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Schnuppertörn mit Klassiker

Schauplatz Hansestadt Wismar an einem schönen Sommertag. Mit fröhlichen Menschen bummelt auch Peer Schmidt-Walther über die neu gestaltete Hafenpromenade. Zwischen restaurierten Hafenspeichern ragt ein eleganter weißer Schiffsschornstein in den blauen Himmel. Der ist Blickfang und gehört zur ASTOR, die zum ersten Mal die UNESCO-Welterbestadt angelaufen hat.

„So schön hätten wir uns die Stadt nicht vorgestellt!“ schwärmen die einen, andere waren seit DDR-Zeiten nicht hier und staunen, was sich hier seit der Wende alles getan hat. Die meisten wollen „unbedingt wiederkommen, um die Eindrücke zu vertiefen“.
Bis zum Auslaufen um 18 Uhr sind rund 500 Gäste an Bord, die in der alten Markthalle eingecheckt haben. Auch das eine Premiere, denn damit wurde das Gebäude auch als Kreuzfahrtterminal eingeweiht.

Dreimal Koggen-Salut
„Die ASTOR könnte doch auch noch andere kleine Häfen anlaufen“, sinniert ein Thüringer, „da wäre ich sofort wieder dabei!“ Von den Schiffsabmessungen her – 176 Meter Länge, 6,10 Meter Tiefgang und 22,60 Meter Breite – gäbe es für etliche von ihnen keine Probleme. Auch einen Erstanlauf von Wismars Schwesterstadt Stralsund könne man sich vorstellen, meint Klaus Ebner von Transocean, „denn kleinere deutsche Häfen wie Eckernförde, Flensburg, die nordfriesischen Inseln und Rügen´schen Seebäder sind sehr nachgefragt“.
„Herzlich willkommen wieder zu Hause!“, strahlt Kreuzfahrtdirektor Johannes Lemm und empfängt seine Gäste vor der Halle ganz persönlich mit Handschlag. Das hat auf der ASTOR schon Tradition. Seit rund drei Jahrzehnten. Ein langes und bewegtes Schiffsleben im Dienst von treuen Fans, die ihr Schiff lieben.
Vor ihnen liegt eine Kurzreise zum Schnuppern: geeignet sowohl für Kreuzfahrt-Neulinge als auch für alte Hasen und Fans des überschaubaren, gemütlichen und sehr familiären Schiffes. „Das auch noch wie ein Schiff aussieht“, bemerkt ein Passagier mit Kennerblick.
Was man an Gesprächsfetzen vor der Gangway aufschnappt, deutet auf eine große Erwartungshaltung hin: Alle sind gespannt, was sie auf dieser Reise nach Malmö, Göteborg, Frederikstad, Kristiansand und Hamburg erwartet.
Schon der Abschied von Wismar ist bewegend. Viele Hände winken und wünschen „gute Reise!“, die Soldaten feuern mit ihren historischen Gewehren in die Luft. In der Wismar-Bucht kommt die Kogge WISSEMARA unter geblähtem Segel entgegen und knallt drei Mal Salut mit ihrer Kanone. ASTOR grüßt mit drei langen Typhon-Dröhnern herüber.

Nicht nur Smörrebröd
Die nächsten Tage sind gefüllt mit den unterschiedlichsten Sightseeing-Aktivitäten. In Malmö geht´s los: eine Radtour vom Hafen durch die neue Stadt am Vestra Hamnen mit dem städtischen Highlight, ein „Drehenden Torso“ genanntes und mit Architektur-Preisen überhäuftes Hochhaus, in die beschauliche Altstadt zwischen Lille Torg, Stortorget, Gustav-Adolf-Platz und Sankt Petri Kirche. Malmö, die lebendige und doch beschauliche grüne Stadt, gefällt allen auf Anhieb. Mittagspause neben dem ehemaligen Trockendock und heutigem Yachthafen, wo früher die traditionsreiche Kockums-Werft 8000 Menschen beschäftigte. Nicht weit entfernt von der königlichen Festung Malmöhus ist sogar ein kühles Ostseebad drin: nach aufheizender Sauna mit nackten schwitzenden Schweden samt Kattegat-, Kopenhagen-, Schiffs- und Öresundbrücke-Blick in der historischen Badeanstalt Ribersborgs Kallbadhus.
Göteborg wartet nach einer Schärenfahrt am nächsten Tag mit Hafenrundfahrt, Oldtimer-Straßenbahn-Tour in die City, Stadtrundgang, Kasematten-Besichtigung in der Stadtmauer, Lunch im beliebten „KPH Matbar“ mit lokalen Gerichten, Fischmarkt, Paddan-Bootstour unter Brücken bis zum Trollhättan-Kanaleingang und zur Viermastbark VIKING, heute ein stilvolles Hotel. Dazu ein Schifffahrtsmuseum samt Frachtern, uralten Göta-Kanal-Fahrgastschiffen und sogar einem großen Zerstörer und U-Boot. Die Palette der Sehenswürdigkeiten ist noch viel breiter. Eine blondlockige Cheerleader-Band untermalt das Auslaufen mit schmissigen Rhythmen und erntet dafür Beifallsstürme bei den Zuschauern an der Reling….

Fotos: enapress.com