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Kleines Schiff auf den Großen Seen

Die HAMBURG ist eines der wenigen Kreuzfahrtschiffe, dass die Großen Seen auf der Grenze zwischen den USA und Kanada befahren kann. Peggy Günther war für uns zur Zeit des Indian Summers an Bord.

„Nüscht, alles schon kahl.“ Anneliese schnauft gegen ihre Enttäuschung an. Die Lektorin hatte doch gesagt, in den Laurentian Mountains sei die Chance auf den Indian Summer am höchsten. Doch die sanfte Hügellandschaft zeigt bis an den Horizont kein rotes Laub. „Ihr seid ein bisschen zu spät dran“, gibt Pierre-Alexandre Legault, Kommunikationschef des Tremblant Resorts unumwunden zu. „Der Peak der Laubfärbung ist etwa um unser kanadisches Thanksgiving herum, also Anfang Oktober. Manchmal sind die Nadelbäume weiter oben dann schon verschneit und unten am See leuchten die roten Blätter – ein Wahnsinnsbild“, berichtet der Manager begeistert. „Doch in den letzten Tagen war es windig und regnerisch, da hat es kaum ein Blatt an den Bäumen gehalten.“

Anneliese tröstet sich unterdessen mit einer heißen Kürbissuppe im höchstgelegenen Restaurant des Ortes, der an das französische Wintersportrefugium Megève erinnern soll. Kalt genug wäre es ja für das rote Laub, das für seine Verfärbung einige Frostnächte benötigt. Doch stehen hier überhaupt genug Zuckerahornbäume, die für ihr besonders intensives Rot bekannt sind? Immerhin gibt es als Hauptgang Hähnchen in Zuckerahornsoße. „Haben Sie das von der Frau gehört, die acht Monate an Bord ist“, raunt sie ihrer Sitznachbarin zu, um sich von ihrer Enttäuschung abzulenken. Anneliese ist eine von fast 40 allein reisenden Passagieren auf der 18-tägigen Plantours-Kreuzfahrt über die Großen Seen. Zehn Prozent der Passagiere sind also ohne Kabinennachbarn unterwegs – das ist erstaunlich viel. Doch wenn man bedenkt, dass auch zwei Drittel der Gäste auf dieser Reise schon einmal mit diesem Schiff unterwegs waren, wird schnell klar, dass die HAMBURG ohnehin kein gewöhnlicher Cruiseliner ist.

Weniger als drei Meter Platz in den Schleusen

Das Schiff für maximal 400 Passagiere hat eine bewegte Geschichte. Vor zwanzig Jahren auf der MTW Schiffswerft für die Conti Reederei gebaut, fuhr es bis 2012 unter dem Namen C. COLUMBUS für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Als die Hamburger Reederei sich auf Luxus und Expedition spezialisierte, nutzte der Bremer Veranstalter plantours & Partner seine Chance, die zehn Jahre ältere VISTAMAR zu ersetzen. Obwohl die HAMBURG ein wenig größer war, zählt sie dennoch zu den wenigen Schiffen, die auf den Großen Seen zwischen den USA und Kanada kreuzen können. Als sie für Hapag-Lloyd Cruises geplant wurde, gab nämlich der Wellandkanal die Abmessungen des Schiffes vor: Mit seinen 21,5 Metern Breite passt es ziemlich exakt in die 24,4 Meter breiten Schleusen.

1,5 Meter Spielraum bleiben also auf jeder Seite, keine einfache Aufgabe für Kapitän Vladimir Vorobyov. Schon Tage vor der Kanalpassage beobachtet er die Wettervorhersage. Bei mehr als 25 Knoten Wind wird der Kanal gesperrt. „Die Frachtschiffe machen es sich einfach, sie rutschen im Zweifelsfall einfach in die Schleuse“, lacht der 67-jährige Ukrainer. Kein Wunder, dass manche Tanker so zerschrammt aussehen. „Sie wurden extra so gebaut. Für uns kommt das nicht infrage.“ Ruhig und konzentriert steuert er den Schiffsbug auf die erste Schleuseneinfahrt zu. Wer vom Palmgartenbalkon auf dem obersten Deck ganz vorn aus zusieht, dem wird ein wenig mulmig zumute. Denn es macht nicht den Anschein, als würde die HAMBURG zwischen die Betonmauern passen. …

Fotos: Peggy Günther, enapress.com, DenisTangneyJr/istock, Rainer Lesniewski/istock, Orchidpoet/istock

Dem Eis so nah

Natur pur erwartet die Passagiere der RCGS Resolute bei einer Fahrt zum antarktischen Kontinent. Oliver Schmidt über ein Schiff mit Hamburger Erbe und beeindruckende Tier- und Naturerlebnisse.

