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Brodosplit: Emissionsfreies Segelkreuzfahrtschiff auf Kiel gelegt

Nach dem im Februar dieses Jahres erfolgten Baubeginn ist bei der zum privaten kroatischen DIV-Konzern gehörenden Brodosplit-Werft am 27. Oktober 2022 die erste Sektion für das als Werft-Nr 531 in Bau befindliche emissionsfreie Passagiersegelschiff auf die Pallen abgesenkt worden.

Bei dem von uns bereits mehrfach vorgestellten „Electric Sailing Ship“ (s.a. „an Bord“-Newsletter v. 25.2.2022) handelt es sich um einen 63,50 m langen, 10 m breiten, 3,60 m tiefgehenden, 5,35 m bis Hauptdeck seitenhohen und bis zur Mastspitze 40 m hohen Dreimastschoner, dessen Rumpf und Aufbauten aus Stahl und dessen Masten aus einer Aluminiumlegierung gefertigt werden.


Foto: Brodosplit

Wenn das mit zwei Rudern und zwei Verstellpropellern ausgerüstete Schiff nicht unter Segeln fährt, wird es von zwei je 150 kW starken Elektromotoren angetrieben, die jeweils von einem System von Batterien gespeist werden, die kontinuierlich aus verschiedenen Quellen geladen werden. Für eine Geschwindigkeit von 6 Knoten werden nur 70 Kilowatt Leistung benötigt, was für ein Schiff mit 500 BRZ relativ günstig ist. Das Schiff wird mit Batterien ausgerüstet, die über eine maximale Kapazität von 1800 kWh verfügen und auf ein Gesamtgewicht von 15 Tonnen kommen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben werden dazu auch zwei Dieselgeneratoren installiert, die nur bei Bedarf oder in Notfällen genutzt werden sollen.

Der Entwurf und alle technischen Lösungen stammen von den Projektplaner der Marine and Energy Solutions DIV Ltd., die mit diesem Projekt ihre Schlüsselrolle bei der Positionierung der DIV-Gruppe hinsichtlich der technischen Kompetenz und der architektonischen Wettbewerbsfähigkeit unterstreichen.

Am Bug und am Heck des Schiffes wird je eine vertikale Windturbine installiert, die das Schiff während der Hafenliegezeit mit Strom versorgen sollen. Auf dem Dach des Aufbaus wird eine photovoltaische Solaranlage installiert. Das Schiff wird so vollständig aus erneuerbaren Quellen mit Strom und Wasser versorgt und bezieht seine gesamte Energie ohne jegliche CO2-Emissionen. Es ist damit nach Werftangaben nicht nur 100 Prozent „grün“, sondern hat auch praktisch keine Kosten für Treibstoff und Antriebsmaschinen.


Foto: Brodosplit

Was den jetzt auf Kiel gelegten Elektrosegler von ähnlichen Schiffen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er seine Batterien auch während der Fahrt auf eine besonders ausgeklügelte Weise auflädt: Neben dem System aus Windturbinen und Sonnenkollektoren wird ein Schiffspropeller-System mit variabler Steigung und einer speziellen Blattgeometrie eingesetzt, das während der Fahrt als Antrieb für dann als „Wasserturbinen“ wirkende E-Motoren genutzt werden kann. Dieser „Umkehrpropeller“ wird die Hochleistungsbatterien im Unterdeck aufladen. Darüber hinaus werden alle Informationen an Bord auf der Brücke gesammelt und kontrolliert. Dazu gehören neben meteorologischen Daten sämtliche Daten bzw. Last- und Ladezustände der Schiffs- und Antriebssysteme, die Stromversorgung der Batterien, der Betrieb der Motoren, der Sonnenkollektoren, der Windturbinen, des Warmwassers und des Energieverbrauchs. Gleichzeitig werden alle Energie-„Erträge“ und „Abgaben“ an Bord überwacht.

Der Neubau soll als Passagierschiff für die unbegrenzte und weltweite Fahrt auf allen Meere klassifiziert werden. Während der Inlandssaison wird das Schiff die Adria entlang der Küsten Kroatiens, Italiens, Sloweniens, Montenegros, Albaniens und Griechenlands befahren und außerhalb der Saison die Karibik und andere touristische Ziele ansteuern. Für den Einsatz und die Vermarktung verfügt die DIV-Gruppe über eigene Touristik-Töchter wie DIV Cruises.

Die Arbeiten an dem Projekt mit einer Laufzeit von 42 Monaten und einem Volumen von ca. 7 Mio. Euro begannen bereits im Februar 2020 und wurden im Rahmen der EU-Förderung „Steigerung der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten – IRI Phase II“ zu 60 Prozent kofinanziert.

Ziel des Projekts ist die Erforschung, Entwicklung und der Bau einer Öko-Innovation in Form eines Segelschiffes für optimal 24 Passagiere und 10 Besatzungsmitglieder, für das alternative Antriebstechnologien und Energiequellen auf der Grundlage eines umweltfreundlichen Konzepts entwickelt wurden, das auf eine nachhaltige Mobilität mit Null-Emissionen abzielt, die ökologische Nachhaltigkeit unterstützt und Treibhausgasemissionen sowie Luft- und Lärmbelastung reduziert.

Projektleiter ist die DIV-Gruppe. Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen soll die Interaktion sowie den Wissens- und Technologietransfer zwischen der Industrie und den Universitäten sowie öffentlichen Forschungseinrichtungen verbessern, wovon sowohl Unternehmen als auch Forscher des öffentlichen Sektors profitieren.

