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Von Bremerhavener Wahrzeichen bleibt nur noch Kleinholz

Abrissbagger machen die „Seute Deern“ platt

Noch ein paar Tage, dann sind die letzten Reste des einstigen Wahrzeichens der Seestadt Bremerhaven im Alten Hafen verschwunden. Was bleibt ist größtenteils nur noch Kleinholz was die Abrissbagger aus der morschen „Seute Deern“ herausholen, das entsorgt wird. Ab dem Sommer kann man dann am Südende des Museumshafens keine Spuren mehr von dem ehemaligen hölzernen Segler finden – bis auf die Teile, die das Deutsche Schifffahrtsmuseums im Vorfeld noch gesichtet und gesichert hat.

Doch bevor der eigentliche Abbruch im April beginnen konnte, musste zunächst die alte schwarze, asbestverseuchte Farbe aufwendig abgetragen werden. Dafür war der Segler, der im August 2019 im Hafenbecken gesunken war, für rund zwei Monate noch unter Gerüsten und Planen eingehaust. In dieser Zeit wurde von einem beauftragten Fachunternehmen die schadstoffhaltige Außenfarbe mühsam abtragen. Rund 3 Millionen Euro wird der Abbruch kosten, von dem das Land Bremen 2 Millionen übernimmt, den Rest die Stadt Bremerhaven, wobei ein wesentlicher Teil der der Kosten laut Hafengesellschaft Bremenports die aufwändige Schadstoffbeseitigung verursacht.

Foto: Christian Eckardt

Vor dem eigentlichen Abbruch wurde die „Seute Deern“ dann noch zu Dokumentationen in seiner ursprünglichen Form mit einem 3D-Scanner aufgenommen, um zukünftigen Generationen das Schiff im digitalen Raum zu präsentieren.

Doch nicht alle Bauteile des hölzernen Seglers wurden entsorgt, denn alles was beim Rückbau erhalten bleiben kann oder auch muss, hatten Mitarbeiter des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) im Vorfeld gekennzeichnet und von Bord geholt. Denn von Seiten der Denkmalpflege gab es die Auflage, bestimmte Dinge zu erhalten, da der Segler unter Denkmalschutz steht. Aber auch das DSM will Teile für die Forschung erhalten. Für die Sicherung der Objekte hat das Museum 256.000 Euro vom Bund bekommen. Die Galionsfigur wurde schon sehr früh entfernt, sie war ohnehin nur eine Attrappe, das Original wurde schon vor langer Zeit durch das Deutsche Schifffahrtsmuseum gesichert. Einige historische Bauteile des Schiffes, so wie die drei Stahlmasten, die in einem Außendepot des DSM im Fischereihafen abgelegt wurden, werden aufbewahrt, die restlichen Stoffe, eben wie der morsche Holzrumpf gingen in die Entsorgung. Nach den Plänen des Museums sollen aber für die Andenkenjäger noch einige Stücke des früheren Bremerhavener Wahrzeichens zum Anfassen bewahrt werden, denn das Museum plant Souvenirs aus Resten des Schiffs herzustellen.

Foto: Christian Eckardt

Das 1919 in den USA erbaute historische Segelschiff und seit 65 Jahren ein Wahrzeichen der Stadt Bremerhaven war Ende August 2019 auf den Grund des Hafenbeckens gesunken. Schon ein halbes Jahr zuvor war an Bord ein Feuer ausgebrochen. Seit einigen Monaten liegt der Segler in einem eigenes mit Sand verfüllten Teil im südlichen Museumshafens auf dem Trockenen, um dort die Abbrucharbeiten an dem maroden Segler durchzuführen.

Doch wie sieht die Zukunft im Museumshafen aus, ganz ohne Großsegler: Nein, vermutlich nicht, denn die Mitglieder des Schulschiffvereins „Schulschiff Deutschland“ haben im Frühjahr darüber abgestimmt, dass das 86 Meter lange Segelschiff seinen jetzigen Liegeplatz in Bremen-Vegesack verlassen und dauerhaft nach Bremerhaven umziehen soll. Der Verein sieht nach eigenen Angaben gute Chancen, sich in Bremerhaven wirtschaftlich zu verbessern, denn die „Schulschiff Deutschland“ könnte in das touristische Gesamtpaket der Seestadt eingebunden werden. Das wiederum würde sich voraussichtlich spürbar auf die Einnahmen des Trägervereins auswirken, beispielsweise durch regelmäßiges „Open Ship“. Doch wann der 3-Master, der 1927 in Bremerhaven als das letzte Segelschulschiff der deutschen Handelsflotte 1927 gebaut wurde, in die Seestadt kommen wird und wo der endgültige Liegeplatz sein wird, darüber ist noch nicht entschieden. Weiterhin gibt es für das Deutsche Schifffahrtsmuseum Pläne, den ehemaligen Frachtsegler „Najade“, der 1888 auf der Geestemünder Tecklenburg erbaut wurde, als nicht fahrtaugliches Museumsschiff nachzubauen. Hierzu hat der Bund schon einen zweistelligen Millionenbetrag, die Rede ist von 46 Millionen Euro, bereitgestellt. Christian Eckardt

Ausbau des Kreuzfahrtterminals in Bremerhaven geplant

Auf rd. 30 Mio. Euro werden die Kosten für den Bau eines neuen multifunktionalen Empfangsgebäudes der Columbuskaje in Bremerhaven geschätzt. Der Hafenausschuss der Bremischen Bürgerschaft hat bereits grünes Licht für die Planungskosten von 1,27 Millionen Euro gegeben. Ziel der Investition sei es, die wirtschaftlichen Potenziale der Kreuzfahrt für den Hafen und die Stadt noch besser zu nutzen, so Bremens Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD). Sie sei davon überzeugt, dass diese touristische Branche nach dem Ende der Pandemie wieder einen enormen Zuwachs verzeichnen wird.

