Probleme auch mit Transformatoren: Havila Kystruten-Neubauten kommen noch später

Die Indienststellung der für die norwegische Reederei Havila Kystruten bei der türkischen Tersan Werft in der Ausrüstung befindlichen beiden ersten für den Einsatz auf der traditionsreichen Postschiffsroute bestimmten Neubauten, Havila Capella und Havila Castor, wird sich weiter verzögern.

Das in Fosnavag ansässige Unternehmen hatte bekanntlich 2018 die Ausschreibung zum Betrieb der legendären Postschiff-Route von Bergen nach Kirkenes gewonnen und sollte ab Januar 2021 die Strecke mit vier Schiffen bedienen. Nach einem Wechsel der Werft für den Bau der ersten beiden Schiffe von Spanien in die Türkei war der ursprünglich für den für 1. Januar angekündigte Start zunächst zunächst auf den den 26. September verschoben worden. Nun soll das erste Schiff, die Havila Capella, erst am 1. Dezember von Bergen aus in See stechen.

Foto: Havila

„Die Verzögerungen stehen im Wesentlichen weiterhin im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die den Werftbetrieb allgemein einschränkt und besondere Herausforderungen bei der Gewinnung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte für die technische Fertigstellung und endgültige Vorbereitung der Passagierbereiche an Bord mit sich bringt“, so die Reederei in einer Börsenmitteilung. Außerdem seien während des ersten See-Erprobungen Anfang August unerwartete und ungewöhnliche Probleme mit den Transformatoren aufgetaucht. Inzwischen habe man jedoch eine Lösung gefunden, sodass mit der Havila Capella ein neuer Test gestartet werden könne. Es werde nun etwa 30 Tage dauern, bis das Schiff entsprechend vorbereitet und zertifiziert ist. Die Verzögerungen bei Havila Capella wirkten sich auch auf die Lieferzeit von Havila Castor aus. Die erste Rundreise ab Bergen sei ab 20. Januar 2022 geplant, so die Reederei, die die Verschiebung der gebuchten Reisen bedauert und verspricht, alle Ressourcen zu nutzen, um die folgenden Schiffe termingerecht in Fahrt zu setzen.

Wie berichtet, waren die beiden Schiffe am 5. September 2020 bei der türkischen Tersan Werft in Yalova als erste von insgesamt vier 15 776-BRZ-Hybrid-Fähren mit Covid-19-bedingter rd. viermonatiger Verspätung zu Wasser gebracht und ihre Ablieferung zunächst auf das erste Quartal dieses Jahres und dann auf Ende Mai /Anfang Juni verschoben worden, bevor mit der Überführung nach Norwegen und der Vorbereitung für den Einsatz der Schiffe begonnen werden sollte, wofür mehrere Wochen veranschlagt wurden. Die über 179 Kabinen verfügenden und für jeweils 640 Gäste ausgelegten 122,70 m langen, 22 m breiten und 4,65 m tiefgehenden Havila-Neubauten, deren Entwurf von der konzerneigenen Havyard Group ASA stammt, seien mit der Nutzung von verflüssigtem Naturgas (LNG) als Brennstoff für die dieselelektrische Maschinenanlage und der Ausrüstung mit dem weltgrössten Batteriepack, das einen vierstündigen vollelektrischen und emissionsfreien Betrieb ermöglicht, die bisher umweltfreundlichsten Schiffe auf der Route zwischen Bergen und Kirkenes. In naher Zukunft ist geplant, einen der Neubauten auf den Betrieb mit Wasserstoff umzustellen und dafür ein modulares 200 kW-Brennstoffzellensystem als integralen Bestandteil einer 3,2 MW-Maschinenanlage zu installieren. JPM