Schlagwort: Brodosplit

Meyer Werft baut weltgrößtes Luxus-Appartementschiff

Die von der pandemiebedingten Krise der Kreuzfahrtbranche gebeutelte Meyer Werft konnte jetzt einen weiteren Neubau-Auftrag hereinnehmen, bei dem es sich um ein besonderes Schiff handelt, das in einem für sie neuen Marktsegment neue Standards setzen soll: Vorbehaltlich Finanzierung soll die zu den Weltmarktführern im Kreuzfahrtbereich gehörende Papenburger Werft jetzt das im Mai 2020 von der auf Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD) zunächst bei der kroatischen DIV-Gruppe bestellte und von deren Brodosplit-Werft in Kooperation mit der von ihr im Januar 2020 erworbenen und im Juli 2020 insolvent gewordenen norwegischen Kleven Verft (sie wurde im gleichen Monat vor der norwegischen Green Yard-Gruppe übernommen) zur Lieferung 2024 zu erstellende Appartementschiff Njord (aB Newsletter vom 19.5.2020) bis Ende 2025 zur Ablieferung bringen.

Animation: ORD

Das mit 117 Appartements in verschiedenen Konfigurationen mit zwei bis sechs Schlafräumen auszustattende 84800-BRZ-Schiff mit einer Länge von 289,30 Metern und einer Breite von 33,50 Metern bietet Platz für ca. 1000 Menschen (Crew und Passagiere). Der von dem bekannten norwegischen Architekten und Yacht-Designer Espen Øino – er zeichnet u.a. für exklusive Megayachten wie die Octopus verantwortlich – entworfene Neubau soll sowohl bei der Ablieferung als auch in weiterer Zukunft die strengsten Umweltauflagen erfüllen. Das Schiff wird von DF-LNG-Motoren angetrieben und soll mit modernen Wärmerückgewinnungssystemen sowie fortschrittlichen Energiemanagementsystemen ausgerüstet werden. Die im Mega-Yacht-Design konzipierte Njord, die u.a. über verdeckte Rettungsboote, Helikopter-Landeplatz auf dem Vorschiff und Hangars sowie Wassersport-Marina am Heck verfügt, ist deutlich größer und luxuriöser als das vor 20 Jahren in Norwegen erbaute Residenzschiff The World.

Der emissionsarme LNG-Antrieb sorgt zusammen mit einer Hybrid-Batterie-Anlage für eine Geschwindigkeit von 21 Knoten. Um die Zukunftssicherheit des auch für die Fahrt in arktischen Regionen verstärkten Schiffes zu gewährleisten, werden die Motoren und Treibstofftanks für eine einfache Umrüstung auf zukünftige Treibstoffe mit geringerem oder neutralem Kohlenstoff-Fußabdruck vorbereitet sein. Die Suiten bzw. Appartements an Bord werden an Interessenten verkauft, die eine schwimmende Wohnung mit allen Hoteldienstleistungen und Vorteilen sowie Annehmlichkeiten einer privaten Megayacht wünschen, ohne selbst eine solche zu besitzen. Das reicht bis zu einer Anpassung der Innengestaltung ihrer Appartements, für die sie neben dem für diesen Bereich gewonnenen renommierten Designer FM Architettura auch eigene Innendesigner beauftragt werden können, was den Charakter einer Privatyacht unterstreicht. Der Neubau soll so das außergewöhnliche Zuhause einer Gemeinschaft von Einzelpersonen und Familien werden, die ihre Leidenschaft für Reisen, Abenteuer und Entdeckungen teilen. Zusammen mit Jean-Louis Stutzmann, der sich vor allem um die Gestaltung der Grundrisse der Kabinen und öffentlichen Bereiche kümmert, ist das Espen Team auch in die Gestaltung des Beach Clubs, des Tenderbereichs, der Balkone und der Außendecks eingebunden.

Animation: ORD

Wie das durch die Pandemie um mehrere Jahre verzögerte Forschungsyacht-Projekt der bei der norwegischen Vard Brattvaag-Werft in der Ausrüstung befindlichen REV Ocean (BRZ 17400, Polarklasse 6) des norwegischen Reeders Kjell Inge Røkke ist die auch die Njord als eine Art Forschungsschiff philanthropischen Zweck konzipiert. Das wird so ausgestattet, dass es in den verschiedensten Destinationen wissenschaftliche und ozeanografische Forschungen durchführen und dabei Wohltätigkeitsorganisationen, Missionen und dringende Anliegen unterstützen kann. In Zusammenarbeit mit ozeanographischen Forschungsorganisationen und wissenschaftlichen Gruppen wird die Njord Forschungsprojekte fördern, die dazu beitragen, wissenschaftliche Grenzen zu überschreiten und die globale Meeresforschung voranzutreiben, die zu einem besseren Verständnis der komplexen Systeme beiträgt, die unsere Erde ausmachen. Diese einzigartige Kombination verleiht dem Schiff zusätzlich einen besonderen Charakter. „Wir sind glücklich, dass wir die Möglichkeit haben, mit der Meyer Werft zusammenzuarbeiten, einem Unternehmen, das seinen Schiffbau seit 226 Jahren auf Kurs hält – das sind sieben Generationen – und das weltweit führend im Bau innovativer und komplexer Passagierschiffe ist und einen hervorragenden Ruf für außergewöhnliche Qualität, Präzision und pünktliche Lieferungen genießt“, so der norwegische Vater des Konzeptes Kristian Stensby, der zugleich Vorsitzender und CEO der ORD ist. Die Njord sei bisher sehr gut aufgenommen und verzeichne eine hohe Reservierungsnachfrage.