Foto: Jens Meyer

Wann der Auftrag zum Umbau vergeben wird und die Fertigstellung erwartet werden kann, konnte der Geschäftsführer der Columbus Cruise Center Bremerhaven GmbH, Veit R. Hürdler, noch nicht sagen. Zwar habe am in den letzten Jahren eine ständige Zunahme der Schiffsanläufe verzeichnen können. Nach 109 Abfertigungen im Jahr 2018 stieg die Zahl 2019 auf 115 Anläufe, doch sei der Einbruch durch die Pandemie bereits deutlich spürbar: 2020 gab es zahlreiche Corona-bedingte Anläufe zur Ausschiffung von Gästen und Crewmitgliedern. Von den ursprünglich geplanten 120 Anläufen für dieses Jahr wurden zuletzt am Dienstag sechs weitere abgesagt, so dass derzeit nur noch Anmeldungen für 112 Schiffe vorliegen, deren Anzahl aufgrund der Pandemie-Situation weiter abschmelzen dürfte.

Nach derzeitigen Planungen von bremenports GmbH soll der Mittelteil des bestehenden Gebäudekomplexes rück- und neugebaut werden. Im südlichen Bereich soll eine moderne Empfangshalle für die Kreuzfahrtgäste entstehen, wodurch Platz im nördlich gelegenen Columbus Cruise Center für eine großzügige Gepäckabfertigung entsteht. Neben dem eigentlichen Terminal soll ein Parkhaus integriert werden und mehrere Büroetagen entstehen. Die Gesamtplanungen sollen 2022 abgeschlossen sein. JPM

Bremerhavener Traditionswerft soll zum Jahresende stillgelegt werden – angeblich keine Aufträge mehr

350-köpfige Belegschaft der Lloyd Werft Bremerhaven wurde informiert

Die Nachricht schlug ein wie ein Paukenschlag: Die über 160 Jahre alte Bremerhavener Lloyd-Werft, Neubau- aber vor allem immer wieder Umbauwerft von spektakulären Kreuzfahrtschiffen, soll zum Ende des Jahres stillgelegt werden. Entsprechende Pläne wurden von der Geschäftsführung der Belegschaft auf einer Betriebsversammlung am Freitag (19.2.2021) mitgeteilt, bestätigte die Gewerkschaft IG Metall.

„Das war ein großer Schock“, sagte der Betriebsratsvorsitzender Nils Bothen gegenüber der lokalen Nordsee-Zeitung, „damit haben wir nicht gerechnet.“ Auf mehreren Versammlungen ist die Belegschaft der Werft über die Stilllegung informiert worden. Die Werft-Geschäftsführung und Carsten J. Haake als Vertreter der übergeordneten MV Werften führten aus, dass es mangels weiterer Aufträge eine negative Fortführungs-Perspektive gebe und dass deshalb der Betrieb zum Jahresende stillgelegt werde.

Foto: Christian Eckardt

Nach Ausführungen der IG-Metall-Chefin Doreen Arnold habe Haake von einem Kaufinteressenten gesprochen. Bothen setzt nun alle Hoffnungen darauf, dass der möglich Käufer die Werft weiterführt und möglichst viele Arbeitsplätze sichert.

Der Betriebsrat sei laut Gewerkschaft aufgefordert, Verhandlungen über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan aufzunehmen. Die Lloyd-Werft hat derzeit nach Gewerkschaftsangaben rund 350 Beschäftigte und ist Teil der Unternehmensgruppe MV Werften, die wiederum zum Mutterkonzern Genting-Group gehört, der finanziell stark angeschlagen ist.

„Wenn es ein Rettungspaket für die MV-Werften gibt, dann darf die Lloyd-Werft da nicht hinten runterfallen. Es müssen auch Gespräche mit dem Eigner – der Genting-Group – geführt werden, damit der möglichen Käufern die Chance einräumt, die Werft zu übernehmen und den Standort zu erhalten“ erklärte Magistratssprecher Volker Heigenmooser gegenüber dem Fernsehsender Radio Bremen. 

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) hat schon am Donnerstagabend in einem Krisengespräch mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat von der Betriebsstilllegung erfahren. Seit Wochen liefen mit dem Unternehmen, den Arbeitnehmervertretern sowie der Gewerkschaft und dem Bundeswirtschaftsministerium Gespräche. Auf dieser Grundlage sagte Vogt: „Wir wissen, dass die Lloyd-Werft eine Fortführungsperspektive hat.“ Konkret gehe es bei den Gesprächen mit Berlin darum, dass die Werften Hilfen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) bekommen.

Schon im Dezember wurden Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Werft laut, so soll angeblich auch die Bremerhavener Rönner-Gruppe Interesse an der Lloyd Werft haben, die unter anderem über zwei Trockendocks und ein Schwimmdock verfügt, in dem sich derzeit die Megayacht „Solaris“ befindet. Von Seiten der Rönner-Gruppe, zu der auch die Bremerhavener Werftengruppe Bredo Dry Docks gehört gibt es bislang noch nicht.

