Reisetrend 2021: Die Blase

Foto: Frank Behling

Die Ansage vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vom Freitag hat vielen Touristikern keine große Hoffnung gemacht. Bei der Vorstellung des Zeitplans für das Impfkonzept zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird eins deutlich. Auch 2021 wird es keine Rückkehr zur Normalität geben.

Die erste Gruppe im Impfkonzept sieht für die kommenden zwei Monate Menschen mit einem Alter 80 vor. Erst ab März sollen Menschen der Altersgruppe über 70 geimpft werden. Die Generation 60+ dürfte erst im Mai an der Reihe sein.

„Wir werden deshalb noch lange mit dem Virus und seinen Einschränkungen leben“, so Spahn. Erst ab Herbst 2021 könnte eine Impfquote von über 60 Prozent der Bevölkerung erreicht werden. Wie aber soll man da eine Kreuzfahrt oder den Urlaub im Sommer planen?

Die Mehrzahl der Deutschen hat da bereits das Verhaltensmuster deshalb komplett geändert. Party- und Fernreisen sind out und werden vermutlich auch nie wieder den Stellenwert von der Zeit vor der Pandemie erreichen.

Der Urlaub der Zukunft muss sicher sein, mit Abstand erfolgen und vor allem ruhig sein. Reisebüros und auch Onlineportale stellen fest, dass für 2021 Urlaub unter einer professionellen Leitung eines Reiseveranstalters erfolgen soll.

Die Reise soll so weit wie möglich organisiert und so sicher wie möglich sein. Dabei darf es auch gern eine geschlossene Gruppe sein, die wie eine „Blase“ reist. Das zeigen die aktuellen Buchungszahlen von TourRadar, einem österreichischen Online-Marktplatz für Rundreisen.  

„Nach dem schwierigen Jahr 2020 sehnen sich die Menschen in die Ferne. Gerade zum Black Friday haben sich viele dazu entschieden, eine Reise, die flexibel umbuchbar ist für 2021 oder gar 2022 zu planen. Damit sehen wir erste Anzeichen der Erholung in der Branche“, erklärt Travis Pittman, Vorstand und Gründer von TourRadar.

Und auch bei den Kreuzfahrtreedereien gab es ähnlichen Trends. Als TUI Cruises im November nach dem Lockdown eine 35-tägige Kreuzfahrt von Deutschland in die Karibik und zurück auflegte, waren die 1500 Plätze an einem Wochenende ausgebucht.

Das Schiff bildete dabei für 35 Tage eine geschlossene Gruppe. Bei fast 26 Seetagen hätte es einen Rekord in der deutschen Kreuzfahrthistorie gegeben. Ähnliche Erfahrungen hatte vor der Pandemie bereits Marktführer AIDA gemacht. Die „Aida-Pur“-Reisen mit zum Teil 14 Seetagen ließen sich gut verkaufen.

Schiffe gelten gerade bei Menschen mit Sinn für Sicherheit als gute Lösung. Das geschlossene System Schiff bietet Komfort und Schutz zugleich. Die fast 50000 Passagiere seit Juli bei TUI Cruises zeigen das. „Es ist eine sehr sichere Art zu reisen“, so Godja Sönnichsen von TUI Cruises.

Der Vorteil liegt darin, dass bei diesen Reisen „in der Blase“ von Transfer, Unterkunft über Reiseführer alles organisiert wird und sich die Gruppen daher völlig auf das Erlebnis konzentrieren können. Sehr gut eignen sich Privatreisen auch für Alleinreisende sowie für Paare oder Familien, die ganz für sich eine spezielle Reise unter entsprechender Leitung erleben möchten. Im Kreuzfahrtmarkt setzt TourRadar bislang nur auf Flussreisen.

Besonders starke Nachfrage sieht TourRadar bei Privatreisen nach Ägypten, Griechenland und auch Safaris in Afrika. Anhand von mehreren Millionen Suchanfragen und Tausenden von Buchungen wurden die beliebtesten Reiseziele der Europäer für das kommende Jahr ermittelt. FB