Die Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Informationstechnologie in Osijek ist für die Entwicklung von kinetischen Windenergiespeichersystemen durch hydrokinetische Energieumwandlung (Wasserturbinen und Umkehrpropeller) und Batteriemanagementsysteme / integrierte Meeresenergiesysteme (Energiespeicherung, Überwachung, Steuerung und Management) zuständig, während die Fakultät für Elektrotechnik, Maschinenbau und Schiffbau in Split an Segelsystemen, Segelautomatisierung (Robotik), Windturbinen und Photovoltaiksystemen arbeitet. JPM

Charter geplatzt: „Golden Horizon“ nicht als Hotelschiff nach Katar

Die geplante Zwischenbeschäftigung des Anfang August für 118 Mio. Euro von seiner zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden Eigentumsgesellschaft zum Verkauf gestellten weltgrößten Rahseglers Golden Horizon als Hotelschiff für kroatische Fußballfans während des ab Mitte November bis 18. Dezember in Katar stattfindenden ersten FIFA World Cups in der Arabischen Welt (s. a. „an Bord“-Newsletter vom 07.10.2022) hat sich zerschlagen.

Weil der Charterer, das Croatian Business Council (CBC), die vereinbarte Charterrate nicht überwiesen hat, blieb der Kreuzfahrtsegler an seiner ebenfalls zur privaten DIV-Gruppe gehörenden Bauwerft Brodosplit in Split liegen. Ursprünglich sollte er von dort am 21. Oktober Kurs auf Katar nehmen, wo er am 16. November im Alten Hafen von Doha – vier Tage vor Eröffnung der Feierlichkeiten – erwartet wurde. Falls auf der Überfahrt der Geschwindigkeitsrekord für Großsegler erwartungsgemäß erzielt worden wäre, war dort am 18. November in Anwesenheit von offiziellen Vertretern aus Katar und Kroatien die Award-Vergabe für den The Guiness World Record vorgesehen.


Foto: Brodosplit/Tradewind Voyages


Nach Angaben von CBC-Präsident Mario Lozancic sollten 140 Kabinen des unter kroatischer Flagge betriebenen Fünfmast-Luxuseglers für 300 Gäste zur Verfügung gestellt werden, wobei u. a. Paketangebote einschl. Flugarrangements, Eintrittsgelder etc. vorgesehen waren. Den Durchschnittspreis für eine Normalkabine bezifferte er mit ca. 1000 Dollar pro Tag.

Dieser Einsatz des von dem im Juni 2020 als Start-up von der kroatischen DIV-Gruppe gegründeten Veranstalter Tradewind Voyages UK Ltd. vermarkteten Schiffes, das nach Absage aller bis zum Winter 2022/2023 geplanten Reisen Ende Augst zur Auflegung an seine Bauwerft zurückgekehrt war, sollte nach Angaben des Croatian Business Council (CBC) in Katar Teil seiner Bemühungen sein, für die kroatische Kultur und den Tourismus zu werben, sowie als Schaufenster für die Begeisterung des Landes für den Sport und die Nationalmannschaft zu dienen. Als Hafen- und Logistik-Agent für die Hafenliegezeit in Doha sollte die auch für andere in Doha als schwimmende Hotels erwartete Kreuzfahrtschiffe tätige Firma Inchcape Shipping Services fungieren.


Foto: Brodosplit

Bekanntlich handelt es sich bei der Golden Horizon um eine 2015 von der monegassischen Reederei Star Clippers zur Lieferung 2017 bestellte moderne Replik des 1911 im französischen Bordeaux als seinerzeit größten Windjammers erstellten Frachtseglers France II. Das im Oktober 2017 vom Stapel gelaufene und 2019 von der Werft Brodosplit als Bau-Nr. 483 fertiggestellte Schiff, dass der ursprüngliche Auftraggeber unter dem Namen Flying Clipper als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, wurde nach Differenzen der Beteiligten über die Kontrakterfüllung und Verzögerungen nicht abgenommen.

Der 162,12 m lange und 18,49 m breite Neubau kann in 150 Außenkabinen 300 Gäste unterbringen. Der über fünf Decks verfügende 8.784-BRZ-Großsegler bringt an seinen fünf Masten bis zu 6.347 qm Segelfläche an den Wind. Auch weiterhin können Kaufangebote für das Schiff nach Angaben der als Ansprechpartner für Interessenten genannten Hamburger Maklerfirma GRS Global Renewables Shiprokers GmbH eingereicht werden. JPM

Hoffnungsschimmer für Brodosplit: Kann Storylines-Auftrag für Residenzschiff die Werft retten?

Trotz der erheblichen finanziellen Probleme der seit 20. Mai d. J. in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindlichen kroatischen Brodosplit-Werft zeichnet sich für das zur privaten DIV-Gruppe gehörende Unternehmen ein Hoffnungsschimmer ab.

Gelände der kroatischen Brodosplit-Werft,
Bild: Brodosplit

Die jetzt von dem in Miami ansässigen Unternehmen Storylines in einer Pressemitteilung bestätigte Unterzeichnung eines bereits im April 2021 angekündigten 1,5 Milliarden Dollar-Auftrages zum Bau eines Residenzschiffes („an Bord“ vom 7. April 2021) dürfte eine willkommene Hilfe für die Umsetzung des von der Werft parallel zum derzeitigen vorläufigen Insolvenzverfahrens – dafür sollen Gläubigerforderungen in Höhe von 733,3 Mio. Euro angemeldet worden sein – zur Vermeidung eines Anschlusskonkurses in Arbeit befindlichen Restrukturierungsplanes sein (siehe „an Bord“ v. 14. August 2022).

Der 232,5 Meter lange Neubau mit 547 Appartements, für den ursprünglich eine Lieferung in 2024 und der erste Stahlschnitt noch in 2021 erwartet worden war, soll nunmehr 2025 in Fahrt kommen und laut der Pressemitteilung das erste vollständig ökologisch nachhaltige Schiff sein.

Für Brodosplit wäre es das erste Residenzschiff, nachdem ein erster im Mai 2020 von der in Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD), erteilter Auftrag für ein 2024 zu lieferndes 290 m langes 84 000-BRZ Schiff mit 118 Appartements, die in Kooperation mit der im Januar 2020 von DIV übernommenen norwegischen Kleven Verft zu realisierende Njord, wegen des Kleven-Konkurses im Juli 2020 verloren ging und nunmehr von der Meyer Werft bis Ende 2025 erstellt werden soll („an Bord“ 30. Juli 2021).