Die Lloyd Werft gehört ebenso wie die krisengeschüttelten MV Werften in Wismar, Rostock und Stralsund zu dem asiatischen Mutterkonzern Genting. MV-Geschäftsführer Carsten Haake erklärte im Dezember im Finanzausschuss von Mecklenurg-Vorpommern: „Es geht darum, dass Genting und der Bund eine Lösung finden und wir dann in dieser Lösung einen großen Teil mitbringen werden. Dass Schiffe weitergebaut werden können, das bleibt unser oberstes Ziel.“ Haake bestätigte anschließend gegenüber der Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, dass ein Verkauf der Lloyd-Werft auch ein Thema ist.

Aktuell befindet sich bei der Lloyd Werft die über 140 Meter lange Megayacht Solaris vor der Ausdockung, die Ablieferung ist im Laufe des Sommers geplant. Weiterhin steht noch ein größerer Werftaufenthalt für den Polarforschungseisbrecher Polarstern an. Auch soll die weltweit größte Yacht, die REV Ocean zur Ausrüstung nach Bremerhaven zur Lloyd Werft kommen, doch durch die Corona-Pandemie ist der Termin schon mehrfach verschoben worden. ChrEck

„Livemusik und Windjammer“

Alle fünf Jahre findet in Bremerhaven die SAIL statt – dieses Jahr musste sie pandemie-bedingt abgesagt werden. Dafür wurde die lütte sail gegründet, die ab 2021 jährlich an den Start gehen soll. Michael Wolf sprach mit Dr. Ralf Meyer, Geschäftsführer von „Erlebnis Bremerhaven“, über kreative Lösungen in der Krise, die Kreuzfahrt in Bremerhaven und neue Ideen im Tourismus.

Wie sieht für Bremerhaven die Bilanz des Jahres 2020 im Kreuzfahrtbereich aus?

Die Pandemie hat uns nach besten Zahlen zuvor ein katastrophales Ergebnis beschert.

Wie viele Schiffe werden im nächsten Jahr nach der Rekordsaison 2019 erwartet?

Im nächsten Jahr erwarten wir etwa 250.000 Passagiere so wird u.a. die „Costa Favolosa“ elfmal von Bremerhaven aus fahren.

Dr. Ralf Meyer, Geschäftsführer von „Erlebnis Bremerhaven“, Foto: enapress.com

Wie wichtig ist der Faktor Kreuzfahrt in Bremerhaven geworden?

Das kann man konkret darstellen – allein bei den Hoteliers sind in diesem Jahr 26.000 Übernachtungen nur von Kreuzfahrtgästen weggefallen. Die jährliche Wertschöpfung durch den hiesigen Kreuzfahrtmarkt beträgt etwa 15 Millionen Euro, dazu kommen die Passagiere, die den Vorabend einer Kreuzfahrt in Bremerhaven übernachten. Viele lernen so die Stadt kennen. Im Fokus sind natürlich Klimahaus und Deutsches Auswandererhaus. Besonders profitiert von den Kreuzfahrtgästen hat witzigerweise unser Zoo.

Ist bekannt, wieviel Geld jeder Kreuzfahrtgast in Bremerhaven lässt?

Wir sehen das als Gesamtsumme und haben es nicht auf einzelne Teile heruntergerechnet. Die Wertschöpfung setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen wie die Beladung oder Betankung der Schiffe, die Übernachtungen, auch die Besatzungen gehen hier regelmässig einkaufen.

Übernachten die Gäste eher nach oder vor einer Kreuzfahrt?

Fast immer davor. Man möchte locker und entspannt ankommen, abends noch einen guten Fisch essen gehen, relaxed auf das Schiff kommen. Viele profitieren auch von den Park-Angeboten der Hoteliers. Nach der Kreuzfahrt geht es direkt nach Hause, da soll der Koffer nicht noch einmal ausgepackt werden. Bei Befragungen haben wir aber festgestellt, dass etliche Gäste noch gerne mehr von Bremerhaven gesehen hätten oder nach Worpswede gefahren wären. Sogar Helgoland stand bei einigen auf der Wunschliste. Übereinstimmend waren aber alle überrascht von der Nähe der Stadt mit ihren Attraktionen zum Terminal.

Was hat man in Bremerhaven aus der Krise gelernt?

Wir haben gelernt, kreativer zu denken. Wir mussten laufend ändern und anpassen, da war Kreativität gefragt; wie kann man Veranstaltungen trotz der Pandemie stattfinden lassen, wie können bestimmte Einrichtungen dennoch geöffnet bleiben, wie kann das Marketingkonzept angepasst werden. Bei einigen Veranstaltungen mussten wir Vollbremsungen mitten in der Vorbereitungen machen, um gleich wieder mit Vollgas und in viel kürzerer Zeit eine neue aufzubauen. Das waren neue Herausforderungen trotz reduzierter Belegschaft. In dieser Zeit sind wir viel digitaler geworden als zuvor. Wir haben gelernt, über Videokonferenzen zu arbeiten. Aber klar gesagt: Gerade im Tourismus fehlten uns dabei ganz besonders die menschlichen Kontakte. Die Herzlichkeit des Willkommensgrußes der ist uns von der Pandemie völlig genommen worden – das tut einem Touristiker weh.

Was sind die nächsten Ziele im Kreuzfahrtbereich?