„Und was passiert mit Schiffen, die ins Weddell-Meer fahren?“ fragt Katie laut in die Runde. „Sie bleiben stecken!“ antwortet der Chor der Passagiere. Das Ganze natürlich auf Englisch. Die kleine Schottin, die sich bei ihren Vorträgen gern im Schneidersitz auf jenes Podest hockt, auf dem vor dem Dinner die Speisekarte ausliegt, ist trotz ihres starken Dialektes gut zu verstehen und hat ihre Passagiere im Griff. Von dem 21-köpfigen „Expedition Staff“ ist sie einer der unbestrittenen Stars. Die Geschichte der Antarktis und ihrer Entdecker ist das ständige Thema der quirligen Historikerin, die auf Südgeorgien gelebt hat. Nicht nur Shackletons Vita kann sie spannend erzählen, auch von deutschen Antarktisforschern, bei Nichtfachleuten kaum bekannt, kennt sie hinreißende Geschichten.
Shackleton – der Mann, der jede Antarktisreise begleitet wie kein zweiter. Sein Heldentum liegt jetzt vor dem Bug der RCGS Resolute, denn die 117 Passagiere des kleinen Schiffes mit der höchsten finnischen Eisklasse „1A Super“ blicken aus ihren Zodiac-Schlauchbooten angestrengt durch ihre Ferngläser auf Point Wild, die schmale, unwirtliche Landzunge, auf der die Expeditionscrew des großen Forschers vier Monate ausharren musste, nachdem ihr Schiff im Eis zerquetscht wurde. Schiffe eben, die ins Weddell-Meer fahren. Auch Kreuzfahrt-Reisende heutiger Tage bekommen diesen Flecken auf Elephant Island nur sehr selten zu sehen; in 96 von hundert Fällen machen schwere See und raue Stürme ihnen einen Strich durch die Rechnung. 24 Augenpaare pro Boot schauen nach einem Landungsplatz aus. Vergeblich. Felsbrocken groß wie ein Kleinwagen, schäumendes, gurgelndes Wasser dazwischen, am unerreichbaren Land dicht gedrängte Pinguine und Seelöwen, dazwischen die mannshohe Statue von Kapitän Pardo, dem Kommandanten der Yelcho, die Shackletons Männer 1916 gerettet hat. Viele hundert Seemeilen sei Shackleton nach Südgeorgien gesegelt, in einer Nussschale wie weiland Kapitän Bligh, um für seine Leute Hilfe zu holen, erzählt Katie. Auf den Landgang wird verzichtet; Katies Gänsehautfaktor hat auch so funktioniert.

Pinguine und „Vacuum Cleaning Partys“

Bereits in Südgeorgien, dem ersten Ziel dieser 19 Tage langen Reise; war Katie in ihrem Element. Denn die Inseln kennt sie wie ihre Westentasche. Kolonien mit 300 000 Pinguinen gab es dort zu sehen, anders als auf dem Antarktischen Kontinent ist das Land grün, und putzige, flauschig-braune Seelöwenbabys spielen in hohem Gras. Auf der alten Walfangstation Grytviken, die ein Antarktismuseum beherbergt, ließe sich tagelang Industriefotografie betreiben, wenn sich die schräg stehende Sonne zwischen den rostroten Kesseln der früheren Trankocherei bricht. Eine halbe Stunde brauchte man, so zeigen grausig-blutige Fotos im Museum, um einen 25 Meter langen Wal vollständig zu verarbeiten. An den Gräbern von Sir Ernest Shackleton und seinem Freund und Helfer Frank Wild wurde ein Toast ausgebracht – ein Wodka, spendiert vom Schiff, der mit den großen Entdeckern brüderlich geteilt wird. Zwischen den Anlandungen finden in den Fluren an Bord immer wieder „Vacuum Cleaning Partys“ statt. Das gesellige Beisammensein mit einem Rudel Staubsauger zielt auf die alles beherrschende „Bio Security“, die verbietet, dass irgend ein organisches Spurenelement von den Besuchern eingeschleppt oder von einer Insel zur andern getragen wird. Klettverschlüsse an Jacken und Taschen werden brutal abgerissen und entsorgt, denn in ihnen fängt sich auf jeden Fall der Pollen irgendeiner Pflanze, die ein europäischer Nichtsnutz als Pusteblume bezeichnen würde. Vor und nach jedem Landgang führt der Weg in den „Mud Room“, wo die bordeigenen Gummistiefel aufbewahrt werden – aber nicht, ohne den bestiefelten Fuß in eine Art kleine Autowaschanlage mit rotierenden Bürsten zu halten und anschließend durch ein Desinfektionsbad zu stapfen. Überreste von pinguinalen Hinterlassenschaften könnten sonst Krankheiten von einer Insel zur andern tragen. Die Vertreter der landseitigen Stationen, die hier die Gastgeber sind und als Behörde fungieren, welche die Landgangserlaubnis erteilt, behalten sich vor, dieser Prozedur beizuwohnen.