Animation: Storylines

Animationen des Residenzschiffes „Narrative“, Abbildungen: Storylines


„Wir freuen uns, mit einer so angesehenen europäischen Werft zusammenzuarbeiten, die auf eine lange Tradition im Bau von hochwertigen Passagierschiffen zurückblicken kann“, sagte Alister Punton, CEO von Storylines. Ihm zufolge wird das Schiff u.a. auch über ein Postamt, eine Schule, eine Bibliothek, ein Krankenhaus, eine Bank, Schwimmbäder, Geschäftsräume und etwa 20 verschiedene gastronomische Einrichtungen verfügen. Es solle zudem das größte Wellness-Zentrum auf See der Welt sein, mit eigenen Gärten, Farmen und Raum für verschiedene Sportarten und Erholung an Bord.

„Wir freuen uns, dieses innovative Schiff gemeinsam mit Storylines zu bauen“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende von Brodosplit und DIV-Eigner, Tomislav Debeljak. „Wir beteiligen uns immer an Projekten, die der Branche Entwicklung bringen und neue Technologien beinhalten. Dieses Schiff ist mit verschiedenen energiesparenden Funktionen ausgestattet, verfügt über Motoren, die mit zwei Kraftstoffarten (Diesel und LNG) betrieben werden, und wird so optimiert, dass es die geringstmöglichen Emissionen von schädlichen Partikeln und Gasen aufweist. Es gibt viele neue umweltfreundliche Technologien und Schiffssysteme, bei denen wir Pionierarbeit leisten, was dieses Projekt für uns sehr spannend macht.“


Foto: Storylines

Die Preise für die Wohnungen auf dem Schiff mit dem Projektnamen Narrative liegen zwischen 1 und 8 Millionen Dollar für die gesamte Lebensdauer des Schiffes, wobei eine begrenzte Anzahl von 24-Jahres-Verträgen ab 647.000 Dollar erhältlich ist.

Nach Angaben von Debeljak werden jetzt alle notwendigen technischen und kommerziellen Aktivitäten mit dem Eigentümer durchgeführt, damit der Bau so bald wie möglich beginnen könne.

„Brodosplit hat Potenzial und neue Verträge, eine sichere Zukunft für die nächsten fünf Jahre. Wir sind davon überzeugt, dass wir das Insolvenzverfahren erfolgreich abschließen und den Schiffbau in Split fortsetzen werden“, fügte er hinzu.

Dafür dürfte allerdings auch die Haltung der kroatischen Regierung zur Bereitstellung der benötigen Finanzierungsgarantien und Vorschüsse ein entscheidender Faktor sein. Anfang Juli war die Produktion bei der größten kroatischen Werft, die früher 1548 und zuletzt 150 Mitarbeiter für die Weiterführung selbst oder von der EU finanzierter Projekte beschäftigte, eingestellt worden. Die Beschäftigten erhielten drei Mindestlöhne für Februar, März und April. Am 1. Juli wurden sie bis zum 1. September beurlaubt. JPM

Bauwerft in finanziellen Schwierigkeiten: „Golden Horizon“ für 118 Mio. Euro zum Verkauf gestellt

Rechtsstreitigkeiten mit dem ursprünglichen Auftraggeber, Pandemie-Auswirkungen, finanzielle Probleme durch die Russland-Sanktionen und die am 20. Mai erfolgte Einleitung eines vorläufigen Konkursverfahrens haben es für die zur privaten kroatischen DIV-Gruppe gehörende Brodosplit-Werft offensichtlich unvermeidbar gemacht, sich von einem ihrer spektakulärsten Neubauten zu trennen. Dabei handelt es sich um die von dem ebenfalls zur DIV-Gruppe gehörenden britischen Veranstalter Tradewind Voyages UK Ltd. vermarktete Fünfmastbark Golden Horizon, die als weltgrößter aktiver Rahsegler gilt und durch ihre hohe Eisklasse und Safe-Return-to-Port-Auslegung auch für den Einsatz in polaren Regionen geeignet ist.

Wie ein Werftsprecher am 9. August u.a. gegenüber dem kroatischen Nachrichten-Portal Sea HR bestätigte, habe man den 2021 unter kroatischer Flagge in Fahrt gekommenen Kreuzfahrtsegler ab sofort zum Verkauf gestellt. Den von ihm als zutreffend bezeichneten Angaben in der auf der Apollo Duck-Website veröffentlichten Verkaufsofferte zufolge beträgt der Kaufpreis 118 Mio. Euro. Als Ansprechpartner für Interessenten wird dort die Hamburger Maklerfirma GRS Global Renewables Shipbrokers GmbH genannt. Alle bis Oktober dieses Jahres geplanten Reisen des zunächst auf den britischen Kreuzfahrtmarkt fokussierten und am 30. August 2021 an seine Bauwerft zurückgekehrten Schiffes, dessen Management von der DIV-Tochter Brodosplit Ship Management (BSM) sowie das Crewing ab Anfang 2021 von V.Ships Leisure wahrgenommen, wurde und dessen Generalagentur für die deutschsprachigen Märkte (DACH) im Frühjahr 2021 der M’OCEAN Reisen und Meer GmbH in Dolgesheim übertragen worden war, hatte Tradewind Voyages bereits im Juli abgesagt.

Bereits am 5. Juli dieses Jahres hatte die Werft mitgeteilt, dass sie sich seit mehr als 150 Tagen in einer Notsituation befinde, die sie nicht beeinflussen konnte, weil sie durch „höhere Gewalt“ verursacht werde. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland seien ihre Kredit-Arrangements mit der russischen VTB Europe-Bank in Frankfurt gestoppt und man von der Finanzierung von Projekten ausgeschlossen worden. Um die Werft zu schützen und die Schiffbauaktivitäten zu erhalten, sei man gezwungen gewesen, Vorschläge für die Eröffnung vorläufiger Insolvenzverfahrens für die DIV-Group und Brodosplit einzureichen, die genehmigt wurden. Nach der Insolvenzerklärung könne man derzeit nur noch an Projekten arbeiten, für die eine Finanzierung gesichert sei. Dementsprechend entwickle man weiterhin u.a. ein emissionsfreies Passagiersegelschiff und ein Touristen U-Boot und arbeite an IR-Entwicklungs- und Forschungsprojekten, die aus Mitteln der Europäischen Union finanziert werden.

