Mediterraner Luxus

Das weiße Schiff mit seiner klassischen Form und der langen eleganten Nase liegt direkt am World Trade Center unter der berühmten Gondelbahn, die quer über den alten Hafen von Barcelona führt. Beste Innenstadtlage. Das Einchecken im alten aber herausgeputzten Cruiseterminal ist für Michael Wolf eine Minutensache – wahrscheinlich sind aber die meisten Passagiere an diesem Spätnachmittag schon an Bord.

Das Ankommen auf dem Schiff zeigt schnell, in welchem Marktsegment man sich befindet: Weißgekleidete Pagen mit Hütchen empfangen die Gäste, Stewardessen servieren Champagner und begleiten die Ankömmlinge auf ihre Suite.
Kein richtig langer Gang: die Seven Seas Voyager ist mit ihren 42363 BRZ ein überschaubares Schiff, human size.
Und ein ausgesprochen schönes. Schon bei der Ankunft präsentiert sich im vorderen Bereich ein spektakuläres Atrium mit Freitreppen, das sich über acht Decks erstreckt und natürlich auch mit teils gläsernen Aufzügen versehen ist. Ein weiteres ebenfalls sehenswertes Treppenhaus befindet sich im Heckbereich.
Beim Sail-away-Cocktail auf dem Pooldeck machen sich nicht nur die Stewards mit ihren Cocktail-Tabletts oder den Canapés beliebt. Auch die Hosts des Entertainment-Teams sind komplett angetreten, bringen mit Plaudereien Passagiere zueinander und entwickeln Gespräche und manchmal auch Freundschaften. Nur ein Punkt ist tabu: „Wir sprechen nie über Politik“, sagt Jefry aus der Ukraine.
Denn es soll relaxed zugehen auf dieser Kreuzfahrt. Genauso hält es auch der Regent-Dresscode: Bei elegant casual kann man durchgängig auf Krawatte und Abendkleid verzichten, aber sich dennoch abends formell anziehen, wenn gewünscht.

Kulinarik reloaded

Die Gastronomie an Bord der Seven Seas Voyager ist von luxuriöser Vielfalt und Qualität und hat sich auf allen Schiffen von Regent in den letzten zwei Jahren nochmals gesteigert. In den Restaurants herrscht freie Wahl der Esszeit (im Rahmen der Küchenzeiten) und der Tischpartner.
Das Compass Rose Restaurant mit seinen 570 Plätzen und den modernen Kronleuchter ist abends in blaues Licht getaucht – die Tische bieten zwei bis 10 Personen Platz. Die äußerst umfangreiche Karte weist neben köstlichen Kreationen von bestem Fleisch, Fischen, Hummer oder Kaviar auch kalorienarme Spa- oder vegetarische Gerichte aus. Im La Veranda werden wirklich exzellente Buffets geboten, aber auch mediterrane Küche. Die beiden Spezialitätenrestaurants Chartreuse (französische Küche mit natürlich einem französischen Koch, Spezialität Tatar und Kaviar oder Seezunge) und Prime 7 (verschiedenste Fleischspezialitäten, Surf&Turf (Filet Mignon und Hummer) sind reservierungspflichtig, aber aufschlagsfrei. Man kann in allen Restaurants aus mehreren sehr guten Inklusiv-Weinen wählen, nur alte Jahrgänge und Premiumbrands sind zu bezahlen. Kulinarische Überraschungen sind an der Tagesordnung: so wird bereits am ersten Morgen zum Champagner und Kaviar Frühstück im Compass Rose gebeten.

