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Neues DCL-Flaggschiff „Disney Wish“ in Bremerhaven abgeliefert

Als ihren 54. Kreuzfahrtschiff-Neubau hat die Papenburger Meyer Werft die am 8. April letzten Jahres auf Kiel gelegte, am 22. Februar d. J. ausgedockte und im März emsabwärts nach See überführte Disney Wish nach der erfolgten Endausrüstung und Erprobung gestern (9. Juni) in Bremerhaven an die Disney Cruise Line, Celebration, Florida, US.A, abgeliefert. Damit konnte sie bereits zum fünften Mal einen Kreuzfahrtschiff-Neubau trotz zahlreicher Pandemie-bedingter Herausforderungen erfolgreich übergeben.

Foto: Matt Stroshane

Bei dem jetzt in die USA zu überführenden Flaggschiff der zum amerikanischen Disney-Konzern gehörenden Disney Cruise Line (DCL) handelt es sich um das erste mit umweltfreundlichem verflüssigten Erdgas (LNG) zu betreibende Schiff der 1995 gegründeten Reederei und die erste Einheit von drei 2016/17 bestellten Schiffen dieses Typs. Mit einer Vermessung von je ca. ca. 144 000 BRZ und 1250 Kabinen fällt dieses Trio etwas größer aus als die beiden 2011 bzw. 2012 ebenfalls von Meyer gelieferten „Schwestern“ Disney Dream und Disney Fantasy, die auf jeweils 129690 BRZ kommen.

Zusammen mit den beiden 1998 bzw. 1999 von der italienischen Fincantieri-Werftgruppe gelieferten 83338-BRZ-Schwesterschiffen Disney Magic und Disney Wonder wird die amerikanische Reederei nach der coronabedingt auf die Jahre 2022, 2024 und 2025 verschobenen Komplettierung des jüngsten Meyer-Trios über eine Flotte von sieben Schiffen verfügen.

Ursprünglich sollte der Neubau bereits Ende 2021 abgeliefert und ab Januar dieses Jahres als fünftes Schiff der Reederei zu ersten Reisen eingesetzt werden.

„Der Bau solcher komplexen und großen Einheiten ist in heutiger Zeit eine extreme Herausforderung. Vor diesem Hintergrund sind wir sehr froh, dass wir die Disney Wish mit ihren vielen Innovationen für ein immersives Passagiererlebnis mit vielen liebevollen Details sowie zahlreichen umweltfreundlichen Lösungen heute an die Reederei übergeben konnten“, sagte Werft-Geschäftsführer Jan Meyer, der im Beisein von Kapitänin Minnie Mouse mit dem Präsidenten der Disney Cruise Line, Thomas Mazloum, die offiziellen Übergabe-Dokumente unterzeichnete.

„In einer großen Teamleistung gemeinsam mit unseren Partnerfirmen, der Klassifikation und der Crew an Bord ist es uns gelungen, die Disney Wish bestmöglich fertigzustellen und den typischen Disney-Zauber an Bord einziehen zu lassen“, ergänzte Projektleiter Henning Stellermann.

Animation: Disney

Neben den beiden charakteristischen übergroßen Schornsteinen zeichnet sich der Neubau u.a. durch ein helles, märchenhaftes und über drei Decks reichendes Atrium und die ikonische Heckdekoration aus, die mit der Rapunzel-Darstellung das bei diesem Schiff umgesetzte Designthema reflektiert: Rapunzel verkörpert den Wunsch, die Welt zu sehen und zu erleben. An Bord erwartet Familien ein neuer Zauber, der von Disneys reichhaltigem Portfolio an Geschichten inspiriert ist. Interaktive Restaurant- und Lounge-Bereiche erwachen in der „Star Wars: Hyperspace Lounge“, „Arendelle: A Frozen Dining Adventure“ und „Worlds of Marvel“, dem ersten Marvel Cinematic Dining Adventure, zum Leben. Im vorderen Schornstein befindet sich zum ersten Mal die Wish Tower Suite, ein 180 Quadratmeter großes, elegantes Penthouse, das von Walt Disney Animation Studios‘ „Moana“ inspiriert wurde. Die AquaMouse, die allererste Disney-Attraktion auf See, lässt die Gäste in die „Wunderbare Welt von Mickey Mouse“ eintauchen. Die rund 230 Meter lange Wasserbahn mit Show-Szenen, Beleuchtung und Spezialeffekten schickt die Gäste auf ein lustiges Familienabenteuer durch 230 Meter lange, gewundene Röhren, die hoch über den oberen Decks hängen.

Foto: David Hecker

In direkter Verbindung mit der Ablieferung ihres jüngsten Kreuzfahrschiffes hatte sich die Werft in Abstimmung mit der Disney Cruise Line dazu entschlossen, die wenigen Schutzmaßnahmen, die aktuell noch in Kraft sind, bis zur Übergabe des Neubaus beizubehalten „Die Reederei plant ab Mitte Juli 2022 die erste Kreuzfahrt mit dem neuen Schiff. Ein Infektionsgeschehen an Bord ist daher unbedingt zu unterbinden. Insofern ist hier besondere Vorsicht geboten, um die Gäste, die schon sehnsüchtig das neue und besonders umweltfreundliche Schiff erwarten, nicht zu enttäuschen“, so Jörg Heidelberg, Geschäftsleiter Produktion der Papenburger Werft.

Bis zur Übergabe galt in einigen Bereichen der Werft und auf dem gesamten Schiff noch die Maskenpflicht, Die unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie und auch des Ukraine-Krieges mit löchrigen Lieferketten, schwieriger Materialverfügbarkeit sowie steigenden Kosten haben in den vergangenen Wochen auch die Fertigstellung der Disney Wish geprägt. Zurückblickend liegen 27 anstrengende und herausfordernde Monate der Pandemie, in der die Meyer Werft trotz allem fünf Kreuzfahrtschiffe an unterschiedliche Reedereien abliefern konnte. „Wir sind schon ein wenig Stolz darauf, dass es uns gelungen ist, durch die sehr schnellen und umfangreichen Schutzmaßnahmen glimpflich durch diese Zeit gekommen zu sein – besonders als zu Anfang kaum Impfstoffe verfügbar waren. Die Infektionszahlen unter den Beschäftigten auf der Werft lagen stets deutlich unter den Zahlen im öffentlichen Raum. Eine Ausnahme bildete lediglich ein größeres Ausbruchsgeschehen, als zu Beginn des Jahres 2021 die Delta-Variante um sich griff. Die Situation konnte aber durch gezielte Maßnahmen schnell in den Griff bekommen. Wir konnten die Pandemie durch präventives Handeln im interdisziplinären Krisenstab und mit Mut zum schnellen Handeln meistern und so die Belegschaft schützen“, erläutert Timo Milbrandt, Geschäftsführer von MEYER PORT 4.

Die Auswirkungen der Pandemie sind erheblich: Die Streckung des Auftragsbuches, die Bereitstellung von Masken und Tests oder die Anpassung der Arbeitszeiten und Arbeitszonen verursachten hohen Aufwand. Aufgrund einer Verfügung des Landkreises wurde 2021 ein Schichtmodell mit kürzeren Arbeitszeiten umgesetzt, welches sowohl die Infektionsgefahren reduzierte, andererseits die betrieblichen Abläufe stark beeinträchtigte. Die so entstandenen Rückstände bei den Schiffsprojekten mussten und müssen aufgeholt werden.

Bis 2025 arbeitet die Meyer Werft an sieben weiteren innovativen Kreuzfahrtschiffen und verstärkt dafür aktuell ihre Mannschaft mit weiteren Spezialisten. JPM