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AIDA peilt Sommer mit All-inklusive an

Die Rostocker Reederei AIDA Cruises kämpft weiter mit IT-Problemen. Nachdem über Weihnachten durch einen vermeintlichen Hackerangriff das Unternehmen schwer getroffen wurde, sind inzwischen zwar wieder Buchungen und Anrufe in Rostock möglich.

Von einer Normalisierung des Reedereibetriebs ist AIDA Cruises aber noch weit entfernt. Zu den Hintergründen des Angriffs schweigt AIDA Cruises aber weiter. Die Staatsanwaltschaft Rostock wird nicht vor Mitte des Monats Erkenntnisse über die Hintergründe haben. Viele Telefone im Reedereisitz in Rostock waren auch am Freitag weiter nicht erreichbar.

Klarheit gab es dafür am Freitagnachmittag für die weiteren Fahrten 2021. AIDA Cruises sagte alle Reisen mit AIDAperla und AIDAmar bis zum 6. März ab. Damit liegen alle Schiffe der Kussflotte wieder still.

Die AIDAperla und AIDAmar waren bereits unmittelbar nach der Weihnachtsreise vom Ausschiffungshafen Las Palmas in die Bucht von Santa Cruz de Tenerife geschickt worden, wo sie Ankerplätze einnahmen. Grund: Die Ankerplätze sind deutlich günstiger als Liegeplätze in Las Palmas, da dort kein Kai- und Liegegeld bezahlt werden muss.

Vor Santa Cruz ankern inzwischen fünf der 14 AIDA-Schiffe. Es sind die AIDAnova, AIDAperla, AIDAmira, AIDAmar und die AIDAluna. In Sichtweite der Kussmundschiffe ankern auch die Mein Schiff Herz und die Mein Schiff 3.

Bei AIDA wird sich inzwischen auf den Sommer fokussiert. Die Verlegung der AIDAnova im Mai nach Kiel soll Teil der Rückkehr der Flotte sein. Zwar will das Unternehmen weiter keine Panorama-Fahrten anbieten, jedoch wird an einem Sommerprogramm von deutschen Basishäfen aus gearbeitet.

Foto: Frank Behling

Auffällig war da die Schaltung von Radiowerbung für die Sommermonate. So werden AIDA-Reisen mit der AIDAnova ab Kiel regional in Schleswig-Holstein zu attraktiven Preisen mit einem All-inclusive-Paket beworben.

Der internationale Reiseverkehr zu exotischen Zielen wird wegen der Pandemie auch 2021 nicht möglich sein, daher ruhen die Hoffnungen der Reedereien im deutschen Markt auf Fahrten von deutschen Häfen. In der Branche steigen die Sorgen um die Zukunft der drei Selection-Schiffe AIDAcara, AIDAvita und AIDAaura.

Wie weit die drei Schiffe in der aktuellen Form in einem Flottenkonzept unter Pandemie-Bedingungen eine Perspektive haben, wird sich zum Sommer entscheiden. Mit der Indienststellung der AIDAcosma zeichnet sich die Neuausrichtung der Flottenstruktur ab.

Das im Herbst 2020 angeschlagene Image von AIDA soll nun ein neues Gesicht aufbessern. Der 2019 als Marketing-Chef zur Reederei gekommene Alexander Ewig wurde am 1. Januar kurzfristig zum neuen Sales-Chef ernannt. Er ist jetzt für alle Verkaufsaktivitäten verantwortlich. Eine seiner Aufgaben wird es sein, das durch die diversen Reiseabsagen und den wiederholt verzögerten Neustart im Sommer schwer gelittene Vertrauen der Kunden wieder zurückzugewinnen.

