündungen und Tuberkulose aus. Die Hygiene war nicht sonderlich sauber, die Schlafräume nur schmale Verliese und an Bord fuhren auch Hunde, Schafe, Ziegen und Geflügel. Nur ein Eimer wurde als Nachttopf genutzt, er befand sich auf dem Oberdeck hinter einer Trennwand. Zwei Menschen starben auf der Überfahrt, aber es wurde auch ein Kind geboren, seine Mutter nannte es Oceanus. Die Überfahrt dauerte mehr als zwei Monate, die Vorräte im Frachtraum schwanden dahin und die Angst zu scheitern nahm zu…

Foto: JonnyJim/istockphoto.com

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Teamarbeit gegen Corona

Statt wie üblich als Reisejournalist an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu gehen, gab es für Maik Günther die Möglichkeit, als „Containment-Scout“ des Gesundheitsamtes den Behörden in Pandemiezeiten bei der Arbeit auf Mein Schiff 3 zu helfen. Sein Protokoll.

Mitte März 2020: Die Bundesregierung beschliesst umfassende Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland. Geschäfte müssen bundesweit schließen, Einreisesperren für Menschen aus Nachbarländern werden verhängt, der Tourismus kommt zum Erliegen und meine Tätigkeit als Reisejournalist erweist sich als äußerst schwierig.

Dann höre ich, das bundesweit sogenannte „Containment-Scouts“ gesucht werden, also Menschen, die sich unterstützend bei den örtlichen Gesundheitsämtern um die Kontaktverfolgung bei Corona-Infizierten kümmern. Recherche gehört zum kleinen Einmaleins eines jeden Journalisten. Im zugeteilten Gesundheitsamt in Oldenburg ist die Lage indes ruhig. Eine Handvoll Infizierte weist die Statistik für die Huntestadt noch auf, einige Dutzend sind in Quarantäne und gelegentlich melden sich ein paar Reiserückkehrer.

Feuerschiff ELBE 1 (Vordergrund) und MEIN SCHIFF 3 (Hintergrund), Foto: Maik Günther

Nach wenigen Tagen kontaktiert mich der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes. Das übergeordnete Niedersächsische Landesgesundheitsamt fragt an, ob Interesse bestünde, den Landkreis Cuxhaven zu unterstützen? Dort hätte vor wenigen Tagen das Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 3 im Hafen festgemacht. An Bord würden sich auf CoViD-19 positiv getestete Crew-Mitglieder befinden. Allerorts würden die Alarmglocken schlagen. Ich darf Teil eines Teams werden, dass sich um die Bewältigung dieser Situation kümmert.

Einen Tag nach meiner Zusage bin ich auch schon in Cuxhaven, untergebracht im „Havenhostel“, nur wenige hundert Meter von der Pier entfernt, wo die Mein Schiff 3 seit dem 28. April festgemacht hat. Anfangs sind noch rund 2.900 Crew-Mitglieder an Bord. Wenige Wochen zuvor gab es vor Teneriffa und in der Deutschen Bucht ein Aufeinandertreffen einiger Schiffe der TUI Cruises Flotte. Von all diesen Schiffen wurden Crew-Mitglieder auf die Mein Schiff 3 gebracht. Marcus Puttich, im normalen Arbeitsleben Leiter der Abteilung Port & Ground Operations bei TUI Cruises und aktuell einer von drei Krisenstabsleitern im Unternehmen, erläutert diesen Crew-Transfer: „Bereits Anfang April gab es die große Herausforderung, dass viele Häfen in unseren Fahrgebieten auf der ganzen Welt geschlossen wurden. Zudem haben auch zahlreiche Herkunftsländer unserer Crewmitglieder ihre Einreisebeschränkungen verschärft, ihre Häfen und Flughäfen geschlossen. Eine sichere Rückführung unserer Besatzungsmitglieder aus mehr als 60 Nationen war zwischenzeitlich nahezu ausgeschlossen. Die Logistik für eine solche Aktion ist immens. Sie benötigt engen Austausch mit den örtlichen Behörden, den Botschaften der Länder, aber auch dem Auswärtigen Amt.“ …

… Lesen Sie weiter in der aktuellen Ausgabe von AN BORD.

Fotos: Maik Günther