Bild: Brodosplit

Derzeit seien 150 Mitarbeiter bei Brodosplit tätig, wobei man erst nach Abschluss des derzeit laufenden vorläufigen Verfahrens wisse, wie viel Personal in Zukunft noch benötigt wird. Jetzt bestimmten der Schuldner, Vorinsolvenzverwalter und das Gericht die Rechtmäßigkeit und den Gesamtumfang der Forderungen. Für September sei eine Anhörung vor dem Handelsgericht angesetzt, nach der das Gericht über die Ansprüche entscheiden solle. Brodosplit werde innerhalb gesetzlichen Frist ab dem Datum des Abschlusses der Entscheidung über die festgestellten Ansprüche einen Restrukturierungsplan vorlegen, kündigte die Werft an und versichere den Mitarbeitern, dass die Werft überleben und man weiterhin Passagierschiffe bauen werde, einem Segment in dem man sich in den letzten Jahren positioniert habe. Schließlich könne man es sich nicht leisten, weiterhin Bauprojekte zu realisieren, bei denen man den Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern und Subunternehmern nicht nachkommen könne.

Derzeit finanziere man den Bau weiterer Küstenpatrouillenschiffe selbst im Vertrauen auf die Ankündigung des Kunden, Preiskorrekturen, die aufgrund der Covid-Pandemie auf dem Weltmarkt stattgefunden haben, auszugleichen. Die Preise, zu denen man diese Schiffe baue, stammten aus dem Jahr 2014, jedoch habe man erst im Februar 2020 den Auftrag für weitere Einheiten der für die kroatische Marine bestimmten Serie erhalten und dabei klargestellt, dass es gesetzlich notwendig sei, Marktveränderungen zu berücksichtigen.

„Fast unglaublich“ sei es, dass das Finanzministerium 32 Millionen Euro an die VTB-Bank für eine verweigerte Garantie für den Bau des unter der Werft-Nr. N 485 geführten Polarkreuzfahrtschiffes gezahlt hat und der Werft nicht 10 Mio. Euro gewähre, um dasselbe Schiff fertig zu stellen und dass die Garantie überhaupt nicht berücksichtigt wird. (Redaktion: Dabei handelt es sich um die Janssonius, ein am 11. März 2021 vom Stapel gelaufenes Schwesterschiff der 2019 an Oceanwide Expeditions gelieferten Hondius, ein 108 m langes 6603 BRZ-Schiff für 194 Gäste in 81 Kabinen, das bereits zur Arktis-Saison 2021/2022 in Fahrt kommen sollte.)

Bei der Golden Horizon handelt es sich bekanntlich um eine 2015 von der monegassischen Reederei Star Clippers zur Lieferung 2017 bestellte moderne Replik des 1911 im französischen Bordeaux als seinerzeit größten Windjammer erstellten Frachtseglers France II. Das im Oktober 2017 vom Stapel gelaufene und 2019 von der in Split ansässigen Werft Brodosplit als Bau-Nr. 483 fertiggestellte Schiff, das der ursprüngliche Auftraggeber unter dem Namen Flying Clipper und Malta-Flagge als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, wurde nach Differenzen der Beteiligten über die Kontrakterfüllung und Verzögerungen nicht abgenommen.

Foto: Brodosplit/Tradewind Voyages

Das darüber eingeleitete Arbitrageverfahren kam Ende März 2021 zum Abschluss, führte jedoch nicht zum Ende der u.a. auch in einem kurzen Arrest gipfelnden juristischen Auseinandersetzungen über den nach Hinterlegung von gerichtlichen Garantien für die vom Besteller erbrachten Beistellungen im Besitz der Werft verbliebenen und für die ihr nahestehende XB Ahts Hero Shipping, registrierten Neubau.

Das 162,12 m lange, 18,49 m breite und max. 6,40 m tiefgehende Schiff, das in 150 Außenkabinen 300 Gäste unterbringen kann, wurde nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DNV erstellt.

Der über fünf Decks verfügende Großsegler mit einer Vermessung von 8784 BRZ bzw. 2956 NRZ kann 42 Segel mit 6347 qm Fläche an fünf Masten an den Wind bringen. Der dieselelektrische Antrieb besteht aus vier Caterpillar-Dieseln – zwei Motoren des Typs 3516C à 2250 ekW und 2x 3512C à 1700 ekW –, die auf Generatoren arbeiten und über elektrische Fahrmotoren und zwei Verstellpropeller eine Geschwindigkeit von 16 kn ermöglichen. Das mit einem Bugstrahlruder und zwei Ruderanlagen ausgerüstete Schiff verfügt u.a. über ein großes Teakdeck und ein über drei Decks reichendes Restaurant, drei Pools sowie eine ausklappbare Wassersportmarina am Heck. JPM

Pandemie und Russland-Sanktionen belasten – Kein Insolvenzverfahren gegen Brodosplit

Bild: Brodosplit

Durch die Pandemie gestörte Lieferketten und Sanktionen gegen russische Banken und Oligarchen belasten weltweit auch die Schiffbauindustrie. Betroffen davon ist besonders auch die kroatische DIV-Gruppe, zu der neben der über einen Auftragsbestand in Mrd. Höhe verfügenden Brodosplit-Werft auch Schiffseigentums-, Management-, Reederei- und Kreuzfahrtvermarktungsgesellschaften gehören.

Spekulationen über eine Insolvenz der Werft oder ihrer Töchter oder Schiffe wie den weltgrößten Kreuzfahrtsegler Golden Horizon weist das Unternehmen jedoch zurück.