Animation: ORD

Für Meyer Werft Geschäftsführer Thomas Weigend ist der Auftrag ein weiterer, sehr wichtiger Schritt für die Standortsicherung in Papenburg: „Mit dem neuen Auftrag erweitern wir unser Portfolio an Schiffstypen und können einmal mehr beweisen, dass wir führend beim Bau besonders umweltfreundlicher Schiffe sind. Zudem können wir mit dem Auftrag auch die bisher schwierigen Perspektiven vor allem für die Jahre 2024/2025 verbessern. Dieser Auftrag ist dringend nötig, damit der Auslastungsrückgang in diesen Jahren nicht sogar noch größer als 40 Prozent sein wird. Für das Zukunftsprogramm des Unternehmens sind viele unterschiedliche Maßnahmen und neue Aufträge absolut notwendig.“

Die Werft, die aufgrund der Kreuzfahrtkrise 40 Prozent weniger Arbeit hat und 1,2 Mrd. Euro einsparen will, hatte am Mittwoch über eine Verständigung mit der Arbeitnehmerschaft berichtet, die u.a. eine Reduzierung des zuletzt geplanten Stellenabbaus von 660 auf 450 Mitarbeiter bis 2023 vorsieht, von denen 350 direkt bei der Meyer Werft und die übrigen 100 bei der Tochtergesellschaft EMS Maritime Services beschäftigt sind. Hilfreich ist dabei auch der Ende März bekannt gegebene Auftrag für ein 229 m langes 51950-BRZ-Kreuzfahrtschiff zur Lieferung 2025, der von der japanischen Großreederei NYK als neuem Kunden hereingenommen werden konnte. JPM

Mit Expeditionskreuzer-Neubau erstmals von Bremerhaven

Noch liegt der am 11. März dieses Jahres für den im niederländischen Vlissingen ansässigen Polarreisen-Veranstalter Oceanwide Expeditions bei der Brodosplit Werft vom Stapel gelaufene Kasko des Hondius-Schwesterschiffes Janssonius am Ausrüstungskai in Split. Die Ablieferung des rd. 50 Mio. Dollar teuren 6600-BRZ-Neubaus, der in 85 Kabinen bis zu 196 Gäste unterbringen kann, ist noch in diesem Jahr vorgesehen, so dass im November der Start in die erste Arktissaison erfolgen sollte. Er verschiebt sich pandemiebedingt nunmehr auf Mai nächsten Jahres und wird mit einer Arctic Ocean Expedition ab Bremerhaven zugleich zur Deutschland-Premiere für die niederländischen Polarreisen-Spezialisten.

Foto: Oceanwide

Die wahlweise in Bremerhaven oder in Vlissingen beginnende Reise über den Nordatlantik in den Arktischen Ozean führt via Fair Isle, Jan Mayen entlang der Eiskante bis nach Longyearbyen/Spitzbergen. Die am 28. Mai 2022 in Bremerhaven beginnende bilinguale (Deutsch/Englisch) Reise endet am 7. Juni in Longyearbyen. Dort beginnt am gleichen Tag eine 7-Nächte Nordspitzbergen Anschlussrundreise. Bei Buchung der Kombination der beiden zusammenhängenden Reisen wird einem Preisnachlass von zehn Prozent gewährt. JPM

Werft kommentiert: „Golden Horizon kommt für Tradewind Voyages ungehindert in Fahrt“