Hier hat Wettbewerber TUI Cruises erheblich an Boden gewonnen und wurde mit über 50000 Buchungen und drei eingesetzten Schiffen im zweiten Halbjahr 2020 sogar Marktführer in Deutschland. TUI Cruises fährt auch 2021 unverändert mit „Mein Schiff 1“ und „Mein Schiff 2“ das Kanarenprogramm. FB

IT-Problem legt AIDA lahm

Das Jahr 2020 war für den deutschen Marktführer bei Seereisen ein Jahr zum vergessen. Erst der mehrfach verschobene Neustart aus der Corona-Pause, dann der zweite Lockdown und schließlich eine schwere IT-Panne zum Weihnachtsfest.

Die Silvesterreisen der AIDAperla und der AIDAmar mussten am Freitagabend kurzerhand gestrichen werden. Tausende Urlauber saßen bereits auf gepackten Koffern und mit negativen PCR-Tests für die Einreise in Spanien, als aus Rostock die finale Nachricht kam.

Die bereits vor dem Fest aufgetretenen Gerüchte über eine gravierende IT-Störung in Rostock bewahrheiteten sich. „Wir sind derzeit von IT-technischen Einschränkungen betroffen. Daher sind wir für unsere Kunden telefonisch und per E-Mail nicht zu erreichen“, teilte das Rostocker Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Wer anrief, bekam eine Bandansage zu hören. Die Reederei konnte auch die anreisenden Gäste für die Silvester-Reisen auch über das Internet-Portal „MyAida“ nicht informieren.

„Daher müssen wir unsere Gäste leider darüber informieren, dass die für den Sonnabend geplante Anreise zur AIDAperla nicht möglich ist. Wir bedauern sehr, dass wir die Reise daher absagen müssen“, so AIDA. Auch die für Sonntag geplante Anreise zur AIDAmar ist betroffen.

Kurzfristig soll es auf allen 14 Schiffen zu Ausfällen von Systemen im Passagierbereich gekommen sein. Am zweiten Weihnachtsfeiertag lag die gesamt Flotte still. Erst am Sonnabendabend machte die AIDAdiva im Skagerrak wieder eine kurze technische Testfahrt.

Die AIDAmar brach sogar die siebentägige Reise früher ab und kehrte zusammen mit der AIDAperla am Sonnabend nach Las Palmas zurück. Statt der Ausflügen zum Berg Teide auf Teneriffa gab es Rundfahrten auf Gran Canaria am letzten Reisetag.

Das Rostocker Unternehmen blieb seiner Linie der knappen und sachlichen Information treu. „Bei AIDA Cruises hat die Sicherheit unserer Gäste und Crew stets oberste Priorität. Der sichere Schiffsbetrieb ist nicht beeinträchtigt“, so hieß es in dem Statement auf der Seite der Reederei. Auch Gerüchte von Bord, wonach ein Hackerangriff die Probleme ausgelöst haben soll, wurden nicht kommentiert. Die Staatsanwaltschaft Rostock soll mittlerweile Ermittlungen aufgenommen haben.

Die Antriebsanlagen sowie die nautischen Einrichtungen an Bord der 14 AIDA-Schiffe waren aber dem Vernehmen nach voll einsatzbereit. Das „Fleet Operations Center“ von Carnival Maritime in Hamburg soll aber nach unbestätigten Angaben weiter mit allen Schiffen Kontakt gehabt haben.

Foto: Frank Behling

Das FOC ist jedoch nur für Schiffstechnik und Nautik zuständig. Die IT-Probleme betrafen aber das Buchungssystem in Rostock. Von den Schiffen wurde berichtet, dass an den Bars und Kassen die Abrechnung per Bordkarte nicht funktionierte. Außerdem war das Entertainment-System in den Kabinen zum Teil außer Betrieb.

Intern geht man bei AIDA von einer Lösung des Problems bis zum Wochenanfang aus. Das neue Jahr 2021 beginnt dann für AIDA auch wieder mit einem Neustart.

