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Mit Wasserstoff-Antrieb: „Viking Libra“ im Fincantieri-Baudock in Ancona aufgeschwommen

Um das nach Werft- und Reedereiangaben weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit Wasserstoff-Antrieb handelt es sich bei der Viking Libra, die am 19. März im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes in Ancona aufgeschwommen ist. Der Neubau soll nach seiner Ablieferung an die US-Reederei Viking als größten Kunden der Werft ab November 2026 auf Routen im Mittelmeer und Nordeuropa eingesetzt werden. Das bereits im Bau befindliche Schwesterschiff Viking Astrea soll 2027 folgen und wird ebenfalls mit einem Wasserstoff-fähigen Antriebssystem ausgerüstet.

„Das Aufschwimmen der Viking Libra stellt einen weiteren Meilenstein für Viking und unsere fortgesetzte Partnerschaft mit Fincantieri dar“, so Viking-Gründer, Vorstandsvorsitzender und CEO Torstein Hagen. „Von Anfang an stand bei unserem Schiffsdesign die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs im Mittelpunkt, und die Viking Libra ist unser bislang umweltfreundlichstes Schiff. Die Investition in die Wasserstoff-Technologie war für Viking eine grundsätzliche Entscheidung, da sie eine echte emissionsfreie Lösung bietet, und wir freuen uns darauf, das weltweit erste wasserstoffbetriebene Kreuzfahrtschiff in unserer Flotte willkommen zu heißen.“

Die traditionelle Zeremonie, bei der der Neubau seine erste Bekanntschaft mit seinem künftigen Element machte, hatte mit dem Durchschneiden eines Bandes begonnen, das die Flutung des Baudocks auslöste. Nach einem zweitägigen Prozess des Auf- und Ausschwimmens wurde der Neubau mit Schlepperassistenz an den benachbarten Ausrüstungskai verholt, wo jetzt seine Komplettierung durch die Fortsetzung des Innenausbaus, Endausrüstung und erste Erprobung von technischen Systemen erfolgen. An der Zeremonie nahmen u.a. Gilberto Tobaldi, Direktor der Fincantieri-Werft in Ancona, sowie Mitglieder des Viking-Teams teil, darunter Karine Hagen, Executive Operations. Vice President of Product, und Enrico Prunotto, Senior Vice President of Ocean Passenger.

Die auf eine Vermessung von ca. 54.300 BRZ kommende Viking Libra bietet in 499 Kabinen Platz für 998 Gäste. Anders als ihre bisher an die Reederei gelieferten Schwesterschiffe verfügt sie über ein Antriebssystem, das teilweise auf verflüssigtem Wasserstoff und Brennstoffzellen basiert. Dank dieses Hybridantriebssystems kann sie emissionsfrei betrieben werden, was ihr den Zugang selbst zu den ökologisch sensibelsten Fahrtgebieten ermöglicht. Das moderne Antriebssystem des u.a. über zwei Bugstrahler verfügenden Schiffes, das von Isotta Fraschini Motori (IFM), der auf fortschrittliche Brennstoffzellentechnologie spezialisierten Tochtergesellschaft von Fincantieri, zugeliefert wird, soll bis zu sechs Megawatt Leistung erzeugen können.

Die Zusammenarbeit zwischen Fincantieri und Viking hatte 2012 begonnen, wobei das gesamte Auftragsvolumen einschließlich der bereits bestellten Schiffe, der unterzeichneten Verträge und der in den letzten Monaten vereinbarten Optionen inzwischen auf 26 Neubauten angewachsen ist. Bis 2031 erwartet die Reederei den Zulauf von zehn weiteren Hochsee- und zwei weiteren Expeditionskreuzfahrtschiffen. Ihre Flussschiff-Flotte soll bis dahin auf 112 Einheiten wachsen.

Der Fincantieri-Werftbetrieb in Ancona erstreckt sich über eine Fläche von rund 360.000 m² und verfügt über eine Produktionskapazität von 60.000 BRZ, Hebesysteme von bis zu 500 Tonnen sowie eine Rumpfbaukapazität von etwa 1.200 Tonnen. Weitere Investitionen sind geplant, um die Produktionskapazität des Standorts zu erhöhen. Seit 2009 wurden von den rund 3.700 dort tätigen Mitarbeitern bereits mehr als 20 Schiffe ausgeliefert. Der Standort spielt eine strategische Rolle innerhalb des industriellen Netzwerks der Fincantieri-Gruppe und ist am „Operations Excellence“-Programm beteiligt, das die Einführung fortschrittlicher Technologien, Robotik und künstlicher Intelligenz vorsieht, um die Effizienz zu steigern und die Arbeitsqualität zu verbessern. JPM

Fotos: Viking (2), Fincantieri (1)