Foto: Brodosplit

Das Ende März von einem niederländischen Schiedsgericht beendete Arbitrageverfahren zwischen der kroatischen Werft Brodosplit und der monegassischen Reederei Star Clippers über die Abnahme der im Sommer 2019 als Bau-Nr 483 fertiggestellten Fünfmast-Kreuzfahrtbark hat zu einen Schiedsspruch geführt, der offensichtlich beiden Seiten Ansätze für gegensätzliche Auslegungen lässt. Während der ursprüngliche Auftraggeber Star Clippers, der den Neubau unter dem Namen Flying Clipper als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, davon ausgeht, dass die Ansprüche der Werft gegenüber der Reederei in vollen Umfang zurückgewiesen wurden und in einem Statement („an Bord“-Meldung/Newsletter vom 31. März) Schadensersatzforderungen in beträchtlicher Höhe ankündigte, weist die Werft gegenüber „an Bord“ darauf hin, dass das Schiedsgericht die Forderung der monegassischen Reederei auf Lieferung des Schiffes klar zurückgewiesen habe. Zugleich halte die Eignergesellschaft des Neubaus, die der Bauwerft bzw. ihrem Mutterkonzern nahestehende XB AHTS Hero Shipping Inc, die Reederei Star Clippers für alle Schäden verantwortlich, die ihr durch die widerrechtliche Blockierung ihrer Interessen beim Transfer der Golden Horizon und dem Betrieb des Schiffes sowie dessen Vermarktung entstanden sind.


Brodosplit-Statement vom 07.04.2021


1. Most important, Tribunal dismissed Star Clippers‘ claim for delivery of Golden Horizon. The Tribunal found Star Clipper’s claims for delivery of Golden Horizon and preliminary measures ordered on Star Clippers‘ request which prevented the transfer of the vessel without any legal grounds and unlawful. The outcome of these decisions is that all further attempts to prevent the operation of Golden Horizon are disabled.
 
2. Golden Horizon’s owner (XB AHTS Hero Shipping Inc) holds Star Clippers liable for damages it had caused to Hero’s interests by unlawfully blocking the transfer of Golden Horizon and by all other Star Clippers‘ actions obstructing marketing and operation of Golden Horizon. To secure its claim Hero has obtained from Dutch court the leave for attachment of Star Clippers bank accounts over EUR 23m.
 
3. Concerning amounts awarded by Tribunal to Star Clippers and mortgage on the Vessel securing part of these amounts, it has to be noted that they are realistic and expected that, and Brodosplit has never disputed its obligation to pay Star Clippers the value of Buyer’s Supply and even earlier approached the Star Clippers with a proposal to voluntarily pay the awarded amounts in exchange for releasing a mortgage on Golden Horizon. But Star Clippers then had refused, and now they boast of a big win in the verdict, although it is a minimum percentage of the total value of Golden Horizon.
 
These are the key facts from the arbitration panel’s decision, and Tradewind Voyages holds a valid charter agreement with the shipowner, that enables it to operate Golden Horizon unhindered and to deliver the planned itineraries.


Damit ist nach Angaben von Brodosplit klargestellt, dass der derzeit am Ausrüstungskai der Werft liegende Neubau weiter auf seinen künftigen Einsatz vorbereitet und rechtzeitig von seiner Eigentumsgesellschaft XB AHTS Hero Shipping Inc. als Golden Horizon in eine Charter mit dem – wie die Bauwerft – ebenfalls zur DIV-Gruppe gehörenden britischen Veranstalter Tradewind Voyages UK Ltd. angeliefert werden kann. Dazu sollte der für 272 Gäste ausgelegte und auch über eine hohe Eisklasse verfügende weltgrößte Rahsegler-Neubau nach letztem Stand am 22. Juni in Portsmouth eintreffen und seine Corona-bedingt auf den 1. Juli verschobene erste Reise in britischen Gewässern antreten („an Bord“ 14.03.21). Für das Crewing ist die Managementfirma V.Ships Leisure verantwortlich, die nicht nur für das international zu rekrutierende Personal für den Decks- und Maschinenbereich, sondern auch für den Hotelbereich zuständig ist. Die Vermarktung der Reisen in den deutschsprachigen (DACH)-Märkten wurde im März dieses Jahres der in Dolgesheim ansässigen Firma M’Ocean als Generalagentur übertragen. JPM

Erster Stahlschnitt bei Brodosplit noch in diesem Jahr: Storylines-Residenzschiff „Narrative“ ab 2024 in Fahrt

Ergänzung zu unserer Meldung vom 01. April 2021: Großer Tag für Brodosplit

Das von Shannon Lee und Alister Punton seit Gründung ihres mit Hauptsitz in New York ansässigen Start-ups Storylines in 2016 verfolgte Projekt eines Residenzschiffes ist nach anfänglichen Rückschlägen und Verzögerungen jetzt seiner Realisierung einen entscheidenden Schritt näher gekommen: „Wir sind erfreut, dass wir endlich eine Werft für den Bau unseres mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu betreibenden Residenzschiffes bekannt geben können“, so die aus dem Projektentwicklungs– bzw. dem Konstrukteursbereich stammenden und zuvor nicht im Schifffahrts- oder Kreuzfahrtsektor tätigen Initiatoren. Mit dem Engineering sei bereits begonnen worden und man rechne mit dem Brennstart bei der zur DIV-Gruppe gehörenden Brodosplit-Werft im kroatischen Split im späteren Verlauf dieses Jahres.