Wir haben um eine Stellungnahme gebeten. Darin heißt es wie folgt:

“Bankruptcy is not open against any of our companies, but to determine all the facts about whether all the conditions for bankruptcy of each company exist, appointed persons who do not manage the company as bankruptcy trustees but have only the task of determining the assets of each company. Only after that, the court will decide on the possible opening of bankruptcy based on the report of these persons for each company.

Some of our companies have a debt to the state in terms of taxes and contributions in the total amount of about 30 million kunas. We proposed to the state a settlement that would offset this debt with our claim from the state for unjustifiably executed public giving – a concession fee for the period before the privatization and takeover of Brodosplit.

According to the restructuring plan, we are not obliged to pay the old debts of the shipyard and the state confirmed to us in writing during the sales contract that there are no debts, and yet they executed us for the amount of about 24 million kunas with the interest of over 30 million kunas.

We have proposed a settlement where we waive the payment of the restructuring plan of HRK 121 million based on the write-off of public benefits during the restructuring, but at least we ask for the return of fully unjustifiably executed funds from the years before the takeover of Brodosplit, with interest to close the debt of our societies to the state, which we kept alive during the COVID crisis and preserved all jobs so far.

The shipyard currently employs about 600 workers, as we have continued to work on jobs where we have secured funding, namely four coastal patrol boats, a zero-emission sailboat with zero emissions, and an unfinished chemical tanker towed from Brodotrogir and for a foreign client will be completed in Brodosplit.”

Zu den Hintergründen stellte Tomislaw Debeljak, Präsident der DIV-Group und Chef der Brodosplit-Werft bereits vor einer Woche fest:

„We are affected by force majeure because of the war in Ukraine. Brodosplit is building two ships, financed by VTB Europe, a Russian-owned bank based in Frankfurt. Because VTB is owned by Russia, that bank is subject to restrictions, which were recently introduced or stopped due to the war in Ukraine. The situation we found ourselves in is extremely dramatic because VTB has stopped all further payments on all loans due to the situation in Ukraine, which has blocked us. We are currently seizing 60 million euros of our funds on these projects. Due to the size of the problem and urgency, we launched an initiative to the Government of the Republic of Croatia and HBOR (Croatian bank for reconstruction and development) to take over the loan amount to HBOR, because due to the involvement of the Russian side, no commercial bank can do it at the moment, for refinancing. Brodosplit would complete the ships, the state guarantee would be returned to the state and everyone would generate revenue.

This crisis in Ukraine and the problem with VTB happened at a time of extremely good prospects for Brodosplit shipyard. We have contracted several new projects worth around 270 million euros, including the construction of a polar cruiser and a luxury yacht, contracting military ships for export, and in the final phase are negotiations on the construction of two more yachts and a residential ship worth about a billion euros. we cannot speak publicly about individual values at this time. Clients of yacht construction are usually anonymous and ask for confidentiality in contracts. We currently have a problem because we have not yet received state guarantees, which is related to the situation with VTB Bank, so these contracts have not been strengthened for five months. We hope that the problem will be resolved soon – force majeure with VTB Bank and project financing, which would enable the continuation of project activities. Otherwise, the projects would fail, which would be detrimental to both Brodosplit and the Croatian economy.“

Nach einer Konferenz über den National Recovery and Resilence Plan (NPOO) hatte Kroatiens Wirtschaftsminister Tomislv Coric erklärt, dass die kroatische HBOR-Bank immer bereit sei, mit den Werften zu kooperieren, doch seien die derzeitigen Probleme bei Brodosplit wohl „etwas komplexer“ als in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. „Die Lage des Schiffbaus in Split ist nicht einfach und sollte von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden.“ Dennoch sei er optimistisch, dass der kroatische Schiffbau gute Chancen habe. JPM

BRODOSPLIT TO BUILD ZERO-EMISSION PASSENGER SAILING SHIP – VESSEL WITH ZERO EMISSION OF EXHAUST GASSES

Pressemitteilung

Brodosplit shipyard symbolically marked the beginning of the consolidation and joining of sheets to produce sections of a zero-emission passenger ship with electric generator propulsion.

Animation: Brodosplit

„Electric sailing ship“ – the so-called three-masted schooner will be 63.50 meters long and 10 meters wide, with a height of 5.35 meters to the main deck. The hull and superstructure will be made of steel and the masts of aluminum alloy. When not under sail, the ship will be powered by two 150 kW electric motors, each fed by a system of batteries continuously charged from different sources. When it reaches a speed of 6 knots, it will require only 60 kilowatts of power, which is fairly unobtrusive for a 500 GT boat. The vessel will be equipped with 30 tons of batteries with a maximum capacity of 2300 kWh, but due to legal requirements, it will also have two diesel generators that will be turned on only when needed or in emergencies.

The idea of a zero-emission ship was born several years ago, and with the growth and development of the DIV Group in the field of new technologies, it has matured and can now be implemented. Work on the project started in February 2020 and was co-financed by the EU funds call “ Increasing the development of new products and services arising from research and development activities – phase II“.

The project aims to research, develop and build an eco-innovation in the form of a sailing vessel for optimal 24 passengers, for which alternative propulsion technologies and energy sources have been developed based on an environmentally friendly design that aims to achieve sustainable mobility with zero emissions, supporting environmental sustainability and reducing greenhouse gas emissions and air and noise pollution.

The project leader is the DIV Group, and collaboration has been established with scientific institutions to improve interaction and knowledge and technology transfer between industry and universities and public research institutes, benefiting both companies and public sector researchers.

The Faculty of Electrical Engineering, Computer Science and Information Technology in Osijek is responsible for the development of kinetic wind energy storage systems through hydrokinetic energy conversion (water turbines and reversible propellers) and battery management systems / integrated marine energy systems (energy storage, monitoring, and control, management, …), while the Faculty of Electrical Engineering, Mechanical Engineering and Naval Architecture in Split is working on sailing systems, sail automation (robotics), wind turbines and photovoltaic systems.

