Mehr Geld für Landstromanlagen gefordert

Landstromanlagen wie in Hamburg, Kiel und Warnemünde sind bisher eher eine Ausnahme. Von den rd. 1000 weltweit regelmässig von Kreuzfahrtschiffen angelaufenen Häfen bieten nach Angaben von Helge Grammerstorf, Chef der Deutschland-Organisation des Kreuzfahrt-Weltverbandes CLIA, derzeit weltweit lediglich 14 Häfen solche Anlagen an, die von Kreuzfahrtschiffen genutzt werden können. Zur Verbesserung der Luftqualität sollten möglichst alle Häfen schnell mit Landstromanlagen ausgestattet werden. Dafür fordert der Zentralverband Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Hamburg, mehr Geld von der Bundesregierung.

Seit 2017 in Betrieb: Landstromanlage am Cruise Center Altona, Foto: Jens Meyer

Da ein großes Kreuzfahrtschiff während der Hafenliegezeit so viel Strom wie eine Kleinstadt verbraucht, müsse man auch darauf achten, dass es genügend Kapazitäten gibt, so ZDS-Präsident Frank Dreeke bei der Jahres-Pressekonferenz des Verbandes am Mittwoch in Hamburg. „Wenn in Bremerhaven zwei Kreuzfahrer und ein Containerschiff Landstrom beziehen, dann geht in der Stadt das Licht aus“, so Dreeke.

Darüber hinaus fordert der ZDS, dass die Strompreise gesenkt werden, damit Reeder während der Liegezeit im Hafen auch die Dieselaggregate abstellen lassen. In den vergangenen Monaten sei der Preis für Landstrom zwar bereits etwas gesenkt worden, das aber reiche noch nicht aus. Nötig sei eine Abschaffung der EEG-Umlage auf Landstrom. „Die in Deutschland erhobene EEG-Umlage macht die Versorgung von Schiffen mit Strom von Land zu teuer. Damit besteht ein eindeutiger wirtschaftlicher Anreiz für die Stromversorgung den Schiffsdiesel laufen zu lassen. Das sollte man ändern.“, fordert Dreeke.

Anders als bei den Nachbarn fällt bei der Nutzung von Landstrom die EEG-Umlage an. So wird z. B. für die beiden RoRo-Passagierfähren Color Magic und Color Fantasy der Color Line, die zwischen Kiel und Oslo verkehren, bei der Nutzung von Landstrom künftig eine EEG-Umlage von jährlich bis zu 344.000 € fällig. JPM