Foto: Storylines

Für die Werft ist der Auftrag ein zweiter Meilenstein für den Aufbau eines weiteren neuen Geschäftsfeldes: Bereits im vergangenen Jahr hatte sie mit der 290 m langen und mit 118 Apartments auszustattenden Njord von Ocean Residences Development Ltd (ORD), Malta, einen ersten Auftrag zum Bau eines Residenzschiffes verkündet, das ebenfalls 2024 in Fahrt kommen sollte.

Foto: Storylines

Der nach den derzeitigen Planungen 2024 für Storylines unter dem Namen Narrative in Fahrt kommende rd. 226 m lange Neubau soll über 627 Apartments zwischen 72 und 735 qm, davon 87 Prozent mit eigenem Balkon, verfügen, die zu Preisen zwischen 300 000 und mehr als 8 Mio. Dollar vermarktet werden sollen. Dafür sind verschiedene Modelle und Optionen für die Käufer vorgesehen, die ihre Apartments z. B. für die permanente eigene Nutzung für Perioden ab 12 über 24 Jahre bis zur gesamten – auf ca. 60 Jahre veranschlagten – Lebensdauer des Schiffes leasen können und sie auch durch Storylines periodisch für die Buchung von Kreuzfahrtgästen überlassen können. Damit ist man nach eigenen Angaben preislich deutlich unter dem Niveau des seit 2003 für eine in Miami ansässige Betreibergesellschaft in Fahrt befindlichen Wettbewerbers The World, der über nur 165 Luxus-Apartments verfügt, die seit 2006 verkauft sind. Vorgesehen sind ca. dreieinhalbjährige Weltreisen mit einer durchschnittlichen Verweildauer in den Anlaufhäfen zwischen drei und fünf Tagen.

Der mit umweltfreundlichen Dual Fuel-Motoren für die Energieerzeugung an Bord sowie Batteriepacks auszurüstende Neubau, dessen Entwurf aus der Zusammenarbeit mit der renommierten schwedischen Firma Tillberg Design stammt, soll mit modernen Energierückgewinnungs- und Speichersystemen sowie Umweltschutzeinrichtungen wie Müllentsorgungs-, Sammel- und Recyclinganlagen ausgestattet werden. Zu den Besonderheiten wird neben einer bordeigene Brauerei, Wassersportmarina im Heck mit eigenem Pool, Atrium mit breitem Kulinarik-Angebot in rd. 20 verschiedenen Restaurants, mehr als 20 Lounges, Kunstatelier, leistungsfähigem Hospital, umfangreicher Bibliothek und Naturgartenanlagen an Deck auch der unter dem Namen „Sustain“ angekündigte erste „Zero-Waste-Markt“ auf See gehören. Er wird ein verpackungsfreies Angebot von Früchten, Obst und ohne Einsatz von Pestiziden an Bord gezogenen Produkten bereit halten, darunter Salate, Gemüse, Suppengrün und Erdbeeren für die eigne Zubereitung von Mahlzeiten.

Foto: Storylines

Von der gegenwärtigen Corona-Pandemie erhoffen sich die Storyline-Gründer Rückenwind für ihr mit Blick auf gesundheitliche und Hygiene-Aspekte optimiertes Neubau-Projekt, das mit einem anderen Konzept zunächst einen holprigen Start hatte. Um bezahlbare Residenzen auf See für eine gleichgesinnte Community zu kreieren, wollte man ursprünglich in Fahrt befindliche Passagierschiffe entsprechend umbauen, weil man den Kauf von Alttonnage und ihren Umbau für billiger hielt als den Neubau entsprechender Schiffe. Schließlich hätten Marktstudien gezeigt, dass für schwimmende Residenzen eine größere Nachfrage besonders in einem erschwinglichen Preisbereich besteht, die durch das seinerzeit im Markt befindliche hochpreisige Ultra-Luxus-Residenzschiff The World (BRZ: 43188) nicht abgedeckt werden konnte. Schon zwei Jahre nach Gründung hatte man rd. 100 feste Interessenten für den Kauf von Kabinen gefunden und war bei der Suche nach geeigneter Umbau-Tonnage auf die Marco Polo (BRZ: 22080) von CMV als mögliches erstes Schiff gestoßen. Doch schon bei der Erarbeitung der Pläne für den nötigen Umbau und die künftige Vermarktung wurde deutlich , dass dieser 1965 in Wismar erbaute, am 22. Oktober letzten Jahres für 2,77 Mio. US Dollar von Highseas Ltd. in Dubai ersteigerte und im Januar dieses Jahres zum Abbruch im indischen Alang eingetroffene Oldie wegen seines Alters und seiner Größe nicht den künftigen Ansprüchen der potenziellen Klientel gerecht werden konnte.