Bis dahin werden vermutlich die Europa 2 und die Schwestern Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 die einzigen Kreuzfahrtschiffe mit deutschen Passagieren zum Jahreswechsel sein. FB

Update 29.12.2020, 16:15 Uhr:

Die IT-Probleme bei der Reederei AIDA in Rostock sind doch größer als erwartet. Seit Weihnachten ist die Rostocker Reedereizentrale nicht in der Lage, mit Kunden zu kommunizieren. Inzwischen wurden auch Spezialisten des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern eingeschaltet. Der Vorwurf lautet Computer-Sabotage.

Wer hinter dem Angriff auf AIDA steckt, ist derweil noch unklar. Die Suche nach der Ursache im IT-System von AIDA könnte noch Tage dauern. „Die Ermittlungen sind bei solchen Fällen sehr komplex. Wir gehen nicht davon aus, dass es in diesem Jahr noch Ergebnisse gibt“, bestätigte Oberstaatsanwalt Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft Rostock auf Nachfrage.

AIDA hat aber vorerst alle Kreuzfahrten bis Mitte Januar abgesagt. Die AIDAperla und die AIDAmar bleiben in Las Palmas. Technische Fahrten zum Test der Schiffe sind weiter möglich. So absolviert die AIDAblu gerade eine Testfahrt vor der Küste Sardiniens.

Die Reederei hatte bereits am Montag die Staatsanwaltschaft Rostock eingeschaltet, nachdem es Hinweise auf einen externen Angriff auf das IT-System am Sitz der Rostocker Reederei gegeben hatte. Details zum Umfang der Schäden und ob Daten entwendet wurden, nannte das Unternehmen nicht. FB

AIDA präsentiert die schönsten Kreuzfahrten für den Sommer 2022 – Buchungsstart ist am 21. Dezember 2020

Pressemitteilung

Am 21. Dezember 2020 ist Buchungsstart für die ersten AIDA Kreuzfahrten in der Sommersaison 2022. Die Palette der Reiseziele reicht vom Baltikum bis zu den Fjorden, von Grönland bis Spitzbergen, von der Biskaya bis ins Mittelmeer. Die Routenvielfalt bietet etwas für jeden Geschmack und macht jetzt schon Vorfreude auf den Sommer 2022.

Als neues Mitglied der AIDA Familie wird AIDAcosma Reisen ab Palma de Mallorca anbieten. Auf der einwöchigen Highlightroute „Mediterrane Schätze“ stehen Florenz, Rom, Barcelona und Korsika auf dem Programm. Wer etwas mehr Zeit einplant, kann mit AIDAstella in 10 oder 11 Tagen die große Vielfalt der Städte und Inseln im westlichen Mittelmeer entdecken.

Die Schönheit des Nordens steht im Fokus von zahlreichen Reisen ab Hamburg, Warnemünde, Bremerhaven und Kiel.

Ab Hamburg geht es mit AIDAprima abwechselnd zu den Metropolen Westeuropas und nach Norwegen. Noch mehr Nordlandfeeling bieten die Reisen von AIDAperla, die ab Hamburg auf 9- und 10-tägigen Reisen die Norwegischen Fjorde besucht. Ebenfalls ab Hamburg starten die Reisen mit AIDAsol, die beispielsweise durch den Ärmelkanal in die Biskaya führen, oder nach England, Schottland und Norwegen.

Die beliebten 7- bzw. 10-tägigen Ostsee- und Skandinavien-Routen von Warnemünde werden mit AIDAmar und AIDAdiva angeboten. Schätze wie Tallinns Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, und der Prunk der Zarenzeit in St. Petersburg faszinieren genauso wie die prächtige Landschaft der Schären.

Ab Kiel starten drei Schiffe in das große Nordlandabenteuer. AIDAnova bietet Norwegen- und Ostseereisen, die auch zu einer 14-tägigen Rundfahrt kombiniert werden können. Mit AIDAbella geht es zu den Lofoten und zum Nordkap, aber auch Großbritannien und Island werden angesteuert. AIDAluna bietet die unter den Liebhabern des Nordens besonders beliebten 17-tägigen Reisen „Highlights am Polarkreis“ an. Ideal zum Schnuppern sind die 3- oder 4-tägigen Kurzreisen nach Norwegen oder Dänemark im September. Insgesamt stehen 15 verschiedene Routen ab der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zur Auswahl.

