Kieler Werft will Brennstoffzellen auch für Kreuzfahrer bauen

Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) baut eine hochmoderne Fertigung für Brennstoffzellen der neuesten Generation auf. Ab 2023 sollen am Standort in Kiel sehr leistungsfähige Brennstoffzellen gefertigt werden. Seit 30 Jahren setzt die größte deutsche Schiffswerft Brennstoffzellen bereits bei U-Booten ein. Mit diesen Brennstoffzellen können die U-Boote der Werft mehrere Wochen unter Wasser operieren.  

Die hier bislang für TKMS-Kunden aus Deutschland, Griechenland, Israel, Italien, Südkorea und Portugal genutzten Systeme sind jedoch sehr kompakt und aufgrund der militärischen Anforderungen auch sehr klein. Die nächste Generation ist aber auch für andere Kunden vorgesehen. „Wir denken daran, unser im militärischen Bereich erworbenes Know-how auch für zivile Projekte einzusetzen“, so Alexander Orellano, der Chief Operating Officer und Produktionsleiter der Kieler Werft.

Auf dem Gelände entsteht die neue Fertigungshalle für Brennstoffzellen direkt neben dem Fähr- und Kreuzfahrtterminal Norwegenkai. Dort gibt es bislang auch bereits Teststände und Lagerstätten für Wasserstoff und Sauerstoff.

Als erstes Kreuzfahrtprojekt sei eine Kooperation mit einer Reederei zum emissionsneutralen betrieb von Flusskreuzfahrtschiffen in Arbeit, so Orellano. Namen nannte er dabei noch nicht. Bei einer Präsentation wurde ein symbolisches Kreuzfahrtschiff der Donau-Max-Klasse gezeigt. Die neuen Brennstoffzellen aus Kiel sollen aber auch bei anderen Schiffstypen zum Einsatz kommen.

Die Werft gehört seit 2010 zum ThyssenKrupp-Konzern. Vorher war das Unternehmen als Howaldtswerke-Deutsche Werft auch im Container- und Kreuzfahrtschiffbau tätig. Die Werft baute die Kreuzfahrtschiffe Berlin, Astor und Deutschland. Mit diesem Segment wirbt das Unternehmen auch wieder.

Der Neubau der Fertigungsanlage für Brennstoffzellen ist Teil einer Werfterweiterung in Kiel. Bis 2023 investiert ThyssenKrupp 250 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts. Herzstück ist eine neue Schiffbauhalle. FB