Ankauf und Umbau zum Residenzschiff verworfen: Costa Classica, Foto: Jens Meyer

Auch das wenig später ins Auge gefasste zweite Objekt, die 1991 von Fincantieri in Monfalcone erbaute Costa Classica, (BRZ: 52926), war zwar deutlich jünger, musste aber trotz des bereits begonnenen Umbauplanungs- und Marketingaktivitäten ebenfalls verworfen werden, weil sich zeigte, dass wegen der schon ein Jahr später in Kraft tretenden strengeren Emissionslimitierungen für die Schifffahrt das Anlaufen eine Reihe von wichtigen Anlaufdestinationen nicht zulassen würden. Da auch die zu erwartende weitere Lebensdauer der beiden Schiffe von ca. 24 Jahren zu gering war, für die Darstellung eines wirtschaftlich vernünftigen Einsatzes und einer akzeptablen Preisgestaltung für das Marketing blieb ein Neubau die einzige realistische Option und machte die einst für 2020 geplante Indienststellung eines ersten Residenzschiffes obsolet.

Video: Youtube/Storylines Cruise Condos

Alister Punton, Mitbegründer des jungen Unternehmen, das nach einer ersten Büroeröffnung im UK dieses schon wenig später wieder aufgab, anschließend Aktivitäten nach Delaware verlegte und Anfang dieses Jahres auch ein neues Büro im Marina Blue-Gebäude in Miami eröffnete, hatte Ende Oktober 2018 zunächst die Erstellung des Kaskos für den Neubau bei einer chinesischen Werft und die anschließende Komplettierung der Inneneinrichtung sowie den Einbau von Schlüsselkomponenten durch europäische Zulieferer angekündigt: „Wir haben Kontakt mit einigen der wichtigsten Marktführer im Zulieferbereich aufgenommen, um das sauberste, grünste und modernste derzeit lieferbare Schiff zu bekommen“, kündigt er vollmundig an. JPM

Großer Tag bei Brodosplit: „Ultramarine“ abgeliefert und neues Residenzschiff-Projekt

Ein großer Tag in Pandemie-belasteter Zeit für die Brodosplit-Werft in Split: Mit der heutigen Übergabe der Ultramarine kann die zur kroatischen DIV-Gruppe gehörende Werft nicht nur den ersten Neubau-Auftrag in ihrer langjährigen Geschichte aus den USA erfolgreich erledigen, sondern auch das zweite der bisher drei Expeditionskreuzfahrtschiffe abliefern, die seit ihrem Einstieg in dies für sie neue Marktsegment von zwei renommierten Reedereien bestellt worden sind.

Foto: Quark Expeditions

Bereits im Mai 2019 hatte die Werft mit der Hondius (BRZ 6300, 174 Gäste) ihren ersten Expeditionskreuzfahrtschiff-Neubau an Oceanwide Expeditions angeliefert und am 11. März dieses Jahres erfolgte der Stapellauf des seit Dezember 2019 in der Fertigung befindlichen Schwesterschiffes Janssonius.

Die mehr als 106 Mio. Euro teure Ultramarine, die am 16. Mai für Rechnung des zur Travelopia-Gruppe gehörenden und in Seattle ansässigen Polar-Expeditionsreisenveranstalters Quark Expeditions als Werft-Nr. 487 vom Stapel gelaufen und am 18. Dezember 2020 zur Abschlussdockung die Viktor Lenac Werft angesteuert hatte, konnte nach ihrer Rückkehr die Endausrüstung und Erprobung erfolgreich beenden. Bei dem 13500-BRZ-Neubau handelt es sich um ein 128 m langes, 21,5 m breites und auf 5,1 m Tiefgang 1445 t tragendes Expeditionsschiff für den Einsatz in polaren Gewässern, das 200 Gäste in 103 luxuriös ausgestatteten Kabinen in neun Kategorien einschließlich sechs Solo-Suiten mit raumhohen Fenstern unterbringen kann. Der mit 140 Crewmitgliedern zu besetzende Neubau, der nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DNV GL erstellt und die Regeln für die Polar Class 6 erfüllen wird, sollte ursprünglich zur Antarktissaison 2020/2021 in Fahrt kommen. Zur insgesamt 4400 kW leistenden dieselelektrischen Maschinenanlage des die Vorschriften für den Klassezusatz „Safe Return to Port“ erfüllenden Neubaus gehören vier ABC-Hauptdiesel. Damit soll eine maximale Geschwindigkeit von 16 kn erreicht werden.

