„SH Minerva“ auf erster Reise

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Das neue Expeditionskreuzfahrtschiff SH Minerva ist auf dem Weg in den Süden. Das Flaggschiff des Veranstalters Swan Hellenic hat auf der ersten Etappe der Überführung in den Südatlantik einen Zwischenstopp in Deutschland eingelegt. Am 5. Dezember machte die SH Minerva zuerst in Kiel am Kreuzfahrtterminal fest. Dort wurden mehrere Lastwagenladungen mit Ausrüstung für das Schiff geladen. Außerdem stiegen Crewmitglieder und Techniker zu.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Nach sechs Stunden Liegezeit in Kiel ging es in der Nacht zum 6. Dezember weiter durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Brunsbüttel, wo die Kraftstofftanks für die Fahrt in den Süden gefüllt wurden. Einen letzten Stopp gab es dann noch am 6. Dezember in Cuxhaven, wo wiederum Ausrüstung und eine Tankwagenladung mit Urea für die Katalysatoren des Schiffes geladen wurden.

„Der Besuch in Kiel war ein technischer Stopp für die Übernahme der Ausrüstung“, so John Will, Sprecher für den Veranstalter Swan Hellenic in Deutschland. Die Vorbereitungen für die Jungfernfahrt in Ushuaia liefen auf Hochtouren.

Die Überfahrt nutzen die Techniker von der Helsinki Shipyard und der Reederei aber noch für die Endausrüstung. So muss das Oberdeck des Schiffes in den wärmeren Gefilden des Südatlantiks fertiggestellt werden. In Finnland gab es seit Anfang November einen massiven Wintereinbruch mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, weshalb viele Außenarbeiten nicht an der Pier in Helsinki erfolgen konnten.

Foto: Frank Behling

Das Material für die Arbeiten hat die vom finnischen Kapitän Tuoma Leskinen geführte Crew in vier Containern auf das Überdeck gestellt und dort fest verzurrt. Bei der Übernahme des Schiffes am 2. Dezember lobte Swan Hellenic-Chef Andrea Zito die Qualität der Werft.

Das traditionsreiche Unternehmen in Helsinki knüpft an eine lange Tradition im Kreuzfahrtschiffbau an. Im Baudock der Werft entstanden alle acht Kreuzfahrtschiffe der „Fantasy“-Klasse der Carnival Cruise Line. Außerdem wurden dort Kreuzfahrer für Costa und Eisbrecher sowie polar-Tanker für russische Auftraggeber gebaut.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Mit der SH Minerva gab es jetzt erstmals ein exklusives Kreuzfahrtschiff für Polarregionen. Das 10700 BRZ große Schiff ist 113 Meter lang und verfügt über einen dieselelektrischen Antrieb mit einer Hybrid-Funktion. So kann die SH Minerva auch aus einem bordeigenen Batteriepaket komplett ohne Emissionen betrieben werden.

Die 76 Kabinen sind für nur 152 Passagiere ausgelegt. Diese kleine Passagierzahl soll ein besonderes Reisegefühl in familiärer Atmosphäre erlauben.

Die SH Minerva wird in der nächsten Zeit auch nur wirklich abgelegene Ziele ansteuern. Nach dem Winter in der Antarktis stehen Ziele im Pazifik sowie an der Küste Russlands an der Beringstraße auf dem Programm. Dabei stehen auch Ziele auf dem Routing, die bislang militärische Sperrbereiche Russlands waren. 

In Helsinki wird inzwischen an dem Schwesterschiff SH Vega gearbeitet, das im Frühsommer die Werft verlassen wird. Ein drittes Schiff mit einem leicht vergrößerten Rumpf soll zum Ende des Jahres 2022 folgen. FB

Aktuelle Pressemitteilung von Swan Hellenic: Expeditions-Neubau »SH Minerva« mit Kurs Antarktis