Der Terminal soll modernisiert werden und sich in Richtung Stadt noch mehr öffnen. Das würde bedeuten, dass man den Terminal von der Innenstadt aus zu Fuß bestens erreichen kann. Die Kaje soll auch in den nächsten Jahren saniert werden.

Könnte auch die Flusskreuzfahrt neue Akzente setzen? Wie wäre das am besten umzusetzen?

Wir haben festgestellt, dass die Menschen in diesen Tagen immer mehr Interesse daran haben, auf kleineren Schiffen wie Flusskreuzfahrtschiffen zu fahren. So konnten wir diesem Jahr bereits einige in Bremerhaven wie die „Sans Souci“ oder die „Princess“ begrüßen. Wir möchten uns hier als Region neu aufstellen und den Reedereien ein attraktives Angebot machen. Denn Bremerhaven hat touristisch einiges an Attraktionen zu bieten. Wir sind dabei, uns hier regional noch besser zu vernetzen.

Die „Princess“ in Bremerhaven, Foto: Wolfhard Scheer

Wie viele Liegeplätze gibt es bereits vor Ort?

Im Gebiet Schaufenster Fischereihafen gibt es bereits einige, und im Alten Hafen – es gibt genug Platz. Die Schiffe würden damit mitten im Herz der touristischen Areale wie den Hafenwelten liegen.

Die SAIL musste dieses Jahr wegen der Pandemie leider abgesagt werden. Dafür soll es nächstes Jahr eine „lütte Sail“ geben? Was sind die wichtigsten Programmpunkte?

Es soll ab jetzt jedes Jahr eine lütte Sail geben, im nächsten Jahr vom 11.-15. August, zu der wir etwa 800.000 Besucher erwarten. Dann 2025 in Zusammenarbeit mit der Stadt Amsterdam wieder eine „große“ SAIL mit 1,2 Millionen Besuchern. 2008 hatten wir bereits einmal eine lütte Sail gemacht. Nach der ausgefallenen SAIL dieses Jahr erwarten wir viele hungrige Schiffsgucker.

Mit welchen besonders interessanten Schiffen rechnen Sie zur „lütten Sail“?

Kommen werden etwa 150 Schiffe aus zehn Nationen, darunter Kultschiffe wie die „Alexander von Humboldt“, die „Earl of Pembroke“ oder die „El Galéon“. Die beiden letztgenannten sind Repliken, die auch schon in Filmen eine Rolle gespielt haben. Die großen Windjammer sind immer die beliebtesten, sie machen den Charakter der SAIL aus. Aber auch die kleinen historischen Schiffe sind interessant. Auf dem Programm stehen auch 500 Stunden Live-Musik auf diesmal vier Bühnen. Die Großkonzerte werden bestritten von Sarah Connor, Ben Zucker und Revolverheld. Wir freuen auch uns besonders darüber, dass der Bundespräsident die Schirmherrschaft übernommen hat und wohl auch anwesend sein wird, wenn es die Pandemie zulässt. Wir haben die große Hoffnung, dass mit einem Impfstoff die Voraussetzungen besser sein wird. Auf jeden Fall werden wir für die „lütte Sail“ ein kreatives Konzept entwickeln, das sich den Gesundheitsbedingungen anpasst.

Video: Erlebnis Bremerhaven GmbH

Gibt es neben der „lütten Sail“ noch andere maritime Highlights im nächsten Jahr?

Ja, eine brandneue Meldung, die wir nächste Woche ausführlich bekannt geben werden: Das IMM, das „International Multihull Meeting 2021“ wird erstmals in seiner Geschichte an der Nordseeküste in Bremerhaven stattfinden, vom 29. Juli bis zum 1. August. Es beinhaltet ein Treffen der außergewöhnlichsten Segelschiffe aus sieben europäischen Ländern – von Luxuskatamaranen, superschnellen Open Bridge Cats bis zu Familienbooten. Das wird für Bremerhaven eine maritime Bereicherung von höchster Qualität werden.

„lütte sail“ 2021 in Bremerhaven: abspecken, munter bleiben, weiter feiern!

Bremerhaven ist immer eine Reise wert. Das gilt einmal mehr, wenn die Menschen an der Außenweser ihre SAIL feiern. Dieses internationale Windjammertreffen, das hier alle 5 Jahre ausgetragen wird, musste in diesem Jahr jedoch, in der Corona-Flaute ihre Segel streichen. Die sturmerprobten Küstenanwohner ließen sich davon jedoch nicht aus Planken heben. Sie schoben die SAIL einfach ins nächste Jahr und machten sie etwas „lütter“ (kleiner). Die neue „lütte sail“ soll vom 11. bis 15. August gefeiert werden, so Corona die Beine stillhält. Zehn Segelschiffe, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Sängerin Sarah Connor haben auf jeden Fall schon mal zugesagt. Ahoi „lütte sail 2021“.

Getreu dem Motto das Zelt ist längst aufgebaut und das Bier steht kalt, startet die „lütte sail“ gleich mal mit einem richtigen Spektakel – einer „Sail-In-Parade“ bei der alle zum Fest eigeladenen Segler in die Stadt einfahren. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der seine Schirmherrschaft bereits zugesagt hat übernimmt die feierliche Eröffnung. Spektakulär werden wohl auch die tollen Open-Air-Konzerte, in Bremerhaven direkt auf der Seebäderkaje am Meer stattfinden. Popgrößen wie Sarah Connor, Revolverheld und Ben Zucker sind fest gebucht, fürs Fest. Hoch hinaus geht’s am Samstagabend, beim atemberaubendes Höhenfeuerwerk direkt über der Weser. Vielleicht mit einem schmucken Kreuzfahrtschiff, dass darunter kreuzt. Wem das alles zu viel Tamtam ist, der kann sich auch einfach 5 Tage lang vom maritimen Flair Bremerhavens in den Arm nehmen lassen und den besonderen Zauber einer Hafenstadt genießen.