Eindrucksvolle Selection-Reisen sind im Norden mit AIDAvita und AIDAaura zu erleben. Ganz weit in den hohen Norden, bis Island und Grönland, führen die Reisen von AIDAaura ab Bremerhaven. Aber auch Schottland, Irland, das nördliche Frankreich oder der Golf von Biskaya stehen auf dem Programm.
Mit AIDAvita lässt sich die Ostseeküste auf gleich neun abwechslungsreichen Routen ab Warnemünde erkunden. Ein besonderes Highlight ist die Reise „Schärengärten der Ostsee“ mit einem Overnight in Warnemünde während der Hanse Sail 2022.

Clever buchen: Die Vorteile für Frühbucher
Bei Buchung zum AIDA PREMIUM Tarif winken für Sommerabfahrten 2022 bei Buchung bis 30.11.2021 bis zu 250 Euro Frühbucher-Plus-Ermäßigung. Das Kontingent ist limitiert und gilt für die 1. und 2. Person in der Kabine. Weitere Vorteile des AIDA PREMIUM Tarifs sind u.a. die Wahl der Wunschkabine sowie an Bord täglich zwei Flaschen Mineralwasser und ein 250-MB-Internetpaket.
Die Reisen sind auch zum AIDA PREMIUM All INCLUSIVE Tarif buchbar. Er beinhaltet zusätzlich zu den Leistungen im PEMIUM Tarif das umfangreichste AIDA Getränkepaket und eine Social Media Flatrate für die gesamte Reise.

Die AIDA Reisen der Sommersaison 2022 sind ab 21. Dezember 2020 im Reisebüro, im AIDA Kundencenter unter der Telefonnummer 0381/202 707 07 oder auf www.aida.de buchbar.

Text: PM AIDA Cruises

AIDA Cruises – die Routenhighlights im Sommer 2021

Pressemitteilung

Das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises bietet mit seinem Sommerprogramm 2021 Reisen zu den beliebtesten Destinationen in Nordeuropa und im Mittelmeer an. Im Zeitraum von März bis Oktober 2021 verspricht die Vielfalt der Routen und Traumziele einmalige Urlaubserlebnisse und unvergessliche Stunden an Bord.

Kiel ist ab Mai 2021 Start- und Zielhafen für siebentägige Kreuzfahrten nach Norwegen und ins Baltikum. Diese finden nun mit AIDAnova statt, da die Meyer Werft AIDA Cruises darüber informiert hat, dass AIDAcosma in 2021 erst später als ursprünglich geplant ausgeliefert werden kann. Malerische Fjordlandschaften mit Häfen wie Flåm oder Stavanger und Ostseemetropolen wie Sankt Petersburg und Helsinki stehen auf dem Reiseprogramm des baugleichen Schwesterschiffs von AIDAcosma.

Die ursprünglich mit AIDAnova geplanten beliebten Reisen im westlichen Mittelmeer ab Palma de Mallorca erleben AIDA Gäste nun an Bord von AIDAperla.

Auf neun- und zehntägigen Kreuzfahrten nimmt AIDAsol Kurs auf Norwegens Fjorde. Diese Reisen waren zunächst mit AIDAperla geplant.

AIDAblu wird, neben den beliebten Adria-Kreuzfahrten, nun auch ein Programm im östlichen Mittelmeer ab Korfu anbieten. Ursprünglich war dies mit AIDAmira geplant, die nun ein neues Selection-Reiseziel ansteuern wird. Weitere Informationen dazu werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Alle weiteren Sommerprogramme finden wie geplant statt.