Aufnahmen während der Sea trials der „Ultramarine“, Video: Youtube/QuarkExpeditions

Zur Ausstattung des Neubaus werden zwei gleichzeitig nutzbare Helikopterplattformen für zweimotorige Hubschrauber und ein interner Zodiac-Hangar mit 20 Zodiacs für eine schnellere und sichere Ausschiffung gehören. Die Inneneinrichtung soll sich durch einen besonders hohen Hotelstandard mit geräumigen Kabinen, zwei Restaurants, Panorama Lounge, Lecture-Theater und Wellness-Center auszeichnen und auch die Beobachtungsmöglichkeiten innerhalb des Schiffes als auch auf den Außendecks sollen großzügig bemessen sein. Das Projekt-Management für den als Projekt Vinson entwickelten Neubau wurde der 3D Marine USA, Inc übertragen, die u.a. auf die Kompetenz der auf Kreuzfahrtschiff- und Yachtdesign sowie Innenarchitektur spezialisierten Hamburger Firma Cubik3 setzt. 3D Marine und Cubik3 haben bereits in der Entwicklungsphase des Projekts mit LMG Marine in Bergen als Hauptdesigner des Schiffes kooperiert, wobei das Projektteam in Zusammenarbeit mit Quark Expeditions auch an der Auswahl für die Auftragsvergabe unter mehreren europäischen Werften beteiligt war.

Foto: Storylines

Auch in einem weiteren neuen Segment kann Brodosplit Erfolg vermelden: Nachdem es zuletzt keine weiteren Fortschritte bei dem im vergangenen Jahr mit der in Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD) über den Bau des 290 m langen und über 118 Appartements verfügenden sowie mit Dual Fuel-Motoren auszurüstenden Residenzschiffes Njord gegeben hat, das unter norwegischer Flagge 2024 geliefert werden sollte, hat jetzt das 2016 als Start-up gegründete Unternehmen Storylines Brodosplit als Bauwerft für ihr 2024 zu lieferndes Residenzschiff The Narrative benannt und den Brennstart noch in diesem Jahr angekündigt. Das über 627 Appartements verfügende und mit Wassersportmarina, Naturgärten etc. auszustattende Schiff soll ebenfalls vorwiegend mit LNG betrieben werden und das „grünste“ und modernste Kreuzfahrtschiff der Welt werden, künden die Auftraggeber vollmundig an, die zunächst Umbauten von Second-hand-Schiffen und dann einen Neubau in China mit Endausrüstung in Europa ins Auge gefasst hatten. JPM

„Star Clippers wird das Schiff nicht übernehmen“

Das Arbitrage-Verfahren zwischen der monegassischen Reederei Star Clippers und der kroatischen Werft Brodosplit ist von einem holländischen Gericht jetzt entschieden worden. Dabei wurden die Ansprüche der Werft gegenüber der Reederei in vollem Umfang zurückgewiesen.

Mikael Krafft, Foto: enapress.com

Die Werft hatte in den letzten Jahren offensichtlich entsprechende Konten pfänden lassen und versucht, die Royal Clipper in die Kette legen zu lassen. Krafft verwies gegenüber „an Bord“ auf ein Statement von Star Clippers. Darin wurde klargestellt, dass von der Reederei jetzt alle Massnahmen umgesetzt werden, um Schadenersatz von der Werft zu erhalten. Insider gehen dabei von Millionenbeträgen aus.

Dieser Schiedsspruch kann nicht mehr angefochten werden. Damit scheint klar zu sein, dass das Schiff endgültig nicht für Star Clippers unter dem Namen Flying Clipper in Fahrt kommen wird, sondern für den britischen Anbieter Tradewind Voyages unter dem Namen Golden Horizon. Tradewind ist eine Tochterfirma der kroatischen Unternehmensgruppe DIV, Mutterfirma der Bauwerft. Die Jungfernfahrt ist wegen Covid-Restriktionen vom 1. Mai auf den 1. Juli verschoben worden, wie Tradewind Voyages-CEO Stuart McQuaker gegenüber „an Bord“ bestätigte. MW

