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„Starke Nachfrage für Frankreich“

Sie wurde vor kurzem von dem amerikanischen Magazin Inc. zu einer der erfolgreichsten Geschäftsfrauen in den USA gewählt. Die geborene Dresdnerin Kristin Karst hat vor 18 Jahren zusammen mit ihrem Mann Rudi und Partnern eine der führenden amerikanischen Flusskreuzfahrtgesellschaften gegründet. Michael Wolf sprach mit ihr über die letzten Entwicklungen und Post-Covid-Plänen bei AmaWaterways.

Wie ist die Bilanz der Präsenz von AmaWaterways auf dem deutschen Markt in diesem Jahr?

Ursprünglich war geplant, bis Anfang November zu fahren. Aber als die Buchungszahlen im September und Oktober stark nach oben gingen, haben wir uns gemeinsam mit e-hoi entschlossen, das Angebot zu verlängern. Die Reisen zu den Festtagen waren schon gut gebucht. Aber dann kamen die Reiserestriktionen und erneuten Lockdowns.

Kristin Karst und Rudi Schreiner in der Owner-Suite von AmaMagna, Foto: enapress.com

Was für Perspektiven gibt es für das nächste Jahr?

e-hoi ist sehr interessiert, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Ich weiß auch jetzt noch nicht, ob wir im März oder April schon wieder mit amerikanischen Gästen fahren können, das steht noch in den Sternen. Vielleicht gibt es bis dahin wirklich schon eine Impfung für den Großteil der Bevölkerung. Dennoch glaube ich nicht, dass wir in diesem Fall gleich zu Anfang alle Schiffe einsetzen würden. Die Buchungen aus dem amerikanischen Markt sind für den Frühling zurückhaltend, vieles wurde auf den Herbst und das folgende Jahr umgebucht. Also denke ich schon, dass wir einen Einsatz im deutschen Markt mit einer solchen Zusammenarbeit fortsetzen könnten.

Wäre es auch denkbar, ein Schiff für den europäischen Markt fahren zu lassen vielleicht mit einem adaptierten Preismodell und dennoch mit den anderen Schiffen den US-Markt parallel zu bedienen?

Vorstellen können wir uns alles. So wäre auch die Möglichkeit einer last-minute-Buchung für Restplätze oder freigewordene Charter denkbar. Interessant wären auch UK, Spanien und andere europäische Märkte.

AmaWaterways hat gerade zwei Schiffe nach Frankreich auf die Seine und die Rhône verlegt. Warum?

Schon vor der Pandemie hatten wir eine starke Nachfrage für beide Flüsse, auf denen wir jeweils nur ein Schiff hatten. Da wir Neuzugänge für den Rhein bekommen und genügend Schiffe auf der Donau, haben wir uns für den Transfer entschieden.

Foto: AmaWaterways

Gibt es bei den Destinationen in Frankreich oder im Ablauf Neuigkeiten?

Wir werden mit der AmaDante One-Way-Cruises zwischen Paris und Le Havre fahren. Von Le Havre bieten wir ein Pre- oder Post-Programm nach Saint-Malo und dem Mont St. Michel. Von dort aus geht es dann direkt nach Paris zurück, wo vor und nach der Cruise ein Aufenthalt geplant ist. Das ist auch für das Thema Nachhaltigkeit interessant – es wird bei dieser Cruise nur die Hälfte der Strecke gefahren wie üblich. Wir werden in einigen Häfen über Nacht bleiben und kommen damit auch dem Wunsch der Gäste nach, die abends noch ausgehen möchten. Viele mögen auch nicht nachts fahren, um die Landschaft nicht zu versäumen. Bei den Rhône-Fahrten sind Zusatzaufenthalte in Genf oder Barcelona optional. Die Fahrpläne bis Ende 2022 sind auf unserer Website, wir werden dann wahrscheinlich Anfang des nächsten Jahres den Verkauf für 2023 aufmachen, weil wir bereits etliche Anfragen haben.

Lohnt sich der teure Transfer der Schiffe nach Frankreich denn?

Wir hatten das Glück, beide auf demselben Hubschiff transportieren zu können. Dennoch ist die Investition nicht billig. Wir glauben aber, dass die Nachfrage für diese wirklich schönen Routen sehr groß sein wird.

Wäre der französische Markt als Quellmarkt interessant für AmaWaterways?

Derzeit ist der Markt wahrscheinlich noch nicht bereit für unsere Preise. Wir wollen auch unser Produkt nicht verändern, um weiterhin den Luxus anbieten zu können, für den wir bekannt sind.

Wie hat sich das Buchungsverhalten der Gäste in den letzten Monaten geändert?