Hanseatisches Erbe

Das Schiff dreht ab, die Boote sind wieder an Bord, alle Shackleton-Geschichten sind erzählt. Auf der Weiterreise wird das rund 10 000 Tonnen messende Schiff von der Kraft der Elemente noch einmal ganz schön durchgeschüttelt. Den meisten deutschen Reisenden dürfte die RCGS Resolute aus der Flotte von One Ocean Expeditions eher als Hanseatic von Hapag-Lloyd bekannt sein. Nach ihrem Weggang aus der Hamburger Luxusflotte hat sie ein neues Leben angefangen. Der Veranstalter aus British Columbia (Kanada) hat die Passagierzahl auf maximal 146 verringert und den Fokus noch mehr auf das Outdoor-Erlebnis gelegt. Niemals ist das Schiff Mittelpunkt, sondern Mittel zum Zweck. So wollen es die Stammgäste des Unternehmens, das seine intensiven Reisen in Polargebiete bisher nur mit russischen Eisbrechern durchgeführt hat. „The German Ship“, das übrigens immer noch an der Großen Elbstraße gemanagt wird und einem Hamburger Kaufmann gehört, wird als unerhörter Luxus angestaunt, auch wenn das tadellose Vier-Sterne-Menü mittags in blauen T-Shirts serviert wird und man sich den Tee zur nachmittäglichen Teatime aus dem Automaten holen muss. Dass die mitreisenden Naturjünger aus der besseren Gesellschaft kommen, garantiert schon der Reisepreis von fast tausend Dollar pro Tag – ohne Flüge, versteht sich. Denn sie reisen aus aller Herren Länder an: Deutschland und Brasilien, China und USA, verstärkt natürlich aus Kanada. Zu den 21 Personen, die zur Erklärung von Flora und Fauna, Wind und Wetter, Eis und Ozean mitreisen, gehören auch bekannte Größen wie die Fotografin Sue Flood, hierzulande freilich unprominent.
Als die Passagiere beim Barbecue auf dem Achterdeck sitzen und dazu kerngesunde frisch gemixte Gemüse-Cocktails genießen, kommt der erste gewaltige Tafeleisberg zum Greifen nah vorbei. Seine Abbruchkante ist so glatt, als habe eine Maschine sie säuberlich blankgefräst…..

Fotos: Oliver Schmidt

Grand Lady mit großer Fangemeinde

Die Artania, bekannt aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“, ist perfekt auf das deutsche Kreuzfahrtpublikum zugeschnitten. Mit erstklassigem Service, besonderer Routenplanung und maritimem Charme, stellte Brigitte von Imhof fest.

„Guten Morgen, hier sprrricht Ihr Kapitän von der Brrrücke“. Im Handumdrehen stellt sich gute Laune ein, wenn Morten Hansen über Lautsprecher seine Gäste begrüßt. Sein norwegisch eingefärbtes Deutsch mit österreichischer Lautfärbung (seine Frau stammt aus dem Burgenland) klingt unaufgeregt und irgendwie gemütlich – selbst dann, wenn er uns auf eine ungemütliche Überfahrt vom spanischen Festland nach Sardinien einstimmen muss: Windstärke acht bis neun, bis zu fünf Meter hohe Wellen „und Schlaglöcher im Meer. Da kann es heute Nacht ganz schön rrrumpeln.“
Wir befinden uns auf einer zwölftägigen Reise mit MS Artania durchs Mittelmeer. Von Marseille über Barcelona, Tarragona und Alicante geht es vom spanischen Festland rüber nach Sardinien und Sizilien und Korfu, weiter ins Adriatische Meer nach Montenegro und Kroatien bis zum Zielhafen Triest. Und wie versprochen, erleben die Passagiere eine sturmgebeutelte Nacht, in der so manche Gegenstände durch die Kabinen fliegen. Als Trostpflaster wird es am Ende der Reise für jeden eine „Sturmerprobt“-Urkunde geben mit genauer Positionsangabe 38°44’0N/008°03’1 E.

