Perspektive für MV Werften – Kummer bei Neptun

Für die schwer gebeutelten MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern ist wieder etwas Sicherheit da. Der Bund, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Genting Hongkong haben sich auf ein Konzept für die Zukunft geeinigt. Das ist Voraussetzung für die Zahlung von 300 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfond der Bundesregierung. Eine Bedingung war, dass deutlich weniger als der von der Werft zunächst angekündigten 1200 Mitarbeiter entlassen werden. Aktuell hat die Werftengruppe an den Standorten Wismar, Warnemünde und Stralsund noch 2800 Mitarbeiter. Mit der Finanzspritze von 300 Millionen Euro soll die Fertigstellung der Global Dream im kommenden gewährleistet werden.

Mit dem Geld können Unterauftragnehmer und Zulieferer bezahlt werden. Im vergangenen Jahr hatte die Werft 193 Millionen Euro aus einem Sicherungskredit bekommen. Mit dem Geld soll die Explorer-Yacht Crystal Endeavor im Juli abgeliefert werden. Gleichzeitig soll Genting Hongkong auch die Fertigstellung des zweiten „Global“-Schiffes signalisiert haben. Von diesem Neubau sind inzwischen nur Blöcke im Dock der Warnemünder Werft montiert worden. Eine Fertigstellung des zweiten „Global“-Schiffes soll 2024 erfolgen, wie zu hören war. Die Global Dream könnte bereits im Sommer 2022 Kurs auf Asien nehmen.

Während bei MV Werften wieder etwas Aufatmen angesagt ist, ist bei der Neptun Werft die Stimmung weniger gut. Die Belegschaft soll nach Informationen der IG Metall um 180 auf 420 Beschäftigte reduziert werden. Grund ist das Auslaufen der Neubauserie von Flusskreuzfahrtschiffen für die Reederei Viking River Cruises. Die Werft soll so bis Ende 2022 erst einmal gesichert werden. Für die Auslastung über das Jahr 2022 hinaus bemüht sich Neptun um Aufträge zum Bau von Forschungsschiffen und Marinetankern. Darüber hinaus versucht die Werft neue Antriebstechnologien für Flusskreuzfahrtschiffe zu entwickeln.

Die einzigen Aufträge, an denen Neptun derzeit arbeitet, sind die Maschinenraum-Sektionen für die Kreuzfahrtneubauten der Meyer Werft in Papenburg und Meyer Turku in Finnland. Die letzte dieser Sektionen hat die Werft gerade für Papenburg verlassen, sie ist für das zweite P&O-Schiff der Helios-Klasse in Papenburg.

Insgesamt ist die Lage der Werften in Mecklenburg-Vorpommern sehr angespannt. Einzig die Volkswerft in Wolgast ist längerfristig mit Marineaufträgen ausgelastet. Dort entstehen Sektionen für Korvetten der Deutschen Marine. FB