Norden-Frisia: Machbarkeitsstudie für E-Katamaran mit Damen Shipyards

Animation: Norden-Frisia/Damen Shipyards

Es ist das Ergebnis der im Mai dieses Jahres von der AG Reederei Norden-Frisia mit dem eingecharterten Katamaran Adler Rüm Hart zwischen Norddeich und Norderney absolvierten Testfahrten („an Bord“ 22.5.2021): Nachdem das Angebot von den Gästen sehr gut angenommen worden war, und sich gezeigt hatte, dass die Nachfrage nach schnelleren und flexibleren Verbindungen mit den ostfriesischen Inseln sehr groß ist, sollte das neben den größeren Linienfähren auch schnelle, aber vergleichsweise kleine Wassertaxis umfassende Angebot der Reederei durch einen Katamaran mit nachhaltigem und innovativen Antriebskonzept ergänzt werden. Inzwischen wurde gemeinsam mit den niederländischen Damen Shipyards eine Machbarkeitsstudie entwickelt, die gezeigt hat, dass diese Idee funktionieren kann.

Reedereivorstand Carl-Ulfert Stegmann. (Foto: Jens Meyer)

Deshalb arbeitet das Norden-Frisia-Projektteam zusammen mit Damen Shipyards weiter dem Projekt, das nach Angaben von Reedereisprecher Fred Meyer in den Bau eines batteriebetriebenen Katamarans münden könnte, der das erste Fährschiff mit Elektroantrieb an der ostfriesischen Küste sein würde. Der Auftrag solle Anfang 2022 vergeben werden, so dass der Neubau 2023 in Fahrt kommen könnte. Dabei handelt es sich um ein flachgehendes Fahrzeug, auf dem bis zu 180 Gäste Platz finden. Es würde für die Überfahrt nach Norderney mit 30 Minuten nur halb so lange unterwegs sein, wie die bisher die größeren Linienfähren.

Die von Wettbewerbern genutzten Gasantriebe hält Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann für eine Übergangslösung und weist auf andere Projekte seines Hauses wie z. B. ein Wassertaxi mit Elektroantrieb hin, das man gemeinsam mit der Seefahrtschule Leer testet. Auf jeden Fall solle für den neuen Wasserbus ein umweltverträglicher Antrieb gefunden werden. Das würde nicht nur zum Nationalpark Wattenmeer passen, sondern sich auch bestens ins Portfolio von Norden Frisia einfügen. Denn neben E-Rädern und -Rollern sowie elektrisch betriebenen Pkw, die die Unternehmensgruppe auf dem Festland anbietet, arbeitet die Inselfluggesellschaft FLN Frisia Luftverkehr bereits mit einem Joint Venture–Partner an einem Elektroflugzeug. Es spreche viel für ein reines Batterieschiff, doch sei eine Hybridlösung noch nicht ganz vom Tisch, so Stegmann. Letztere biete die Option, im Notfall den Diesel anwerfen zu können. JPM