Ein Schiff der Superlative

Bei der Golden Horizon handelt es sich bekanntlich um eine vor sechs Jahren von der monegassischen Reederei Star Clippers bestellte und von dem renommierten polnischen Schiffskonstrukteur Zygmunt Choren entworfene moderne Replik des 1911 im französischen Bordeaux als seinerzeit größten Windjammer erstellten Frachtseglers France II. Das mit zweijähriger Verspätung gegenüber dem Kontrakttermin im Sommer 2019 von der zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden und in Split ansässigen Werft Brodosplit als Bau-Nr. 483 fertiggestellte Schiff, das der ursprüngliche Auftraggeber als Flying Clipper unter Malta-Flagge als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, wurde nach Differenzen der Beteiligten über die Kontrakterfüllung und Verzögerungen nicht abgenommen. Dabei ging es um Terminverschiebungen wegen verspäteter Zulieferungen von Masten, Rigg, Segeln und technischen Dokumentationen sowie finanzielle Transaktionen in Zusammenhang mit der Finanzierung des Schiffes einschl. der dafür gewährten 12-Mio. EUR-Staatsgarantie. Weil der Werftkontrakt unter niederländischen Recht geschlossen worden war, wurde vor einem niederländischen Schiedsgericht ein Arbitrageverfahren eingeleitet, das jetzt (Ende März 2021) zum Abschluss gekommen ist. Der im Besitz der DIV-Gruppe verbliebene und für eine ihr nahestehende Eigentumsgesellschaft (XBAHTS Hero Shipping Inc.) registrierte 8770-BRZ-Neubau, der aufgrund einer juristischen Verfügung zwischenzeitlich weder verkauft werden noch den Namen Flying Clipper führen durfte, blieb deshalb nach kurzen Erprobungstrips unter kroatischer Flagge zunächst am Ausrüstungskai der Werft liegen, wo es derzeit für die Anlieferung in eine Charter des von der DIV-Gruppe gegründeten und seit Januar letzten Jahres mit Sitz im britischen Hadleigh, Suffolk, tätigen Veranstalters Tradewind Voyages UK Ltd. vorbereitet wird. Das von dem früheren Saga Cruises-COO Stuart McQuaker als CEO geführte Start-up will den Neubau bekanntlich als Golden Horizon ab Juli d. J. zunächst mit Reisen in britischen Gewässern in Fahrt bringen und hofft, bis 2027 noch drei weitere jeweils ca. 10 m längere Segelkreuzer in Dienst stellen zu können. Die Verantwortung für das Crewing des Großseglers wurde der renommierten Management-Firma V. Ships Leisure übertragen. Sie ist für das international zu rekrutierende Personal sowohl für den Decks- und Maschinenbereich als auch die Besetzung der Positionen im Hotelbereich zuständig. Brennstart für die 162,22 m lange, 18,50 m breite und max. 6,40 m tiefgehende Fünfmastbark (IMO-Nr. 9793545) war bereits am 9.12.2015, der Stapellauf erfolgte am 10.6.2017 und die Fertigstellung im Sommer 2019. Der weltgrößte Rahsegler-Neubau mit Eisklasse für das Befahren polarer Gewässer kann in 140 Außenkabinen 272 Gäste unterbringen. Das mit 159 internationalen Crew-Mitgliedern zu besetzende Schiff wird vom Tradewind Voyages-Team am 22. Juni zur Übernahme in Portsmouth erwartet. Es kann 42 Segel mit 6347 qm Fläche an fünf Masten an den Wind bringen und verfügt u. a. über ein großes Teakdeck, ein über drei Decks reichendes Restaurant, drei Bars und drei Pools sowie eine auf 50 cm über den Wasserspiegel absenkbare und ausziehbare Wassersportmarina am Heck. Einer der drei Pools verfügt über einen Glasboden, der das Sonnenlicht in das darunter liegende Atrium funkeln lässt, während der größte Pool der mit einer Tiefe von 5,5 m über zwei Decks reicht, über Glaswände verfügt, durch Tauchschüler bei ihren Übungen beobachtet werden können. Die redundante dieselektrische Maschinenanlage des u.a. mit Bugstrahler, Doppelruderanlage und doppelter Brücke ausgestatteten Neubaus besteht aus vier Caterpillar-Dieseln – 2x Typ 3516C à 2250 ekW und 2 x 3512C à 1700 ekW – die auf Generatoren arbeiten. Der Antrieb erfolgt über zwei Verstellpropeller, die für eine Geschwindigkeit von 16 kn sollen sollen, unter Segel sollen bei günstigen bis zu 20 kn möglich sein. JPM

„Golden Horizon“: Jungfernreise um zwei Monate verschoben und jetzt auch deutsche Agentur

Bereits seit November letzten Jahres konnten die von dem britischen Start-up Tradewind Voyages UK Ltd zunächst auf dem britischen Markt angebotenen Segelkreuzfahrten mit dem Fünfmastbark-Neubau Golden Horizon gebucht werden. Jetzt hat sich die Neugründung, die – wie die Bauwerft Brodosplit zur kroatischen DIV-Gruppe gehört – vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie-Restriktionen entschieden, den ursprünglich für den 1. Mai geplanten Start zur Jungfernreise um zwei Monate zu verschieben. Der von Tradewind Voyages eingecharterte weltgrößte Rahsegler soll nunmehr erst am 1. Juli zum ersten 5-Nächte-Schnuppertörn von Harwich über Whitby, Newcastle und Berwick Upon Tweed nach Leith starten, der ab 1049 Pfund pro Person angeboten wird. Auch auf den folgenden fünf Reisen werden ausschließlich britische Häfen angelaufen, bevor Dänemark und die norwegischen Fjorde auf dem Programm stehen. Ab September sollen auf drei Reisen Kroatiens Inseln und Wasserstraßen sowie Brücken in Venedig erkundet und im November Dubai, die Emirate sowie Oman angesteuert werden. Obwohl man sich zunächst auf den britischen Markt fokussiert hatte, ist inzwischen auch eine Generalagentur für die deutschsprachigen Märkte (DACH) ernannt worden. Sie wurde zu Jahresbeginn der M’OCEAN Reisen und Meer GmbH in Dolgesheim übertragen, die damit ein „neues Kapitel in ihrer 23jährigen Firmengeschichte aufschlägt“, wie Inhaber und Gründer Robert Liersch feststellt.

