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Letzte Botschaft der „Magellan“

Aus dem Kreis der Flotte des britischen Veranstalter Cruise & Maritime Voyages hat es nach Astor und Marco Polo jetzt das dritte Schiff erwischt. Am Donnerstag ist die Magellan vor dem Strand der indischen Abwrackwerften in Alang vor Anker gegangen.

Zum Abschied tippte die Brückenbesatzung dabei in das Automatische Identifikations System (AIS) als Zielhafen „Good Bye for ever“ ein.

Im Oktober war die 221 Meter lange Magellan bei einer Auktion in London noch für 3,4 Millionen US-Dollar an Seajet verkauft worden. Angesichts der nun doch deutlich schlechteren Prognosen für den Neustart und der anstehenden großen Klasse-Inspektion verkauften die neuen Eigner das Schiff jedoch gleich weiter nach Indien.

Damit geht nach der Celebration und der Tropicale binnen weniger Tage das vierte und letzte Schiff aus der ersten Neubau-Generation von Carnival Cruise Line in den Schrott. Die Magellan war 1985 als Holiday auf der Aalborg Werft in Dänemark für den damals noch recht unbekannten Kreuzfahrtkonzern aus Miami gebaut worden. Typschiff war die 1981 gebaute Tropicale, die am 1. Januar als Ocean Dream in Alang auf den Strand fuhr.

Die 1986 als letztes Schiff des Quartetts gebaute Jubilee war bereits 2017 in Alang verschrottet worden. Damit endet die Serie der ersten Neubauten, die Reederei-Gründer Ted Arison 1980 bis 1984 bei dänischen und schwedischen Werften bestellt.  FB

Nach Versteigerung der „Karnika“: Essel-Gruppe verkauft Kreuzfahrt-Reederei Jalesh Cruises

Die von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie Liquiditätsproblemen in einigen ihrer Geschäftsbereiche gebeutelte indische Essel-Gruppe hat nach der Ende Oktober erfolgten Versteigerung ihres einzigen Schiffes nunmehr ihre Kreuzfahrtmarke Jalesh Cruises an die zur NRI Sant Chatwal/Dreams Hotel-Gruppe gehörende Tochtergesellschaft Waterways Leisure verkauft. Über den Preis derTransaktion, die auch die Übernahme des gesamten digitalen Auftritts, die für die Gästeakquisition entwickelte Software und die Datenbasis der Kunden, Reiseagenturen und des Partnernetzwerks einschließt, wurden keine Angaben gemacht.

Waterways hat zudem auch das vorhandene Führungspersonal und die Mitarbeiter der für den Jalesh Cruises-Vertrieb in Indien zuständigen Generalagentur Zen Cruises übernommen. Erst im September 2018 hatte die Essel-Gruppe ihren Einstieg in das seinerzeit boomende Kreuzfahrtgeschäft bekannt gegeben und für die erste mit einem großen Schiff auf den indischen Markt fokussierte neue Reederei Investitionen von rd. 100 Mio. US-Dollar angekündigt.

Bei der Ende 2018 als ersten Ankauf übernommenen Schiff handelt es sich bekanntlich um die 1990 von Fincantieri fertiggestellte und als Crown Princess für Princess Cruises in Fahrt gekommene und später von der Carnival Corporation an P&O Australia transferierte frühere Pacific Jewel, die u.a. zwischen 2002 und 2007 als A-Rosa Blu und Aida Blu von Aida Cruises auf dem deutschen Markt eingesetzt worden war. Das 70310-BRZ-Schiff wurde in Karnika umbenannt und startete im April 2019 zur ersten Reise für die neue Marke nach Goa.

Doch machte die im Februar ausgebrochene Covid-19-Pandemie nicht nur die Pläne für den Ankauf eines zweiten großen Schiffes zunichte, sondern führte auch dazu, dass die Karnika Mitte März wegen ausstehender Verbindlichkeiten für Treibstoff- und Proviantlieferungen sowie Heuerforderungen etc. in Höhe von rd. 4 Mio. USD in Mumbai in die Kette gelegt wurde.

Nachdem weder Pandemie-bedingte Reiserestriktionen von der Regierung aufgehoben noch eingeforderte Hilfen realisiert wurden, war zunächst der für November angekündigte Restart abgesagt und schließlich auch die Aufgabe des Kreuzfahrtbetriebs von Essel kommuniziert worden (wir berichteten).

Bei der im Oktober in Mumbai erfolgten Versteigerung des Schiffes konnte das Schiff über den britischen Ankaufsmakler NKD Maritime für Abbrecher in Indien für 391 USD/LT erworben werden. Nach einer am 20. November in Mumbai begonnenen Überführungsreise ist es am Abend des Folgetages bereits auf Alang-Reede vor Anker gegangen und soll dort in Kürze gebeached werden.

Dank des jetzt erfolgten Verkaufes der Marke kann Jalesh Cruises allerdings weiter bestehen bleiben, wobei die neuen Eigner auch auf die Unterstützung durch den ebenfalls übernommenen bisherigen Präsidenten und CEO Jurgen Bailom setzen. Man freue sich, das Kapital der Jalesh-Marke als Indiens erste Premium-Kreuzfahrtmarke nutzen zu können, kommentierte Vijay Kher, indischer Landes-Chef der mit Hauptsitz in New York ansässigen Dream Hotel Group und Waterways Leisure-Sprecher, die Übernahme. JPM