Von Deck zu Deck

Auf Deck 4 ist alles möglich, hier schlägt das Entertainment-Herz des Schiffes. Auf dem Weg vom Hauptrestaurant Compass Rose zum Theater sind Unterbrechungen einzuplanen: Sei es das kleine Casino, der in Blautönen gehaltene Connoisseur Club mit dem gut bestücktem Zigarren-Thermidor und den bequemen beigen Sesseln oder der Voyager Lounge mit seiner intimen Bar, ideal zum Abhängen. Täglich ist Live-Musik angesagt, zu der jeden Abend abgetanzt wird. Das Musiker-Duo Denis und Elina ist perfekt vor allem in den Latino-Charts, die Tanzfläche, wie sich in den nächsten Tagen zeigen wird, mehr als voll. Das Constellation Theater erstreckt sich über zwei Decks und präsentiert mit einem 12-köpfigen Team aus Sängern und Tänzern sehr gute hauseigene Produktionen, aber auch Solokünstler oder Cabaret.
Shopping, Service und Spezialitätenrestaurants ist das Motto für Deck 5. In der Coffee Connection, einer offenen Lounge in Nähe des Eingangsbereiches, gibt es nicht nur Kaffeespezialitäten sondern ein nach Tageszeiten wechselndes Snack-Buffet – vom Frühstück über die Tea time bis zum Pre-Dinnersnack. Rund um das Atrium liegen die kleine Rezeption mit Concierge, der Destinationsservice und Büros für den Cruise-Consultant und die Hoteldirektorin Nicky, eine erfahrene Engländerin. Eine überschaubare Shopping Mall mit Boutiquen schließt sich an, hier befindet sich auch club.com, ein sehr gut ausgestatteter Raum mit neuesten Computern zum Surfen oder auch für web-Kurse. Nach an einer Kunstgalerie und zwei Spezialitätenrestaurants ist die Horizon Lounge sicher eines der angenehmsten Ziele: Intime Sitzecken in beigen und hellbraunen Farben, eine stylische Bar, dahinter ein weiterer Bereich mit Bühne für Live-Musik (meist das Regent Signature Orechestra mit Hits von Rock bis Pop) und Tanzfläche. Nachmittags wird hier die originale englische Tea time mit weißen Handschuhen und Kuchenpyramide zelebriert. Besonders schön ist der Außenbereich, der mit seinen eleganten Liegen und Sesseln und enorm viel Platz nicht nur abends, sondern auch tagsüber sein festes Publikum hat.
Entspannung und verschiedenste Treatments bietet das Spa (mit Coiffeursalon) auf Deck 6, das von der bekannten Marke Canyon Ranch betrieben wird. Gut besucht gleich nebenan die Fitness- und Sporträume mit modernsten Maschinen.
Ein Ausflug in die analoge Welt bietet beste Nahrung für den Kopf: Die gut bestückte Bibliothek am Atrium (verschiedenste Bibliografien, Romane und Reiseführer) verleitet mit seinen schweren Sesseln zu einem Lesestopp. Direkt gegenüber nimmt ein großes Puzzle an jedem Tag der Reise mehr Gestalt an – erstaunlich, dass kaum ein Gast an diesem doch scheinbar so altmodischen „Spiel“ vorbeikommt.

Komfortables Wohnen

Der Rest dieses Decks sowie die Decks 7 bis 10 sind den Suiten vorbehalten.
Die sind in hellen Farben designt und werden in 12 verschiedenen Kategorien angeboten: von 31 qm in der Deluxe Veranda-Suite (inkl. 5 qm Balkon) bis zu 113 qm in der Master Suite (130 qm inkl. 17 qm Balkon) groß. Fast alle haben einen getrennten Wohn-/Schlafteil. Die Minibar wird nach Wunsch gefüllt und ist im All-Inclusive-Angebot enthalten. Das interaktive Unterhaltungsprogramm zaubert neben TV- und Radioprogrammen viele neue Hollywoodproduktionen auf den Screen. Die Badezimmer haben eine elegante Marmortäfelung und sind mit jeglichem Zubehör ausgestattet, die Kosmetikserie stammt von der französischen Edelmarke L’Occitane en Provence. Ein Room-Service steht 24h zur Verfügung.

Lichtspiele am Pool

Im Zeichen der Sonne steht natürlich das Pooldeck mit Schwimmbad und Whirlpools. Die intime runde Poolbar ist bis Sonnenuntergang geöffnet, die besten Sitze haben Blick auf das Meer. Auch das Grillrestaurant mittschiffs mit seinem kleinen Buffet und der köstlichen Eistheke ist fast über den ganzen Tag geöffnet. An Open air-Tischen werden nicht nur Salate, Burger oder Steaks, sondern auch sehr guter gegrillter Fisch serviert. Das größte Buffetrestaurant der Seven Seas Voyager, das La Veranda am Heck, verwandelt sich abends in das italienische Sette Mari. Auch außen gibt es einige (leider nur wenige) Tische.
Am Bug bietet die Observation Lounge mit Bar meist zu den Pinaoklängen des virtuosen englischen Musikers Geoffrey von seinen weißen Sesseln den besten Blick auf das Meer voraus.
Natürlich kann man auf der Seven Seas Voyager auf Deck 12 einen Spaziergang um das ganze Schiff machen, vom Sportfeld am Heck bis zum Minigolfplatz ganz vorn. Ein Teil der Strecke wird als Jogging-Track erstaunlich gut genutzt, vor allem in den frühen Morgenstunden oder nachmittags. Abends tauchen wechselnde LED-Beleuchtungen das Deck und den Pool in die verschiedensten Farben.

Destinationen und Landausflüge

Das Routing dieser 13-tägigen Reise von Barcelona nach Venedig ist gut gewählt. Neben einigen Kreuzfahrt-Klassikern wie Marseille, Civitavecchia oder Neapel werden auch einige kleinere und nicht so bekannte Häfen angelaufen wie Antibes, Kotor in Montenegro oder Koper in Slowenien.
In allen Destinationen werden die unterschiedlichsten Shore-excursions angeboten, immer in kleinen Gruppen. Nicht weniger als 84 Ausflüge sind auf dieser Reise kostenfrei, von Busfahrten nach Florenz über Bootsfahrten in Venedig oder Wein- und Käseverkostung in Aix-en-Provence. Auch zuzahlpflichtige Excursions können gebucht werden, die oft mit Zusatzleistungen wie Essen oder Besuche von Privatschlössern verbunden sind.


Fotos: enapress.com