Foto: Tall Ship Company

Windjammer und Seefahrt, gehören zu Bremerhaven wie salzige Luft und Möwengeschrei. Jeder der schon einmal in der größten Stadt an der deutschen Nordseeküste war weiß das. Seit langem schon feiern die Menschen dort ihre große Verbundenheit zum Meer, ihre Liebe zu den Schiffen und ihr großes Herz für die Seefahrt. Als in diesem Jahr die SAIL – das Königsfest unter den maritimen Events der Stadt – abgesagt werden mußte, wog das schwer auf den Seelen der Seestädter*innen. Doch Küstenmenschen wischen sich die Gischt auf den Gesichtern und machen aus einer Not eine Tugend. Kurzerhand retteten Sie was noch zu retten war, speckten Sie SAIL gehörig ab und schoben sie einfach ins nächste Jahr – et voilà – die „lütte sail“ war geboren. Aber damit noch nicht genug, denn weil Pragmatismus an der Waterkant kein Seemannsgarn ist wurde aus der „lütte sail“ auch gleich ein jährlich wiederkehrendes Fest, das nur alle 4 Jahre von der großen „SAIL“ unterbrochen wird. Das nächste Mal zur „SAIL Bremerhaven 2025“ – Zack und fertig!

Foto: Maurizio Gambarini/dpa/DSST

Selbstredend dreht sich auch bei der „lütte sail“ alles um Segelschiffe in allen Farben, Formen und Größen. Bremerhaven nennt sich schließlich „Hauptstadt der Windjammer“. Rund 250 große Tiefwassersegler wurden hier gebaut. Einige von ihnen segeln heute noch um die Welt. Deshalb haben die Veranstalter sich zur Premiere der „lütte sail“ etwas ganz Besonderes ausgedacht. Eine Hommage an die Pioniere der Seefahrt. Jene Teufelskerle, die mit nichts außer dem Schiff unter ihren Füßen, den Segeln über ihren Köpfen und Furchtlosigkeit in ihren Herzen aufbrachen, um unbekannte Lande zu entdecken. Diese Ära der Seefahrt und ihrer Helden war von berühmten Seefahrern und ihren legendären Gefährten geprägt. Schiffe, die allesamt längst auf dem Gründen der Ozeane ruhen. Die Organisatoren der „lütte sail“ konnten jedoch ein paar fantastische Nachbauten dieser historischen Segelschiffe nach Bremerhaven locken.

Einer dieser Nachbauten ist die „Nao Victoria“. Eine Replik des ersten Schiffes, dem eine komplette Erdumsegelung gelang. Die „Victoria“ war Teil Flotte des berühmten Entdeckers Ferdinand Magellan, der 1519 zur ersten Weltumseglung aufbrach. Magellan selber verlor dabei auf den Philippinen sein Leben. Juan Sebastián Elcano, einer seiner Offiziere, vollendete sein Werk. Die „Nao Victoria“ erreichte als einziges von ursprünglich 5 Schiffen das Ziel der Reise – nach 3 Jahren. An Bord des Nachbaus kann man sich ein sehr eindringliches Bild davon machen warum Erdumsegelung im 16. Jahrhundert so gar nichts von Cocktail-Stimmung am Pool Deck hatte.

Mit der „El Galéon“ bricht man zu einer Kaperfahrt in das Goldene Zeitalter der Piraten auf. Der imposante 3-Master ist ein Nachbau einer Spanischen Galeone, der es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat. Im Bauch, dieses schwimmenden Traums aller „Captain Blackbeard’s“ dieser Welt, befindet sich nämlich ein schwimmendes Museum. Die Überlegenheit der Galeonen machte sie für mehr als 3 Jahrhunderte zum dominierenden Schiffstyp auf allen Weltmeeren. Ihr Ruf als schnelle, wendige Kriegsschiffe mit großer Hochseetauglichkeit ist bis heute legendär.

Foto: Scarlet Sails Ltd.

Ebenso legendär wie die “Earl of Pembroke”. So lautete nämlich der erste Name der „Endeavor“, jenes Schiffes, mit dem der britische Entdecker James Cook 1770 erstmals Australien erreichte. Die „Earl“ ist zudem ein schwimmender Hollywoodstar. Bei dem Rekonstruktionsbau des Schiffes wurde großer Wert darauf gelegt, dass es den besonderen Ansprüchen von Filmproduktionen genügt. Ein Aufwand der Früchte trug. Bis heute ist der Segler in über 20 Filmen zu sehen. In „The Cloud Atlas“ standen Tom Hanks und Halle Berry am Streuer, in „Alice im Wunderland“ liefen Johnny Depp und Anne Hathaway über ihre Planken und „Mary Reilly“ waren Julia Roberts und John Malkovich an Deck des Schiffes.

Foto: Marco Butzkus

Mit der „Ubena von Bremen“ letztlich, schaut man in die große Zeit der „Hanse“. Sie ist ein 1:1 Nachbau der 1962 in Bremen gefundenen Hansekogge aus dem 14. Jahrhundert. Das Original kann gleich nebenan, im Deutschen Schifffahrtsmuseum bestaunt werden. Schwimmen kann es allerdings nicht mehr.

