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Kreuzfahrtreeder und die schnellen Autos

Beim Thema Zielgruppen und Sponsoring sind Kreuzfahrtreedereien auf neuen Kursen unterwegs. Der Blick auf die Parkplätze an den Kreuzfahrtterminals hat die Erkenntnis verfestigt, dass Menschen mit Vorlieben für Kreuzfahrten auch auf viel Kraft unter der Motorhaube stehen.

Nachdem die Schweizer Reederei MSC mit dem Start der neuen Formel 1 Saison 2022 als einer der Hauptsponsoren auftrat, hat jetzt auch Kreuzfahrtmarktführer Carnival nachgezogen. Am Sonntag wird beim Nascar-Rennen in Watkins Glen (New York) erstmals ein Wagen mit dem Logo von Princess Cruises starten.

Die Premium-Marke im Carnival-Verbund ist jetzt Hauptsponsor des Trackhouse Racing-Teams bei den ausstehenden Nascar Cup Series in den USA. Nascar ist der führende Motorsportverband in den USA und Ausrichter der bekannten Rennserien.

Princess Cruises sicherte sich mit dem Fahrer Daniel Suárez die aktuelle Nummer 13 der Rennserie 2022. Damit stehen auch die Chancen für die Teilnahme an den Playoffs der Nascar Cuo Series sehr gut, die unter den 16 besten Fahrern ausgefahren werden.

Princess Cruises wird nach eigenen Angaben als Hauptsponsor auch den Chevrolet Camaro „Nr. 99“ von Suárez farblich gestalten. Die Partnerschaft wird aber auch Suárez‘ Teamkollegen Ross Chastain umfassen und über das hinausgehen, was Autofans am Sonntag sehen werden. Details sollen später bekannt gegeben werden.

In den kommenden Wochen werden Princess Cruises und Trackhouse Racing ein Programm vorstellen, das es Nascar-Fans ermöglicht, mit ihren Schiffen zu reisen. Die Fans des Motorsports sind in den USA und Europa eine zahlungskräftige und technikbegeisterte Zielgruppe.

„Trackhouse war eines der aufregendsten und interessantesten Teams, wir schätzen und begrüßen den beeindruckenden Erfolg von Daniel und Ross und freuen uns darauf, den NASCAR-Fans die außergewöhnlichen Urlaubsangebote von Princess Cruises zu zeigen“, so John Padgett, Präsident von Princess Cruises.

Man habe viele Pläne für die Zukunft, von denen man glaube, dass sie Nascar-Fans auf die 15 Schiffe von Princess Cruises lockt.

Trackhouse Racing ist in seiner zweiten Saison in der Cup-Serie. Suárez und Chastain waren 2022 dreimal auf der Siegesstraße und sind zwei der Favoriten in den Playoffs mit 16 Fahrern, die am 4. September auf dem Darlington (SC) Raceway stattfinden.

Suárez gewann am 12. Juni als erster Fahrer aus Mexiko (Monterrey) ein Rennen der Cup-Serie. Der Gründer und Teambesitzer von Trackhouse, Justin Marks, sagte, die neue Partnerschaft mit Princess Cruises sei ein weiterer Beweis für das Team und den Nascar-Sport.

Die positiven Auswirkungen des Motorsport-Sponsorings hat auch schon MSC mit dem Einstieg in die Formel 1 zu spüren bekommen. Beim Saison-Auftakt im März in Bahrain war MSC als einer der Hauptsponsoren neben DHL, Heineken dem saudischen Ölkonzern Aramco. MSC ist seitdem „Kreuzfahrtpartner der Formel 1“.

MSC wird bei den Rennen der Formel 1 in Hafenstädten Schiffe in der Umgebung platzieren. Und bei den Rennen wird das Logo von MSC an fast allen Stellen gezeigt. Weltweit sehen 80 bis 100 Millionen Menschen die Rennen. In Deutschland ist die Formel 1 nur über Streaming-Dienste oder Sky Sport zu sehen. Hier liegen die Zuschauerzahlen pro Rennen bei etwa einer Million.

Bei den Nascar-Rennen werden in den USA und Kanada ebenfalls zweistellige Millionenzahlen bei den Zuschauern erreicht.

Die Zielgruppen sind aber für die Reedereien wichtig. Dabei spielt das Sponsoring für MSC im Motorsport für das internationale Publikum eine große Rolle. Gerade das Image des Motorsports mit dem steten Wettbewerb um technische Höchstleistungen bei der Entwicklung der stets sparsameren und besseren Rennwagen ist vergleichbar mit der Entwicklung neuer Kreuzfahrtschiffe.



„Wir arbeiten beide an einer kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung mit einer klaren Vision für mehr Nachhaltigkeit. Wir freuen uns darauf, unsere Partnerschaft in dieser spannenden Saison weiter auszubauen“, so Pierfrancesco Vago bei der Verkündung der Partnerschaft mit der Formel 1.Bei den Rennen der Formel 1 am Persischen Golf war fast immer die MSC Virtuosa in der Nähe. 

Und was kostet das Sponsoring für die Reedereien. Offiziell werden keine Zahlen genannt. Es gilt aber als sicher, dass die Hauptsponsoren bei der Formel 1 einen Betrag jenseits der fünf Millionen Euro investieren müssen. Für Logos an Fahrzeugen, den Helmen und der Kleidung der Fahrer werden Summen ab etwa 500000 Euro gehandelt. Bei den Nascar-Rennen sind die Ausgaben etwas geringer, da als Reichweite nur Nordamerika in Betracht kommt. Die Formel 1 ist eine weltweit bekannte Marke.  FB