Royale Herkunft

Die Artania gehört zu den Lieblingen beim deutschen Kreuzfahrtpublikum. Das zeigt die hohe Zahl von Wiederholern, die je nach Route und Reisezeit bei 50 bis 80 Prozent liegt. Jens und seine Frau Gaby sind bereits zum vierten Mal an Bord. „Auf der Artania stimmt einfach alles“, bringt es der Fluglotse aus Dresden auf den Punkt. „Interessante Routen, die andere Schiffe nicht im Programm haben, super Service, tolles Essen, gutes Preis-Leistungsverhältnis, gute Stimmung – was will man mehr.“
Die „Grand Lady“, wie die Artania auch genannt wird, hat eine noble Herkunft. 1984 wurde sie als Royal Princess in Dienst gestellt. Taufpatin war keine Geringere als Lady Diana. 2010 wurde das Schiff von Kreuzfahrtveranstalter Phoenix übernommen und nach einer 40 Millionen Euro teuren Renovierung für das deutsche Publikum seefit gemacht. Seither konnte die Artania eine treue Fan-Gemeinde aufbauen. Ein Teil ihrer Popularität verdankt sie der ARD-Serie „Verrückt nach Meer“, eine unterhaltsame, informative Reisedokumentation, die seit Staffel vier an Bord der Artania gedreht wird (siehe Kasten).
Mit Platz für 1200 Passagiere weist das 231 Meter lange Schiff eine stattliche, aber überschaubare Größe auf. Dass die Dimensionen relativ sind, zeigt sich im Hafen von Barcelona, wo die Artania, zwischen zwei Megalinern von RCCL und der MSC Cruises, wie eine Barke wirkt. In den anderen Häfen, wo sie meist das einzige Schiff ist, wirkt sie elegant und majestätisch.
Alle Gäste sind in Außenkabinen untergebracht – von der kleinsten, 15 Quadratmeter großen Kabine bis zur Royal Suite (50 qm). Viele Kabinen, Juniorsuiten und Suiten besitzen einen privaten Balkon. Auf Wunsch werden Getränke, kleine Gerichte und Frühstück auf der Kabine serviert.

Die breiten, lichtdurchfluteten Promenadengänge auf dem Salon-Deck verbinden alle wichtigen Einrichtungen wie Show Lounge, Boutique, Bordkino, Kartenspielzimmer, Foto-/Videoshop und Internet-Ecke. Auf den Außendecks findet man viele geschützte Liegeplätze, zwei Poolbereiche, ein klassisches Terrassen-Heck mit der Phoenix Bar sowie eine Rundum-Promenade. Bald hat jeder seine persönliche Wohlfühlecke entdeckt, sei es Harry’s Bar oberhalb der Lobby, die Bodega Bar oder die Pacific Lounge, in der auch geraucht werden darf.
Das kulinarische Angebot gehört zu den Stärken auf der Artania. Die aus Wien stammende Chefköchin Tamara Schwarz und ihr Küchenteam übertreffen Tag für Tag die hohen Erwartungen. Die Küchen der jeweiligen Regionen werden charmant ins Menü eingebunden. Tapas-Mitternachtsbüffet, italienischer Abend, und der philippinische Abend – eine Hommage an das zauberhafte Service-Team, dem viele Philippiner angehören. Der Tischwein ist inklusive, aber man kann auch aus einer kundig bestückten Weinkarte auswählen – zu mehr als zivilen Preisen. Wer gerne frischen Fisch isst, darf sich täglich auf neue Variationen freuen, die mit viel Liebe und Know-how zubereitet werden. Dasselbe gilt für die raffinierten Fleischgerichte und die Menüs für Vegetarier….

Fotos: Brigitte von Imhof, enapress.com, rudi1976/Stock.Adobe.com, Olga Ilinich/shutterstock.com


Kreuzfahrterlebnis für den Gaumen

Silversea Cruises plant für den Neubau Silver Moon ein kulinarisches Rundumprogramm passend zu den Destinationen. Die Idee besticht mit ausgewogenen Komponenten und ist exzellent abgeschmeckt, findet Peggy Günther, die auf der ersten Testreise dabei war.

„Ihr rollt den Reis erst zwischen euren Fingern zu einer Kugel und steckt diese dann einfach in den Mund“, sagt Nicole Ponseca und lächelt in einige panische Gesichter an der mit Palmenblättern ausgelegten Tafel. Handsanitizer? Fehlanzeige. Die Gäste haben ihre Hände in einer Schale mit Zitronenwasser gewaschen, das muss reichen. Auf dem Tisch türmen sich frische Früchte, gegrillter Oktopus, gesottener Schweinebauch, frittierte Garnelen. Gegessen wird all das mit den Händen, wie es bei einer traditionellen philippinischen Feier üblich ist. Nur der Nachtisch – selbstgemachtes Eis – wird zum Glück in einem Becher gereicht.

„Klar würde ich da mitmachen“, sagt ein deutscher Silversea-Stammgast, als er von diesem Ausflugsangebot hört, das zum S.A.L.T.-Programm gehört. Das Akronym steht für „Sea and Land Taste“ und startet mit der Jungfernfahrt der Silver Moon im August 2020. Das Schiff bekommt eine Showküche und ein Restaurant, in denen die Spezialitäten der Region, in der sich das Schiff gerade befindet, an Bord präsentiert werden. Außerdem sind kulinarische Landausflüge geplant, die den Passagieren die Destinationen auf authentische Weise nahebringen sollen.