Es gibt beim Buchen derzeit zwei Trends. Zum einen wird es ein extrem kurzfristiges Buchungsverhalten geben von allen Märkten, wenn das Cruisen wieder möglich ist. Zum anderen aber ein extrem langfristiges, zum Beispiel für Familienfeiern oder Geburtstage.

Le Havre, Foto: enapress.com

Wie ist die Buchungslage für 2021?

Wir sehen jetzt, dass im Augenblick für das Frühjahr und den Sommer nicht mehr so viel gebucht wird wie anfangs. Dafür sind die Buchungen für Herbst und Winter enorm. Schon heute haben wir über 50% feste Buchungen für die Festtagsreisen im nächsten Jahr.

Im nächsten Jahr sind für AmaWaterways drei Neubauten angesagt. Sind bei denen bereits bauliche Voraussetzungen für die neuen Reisebedingungen in Pandemiezeiten geschaffen worden?

Zwei Schiffe, die AmaLucia und die AmaSiena, sind für den Rhein, die AmaDahlia für Ägypten vorgesehen. Darüber hinaus kommen zwei Schiffe, die AmaBella und die AmaVerde von einem australischen Langzeitcharter in die Flotte zurück, die derzeit komplett renoviert und nach den neuen Richtlinien umgebaut werden. Das heißt also: die Buffets werden komplett eliminiert, dafür gibt es mehrere sogenannte Action Stations. Die Station für Eierspeisen gab es ja schon immer, jetzt wird dies erweitert durch einzelne Kochstationen, an denen bestimmte Spezialitäten entstehen, die dann dem Gast serviert werden. Wir haben das auf unserem Mekong-Schiff bereits ausprobiert, es ist ein großer Erfolg. Gleichzeitig entsteht dadurch mehr Platz im Restaurant. Darüber hinaus bieten wir auch das Riverview-Dining für alle Gäste an, das private Dinner auf der Suite oder dem Balkon. Bis jetzt konnten wir wegen der Pandemie maximal 100 Gäste mitnehmen, wie sich das im nächsten Jahr entwickelt, wissen wir noch nicht. Zumindest ist klar, dass mit den neuen Massnahmen bei allen Mahlzeiten auch eine signifikante Aufstockung der Crew verbunden sein wird, um diesen Mehr-Service durchzuführen. Das würde dann eventuell auch zu einer Restrukturierung auf den Restaurantdecks führen, da müssten eventuell einige Passagierkabinen für die Crew eingesetzt werden.

AmaDahlia, Foto: AmaWaterways

Sind die Pläne für das ägyptische Schiff jetzt abgeschlossen?

Ja, das Schiff wird wunderschön. Die ersten drei Monate von September bis Dezember nächsten Jahres sind schon jetzt zu 75% gebucht. Die Jungfernreise wird am 6. September stattfinden.

Für die beiden anderen Schiffe war eine Doppeltaufe im Juli geplant.

Wir müssen jetzt natürlich abwarten, wie die Entwicklung der Reisemöglichkeiten für die US-Gäste zu Beginn des nächsten Jahres sein wird. Die Taufpaten sind Amerikaner, ohne die geht es schlecht. Für die AmaSiena wird es Debbie Fiorino, die COO von World Travel Holding, werden, für die AmaLucia die beiden Kinder eines Geschäftspartners.

Fotos: AmaWaterways, enapress.com

AmaWaterways‘ ships on the move to meet increased demand for river cruising in France

Pressemitteilung in Englisch

AmaWaterways today released new photos of the award-winning AmaKristina and AmaDante on their ocean journey from The Netherlands to France. Once repositioned on the Rhône and the Seine rivers respectively, the ships will be ready to welcome guests when river cruising resumes in Spring 2021. The elegantly appointed river cruise ships have been repositioned in response to the heightened demand for itineraries that reflect the rich culture, renowned culinary experiences and remarkable history of the Normandy, Brittany and Burgundy regions of France.

This year, AmaKristina completed a four-month series of charter cruises on the Rhine successfully putting in place enhanced health and safety protocols to safeguard guests and crew. With this limited 2020 program, AmaWaterways became the first U.S-based river cruise line to resume sailing in Europe, cementing its place as an industry pioneer. Rhine cruises on board AmaKristina permitted the luxury river cruise line to gain invaluable experience sailing with protocols in 2020 and once travel restrictions are lifted, all ships and crews will be ready to offer guests peace of mind during their unforgettable river cruise experience.

