MV Werften weiter in der Wartschlange

MV Werft Stralsund, Foto: enapress.com

Die Zukunft der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter in der Schwebe. Die Zusicherung zur Zahlung von etwa 300 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfond ist bislang nur angekündigt. Bevor es dazu kommt, muss die Werft ein Gutachten zur Lage der Werft und ein Zukunftskonzept für die Rückkehr zum profitablen Schiffbau liefern. Diese Unterlagen sollten bis Dezember vorliegen. Ohne die Einschätzung der Situation durch unabhängige Gutachter dürfen die Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfond der Bundesregierung nicht freigegeben werden.

Die Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund sollen wirtschaftlich wieder auf ein solides Fundament gestellt werden. Dafür sind nicht nur neue Aufträge erforderlich, sondern auch Konzepte für die Rückkehr zum profitablen Betrieb.

Die Mitglieder des Wirtschafts- und der Finanzausschuss des Landtags bekamen am Donnerstag auch nur vage Aussichten der Hoffnung. Nach Medienberichten haben die beiden Werft-Geschäftsführer Peter Fetten und Carsten Haake nur die Absicht bekräftigt, nur zunächst zwei Schiffe fertigzustellen. Die „Global 1“ in Wismar soll zur Ablieferung gebracht werden, sowie die Crystal Endeavor in Wismar. Die Zukunft des Rohbaus für das zweite Global-Schiff in Warnemünde gilt inzwischen als nicht mehr gesichert. Um diesen im Baudock liegenden Rohbau kursieren am Standort seit Monaten Gerüchte über einen möglichen Rückbau.

Eine schwere Kröte musste Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall bereits vorher schlucken. Rund 1000 der 3000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. Für die strukturschwache Region ist das ein herber Schlag. Zumal auch andere Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern durch die Krise in schwieriges Fahrwasser gekommen sind.

Insider gehen davon aus, dass die erforderlichen Gutachten spätestens bis zur Weihnachtpause vorliegen. Das ist jedenfalls der Hoffnungsschimmer. Ein weiterer Lichtblick wäre ein deutliches Bekenntnis der Eigners, der Genting Hong Kong-Gruppe. FB