„Wir haben in den letzten 18 Monaten S.A.L.T. entwickelt, weil wir einen demografischen Wandel verzeichnen“, erklärt Barbara Muckermann, Chief Marketing Officer von Silversea Cruises. Zwar gehören rund 60 Prozent der Passagiere weiterhin zur Generation der Babyboomer mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren, aber der Anteil der jüngeren Passagiere mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren liege auch schon bei 20 Prozent, Tendenz steigend. Über alle Altersklassen hinweg lieben Silversea-Passagiere die gastronomische Kultur und das Essen wird als Schlüssel angesehen, um die Seele einer Destination zu erfassen.

S.A.L.T. ist ein Programm für Kreuzfahrt-Repeater: Wer schon einmal in Rom war, möchte vielleicht nicht wieder zum Kolosseum, sondern fährt auf den Markt. Wenn das Programm gut ankommt, ist auch eine Ausweitung auf den älteren Schiffen Silver Muse und Silver Spirit denkbar. Muckermann schätzt, dass bis zu zehn Prozent der Gäste das Programm intensiv nutzen werden. Sie entscheiden sich für die kulinarischen Ausflüge, gehen in das Spezialitätenrestaurant mit lokaler Küche und besuchen die Kochkurse an Bord. Prinzipiell soll das Angebot kostenlos sein, nur wenn der Andrang zu groß wird, könnte es sein, dass die Kurse mit einer Gebühr versehen werden. Denn es wird nur 22 Plätze im S.A.L.T. Lab geben.

„Da die Silver Muse bereits die größte Anzahl an Restaurants für diese Schiffsgröße hat, besteht Luxus für uns nicht darin, ein weiteres Restaurant hinzuzufügen, sondern Gastronomie erlebbar und verstehbar zu machen“, ergänzt Muckermann. Für die Kriegsgeneration bedeute Luxus, dass sie einen gleichbleibenden Standard an Qualität und Gerichten vorfinde – vom Kaviar über den Hummer bis hin zum Beef Wellington. Das liege einfach an ihrem Erfahrungshorizont, der sie in dieser Hinsicht konservativer hat werden lassen….

Fotos: enapress.com, Peggy Günther, iStock

Maritime Events

Windjammer und Traditionssegler haben eine Zukunft – nicht allein an den Küsten von Nord- und Ostsee. Auch in unseren Nachtbarländern und in Übersee sind sie beliebt. Lothar Lorenz hat eine Auswahl unterschiedlicher „maritimer Events“ zusammengestellt.

Foto: Alvov/shutterstock.com

Zeitloser Luxus

Nach der Crystal Symphony wurde nun auch die Crystal Serenity in Bremerhaven komplett renoviert und technisch upgedatet. Michael Wolf schaute sich die Neuerungen bei einer Fahrt an der US-amerikanischen Westküste an.

Ein Wintertag in Los Angeles präsentiert sich erfreulicherweise wettermäßig meist anders als hierzulande. Bei strahlendem Sonnenschein bietet sich heute von den Hügeln der Halbinsel bei San Pedro aus ein herrlicher Blick – in der einen Richtung auf die Skyline der Metropole mit den dem von hier aus winzigen Hollywood-Schriftzügen und den schneebedeckten Bergen. Auf der anderen Seite auf den Hafen von Los Angeles, im Hintergrund ist sogar Long Beach mit dem Kultschiff Queen Mary erkennbar, das hier als Hotelschiff sein Dasein fristet. Im Industriehafen liegt das World Cruise Terminal, das seinen großen Namen sicher irgendwann verdienen wird, hier wartet bereits die weiße Crystal Serenity auf ihre letzten Gäste.
Das Terminalgebäude hat den nostalgischen Charme einer Gepäckhalle aus anderen Zeiten. Das Ankommen auf dem Schiff ist dafür dann spektakulär: Im Rezeptionsbereich ist ein gutes Dutzend von mobilen Eincheck-Stationen aufgebaut, an denen freundliche Mitarbeiter nur auf uns zu warten scheinen. Ein guter Einstieg in den Luxus des Schiffes, dezent begleitet von einem Glas Champagner.
Das Atrium mit seinen Freitreppen, dem Wasserfall unter der beeindruckenden farbigen Glasmosaik-Kuppel präsentiert sich an diesem Dezembertag wie eine Weihnachtslandschaft: Verschneite Tannenbäume, Rentiere, Schlitten mit Geschenken, Märchenfiguren und natürlich Weihnachtsmänner in allen Variationen sind mit unglaublicher Liebe zum Detail hier und an allen öffentlichen Räumen des Schiffes platziert. Kaum eine andere Cruise Line bietet seinen Passagieren eine derart fast verschwenderische Weihnachtsdekoration wie Crystal Cruises.
Aber nicht nur wegen des weihnachtlichen Touches präsentiert sich die Crystal Serenity heute anders: Das Schiff wurde nach der Crystal Symphony im Rahmen des Erneuerungsprogrammes der Reederei komplett upgedatet. (Unsere letzte Schiffsbeschreibung finden Sie in an Bord 2-2016). 28 Tage dauerten die umfangreichen Renovierungsarbeiten auf der Lloyd-Werft in Bremerhaven, die wie Crystal Cruises zur malaysischen Genting Gruppe gehört.