In Verbindung mit dem „AIDA Versprechen“ werden die Sommerreisen 2021 zu einem einzigartigen Reiseerlebnis voller Entspannung und Vielfalt. So gehören zum guten AIDA Gefühl großzügige Buchungsoptionen – von der geringen Anzahlung bis zur kostenfreien Umbuchung. Mit dem neuen Gesundheits- und Sicherheitskonzept sorgt AIDA dafür, dass alle Gäste ihren Urlaub vollkommen entspannt und zugleich sicher genießen können. Das „AIDA Versprechen“ ist für Neubuchungen bis 31.01.2021 im Reisepreis inkludiert und gilt für Abfahrten bis 31.10.2021.

Zusätzlich zu den attraktiven AIDA Inklusivleistungen bietet der AIDA Premium All Inclusive Tarif auf jeder Reise die große Urlaubsfreiheit mit optimaler Kostenkontrolle. In diesem sind bereits das umfangreichste AIDA Getränkepaket sowie eine Social Media Flatrate für die gesamte Reisedauer im Reisepreis enthalten. Der Sommer 2021 ist zu diesem Tarif ab sofort buchbar.

Die zweite aktualisierte Ausgabe des Katalogs 2021/22 ist online unter aida.de/katalog erschienen. Information und Buchung im Reisebüro, im AIDA Kundencenter unter +49 (0) 381 / 20 27 07 07 oder auf www.aida.de. Weitere Details zum AIDA Versprechen „Mit Sicherheit der schönste Urlaub“ sind auf www.aida.de/versprechen zu finden.

Text: PM AIDA Cruises

Lockdown erreicht deutsche Kreuzfahrer

AIDA hat bereits vorige Woche die Fahrten der AIDAblu nach nur zwei Wochen wieder eingestellt. Am Montag folgte auch Hapag-Lloyd Cruises mit der Europa 2. Das Schiff kehrte von einer Ostseereise mit Passagieren zurück und machte in Altona fest. Dort stiegen laut Reederei die letzten Passagiere von Bord. Im Anschluss wird die Europa 2 für die Fahrt zu den Kanarischen Inseln vorbereitet, wo im Dezember der Reisebetrieb nach derzeitigem Stand starten soll.

Die Hanseatic inspiration wurde derweil ebenfalls aus dem Programm genommen und bei der Werft Blohm + Voss neben der Schwester Hanseatic nature in eine Warteposition gelegt.

Als letztes Kreuzfahrtschiff mit deutschen Urlaubern ist jetzt nur noch die Mein Schiff 1 von TUI Cruises unterwegs. Das Schiff hat am 1. November Kiel zu einer Panorama-Reise in Richtung Finnland verlassen.

Die Reise soll am 5. November in Kiel enden. Danach würde nach derzeitigem Stand die erste Panorama-Reise mit Schmidt’s Theater ab Kiel beginnen. Der touristische Lockdown in Deutschland könnte dem Programm noch einen Strich durch die Rechnung machen. Aktuell gelten Kreuzfahrten von deutschen Häfen aus nicht als Reisen in Risikogebiete.

Die jüngsten Anordnungen zum vierwöchigen Lockdown in Deutschland erschweren aber die Vermarktung der Reisen.

Die entsprechenden Landesverordnungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus stellen die Passagiere darüber hinaus bei der Anreise zum Schiff in Norddeutschland vor Probleme. Übernachtungen sind in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern nur noch für Geschäftsreisen oder Reisen aus einem zwingenden Grund erlaubt. Passagiere aus Süddeutschland nutzen meist ein Hotel in Norddeutschland zur Übernachtung, damit sie die vom Schiff vorgegeben Eincheckzeiten am Terminal auch sicher erreichen können. FB

Countdown für die Kreuzfahrt im Lockdown-Modus

Endet der mühevoll erarbeitete Neustart der Kreuzfahrt in Deutschland bereits an diesem Wochenende? Während die Fallzahlen in ganz Europa weiter stark steigen, setzen Reedereien weiter auf ihren Weg. Es ist der Weg der Hygienekonzepte und strengen Disziplin. Ob die Kunden es honorieren, wird sich noch zeigen.