Animation: Brodosplit

There will be two vertical wind turbines at the bow and stern that will supply the ship with electricity when it is in port and the sails are lowered. A photovoltaic solar system will be installed on the roof of the superstructure. The ship will therefore be supplied with electricity and water from completely renewable sources and will obtain all its energy without any CO2 emissions. So not only is the ship 100% „green“, but it also has virtually no costs for fuel and propulsion machinery.

What distinguishes this electric sailboat from similar vessels is the fact that, according to Tomislav Debeljak’s idea, the ship also charges its batteries while sailing, in a very sophisticated way. In addition to the system of wind turbines, water turbines, and solar panels, a system of ship propellers with variable pitch and a special blade geometry is used, which serves as a water turbine when sailing. This „reversible propeller“ will charge high-power batteries in the lower deck. In addition, all information on board will be collected and controlled on the bridge.

This includes meteorological data so that the commander knows where the wind is most favorable, absolutely all ship and propulsion systems, power supply to the batteries, operation of the engines, solar panels, wind turbines, hot water, energy consumption… At the same time, all energy „returns“ and “expenses” on board are monitored.

The vessel will belong to a class of passenger ships that can sail indefinitely and sail all the seas of the world. During the domestic tourist season, it will sail the Adriatic along the coasts of Croatia, Italy, Slovenia, Montenegro, Albania, and Greece, and out of season in the Caribbean and other tourist destinations.

Text: Brodosplit

Brodosplit: Neue Aufträge für Polarcruiser und Megayacht

Bild: Brodosplit

Die zum kroatischen DIV-Konzern gehörende Brodosplit-Werft konnte lokalen Medien zufolge zwei Neubau-Aufträge hereinnehmen. Dabei handelt es sich zum einen um eine 125 m lange extravagante Megayacht für 12 Gäste und 50 Crewmitglieder und zum anderen um ein Expeditionskreuzfahrtschiff für polare Regionen, das bei einer Länge von 110 m Platz für 152 Passagiere und 111 Besatzungsmitglieder bieten soll.

Den Auftragswert für beide Schiffe beziffert die ebenfalls von den Auswirkungen der Pandemie gebeutelte Werft, die zu den drei größten Schiffbaubetrieben des Landes gehört, mit insgesamt rd. 200 Mio. Euro. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen ist Brodosplit-Verkaufsdirektor Dino Donjerkovic sicher, „dass wir die Liefertermine bis 2025 einhalten werden“. Ob es sich dabei um Anschlussaufträge bisheriger Auftraggeber und Bestellungen von Neukunden handelt blieb trotz unserer Nachfrage bisher unbeantwortet.

Bekanntlich konnte sich die von Tomislav Debeljak als CEO geführte Werft, die u.a. einen Kasko für eine besonders spektakuläre Megayacht für ungenannte Auftraggeber zugeliefert und mit der im Sommer 2019 fertiggestellten Fünfmastbark Golden Horizon (8770 BRZ) als weltgrößtem Rahsegler für Kreuzfahrten mit Polar-Eisklasse und Safe-Return-to-Port-Auslegung für Schlagzeilen gesorgt hatte, in den letzten Jahren erfolgreich auch im Expeditionscruiser-Marktsegment etablieren.

Hondius, Foto: Brodosplit

So hatte sie mit der Hondius (BRZ 6603) am 23. Mai 2019 den ersten von zwei zusammen rd. 100 Mio. Euro teuren Expeditionskreuzfahrtschiffen an den niederländischen Veranstalter Oceanwide Expeditions abgeliefert, von denen die am 11. März 2021 vom Stapel gelaufene Janssonius (162 m / 170 Gäste in 80 Kabinen) nach der pandemie-bedingten Verschiebung statt im November 2021 nunmehr im zweiten Quartal dieses Jahres zur Ablieferung kommen soll. Das Typschiff Hondius, – das zugleich das erste Expeditionskreuzfahrtschiff der Werft überhaupt war, hat seinen im November begonnen Restart in der Antarktis dieser Tage wegen der durch die Omikron-Variante noch verschärften Covid-Infektionssituation und der von Argentinien erweiterten Quarantänevorschriften vorzeitig beendet und befindet sich seit dem 13. Januar 2022 auf der Rückreise von Ushuaia nach Hansweert in den Niederlanden.

Ultramarine, Foto: Brodosplit

Die als zweiter Expeditionskreuzer-Neubau der Werft am 1. April letzten Jahres für mehr als 100 Mio. Euro an den US-Veranstalter Quark Expeditions abgelieferte Ultramarine (BRZ 13827, 128 m Länge, 199 Gäste in 103 Luxuskabinen, 140 Crewmitglieder, 2 Helikopter, 20 Zodiacs) hat am 23. Dezember 2021 ihre erste 18-tägige Antarktis-Rundreise von Ushuaia angetreten. JPM

Meyer Werft baut weltgrößtes Luxus-Appartementschiff

Die von der pandemiebedingten Krise der Kreuzfahrtbranche gebeutelte Meyer Werft konnte jetzt einen weiteren Neubau-Auftrag hereinnehmen, bei dem es sich um ein besonderes Schiff handelt, das in einem für sie neuen Marktsegment neue Standards setzen soll: Vorbehaltlich Finanzierung soll die zu den Weltmarktführern im Kreuzfahrtbereich gehörende Papenburger Werft jetzt das im Mai 2020 von der auf Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD) zunächst bei der kroatischen DIV-Gruppe bestellte und von deren Brodosplit-Werft in Kooperation mit der von ihr im Januar 2020 erworbenen und im Juli 2020 insolvent gewordenen norwegischen Kleven Verft (sie wurde im gleichen Monat vor der norwegischen Green Yard-Gruppe übernommen) zur Lieferung 2024 zu erstellende Appartementschiff Njord (aB Newsletter vom 19.5.2020) bis Ende 2025 zur Ablieferung bringen.