Foto: Jens Meyer

Deutlich moderner geht es an Bord der „Alexander von Humboldt 2“ zu. Die grüne Bark ist eine waschechte Bremerhavener Deern. Undenkbar also, dass die „lütte sail“ ohne das Ausbildungsschiff der „DSST“ stattfindet. Der weltberühmte Windjammer ist das Flaggschiff der „Lütten SAIL“ und wird die SAIL-In-Parade anführen. Dort wird auch das norwegische Vollschiff „Christian Radich“ zu sehen sein. Der elegante Dreimaster mit Heimathafen Oslo ist eine wahre Schönheit unter Segeln und gehört mit ihren rund 73 Metern Länge wohl zugleich zu den größten Gästen der „lütte sail“. Marco Butzkus

Erstanlauf der „Europa 2“ ohne Gäste an Columbuskaje

  • Technischer Stopp zur Material- und Crewübernahme
  • Europa“ wird im Neustädter Hafen in Bremen aufgelegt

Sie ist eines der luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe weltweit, seit sieben Jahren in Fahrt und kam nun, in Corona-Zeiten erstmals nach Bremerhaven, die Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises. Eigentlich war es geplant, dass die Europa 2 am Montag mit Passagieren von Hamburg aus nach Teneriffa mit Gästen zur Kreuzfahrt aufbricht. Doch durch die neuesten Bestimmungen in Deutschland mit dem zweiten Lockdown wurde diese und auch die darauffolgende Kreuzfahrt rund um die Kanarischen Inseln im November von der Reederei in Hamburg abgesagt. Denn neben AIDA Cruises hatte auch Hapag-Lloyd Cruises entschieden, während des Lockdowns die Kreuzfahrten einzustellen und die Europa 2 nunmehr nur in Warteposition zu bringen. Die nächste planmäßige Reise der Europa 2 soll nach derzeitiger Planung dann erst am 4. Dezember in Santa Cruz de Tenerife starten.

Foto: Christian Eckardt

Die 225 Meter lange Europa 2 machte nun am frühen Dienstagmorgen am Südende der Columbuskaje ohne Gäste fest und traf hier zum technischen Stopp, zur Material- und Crewübernahme, auf die Halbschwester Europa. Die Europa verlies Bremerhaven um die Mittagszeit mit Kurs auf Bremen, wo das Kreuzfahrtschiff in den nächsten Wochen nun im Neustädter Hafen aufgelegt wird. Die Europa 2 nahm am frühen Abend Abschied von der Seestadt mir Kurs auf die Nordsee. CE

Ausguck auf SAIL Bremerhaven 2020

Die SAIL Bremerhaven gehört zu den größten Windjammertreffen der Welt.
Roland Mischke stellte eine Vorschau zusammen, was Besucher im nächsten Jahr erwartet.

Dabei sein, wenn die strahlenden Segel der „Königinnen der Meere“ über das Wasser jagen. Wenn mehr als 250 moderne oder historische Schiffe in die Häfen einfahren. An Bord gehen, wenn sie vor Anker liegen. Mit Seeleuten lockere Gespräche führen, auf den Planken oder im Unterdeck eines Drei- oder Viermasters. Ihren Stolz auf die attraktiven Schiffe wahrnehmen. Herumlaufen, staunen. Die SAIL ist ein Ereignis für die Augen, aber auch andere Sinne. Es wird einfach hoch spannend sein, dieses Festival auf den Wellen und in der Stadt mitzuerleben.
Bremerhaven liegt am Elbe-Weser-Dreieck, das in die Nordsee übergeht. Sie gehört zur Freien Hansestadt Bremen. Neun Mal gab es hier seit 1986 die SAIL Bremerhaven, und jedes Mal wuchs der Anteil der Schifffahrt. Nächstes Jahr werden wieder neue Rekorde erwartet, darauf bereitet sich die Stadt bereits vor.
Ein extragroßes Magazin mit dem Titel „Ausguck 2020“ gewährt ab sofort Einblick in die ganze bunte Segelwelt in Bremerhaven auf 124 Seiten. Mit Sachtexten und großformatigen Bildern von Seglern, Dampf- und Motorschiffen, die bereits zugesagt haben, werden Interessenten angewärmt für das Großereignis SAIL vom 19. bis 23. August.


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http://www.sail-bremerhaven.de


Alt und neu
Bei den Schiffen geht es von ehrfürchtig bis kurios zu. Das sind die Blockbuster 2020:
Das Segelschulschiff El Mellah („Der Matrose“) der algerischen Marine ist ein hochmoderner Neubau nach dem Entwurf des Danziger Konstrukteurs Zygmunt Choren. Das Achterdeck ist gewaltig, die Segelfläche riesig, unterwegs ist es mit einer 222-Mann-Besatzung.
Im Old Style kommt El Galeón aus Spanien daher, die Replik eines königlich-spanischen Handelsschiffs aus dem Jahr 2009. Mit dem 50 Meter langen Dreimaster wird die Tradition einer großen Seefahrernation hochgehalten. Man sieht Kanonen im Schiffsbauch, bleiverglaste Fenster, die Möbel sind handgeschreinert.
Die norwegische Christian Radich sorgt wieder für einen großen Auftritt. Das stählerne Vollschiff wurde vom Namensgeber, einem Unternehmer, bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Seit 1937 ist es als Schulschiff auf den Meeren unterwegs.
Ganz anders ist der Zweimaster Zénobe Gramme aus Belgien, fast 30 Meter lang und ein schnittiges früheres Forschungsschiff unter Segeln. Es trägt den Namen eines Wissenschaftlers der Meeresforschung, ist seit 1960 im Dienst und ab 1970 unter Regie der belgischen Marine mit einem voluminösen Vordersegel.
Zum ersten Mal nach Bremerhaven kommt der Dreimaster Earl of Pembroke aus England. 1925 in einer schwedischen Werft gebaut, seit 1980 in englischem Privatbesitz und aufwändig restauriert. Sein Name erinnert an den Weltentdecker James Cook, der 1770 mit einem ähnlich gebauten Schiff erstmals Australien anlief. Halle Berry, Tom Hanks und andere Hollywood-Stars diente es als Kulisse für mehr als 20 Filme.