Am Sonntag kommt es bei dieser Frage in Kiel zum Test. Dann endet die aktuelle Kreuzfahrt der Mein Schiff 1.Das Schiff soll bis 19 Uhr neue Passagiere für eine fünftägige Ostsee-Reise an Bord nehmen. Dabei kann es zu dem seltsamen Bild kommen, dass sich Urlauber auf der vorzeitigen Abreise mit den anreisenden Passagieren der Mein Schiff 1 begegnen.

„Ab Sonntag müssen alle Touristen ihre Quartiere in Schleswig-Holstein verlassen“, kündigte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz am Freitag an. Die entsprechende Allgemeinverfügung zur Einstellung der touristischen Aktivitäten in Schleswig-Holstein soll am Sonntag veröffentlicht werden.

Foto: Frank Behling

Da es wegen der großen Zahl der Quartiere auf den Nordseeinseln Sylt, Amrum und Föhr zu Engpässen kommen kann, soll es eine kurze Übergangsfrist geben.

Aus der Staatskanzlei in Kiel gab es am Freitagnachmittag deshalb eine klare Ansage: „Die Landesregierung hat heute klargestellt, dass die Abreise aller Gäste, die aus touristischen Gründen in Schleswig-Holstein sind, bis spätestens zum 2. November erfolgen muss“, teilte Regierungssprecher Peter Höver am Mittag mit.

Doch wie sieht es mit den Kreuzfahrtpassagieren aus? Sie könnten verschont bleiben. Ähnlich wie die Passagiere von den großen Fähren nach Skandinavien dürfen auch Passagiere „im Transit“ weiter von den deutschen Seehäfen abgefertigt werden. Bei der Umsetzung verweist die Staatskanzlei an die Gesundheitsämter der Hafenstädte.

Bei der Stadt Kiel spielt man den Ball zurück ans Land. „Da wir den Verordnungstext beziehungsweise die genauen Regelungen ab Montag noch nicht kennen, können wir dazu noch keine Aussagen treffen“, teilt Stadt-Sprecherin Kerstin Graupner auf Anfrage mit.

Wenn die Allgemeinverfügung des Landes Schleswig-Holstein am Sonntag neben Ferienparks, Hotels und Camping-Plätzen auch Kreuzfahrtterminals umfasst, wird auch in Kiel das Thema Kreuzfahrt nach der nächsten Reise der Mein Schiff 1 auch beendet.

Bei der Reederei TUI Cruises in Hamburg ist man zuversichtlich, die Reisen auch während des neuerlichen Lockdowns von Kiel aus weiter anbieten zu können.

„Ein Aufenthalt an Bord unserer Schiffe zählt nicht als Inlandstourismus“, so teilt die Reederei TUI Cruises mit. TUI verweist auf die Bilanz.

„Seit Juli sind bereits mehr als 30.000 zufriedene Gäste mit uns gereist und sind der Beweis, dass sicheres und gesundes Reisen an Bord der Mein Schiff Flotte auch in Zeiten von Corona möglich ist“, so die Reedereisprecherin Godja Sönnichsen. Gleichzeitig sind Kreuzfahrten von deutschen Häfen beim Auswärtigen Amt aus der Liste der Reisewarnungen gestrichen worden.

Mein Schiff 2, Foto: enapress.com

TUI Cruises musste jedoch die Trans-Reise der Mein Schiff 2 von Hamburg zu den Kanaren wieder aus dem Programm nehmen. Die spanischen Behörden hatten der Einreise der Passagiere aus Deutschland auf dem Seeweg den Riegel vorgeschoben.

Das sich die Infektions-Lage in Italien und Spanien leider auch weiter zuspitzt, hat die Reederei AIDA Cruises am Donnerstag wieder die Notbremse gezogen. Alle Reisen von italienischen und spanischen Häfen wurden bis Ende November abgesagt. AIDA hatte erst vor zwei Wochen mit der AIDAblu den Neustart gewagt, jetzt sind alle Hebel wieder auf Stopp. 

