Meyer Werft bereitet erstmals zwei Neubauten auf Ablieferung vor

Spirit of Adventure, Foto: Christoph Assies

Seit mehr als 25 Jahren werden auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg Kreuzfahrtschiffe gebaut. Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen bereiten die Schiffbauer mit der Iona und der Spirit of Adventure nun erstmals zwei Kreuzfahrtschiffe auf ihre Ablieferung vor. Christoph Assies hat die Situation zusammengefasst.

Seit dem vergangenen Samstag liegt die Spirit of Adventure, der zweite Neubau für Saga Cruises, wieder im Emder Hafen. Nach Angaben von Werftsprecher Florian Feimann war der 236 Meter lange Kreuzfahrer zuvor auf einer fünftägigen Probefahrt, die bis zum Skagerrak „in unser angestammtes Probefahrt-Revier mit den entsprechenden Wassertiefen“ führte. Nach mehreren Tests werde das Schiff nun in Emden weiter auf die Ablieferung vorbereitet. Die erste Testfahrt mit der obligatorischen Einstellung der nautischen Instrumente hatte die Spirit of Adventure direkt nach der Emsüberführung vor rund zwei Wochen absolviert.

Bereits im August hätte das für 999 Passagiere ausgelegte Kreuzfahrtschiff an Saga Cruises übergeben werden sollen. Wegen der Corona-Krise, der Kurzarbeit auf der Meyer Werft und ausbleibenden Neubestellungen versuchen die Papenburger jedoch, ihre Aufträge zu strecken. Nun wird die britische Reederei, die im vergangenen Jahr von der Meyer Werft mit der Spirit of Discovery ihren ersten Neubau erhalten hat, die Spirit of Adventure wohl im Oktober in ihre Flotte aufnehmen. Kommentieren wollte Werftsprecher Feimann diesen Termin nicht. Die Unternehmenskommunikation der Meyer Werft wiederholt immer wieder, man sei in enger Abstimmung mit der Reederei zu den Ablieferungsterminen. Das gilt auch für die Iona.

Foto: Frank Behling

Der erste Neubau des Jahres liegt noch immer in Bremerhaven an der Columbuskaje. „Der Innenausbau und die Endausrüstung sind gut vorangeschritten“, so Feimann lediglich. Nach Informationen von AN BORD ist die 344 Meter lange Iona, die auf der Plattform der AIDAnova gebaut wurde, längst klar zur Übergabe an P&O Cruises. Der Mutterkonzern der britischen Reederei, die Carnival Corporation ist wegen der Corona-Pandemie ebenfalls in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. In nächster Zeit will der Konzern mit seinen insgesamt neun Marken 15 Schiffe verkaufen oder verschrotten. Die Auslieferung von Neubauten soll verzögert werden – wie jetzt bei der Iona.

Nach Informationen von AN BORD soll das neue Flaggschiff, das das größte Kreuzfahrtschiff für den britischen Markt wird, nun Ende September an P&O übergeben werden. Im August hatte P&O-Präsident Paul Ludlow mitgeteilt, man werde den Neubau „noch vor dem Herbst“ in die Flotte integrieren.