Animation: ORD

Das mit 117 Appartements in verschiedenen Konfigurationen mit zwei bis sechs Schlafräumen auszustattende 84800-BRZ-Schiff mit einer Länge von 289,30 Metern und einer Breite von 33,50 Metern bietet Platz für ca. 1000 Menschen (Crew und Passagiere). Der von dem bekannten norwegischen Architekten und Yacht-Designer Espen Øino – er zeichnet u.a. für exklusive Megayachten wie die Octopus verantwortlich – entworfene Neubau soll sowohl bei der Ablieferung als auch in weiterer Zukunft die strengsten Umweltauflagen erfüllen. Das Schiff wird von DF-LNG-Motoren angetrieben und soll mit modernen Wärmerückgewinnungssystemen sowie fortschrittlichen Energiemanagementsystemen ausgerüstet werden. Die im Mega-Yacht-Design konzipierte Njord, die u.a. über verdeckte Rettungsboote, Helikopter-Landeplatz auf dem Vorschiff und Hangars sowie Wassersport-Marina am Heck verfügt, ist deutlich größer und luxuriöser als das vor 20 Jahren in Norwegen erbaute Residenzschiff The World.

Der emissionsarme LNG-Antrieb sorgt zusammen mit einer Hybrid-Batterie-Anlage für eine Geschwindigkeit von 21 Knoten. Um die Zukunftssicherheit des auch für die Fahrt in arktischen Regionen verstärkten Schiffes zu gewährleisten, werden die Motoren und Treibstofftanks für eine einfache Umrüstung auf zukünftige Treibstoffe mit geringerem oder neutralem Kohlenstoff-Fußabdruck vorbereitet sein. Die Suiten bzw. Appartements an Bord werden an Interessenten verkauft, die eine schwimmende Wohnung mit allen Hoteldienstleistungen und Vorteilen sowie Annehmlichkeiten einer privaten Megayacht wünschen, ohne selbst eine solche zu besitzen. Das reicht bis zu einer Anpassung der Innengestaltung ihrer Appartements, für die sie neben dem für diesen Bereich gewonnenen renommierten Designer FM Architettura auch eigene Innendesigner beauftragt werden können, was den Charakter einer Privatyacht unterstreicht. Der Neubau soll so das außergewöhnliche Zuhause einer Gemeinschaft von Einzelpersonen und Familien werden, die ihre Leidenschaft für Reisen, Abenteuer und Entdeckungen teilen. Zusammen mit Jean-Louis Stutzmann, der sich vor allem um die Gestaltung der Grundrisse der Kabinen und öffentlichen Bereiche kümmert, ist das Espen Team auch in die Gestaltung des Beach Clubs, des Tenderbereichs, der Balkone und der Außendecks eingebunden.

Animation: ORD

Wie das durch die Pandemie um mehrere Jahre verzögerte Forschungsyacht-Projekt der bei der norwegischen Vard Brattvaag-Werft in der Ausrüstung befindlichen REV Ocean (BRZ 17400, Polarklasse 6) des norwegischen Reeders Kjell Inge Røkke ist die auch die Njord als eine Art Forschungsschiff philanthropischen Zweck konzipiert. Das wird so ausgestattet, dass es in den verschiedensten Destinationen wissenschaftliche und ozeanografische Forschungen durchführen und dabei Wohltätigkeitsorganisationen, Missionen und dringende Anliegen unterstützen kann. In Zusammenarbeit mit ozeanographischen Forschungsorganisationen und wissenschaftlichen Gruppen wird die Njord Forschungsprojekte fördern, die dazu beitragen, wissenschaftliche Grenzen zu überschreiten und die globale Meeresforschung voranzutreiben, die zu einem besseren Verständnis der komplexen Systeme beiträgt, die unsere Erde ausmachen. Diese einzigartige Kombination verleiht dem Schiff zusätzlich einen besonderen Charakter. „Wir sind glücklich, dass wir die Möglichkeit haben, mit der Meyer Werft zusammenzuarbeiten, einem Unternehmen, das seinen Schiffbau seit 226 Jahren auf Kurs hält – das sind sieben Generationen – und das weltweit führend im Bau innovativer und komplexer Passagierschiffe ist und einen hervorragenden Ruf für außergewöhnliche Qualität, Präzision und pünktliche Lieferungen genießt“, so der norwegische Vater des Konzeptes Kristian Stensby, der zugleich Vorsitzender und CEO der ORD ist. Die Njord sei bisher sehr gut aufgenommen und verzeichne eine hohe Reservierungsnachfrage.

Animation: ORD

Für Meyer Werft Geschäftsführer Thomas Weigend ist der Auftrag ein weiterer, sehr wichtiger Schritt für die Standortsicherung in Papenburg: „Mit dem neuen Auftrag erweitern wir unser Portfolio an Schiffstypen und können einmal mehr beweisen, dass wir führend beim Bau besonders umweltfreundlicher Schiffe sind. Zudem können wir mit dem Auftrag auch die bisher schwierigen Perspektiven vor allem für die Jahre 2024/2025 verbessern. Dieser Auftrag ist dringend nötig, damit der Auslastungsrückgang in diesen Jahren nicht sogar noch größer als 40 Prozent sein wird. Für das Zukunftsprogramm des Unternehmens sind viele unterschiedliche Maßnahmen und neue Aufträge absolut notwendig.“

Die Werft, die aufgrund der Kreuzfahrtkrise 40 Prozent weniger Arbeit hat und 1,2 Mrd. Euro einsparen will, hatte am Mittwoch über eine Verständigung mit der Arbeitnehmerschaft berichtet, die u.a. eine Reduzierung des zuletzt geplanten Stellenabbaus von 660 auf 450 Mitarbeiter bis 2023 vorsieht, von denen 350 direkt bei der Meyer Werft und die übrigen 100 bei der Tochtergesellschaft EMS Maritime Services beschäftigt sind. Hilfreich ist dabei auch der Ende März bekannt gegebene Auftrag für ein 229 m langes 51950-BRZ-Kreuzfahrtschiff zur Lieferung 2025, der von der japanischen Großreederei NYK als neuem Kunden hereingenommen werden konnte. JPM

Mit Expeditionskreuzer-Neubau erstmals von Bremerhaven

Noch liegt der am 11. März dieses Jahres für den im niederländischen Vlissingen ansässigen Polarreisen-Veranstalter Oceanwide Expeditions bei der Brodosplit Werft vom Stapel gelaufene Kasko des Hondius-Schwesterschiffes Janssonius am Ausrüstungskai in Split. Die Ablieferung des rd. 50 Mio. Dollar teuren 6600-BRZ-Neubaus, der in 85 Kabinen bis zu 196 Gäste unterbringen kann, ist noch in diesem Jahr vorgesehen, so dass im November der Start in die erste Arktissaison erfolgen sollte. Er verschiebt sich pandemiebedingt nunmehr auf Mai nächsten Jahres und wird mit einer Arctic Ocean Expedition ab Bremerhaven zugleich zur Deutschland-Premiere für die niederländischen Polarreisen-Spezialisten.