Foto: Frank Behling

„AIDA Cruises unterstützt die Bundesregierung vollumfänglich in ihren Bemühungen, das aktuelle Pandemiegeschehen in Deutschland zu kontrollieren, und hat daher entschieden, die Kreuzfahrtsaison zu unterbrechen“, so teilte das Unternehmen mit. Die AIDAperla stoppte daraufhin am Donnerstag die Überführung von Skagen nach Las Palmas und kehrte um. Das Schiff geht am Sonntag wieder vor Skagen an der Nordspitze Dänemarks vor Anker und wartet vermutlich auf ein Ende der Pandemie in 2021. Wann es wieder Passagiere auf einem AIDA-Schiff geben wird, steht gegenwärtig in den Sternen. 

Der letzte Strohhalm für die Reedereien ist ein Abflauen der Infektions-Kurven ab Dezember.

Im Flussreiseverkehr ist die Lage ab Sonntag nahezu aussichtslos. Da Flusskreuzfahrtschiffe nie Hoheitsgewässer verlassen, sind sie den Vorgaben zum Lockdown ohne Ausweg unterworfen. Der Verkehr mit Flusskreuzfahrtschiffen auf Donau, Rhein, Mosel und Elbe kommt damit ab Sonntag zum Erliegen.

„Aufgrund der Beschlussfassung der Bund-Länder-Konferenz sind wir leider gezwungen die Flusskreuzfahrt mit Lady Diletta wegen des nationalen Beherbergungsverbotes kurzfristig abzusagen“, heißt es bei Plantours. Aber auch die anderen Anbieter stoppen ihre Reisen an diesem Wochenende. Zum Teil wurden alle Abfahrten bis zum Beginn der Weihnachtsfeiertage abgesagt. FB

Grünes Licht für Kanaren

Darauf hatten Reedereien und Reisewirtschaft gewartet. Am Donnerstag wurde die Reisewarnung für die Kanarischen Inseln vom Auswärtigen Amt aufgehoben. Nachdem noch im September die Zahl der positiv getesteten Menschen auf den Inseln die Marke von 50 auf 100000 Einwohner überschritten hat, gingen die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder deutlich zurück. Aktuell liegen sie bei 38,4.

 „Das sind wirklich gute Nachrichten für die Reisewirtschaft und für alle, die im Winter gerne in die Sonne reisen möchten“, zeigt sich der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, hocherfreut über die Aufhebung der Reisewarnung für die Kanaren, einem der beliebtesten Winterreiseziele der Deutschen.

Foto: Frank Behling

 „Die Kanaren liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz bereits seit Anfang Oktober unter dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Die Aufhebung der Reisewarnung ist damit ein logischer Schritt“, so Fiebig.

Die Reedereien haben bereits vorher reagiert. AIDA Cruises hat die AIDAmar bereits am 15. Oktober auf den Weg von Skagen nach Las Palmas geschickt. TUI schickt in Kürze die Mein Schiff 2 auch zu den Kanaren.

Gleichzeitig mahnt der DRV-Präsident: „Wir dürfen jetzt nicht zu einem Stop and Go kommen. Das führt zu Verunsicherung auf allen Seiten und insbesondere bei den Reisenden. Ähnlich wie bei der Türkei müssen Spanien und Deutschland jetzt zeitnah einen sicheren Luftkorridor vereinbaren. Damit würden für Rückkehrende aus Spanien durch effektive Sicherheitsmaßnahmen und Testung im Zielgebiet die Quarantäne-Regelung entfallen, sofern sie sich bis 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland einem PCR-Test unterziehen und das Testergebnis negativ ist.“ Eine solche Vereinbarung wurde mit der Türkei für vier beliebt Urlaubsregionen bereits im Sommer erfolgreich umgesetzt. FB