Foto: enapress.com

Gastronomie mit neuer Philosophie

Das bisherige an manchen Ecken etwas schwülstige Hauptrestaurant, der Crystal Dining Room mit seinen zwei Sitzungen, hat ausgedient. Es präsentiert sich jetzt in hellen frischen Farben mit blauen und beigen Akzenten, anderer Beleuchtung und mehr kleineren Tischen als zuvor, mehr Individualität ist gefragt. Der Name Waterside entstand zuerst auf den Flussschiffen von Crystal, ist jetzt flottenweit für die Hauptrestaurants mit ihren internationalen Menüs eingeführt. Ebenfalls übernommen wurde auch die Open Dining Politik: Innerhalb der Öffnungszeiten können die Gäste jetzt zu jeder Zeit ohne Reservierung essen.

Das ehemalige Lido Café hoch oben am Heck auf Deck 12 beherbergt in seinen Räumen mit dem schönen Außenbereich jetzt zwei Gastronomiekonzepte. Tagsüber bietet es als Marketplace großzügige Buffets sowie frische Küche. Abends verwandelt es sich in das brasilianische Restaurant Churrascaria mit südamerikanischen Cocktails, Tapas und Grillspezialitäten. Auf demselben Deck mittig entstand das Silk Kitchen & Bar (zuvor Tastes), wo unter anderem frische chinesische Wok-Gerichte und Suppen serviert werden. Getrennt durch eine living wall aus Grünpflanzen liegt auf der anderen Seite unverändert (gut) der Trident Grill für das späte Frühstück und Tagesgerichte oder Snacks sowie die umfangreiche, immer gut umlagerte, Eiscreme-Bar. Umi Uma ist der neue Name für das neu designte asiatische Restaurant (ehemals Silk Road & The Sushi Bar). Es serviert als einziges Restaurant auf See die Küche des mittlerweile fast global bekannten japanisch-peruanischen Master Chefs Nobu Matsuhisa. Sicher eine der besten Sushi-Küchen, die es derzeit gibt. Hier wie im italienischen Restaurant Prego besteht Reservierungspflicht, ein Besuch pro Fahrt ist kostenfrei, nur die Bewohner der größeren Suiten dürfen mehrfach gustieren. Sehenswert und ideal für die Kamera: das Grand Gala Buffet, das einmal pro Fahrt im Atrium von der Crew um den österreichischen Executive-Chef Franz Weiss in einer unglaublich aufwendigen Art aufgebaut wird. Sushi, Hummer, Austern – an mehr als zwanzig Stationen haben die Passagiere die Qual der Wahl.Auch hier wie in allen Restaurants und Bars wird eine große Auswahl von inkludierten Getränken angeboten, von Champagner bis zu unterschiedlichsten lokalen Weinen. Der deutsche Chef-Sommelier Tilmar Pfefferkorn aus Hamburg versteht seinen Job als Glücksfall. „Ich komme hier mit Weinen in Kontakt, die man sonst nie sehen würde“, sagt er. Und er kennt natürlich die eigenen Weingüter der Reederei in Kalifornien, deren Produkte auch an Bord ausgeschenkt werden. Einmal pro Jahr macht er in einem Weinland Urlaub, um sich neue Anregungen zu holen. „Besonders interessant wird es, wenn die Weine noch unbekannt sind. Deshalb geht es dieses Jahr für mich nach Polen.“

Intimität und Individualität

Teil des neuen Gastronomiekonzeptes ist auch der Umbau des Stardust Club, eine beliebte Lounge für Drinks, Livemusik und zum Tanzen auf Deck 6. Hier wurde nicht nur mit beige-braunen Farben und neuen Möbeln Akzente gesetzt, sondern auch ein komplett neues Licht- und Bühnensystem eingebaut. Der für Tischgruppen geschaffene Platz verhelfen der Lounge zu einer neuen Multinationalität: vom Bridge-Event bis zur Dinner-Show im dann neubenannten Stardust Supper Club. Dabei werden dieselben Menüs und Weine serviert wie im Waterside, dazu gibt es Unterhaltung vom bordeigenen Entertainment-Ensemble, in den Servierpausen kann dann zu den Klängen eines Streichquartettes getanzt werden. Da der Supper Club nur an ein bis zwei Abenden pro Fahrt performt, kommt allerdings nur ein Bruchteil der Passagiere in den Genuss der neuen Attraktion…..


