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nicko cruises: „World Voyager“ wird 2024 auf abgelegene Ziele von Chile bis Grönland geschickt  

Das Seereisegeschäft ist gerade ein Spiegelbild der Weltlage. Nach der Pandemie haben die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs die Branche getroffen. Russische Häfen sind gestrichen und die Kunden sind zurückhaltend bei Buchungen. Auch bei nicko cruises ist das spürbar. Da gerade langfristige Planungen bei den Kunden weniger betroffen sind, startete das Stuttgarter Unternehmen mit der Präsentation der 2024-Reisen für das Expeditionsschiff World Voyager.  

nicko cruises-Geschäftsführer Guido Laukamp sieht gerade eine „Bipolarität des Marktes“ für Seereisen. Wegen der Verunsicherung in der Gesellschaft würde im Moment ein Teil der Buchungen erst acht bis drei Wochen vor Abfahrt erfolgen. „Und dann sind auf der anderen Seite Reisen für 2024, die jetzt gebucht werden“, so Laukamp. Die Kunden vertrauen darauf, dass die aktuellen Themen wie Energiekrise und Wirtschaftsprobleme sich mittelfristig wieder legen.


Ilulissat (Grönland), Foto: Michal – stock.adobe.com

Für die Routenplanung der World Voyager legt nicko dabei zukünftig den Fokus auf außergewöhnliche Routen in Westeuropa und Südamerika. Das Expeditionsschiff aus der Serie der portugiesischen Reederei Mystic Cruises wurde für die Bedürfnisse in Deutschland optimiert.

nicko cruises ist zwar seit 30 Jahren auf dem Wasser aktiv. Auf der hohen See erfolgte der Vorstoß aber erst 2019. Seitdem etabliert das Unternehmen zwei unterschiedliche Angebote.



Für die Reisen mit World Voyager wird ganz großer Wert auf „Slow Cruising“ gelegt. Langsame Reise mit der „Zeit für Entdeckungen“. Oder auch „time to discover“ wie nicko cruises-Manager Kaspar Berens es ausführt.

Der Fokus wird im Winter 2023/24 in Südamerika liegen. Im Sommer 2024 geht es dann nach Westeuropa sowie Grönland und Island.

Wegen der geringeren Abmessungen können dabei Ziele wie San Blas Island vor Panama oder Ziele in den ABC-Inseln der Antillen angelaufen werden. Ganz große Bedeutung haben Tagespassagen des Panama-Kanals. Die Expeditionsreisen mit World Voyager steuern nicht die „Rennstrecke“ der großen Schiffe in Patagonien an. „Wir fahren da hin, wo die großen nicht hinfahren“, so Berens.


Machu Picchu, Foto: davidionut – stock.adobe.com

Besonderes Highlight ist ein Überlandausflug zum legendären Machu Picchu oder dem Strand in Paracas Bay. Mit 120 Metern Länge und 18 Metern Breite kann das Schiff auch in kleinere Häfen problemlos einlaufen.

Im Gegensatz zu den 300 Meter-Schiffen läuft die World Voyager auch kleine Fjorde in Chile an.

Im Frühjahr 2024 geht’s zurück nach Europa. Von den Kanaren bis Spitzbergen reicht die Liste der Destinationen. Auffällig ist, dass die Ostsee eingedampft wurde. „Wir bieten hier zwei Schnupperreisen an. Natürlich mit einer Tagespassage des Nord-Ostsee-Kanals“, so Berens.

Mit der hohen Eisklasse und dem extrem emissionsarmen Antrieb sollen die Gewässer Grönlands und die Eisrandzone der Arktis als Ziel dienen. Eisklasse 1B und Polarklasse C ist die World Voyager bestens für solche Expeditionen gerüstet.


VASCO DA GAMA, Foto: nicko cruises Schiffsreisen GmbH

WORLD VOYAGER, Foto: Jens Meyer

Hier gibt es auch Potenzial, wie nicko cruises-Chef Laukamp erklärt. So sind die Kunden mit der World Voyager zufrieden. Und auch das Preisniveau von 500 Euro pro Tag und Person werde akzeptiert. Es liegt deutlich über dem der Vasco da Gama, dem 4-Sterne-Schiff bei nicko cruises. „Bei der Vasco da Gama sind wir bei 250 Euro pro Person und Tag“, so Laukamp. Die Reisen der World Voyager dauern im Schnitt 14 bis 16 Tage.

An Bord der World Voyager haben maximal 200 Passagiere Platz. Auf den Expeditionsreisen in sensiblen Meeresgebieten sind es sogar nur 176. Es gibt nur Außen- und Balkonkabinen.

Für den Umweltschutz dient auch der diesel-elektrische Antrieb. „Damit besteht bei diesem Schiff auch die Möglichkeit komplett emissionsfrei elektrisch zu fahren“, so Laukamp. Das ist in Fjorden oder Häfen der Fall. Als Treibstoff verwendet World Voyager ausschließlich schwefelarmes Marine Gas Oil, das bis zu 85 Prozent weniger Schwefeloxide erzeugt als ein mit Schweröl betriebenes Schiff. Außerdem sind an Bord SCR-Katalysatoren verbaut, die Stickoxide rausfiltern um rund 95 Prozent reduzieren. FB