Foto: Oceanwide

Die wahlweise in Bremerhaven oder in Vlissingen beginnende Reise über den Nordatlantik in den Arktischen Ozean führt via Fair Isle, Jan Mayen entlang der Eiskante bis nach Longyearbyen/Spitzbergen. Die am 28. Mai 2022 in Bremerhaven beginnende bilinguale (Deutsch/Englisch) Reise endet am 7. Juni in Longyearbyen. Dort beginnt am gleichen Tag eine 7-Nächte Nordspitzbergen Anschlussrundreise. Bei Buchung der Kombination der beiden zusammenhängenden Reisen wird einem Preisnachlass von zehn Prozent gewährt. JPM

Werft kommentiert: „Golden Horizon kommt für Tradewind Voyages ungehindert in Fahrt“

Foto: Brodosplit

Das Ende März von einem niederländischen Schiedsgericht beendete Arbitrageverfahren zwischen der kroatischen Werft Brodosplit und der monegassischen Reederei Star Clippers über die Abnahme der im Sommer 2019 als Bau-Nr 483 fertiggestellten Fünfmast-Kreuzfahrtbark hat zu einen Schiedsspruch geführt, der offensichtlich beiden Seiten Ansätze für gegensätzliche Auslegungen lässt. Während der ursprüngliche Auftraggeber Star Clippers, der den Neubau unter dem Namen Flying Clipper als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, davon ausgeht, dass die Ansprüche der Werft gegenüber der Reederei in vollen Umfang zurückgewiesen wurden und in einem Statement („an Bord“-Meldung/Newsletter vom 31. März) Schadensersatzforderungen in beträchtlicher Höhe ankündigte, weist die Werft gegenüber „an Bord“ darauf hin, dass das Schiedsgericht die Forderung der monegassischen Reederei auf Lieferung des Schiffes klar zurückgewiesen habe. Zugleich halte die Eignergesellschaft des Neubaus, die der Bauwerft bzw. ihrem Mutterkonzern nahestehende XB AHTS Hero Shipping Inc, die Reederei Star Clippers für alle Schäden verantwortlich, die ihr durch die widerrechtliche Blockierung ihrer Interessen beim Transfer der Golden Horizon und dem Betrieb des Schiffes sowie dessen Vermarktung entstanden sind.


Brodosplit-Statement vom 07.04.2021


1. Most important, Tribunal dismissed Star Clippers‘ claim for delivery of Golden Horizon. The Tribunal found Star Clipper’s claims for delivery of Golden Horizon and preliminary measures ordered on Star Clippers‘ request which prevented the transfer of the vessel without any legal grounds and unlawful. The outcome of these decisions is that all further attempts to prevent the operation of Golden Horizon are disabled.
 
2. Golden Horizon’s owner (XB AHTS Hero Shipping Inc) holds Star Clippers liable for damages it had caused to Hero’s interests by unlawfully blocking the transfer of Golden Horizon and by all other Star Clippers‘ actions obstructing marketing and operation of Golden Horizon. To secure its claim Hero has obtained from Dutch court the leave for attachment of Star Clippers bank accounts over EUR 23m.
 
3. Concerning amounts awarded by Tribunal to Star Clippers and mortgage on the Vessel securing part of these amounts, it has to be noted that they are realistic and expected that, and Brodosplit has never disputed its obligation to pay Star Clippers the value of Buyer’s Supply and even earlier approached the Star Clippers with a proposal to voluntarily pay the awarded amounts in exchange for releasing a mortgage on Golden Horizon. But Star Clippers then had refused, and now they boast of a big win in the verdict, although it is a minimum percentage of the total value of Golden Horizon.
 
These are the key facts from the arbitration panel’s decision, and Tradewind Voyages holds a valid charter agreement with the shipowner, that enables it to operate Golden Horizon unhindered and to deliver the planned itineraries.


Damit ist nach Angaben von Brodosplit klargestellt, dass der derzeit am Ausrüstungskai der Werft liegende Neubau weiter auf seinen künftigen Einsatz vorbereitet und rechtzeitig von seiner Eigentumsgesellschaft XB AHTS Hero Shipping Inc. als Golden Horizon in eine Charter mit dem – wie die Bauwerft – ebenfalls zur DIV-Gruppe gehörenden britischen Veranstalter Tradewind Voyages UK Ltd. angeliefert werden kann. Dazu sollte der für 272 Gäste ausgelegte und auch über eine hohe Eisklasse verfügende weltgrößte Rahsegler-Neubau nach letztem Stand am 22. Juni in Portsmouth eintreffen und seine Corona-bedingt auf den 1. Juli verschobene erste Reise in britischen Gewässern antreten („an Bord“ 14.03.21). Für das Crewing ist die Managementfirma V.Ships Leisure verantwortlich, die nicht nur für das international zu rekrutierende Personal für den Decks- und Maschinenbereich, sondern auch für den Hotelbereich zuständig ist. Die Vermarktung der Reisen in den deutschsprachigen (DACH)-Märkten wurde im März dieses Jahres der in Dolgesheim ansässigen Firma M’Ocean als Generalagentur übertragen. JPM