Fotos: enapress.com


…. Lesen Sie weiter in der Aktuellen Ausgabe.

„Costa Venezia“ leitet Serie für Asien ein

China gilt im Tourismus als Markt der Zukunft. Mit wachsendem Wohlstand steigt im Reich der Mitte die Lust an Reisen. 140 Millionen Reisen wurden allein 2018 in China verkauft. Dieser Boom erreicht zunehmend die Kreuzfahrt. Mit großen Megalinern wollen Kreuzfahrtreedereien die Nachfrage nach Seereisen in China decken. Ganz vorn dabei ist in China die italienische Reederei Costa.
In Triest wurde am 1. März das erste speziell für chinesische Urlauber gebaute Kreuzfahrtschiff der Reederei Costa getauft. „Wir sind seit 2006 in China aktiv. Mit der ‚Costa Venezia‘ haben wir einen neuen Meilenstein bei der Entwicklung des Marktes in China erreicht“, sagt Michael Thamm, Vorstand der Costa Gruppe.
„China hat ein großes Potenzial Und wir haben das Ziel, dieses Potenzial weiter zu entwickeln“, sagt Mario Zanetti, der Präsident von Costa Asia. „In China ist die Lust auf Reisen deutlich zu spüren. Dabei ist die Kreuzfahrt die ideale Art für den Urlaub. Mit der ‚Costa Venezia‘ haben wir ein Schiff, das die schönsten Dinge Italiens nach Asien bringt“, sagt Zanetti.
Die erste Bordsprache ist Englisch – wegen Solas. Chinesisch ist aber die Sprache, die allgegenwärtig ist. Alle Beschriftungen, Infotafeln und Speisekarten sind in Chinesisch.

Wer aber chinesische Kunst erwartet, wird enttäuscht. Goldene Löwen, rote Stoffe und Teppiche sowie Jackie Chan als Wachsfigur deuten bei der Dekoration auf China hin. Dominierend ist Italien. „Das liegt daran, dass Italien in China sehr beliebt ist. Besonders die Küche ist ein Grund für die Beliebtheit“, sagt Zanetti.
Das größte Restaurant ist mit 1500 Plätzen das Canal Grande. Wie beim Vorbild in Venedig durchzieht ein Kanal mit einer echten Gondel aus Venedig den Raum. Pizzeria, Eis-Salon und viele kleine Cafés wurden integriert. Die sonst auf Kreuzfahrten übliche Basketball-Arena wurde durch einen Fußballplatz mit Kunstrasen und der Bemalung Juventus Turin ersetzt. Juve ist in China der Inbegriff für europäischen Sport. Die Costa Venezia wird exklusiv auf dem chinesischen Markt eingesetzt. Europäer können aber nur die Überfahrt von Triest nach Shanghai buchen. Ab Mai ist das Schiff exklusiv Passagieren aus China vorbehalten. Ziele der Reisen sind Korea und Japan. Ein Großteil der 1278 Crewmitglieder stammt ebenfalls aus China. Der chinesische Kreuzfahrtmarkt hat inzwischen bereits die Marke von zwei Millionen Passagieren erreicht. Mit Wachstumsraten von vier bis acht Prozent wächst Chinas Zahl der Kreuzfahrturlauber schneller als nirgendwo anders in der Welt.