Spaß und Unterhaltung
Der Hamburger Uwe Bahn ist ein bekannter Moderator und Produzent. Der Entertainer erzählt die Stories der See so, dass sie für die Zuschauer zum Erlebnis werden. In Bremerhaven wird sein „Ship Happens – Eine rockige Reise durch die Kreuzfahrt“ zu hören und zu sehen sein. Da geht es wild durcheinander um die Andrea Doria, die Titanic, den ersten Kreuzfahrt-Stapellauf auf der Meyer Werft in Papenburg und in andere turbulente maritime Geschichten. Sein Motto für die abwechslungsreiche Show: „Kreuzfahrt ist auch für alle, die es noch nicht im Kreuz haben.“

Informationen:
www.sail-bremerhaven.de, www.bremerhaven.de

Fotos: Scarlet Sails, Kathrin_Leverentz, TSC_Erlebnis Bremerhaven

Taufe in Türkis

Sie lagen in Bremerhaven nur einen Steinwurf voneinander entfernt: die Amera bei ihrer Taufe und die Albatros im Werftdock für Arbeiten. Sie sind Schwesterschiffe und fahren jetzt beide für Phoenix. Michael Wolf berichtet.

Es war eine Taufe, wie man sie von Phoenix Reisen kennt: Familiär, feierlich, ohne großen Pomp und Feuerwerk. Fast 1000 Gäste waren zu diesem Event gekommen, von denen 800 anschließend auf Taufreise nach Norwegen auf dem voll ausgebuchten Schiff gingen.
Zuvor war das Schiff in der Hamburger Werft Blohm + Voss einer 40 Millionen Euro teuren Renovierung unterzogen worden, bei der alle Kabinen und die Restaurants und Bars erneuert wurden. Mit dem ehemaligen Casino wurde ein Loungebereich vergrößert, der mittige Pool der Amera dient nun als Eventfläche für Veranstaltungen mit großem LED-Außenscreen und eigener Bühne. Der Heckpool in der Nähe des Spabereiches blieb erhalten. Und natürlich gibt es jetzt den Phoenix-typischen Außenlook mit dem Schornstein und der Bauchbinde in Türkis. Bis zu 1500 Werftmitarbeiter arbeiteten an dieser Schönheitskur, auch am Tauftag werkelten noch etliche von ihnen auf dem Schiff. Bei dieser Größenordnung von Renovierung nicht ungewöhnlich, auch die Crew beteiligte sich intensiv an den Arbeiten und der Endreinigung. Über die Geschichte des ungewöhnlichen Schiffes mit seinen schönen Deckflächen hatte „an Bord“ bereits ausführlich in der letzten Ausgabe berichtet. Das Hoteldepartment liegt wieder in den bewährten Händen von seachefs.

Zur Taufe bei schönstem Sonnenschein am Columbus Cruise Center stand natürlich das bordeigene Kreuzfahrt- und Entertainmentteam Spalier, ein Shanty Chor, die „Hamburger Perlen“, drei Sängerinnen und eine Feuershow mit Akrobaten unterhielt die Gäste vor der Zeremonie. Dem bordeigenen Team der philippinischen Stewards gelang es in der Zwischenzeit, das Phoenix-Logo mit grünen und gelben Cocktailflaschen nachzubauen.
Bremerhavens Bürgermeister Melf Grantz überreichte die Plakette für den Erstanlauf der Amera in seiner Stadt und das gesamte Phoenix-Führungsteam mit Johannes Zurnieden, Benjamin Krumpen und Jörg Kramer zeigte sich auf der Bühne mit Kapitän Jens Thorn, sein Kollege Morten Hansen, bundesweit bekannt aus der TV-Serie „Verrückt nach Meer“, hatte zuvor schon mit dem Shanty Chor geübt. Als Überraschungsgast war auch der Chef der Meyer Werft-Gruppe, Bernard Meyer mit seiner Frau präsent, natürlich Anlass für Überlegungen von Insidern, ob nicht doch ein Neubau von Phoenix in dieser Werft geplant sei. Der Direktor Schiffsreisen, Michael Schulze, konnte dann nach einem historischen Rückblick den eigentlichen Star des Tages ansagen: Taufpatin Petra Kaiser. Sie kam, wie bei Phoenix üblich, aus den eigenen Reihen. Als langjährige Mitarbeiterin war sie die rechte Hand von Firmengründer Johannes Zurnieden und absolvierte den Taufspruch und den Flaschenwurf mit Bravour.