Foto: AmaWaterways

“As Godmother of AmaKristina, I am excited to witness her extraordinary ocean journey down the west coast of France and Portugal and across the Mediterranean Sea to reach the mouth of the Rhône river where she will sail in 2021,” said Kristin Karst, executive vice president and co-founder of AmaWaterways. “AmaDante will join AmaLyra on the Seine and offer a leisurely itinerary with more beautiful scenic daytime cruising and many opportunities for biking and hiking plus a fascinating pre- or post-cruise optional stay in St. Malo, Brittany with a visit to Mont St. Michel.” AmaDante joins her three sisterships in France while AmaKristina will be the first 443 ft ship with signature twin-balcony staterooms to sail on French rivers.  Taking over the popular Colors of Province itinerary, AmaKristina will sailing the Rhône between Lyon and Avignon permitting AmaCello to travel a new itinerary on the Saône into the renowned wine growing area of Burgundy. The following are the new-for-2021 French itineraries and land programs: 

  • Impressions of the Seine & Paris a perfect itinerary for those looking to sail at a more leisurely pace between Paris and Le Havre. The journey meanders through the best of Northern France with many overnight visits to idyllic towns, fairytale castles, beautiful gardens and sites memorialized by famous Impressionist painters.
    • Pre- and post-cruise land options: Two nights in Paris; three nights in St. Malo with a visit to the magical island monastery of Mont St. Michel; one night in Paris.
  • Essence of Burgundy & Provence sailing between Chalon-sur-Saône and Arles embraces the romance, cuisine and fine arts of France with visits to romantic cities and artistic epicenters, along with experiences such as learning to cook French food in Valence at a culinary school.
    • Pre- and post-cruise land options: Three nights in Geneva, Switzerland; three in nights in Barcelona, Spain

With proven experience in safeguarding the health of guests and crew, and new itineraries in France and Egypt, AmaWaterways is uniquely positioned to welcome travelers craving immersive and exclusive experiences for 2021 and beyond. 

Text: PM AmaWaterways

Hochseeflair auf der Donau

Sie ist eines der größten Binnenkreuzfahrtschiffe der Welt: Auf der Donau ist seit dem Sommer dieses Jahres die AmaMagna im Einsatz. Michael Wolf konnte sich während der Taufreise das Schiff genauer ansehen.

Wow, was für ein Schiff! Die chinesischen Touristen, die in Budapest an der AmaMagna vorbeiziehen, machen Selfies, Fotos, Videos ohne Ende. Ein so großes Schiff hatten sie wohl selten auf der Donau zu Gesicht bekommen. Und sie haben Glück: Heute steht Captain Jan de Bruijn höchstpersönlich vor der AmaMagna, wartet auf die ersten Gäste. Fast liebevoll flaniert er an „seinem“ Schiff vorbei, das er schon seit Monaten in der Werft „betreut“ hatte, dort die letzten Arbeiten überwachte.
Zusammen mit dem Hoteldirektor schüttelt er die Hände der Anreisenden, von denen nur einige mit großen Bussen kommen, viele dagegen in Limousinen oder Vans.
Individuell ist das Stichwort, das die AmaMagna auszeichnet.

Obwohl das Schiff fast doppelt so groß ist wie die üblichen Flusskreuzfahrtschiffe, nimmt es nur 20 Prozent mehr Passagiere mit. Das macht sich überall an Bord bemerkbar: In der Größe der bemerkenswerten Kabinen und Suiten, in allen öffentlichen Bereichen, den Lounges und Restaurants und natürlich dem riesigen Sonnendeck: Platz ist überall mehr als reichlich vorhanden.
Dabei lässt der erste Eindruck nach dem Eingang mit der relativ kleinen Rezeption noch nicht auf das Raumangebot schließen. Aber dann öffnet sich alles sehr schnell: die bequemen Sitzgelegenheiten, die Bereiche für Hotel- und Cruisedirektor, das lichtdurchflutete Treppenhaus mit seinen zwei parallel angeordneten Marmortreppen und den (leider künstlichen) begrünten Bäumen, das sich über drei Decks erstreckt. Auf denen liegen im Vorderbereich die Restaurants und Lounges, nach hinten erstreckt sich der Wohnbereich, zu dem breite Gänge führen.

