Niederländische Schiffswerft De Hoop meldet Insolvenz an

Am 26. Oktober hat die Scheepswerf De Hoop Lobith B.V. in Tolkamer (Gelderland) Insolvenz angemeldet. Auf der über 130 Jahre alten Werft wurden in den vergangen Jahren vor allem Schlepper, Offshore-Versorger, Binnen- und Flusskreuzfahrtschiffe und sogar große Expeditionskreuzfahrtschiffe gebaut.

Foto: De Hoop

Rund 100 Mitarbeiter der Werft verlieren ihren Job, wie Eigner Patrick Janssens gegenüber der Tageszeitung De Gelderlander erklärte, bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Krise: „Zu unserem großen Bedauern mussten wir feststellen, dass wir so nicht mehr weitermachen konnten.“, so Janssens. Das Unternehmen war in der letzten Woche kurz vor dem Abschluss eines Neubauauftrages, der Arbeit für mehrere Monate gebracht hätte. Doch im letzten Moment kam es nicht mehr zum Vertragsabschluss, so dass in Folge die Anmeldung der Insolvenz unausweichlich wurde.

Foto: De Hoop

Die Werft hatte bis vor zwei Jahren ein gut gefülltes Auftragsbuch und hatte sich durch die Ablieferung der beiden Expeditionskreuzfahrtschiffe für die Galapagos-Inselwelt, die Celebrity Flora und Silver Origin, einen guten Ruf erarbeitet. Doch durch die weltweite Corona-Krise und die Einstellung von Kreuzfahrten wurden Aufträge bei der Werft storniert und das Unternehmen in Tolkamer geriet zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Zunächst wurde im Oktober 2020 ein Zahlungsaufschub für die angeschlagene Werft beantragt. Mit staatlicher Unterstützung in Höhe von rund 7 Mil. € konnte die Werft mit ein paar kleineren Jobs überleben, in der Hoffnung auf neue, größere Aufträge, die aber ausblieben. Durch die Insolvenz der Werft verlieren die meisten Mitarbeiter nun kurzfristig ihren Job, nur einige werden noch die verbleibenden Projekte in der kommenden Zeit abschließen.

Foto: De Hoop

Die bekannte niederländische Werftengruppe De Hoop verfügt über zwei Produktionsstätten, in Lobith und in Foxhol in der Region Groningen. Unklar ist derzeit, inwieweit der Standort in Foxhol am Winshotderdiep mit seinen rund 60 Mitarbeitern von der Insolvenz betroffen ist.

Das mittelständische Stammunternehmen der Scheepswerf De Hoop in Lobith, angrenzend an die deutsche Stadt Emmerich am Rhein, wurde bereits 1889 gegründet und ist eines der ältesten Werftbetriebe in den Niederlanden. Bislang wurden schon über 1.500 Schiffseinheiten mit der Bezeichnung „de Hoop” abgeliefert. Das Werftareal in Lobith umfasst heute 10,5 Hektar mit einem 200 Meter langen und 60 Meter breiten Helling. Dort wurden in der letzten Zeit vor allem Flusskreuzfahrtschiffe produziert. Im Jahr 2007 wurde die ehemalige Volharding-Werft in Foxhol in der Nähe von Groningen mitsamt der 60 Mitarbeiter übernommen und als Scheepswerf De Hoop Foxhol in dem Unternehmen eingegliedert. Dort entstanden in der Vergangenheit vor allem hochseetaugliche Schiffe für die Offshore-Industrie. ChrEck