Passend zum Event übrigens die Cocktails des Tages: „Royal Viking Sun“ (Vodka, Apricot Brandy, Grenadine, Maracujasaft und Zitronensaft und der unalkoholische „Prinsendam“ (Kokosnusscreme, Ananassaft, Grenadine, Orangensaft, Grapefruit-, Orangen- und Maracujasaft), die ehemaligen Namen der Amera. Und passend zur Phoenix-Philosophie die preiswerten Kosten: 3,70 Euro bzw. 2,50 Euro.

Fotos: enapress.com

Taufe auf der Weser

Am 11. Juni wurde vor der Kulisse von Bremerhavens Cityline der Flottenzugang von TransOcean Kreuzfahrten getauft. Michael Wolf schaute sich die Feier für die Vasco da Gama an.

Die gesamte Führungsriege von CMV (Cruise and Maritime Voyages Ltd) stand geschlossen auf der Bühne des Schiffstheaters, ganz vorne aber das Team der deutschen Tochter TransOcean Kreuzfahrten. „Wir freuen uns, die Vasco da Gama in unserer Familie begrüßen zu dürfen – die Buchungszahlen sind vielversprechend.“ Klaus Ebner, Leiter Marketing und Vertrieb bei TransOcean Kreuzfahrten, hatte allen Grund zur Freude. Zum einen konnte der Buchungs-Anteil des Offenbacher Veranstalters bei CMV in den letzten Jahren signifikant gesteigert werden.
Zum anderen ist mit dem Erwerb der Vasco da Gama ein Schiff zur Hausflotte gekommen, das so ganz im Sinne der Kunden ist: großzügiger Platz, schönes Design und trotzdem mit 1150 Passagieren eine überschaubare Größe. CMV-Chef Christian Verhounig kündigte an, weitere ähnliche Schiffe in die Flotte bringen zu wollen.

Ein Tag zum Feiern. Schon während des exquisiten mehrgängigen Taufdinners, das in allen Restaurants des Schiffes serviert wurde, hatte sich das Schiff vom Cruiseterminal in Richtung Flussmitte bewegt. Dort, direkt vor der Kulisse der Hafenwelten und der Innenstadt, begannen dann die Festivitäten. An Bord heizte die Rockgruppe „Fury in the Slaughterhouse“ am Innenpool die Stimmung ein, auch einige Schauspieler und Prominente wie Gerit Kling, Saskia Valencia, Frederic Böhle oder Claudia Wenzel zeigten sich präsent.

Foto: enapress.com

Christian Verhounig und Bremerhavens OB Melf Grantz (Foto links zusammen mit Dr. Ralf Meyer) eröffneten die Taufzeremonie.
Unumstrittener Star des Abends war aber natürlich als Patin die Sängerin Annett Louisan. Um 22.30Uhr drückte sie dann auf den Knopf – die Champagnerflasche zerschellte an der Schiffswand.
Die Taufzeremonie wurde auf große Screens am Hafenkai übertragen, wo zu den Klängen der Kultband „UnitedFour“ bereits der Abend eingerockt worden war.
Auch für Dr. Ralf Meyer war es ein besonderer Tag. Der Leiter des Wirtschaftsreferates von Bremerhaven hatte sich persönlich seit etlichen Jahren um den Auf- und Ausbau der Kreuzfahrt in der Hansestadt investiert. „Die Taufe war ein großartiges und zukunftsweisendes Event für den Kreuzfahrtstandort Bremerhaven“, freute er sich an diesem Abend.

Die Vasco da Gama verblüfft durch ihr Angebot an Raum. Das beginnt bei den unglaublich schönen Aussendecks oder dem großen Pool (nur für Erwachsene) am Heck, eine Reminiszenz an die Großzügigkeit einiger älterer Kreuzfahrtschiffe. Dort, wo bei Neubauten eine Kabine neben der anderen verbaut sind, gibt es hier Platz ohne Ende, Sonnenliegen, Ausblicke nach allen Seiten und eine gemütliche Open-Air-Bar. Die 630 Kabinen sind durchschnittlich 19 qm groß und erstrecken sich über fünf Decks. 80 Prozent von ihnen liegt nach außen, viele verfügen über einen Balkon.
Neben den drei Restaurants und fünf Bars, der Show-Lounge, Kino und Spa bietet das Schiff etliche Plätze zum Chillen und unterhalten: Die im maritimen Stil designte Panoramalounge am Bug („The Dome“) und der modern gestaltete Leseraum („The Study“) sind echte Highlights.
Die bordeigene Dialysestation ist bereits ganzjährig gebucht.
Im August gibt es ein Wiedersehen mit Annett Louisan – sie geht bereits im August zusammen mit dem Schlagersänger Matthias Reim und Nico Santos auf eine fünftägige Eventkreuzfahrt (Stars at the Sea).
Eine der ersten Reisen stand übrigens im Zeichen veganer Ernährung. Auf der elftägigen Fahrt gab es in keinem Restaurant Produkte tierischen Ursprungs, Experten und bekannte Köche begleiteten die Reise.
Die Vasco da Gama wurde 1993 als Statendam für Holland America Line in Dienst gestellt. Die australische Filiale von P&O kaufte es 2015, die neubenannte Pacific Eden kreuzte dann nach einer millionenschweren Renovierung in Südostasien.
Heute ist sie das sechste Schiff von CMV, der englischen Muttergesellschaft von TransOcean. Es gesellt sich dort zu Klassikern wie Astor, Magellan und Columbus.

Fotos: enapress.com