Ein Zeichen setzt auch die Wahl der Taufpatin. Mit Gan Beiye wurde eine Chinesin als Taufpatin ausgewählt, die mit ihrer Familie seit 2011 Kreuzfahrten mit Costa unternimmt. Aber auch beim Umweltschutz holen die Chinesen auf. Zwar wird die Costa Venezia noch konventionell mit Schweröl angetrieben, sie hat aber eine der modernsten Abgasfilteranlagen.
„Wenn das Schiff in Shanghai eintrifft, wird es dort für dieses Schiffe einen Plug-in-Landanschluss geben. So etwas gibt es im ganzen Mittelmeerraum nicht“, so Michael Thamm. Die italienische Reederei hat 28 Schiffe bei den Marken Aida, Costa Crociere und Costa Asia. „Damit sind wir Marktführer in Europa. Bis 2023 investieren wir sechs Milliarden Euro in sieben neue Schiffe“, so Thamm. Für die Carnival-Gruppe ist die Costa Venezia das 106. Schiff.
69 davon wurden seit 1990 bei Fincantieri gebaut. Ein weiterer Meilenstein ist die gerade beschlossene Kooperation mit der staatlichen China State Shipbuilding Cooperation (CSSC) in Waigaopiao der Nähe von Shanghai. „Wir werden unseren Freunden in China bei der Entwicklung der Fähigkeit zum Bau dieser Schiffe helfen“, sagte Giuseppe Bono, Vorstand der italienischen Großwerft Fincantieri.
Die chinesische Werft soll ab 2022 Schiffe vom Vista-Typ nach dem Vorbild der Costa Venezia bauen. Zwei Schiffe sind konkret in China für Costa Asia bestellt, vier weitere sind als Option geplant. Costa Asia ist Teil der Costa-Gruppe mit Sitz in Genua. Das 323 Meter lange und 135000 BRZ große Schiff bekommt 2020 noch ein Schwesterschiff aus Italien, danach wird der Typ in China in Serie gebaut. An Bord ist Platz für 5260 Passagiere in 2116 Kabinen. FB

Fotos: Frank Behling

Das große Jubiläums-Gewinnspiel

30 Jahre AN BORD – das ist ein echter Grund zum Feiern.

Von der Reise mit dem Großsegler nach Bali über Inselhüpfen in Griechenland oder auf den Seychellen bis zu Touren nach England und Irland – zu einer dieser Kreuzfahrten werden Sie bald aufbrechen.

Hier die Gewinner:

Star Clippers

Herzlichen Glückwunsch an:
Hans K., D-67433 Neustadt.

7 Nächte Segelkreuzfahrt mit der STAR CLIPPER ab Bali im Gesamtwert von ca. 7.000 Euro.
gültig für 2 Personen, mit einer Unterbringung in einer 2-Bett Außenkabine, inklusive An-und Abreise (Flüge), Vollpension an Bord, Sportaktivitäten (außer Tauchen), Unterhaltungsprogramm & Hafengebühren.
Gültig für den aktuellen Reisezeitraum bis 30.04.2020, Termine nach Verfügbarkeit und Absprache.

Mehr Informationen zum Schiff unter: www.star-clippers.de

Silhouette Cruises

1 Woche für 2 Personen* an Bord eines der Segler von SILHOUETTE CRUISES (SEA SHELL, SEA PEARL, SEA STAR und SEA BIRD) durch das Inselparadies der Seychellen.
Die Fahrt beginnt und endet jeweils am Samstag auf der Hauptinsel Mahé.*

Mehr Informationen unter: www.seychelles-cruises.com

Herzlichen Glückwunsch:
Gerda W., D-65510 Huenstetten.


Plantours Kreuzfahrten

12-tägige Kreuzfahrt* zum 30-jährigen Jubiläum von PLANTOURS 2019 mit Gala-Dinner und großer Geburtstagsparty mit Tombola für 2 Personen vom 21.04. – 02.05.2019 an Bord MS HAMBURG von/nach Hamburg über London, Dublin, Belfast und Edinburgh in einer 2-Bett-Außenkabine in der Kategorie 8, im Wert von 6.478 Euro.

Mehr Informationen zum Schiff unter: www.plantours-kreuzfahrten.de

Herzlichen Glückwunsch an:
Monika K., D-50169 Kerpen.




Celestyal Cruises

7-tägige Kreuzfahrt* für 2 Personen mit der CELESTYAL CRYSTAL auf der neuen Route „Idyllische Ägäis“ mit Stopps in den wichtigsten Hotspots des östlichen Mittelmeeres wie Mykonos, Santorini, Kreta, Samos oder im türkischen Kusadasi im Wert von etwa 2.000 Euro.

Mehr Informationen zum Schiff unter: www.celestyalcruises-deutschland.de

Trans Ocean

1 Woche Kreuzfahrt* für 2 Personen mit MS VASCO DA GAMA ab/bis Bremerhaven vom 25.08.-01.09.2019. Die Reise „Historie trifft Kunst & Lebensart“ führt nach Southampton, den Kanalinseln Jersey und Guernsey sowie Le Havre und Amsterdam in einer 2-Bett-Außen-Kabine der Kategorie 11 zum Gesamtpreis von 4.138 Euro.
Mehr Informationen zum Schiff unter: www.transocean.de

Herzliche Glückwünsche an Heide-Christa J. aus D-12249 Berlin zur Celestyal Crystal-Fahrt in der Ägäis. Und unsere Glückwünsche an die 5. Gewinnerin Monika-Heike S. aus D-72770 Reutlingen zur Reise an Bord der Vasco da Gama von Trans Ocean.

* Cruise only. An- und Abreise auf eigene Kosten.