Meyer Turku übergibt „Legend of the Seas“: Dritter von sieben Neubauten der Icon-Klasse für Royal Caribbean
Nach fast zweijähriger Bauzeit hat die im Eigentum der Meyer-Familie befindliche finnische Werft Meyer Turku Oy mit der Mitte Dezember 2019 als Bau-Nr. 1402 bestellten Legend of the Seas am 10. Juni das dritte Schiff der inzwischen auf insgesamt sieben Einheiten erweiterten Neubauserie der Icon-Klasse an die amerikanische Royal Caribbean Group abgeliefert. Dabei handelt es sich um das vierte Schiff der Reederei mit LNG-Antrieb und das das zweite Schiff dieses Namens nach dem 2017 erfolgten Verkauf des 1995 in Frankreich erbauten 69.472-BRZ großen Namens-Vorgängers an die britische TUI-Tochter Marella Cruises, der in Marella Discovery 2 umbenannt wurde. Die Neubauten der Icon-Klasse nehmen sowohl mit ihrem Auftragswert von jeweils rd. 2 Mrd. Euro als als auch hinsichtlich ihrer Größe weltweit eine Spitzenstellung ein.

„Die heutige Übergabe der Legend of the Seas markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserem Bestreben, das Urlaubserlebnis kontinuierlich neu zu definieren“, sagte Jason Liberty, Vorsitzender und CEO der Royal Caribbean Group, bei der feierlichen Übergabezeremonie in Turku, an der neben Michael Bayley, Präsident und CEO von Royal Caribbean, und Meyer Turku-CEO Casimir Lindholm mehr als 1200 Besatzungsmitglieder und Partner teilnahmen. „Dieser Neubau spiegelt die Stärke des Urlaubs-Ökosystems wider, das wir aufbauen – eine Kombination aus branchenführenden Schiffen, innovativer Technologie und außergewöhnlichen Erlebnissen für unsere Gäste“, so Liberty, der in seiner Ansprache u.a. die Bedeutung der außergewöhnlichen Partnerschaft und das fachliche Know-how von Meyer Turku unterstrich. Nach der Ablieferung des Typschiffes Icon of the Seas im November 2023 und des Schwesterschiffes Star of the Seas im Juli 2025 sowie der als viertes Schiff 2027 zu liefernden Hero of the Seas ist die Ablieferung dieses Neubaus Teil einer im Herbst letzten Jahres unterzeichneten langfristigen Rahmenvereinbarung des Unternehmens mit Meyer Turku, die dem US-Konzern Schiffbaukapazitäten bis 2036 sichert, einschließlich der Bestellung der „Icon 5“, deren Brennstart am 19. Januar dieses Jahres erfolgte und die 2028 ausgeliefert werden soll, sowie des sechsten und siebten Schiffes der Icon-Klasse in den Jahren 2029 bzw. 2030.


„Die Legend of the Seas ist das dritte Schiff der Icon-Klasse, das in unserer Werft gebaut wurde, und der Bau dieser Serie hat es uns ermöglicht, unsere Produktionsprozesse systematisch weiterzuentwickeln. Wir haben auf den Erfahrungen aus den vorherigen Schiffen aufgebaut und die Effizienz gemeinsam mit dem Kunden und unserem umfangreichen Partnernetzwerk weiter verbessert“, ergänzte Casimir Lindholm, Chef der Meyer Turku Oy, die 2025 einen Umsatz von 2,1 Mrd. Euro erzielte und einen Anteil von 17 Prozent am Weltmarkt für Kreuzfahrtschiffsneubauten hat. Das sowohl hinsichtlich seiner Größe als auch seiner technischen Komplexität außergewöhnliche Projekt, das fundiertes Fachwissen und eine nahtlose Zusammenarbeit im gesamten maritimen Cluster erfordere , treibe den Schiffbau in Richtung energieeffizienterer und ökologisch nachhaltigerer Lösungen voran.
Sommersaison wird erstmals in Europa absolviert
In wenigen Tagen wird die Legend of the Seas unter Bahamas-Flagge von Turku nach Cádiz in Spanien überführt, wo sie von der Reederei für ihren Einsatz endausgerüstet und vorbereitet wird, bevor sie – anders als die Vorbauten – im Juli von Barcelona und Civitavecchia zu 7-tägigen Reisen im westlichen Mittelmeer startet. Im November wird das Schiff für die Wintersaison nach Fort Lauderdale, Florida, verlegt, um von dort 6-tägige Kreuzfahrten in die westliche Karibik und 8-tägige Kreuzfahrten in die südliche Karibik anzubieten, bevor es für die Sommersaison 2027 wieder nach Europa zurückkehrt.
Der 365 m lange, 67 m breite und 8,8 m tiefgehende 248.663-BRZ-Neubau, der über 20 Decks, davon 18 für Passagiere, verfügt, wurde nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DNV erstellt und kann in 2.805 Kabinen 5.610 (bis zu ca. 7.600 bei Doppelbelegung) Gäste unterbringen, die Besatzung besteht aus 2.805 Personen. Der dieselelektrische Antrieb erfolgt durch sechs auf Generatoren arbeitende und mit verflüssigtem Erdgas betriebene Dual-Fuel-Viertaktmotoren von Wärtsilä, die die Energie für die drei je 20 MW leistenden elektrischen ABB-Azipod-Antriebe liefern. Damit soll der u.a. mit fünf Bugstrahlern ausgerüstete Neubau, der über eine umfassende Palette von modernen Umweltschutz-Systemen von der Abgaswärmenutzung über Abfallbehandlung und Energie-Management bis zum Landstromanschluss verfügt, eine Maximalgeschwindigkeit von ca. 25 kn erreichen. JPM
Fotos: Royal Caribbean International