Exklusives Wohnen
In acht Kategorien werden die Kabinen und Suiten angeboten, die von 19 bis 66 qm groß sind.
Sie sind in modernen Rot- und Rost-Tönen designt, haben über den Betten meist dekorative Holzpaneelen, daneben körperhohe Spiegel. Neben einem Mega-TV-Screen (mit internationalen TV-Programmen und einer großen Auswahl von auch aktuellsten Spielfilmen, in einigen Suiten zum Ausfahren aus einem Holzsockel) sorgt ein iMac für interaktiven Zugang zum Internet, Surfen und Apple-TV, Buchungen von Bordleistungen etc., ein zusätzliches iPad hilft auch bei der Regulierung der Klimaanlage sowie bei der individuellen Beleuchtung.
Auf einem kleinen Touchscreen an der Wand kann dies ebenfalls eingestellt werden.
Mit wenigen Ausnahmen haben alle Kabinen begehbare Balkons mit Sesseln.
Jeden Tag bringen die wirklich freundlichen Crew-Mitarbeiter frische Wasserflaschen, sie sind kostenfrei. Die Schränke bieten außergewöhnlichen Platz. Die komplett ausgestatteten meist grau gefliesten eleganten Badezimmer sind wahrscheinlich die größten in der Flusskreuzfahrtindustrie. Sie verfügen über große Duschen mit festen Glaswänden, die Marmorplatte der beiden Waschbecken ragt dabei bei einigen durch eine Öffnung in den Duschbereich als Ablage hinein, ein ebenso praktisches wie optisch interessantes Detail. Für High End-Kunden hat die Reederei sechs Grand Suites und eine Owner Suite entworfen, sie bieten auch Butlerservice. In den Kabinen kann man sich auf diesem Schiff bequem auch mal für eine längere Zeit zurückziehen….

Fotos: enapress.com

Taufe mit Franz Joseph

Für den Gründer der amerikanischen Flusskreuzfahrt-Reederei AmaWaterways, Rudi Schreiner, war es sicher die Erfüllung eines langgehegten Traumes: den nach seinen Plänen entwickelten größten Neubau auf der Donau in seiner österreichischen Heimat zu taufen. Michael Wolf berichtet.

Schon der Rahmen ist schön für diese Bilderbuchtaufe: Strahlender Sonnenschein, das pittoreske Städtchen Grein mit seiner hübschen Donaupromenade und dem schönen Schloss.
Als die AmaMagna an diesem Donnerstagnachmittag im Juli in Grein anlegt, warten bereits zahllose Einwohner und lokale Politiker auf das spektakuläre Schiff. An der Gangway stehen sogar Kaiserin Sisi und ihr Gemahl Kaiser Franz Joseph „persönlich“, flankiert von anderen Persönlichkeiten in historischen Kostümen, dazu werden Champagner, lokales Bier und österreichische Würstel serviert. Auch das Showprogramm ist lokal inspiriert: Zu den Klängen der „schönen blauen Donau“ und anderer Strauss-Walzer stürzen sich die Gäste im Drei-Viertel-Takt in ein Taufvergnügen der besonderen Art. Auch Kristin Karst, Miteigentümerin von AmaWaterways, kommt nicht am tanzenden Kaiser vorbei, die amerikanischen Gäste freuen sich über Walzerklänge und einen fast perfekten Imitator des österreichischen Kultsängers Falco, dessen Hits sogar in den Staaten beliebt waren.

Ein gutes Aufwärmen für die Taufe des 22. Flusskreuzfahrtschiffes der amerikanischen Reederei, allerdings diesmal ein ganz besonderes. Das neue Flaggschiff, die AmaMagna, ist etwa doppelt so breit, bietet vier Restaurants, zahlreiche große Suiten, Kino, Spa und Fitnesscenter. Dennoch hat sie nur etwa 20 Prozent mehr Gäste als die „normalen“ Schiffe, bietet Luxus fast auf Hochseeniveau.
Die amerikanische Fernsehmoderatorin Samantha Brown, bekannt in den USA durch ihre TV-Reisesendungen, fungiert als charmante und professionelle Taufpatin. „Ich habe heute den besten Job auf der ganzen Welt“ freut sie sich, bevor sie die Magnumflasche Veuve Clicquot gegen die Bordwand schmettert.
Zuvor hatte Reederei-Gründer Rudi Schreiner die komplizierte Entstehungs-Geschichte des Schiffes erzählt. Greins Bürgermeister Rainer Barth wünschte dem Schiff „viele relaxte und sichere Kreuzfahrten“. Von kirchlicher Seite stand dem nichts im Weg: der örtliche Priester segnete die AmaMagna.
Beim folgenden Empfang in der majestätischen Greinburg lässt es sich Hausherr Erbprinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha nicht nehmen, die Gäste mit einem Glas Sekt zu begrüßen. Eine Folkloregruppe präsentiert lokale Volkstänze – und lädt Mutige zum Mittanzen ein.
Die richtige Party beginnt dann nach Sonnenuntergang: Akrobaten performen in leuchtenden Kostümen auf dem Pooldeck, ein Höhenfeuerwerk glitzert über der Donau. Bis in den Morgenstunden wird getanzt – so ein Schiff kommt so schnell nicht wieder.

Fotos: enapress.com