Bei der Golden Horizon handelt es sich bekanntlich um eine vor sechs Jahren von der monegassischen Reederei Star Clippers bestellte moderne Replik des 1911 im französischen Bordeaux als seinerzeit größten Windjammer erstellten Frachtseglers France II. Das 2019 von der in Split ansässigen Werft Brodosplit als Bau-Nr. 483 fertiggestellte Schiff, das der ursprüngliche Auftraggeber unter dem Namen Flying Clipper und Malta-Flagge als sein neues Flaggschiff in Dienst stellen wollte, wurde nach Differenzen der Beteiligten über die Kontrakterfüllung und Verzögerungen nicht abgenommen. Das darüber eingeleitete Arbitrageverfahren sollte Ende März 2021 zum Abschluss kommen. Der infolgedessen im Besitz der DIV-Gruppe verbliebene und für eine ihr nahestehende Eigentumsgesellschaft registrierte 8770-BRZ-Neubau, der aufgrund einer juristischen Verfügung zwischenzeitlich weder verkauft werden noch den Namen Flying Clipper führen durfte, kommt deshalb – wie von uns berichtet – jetzt unter kroatischer Flagge als Golden Horizon in Fahrt.

Die Verantwortung für das Crewing des Großseglers wurde der renommierten Management-Firma V. Ships Leisure übertragen. Sie ist für das international zu rekrutierende Personal sowohl für den Decks- und Maschinenbereich als auch die Besetzung der Positionen im Hotelbereich zuständig.

Das 162,22 m lange, 18,50 m breite und max. 6,40 m tiefgehende Schiff, das in 140 Außenkabinen 272 Gäste unterbringen kann und mit 159 internationalen Crew-Mitgliedern besetzt wird, liegt derzeit noch an seiner Bauwerft. Das Schiff, das vom Tradewind Voyages-Team am 22. Juni zur Übernahme in Portsmouth erwartet wird, kann 42 Segel mit 6347 qm Fläche an fünf Masten an den Wind bringen und verfügt u. a. über ein großes Teakdeck, ein über drei Decks reichendes Restaurant, drei Pools sowie ausklappbare Wassersportmarina am Heck und ist durch seine Eisverstärkung auch für das Befahren polarer Gewässer geeignet. JPM

Zweiter Neubau für Oceanwide Expeditions: Polarkreuzer-Neubau „Janssonius“ bei Brodosplit vom Stapel

Gut neun Monate nach der Kiellegung ist die als Bau-Nr. 485 geführte Janssonius am 11. März bei der zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden Brodosplit-Werft vom Stapel gelaufen und anschließend mit Schlepperhilfe an den Ausrüstungskai verholt worden. Bei dem rd. 50 Mio. Dollar teuren Neubau handelt es sich um ein modifiziertes Schwesterschiff des am 23. Mai 2019 an die niederländische Reederei Oceanwide Expeditions abgelieferten Polarexpeditions-Kreuzfahrtschiffes Hondius, mit dem die Werft in Split erfolgreich in das expandierende Marktsegment der Expeditionskreuzfahrtschiffe eingestiegen war.

Foto: Oceanwide

Den Anschlussauftrag für den nach dem niederländischen Kartographen Jan Janssonius benannten Nachbau hatte der über die termin- und budgetgerechte Ablieferung sowie die Qualität des Typschiffes erfreute Reederei-Inhaber Wijnand van Gessel noch am Tag vor dessen Übergabe unterschrieben. Der Brennstart für die an die Eignergesellschaft fungierende Polaris Expeditions Inc. zu liefernde und in Charter der Janssonius Scheepsreizen BV anzuliefernde Janssonius war bereits am 17. Dezember 2019 erfolgt.

„Wir freuen uns sehr, einen Nachbau der Hondius zu erhalten, die sich herausragend in den polaren Gewässern bewährt hat“, sagte Oceanwide-CEO und Reedersohn Michel van Gessel. Die Janssonius soll nach Komplettierung und Endausrüstung abgeliefert und im November dieses Jahres in ihre erste Arktissaison starten. Der für Polarreisen maßgeschneiderte Neubau zeichne sich durch maximierte Sicherheit und Geschwindigkeit bei einem minimierten ökologischen Fußabdruck aus. Durch LED-Beleuchtung, biologisch abbaubare Farben und Schmiermittel, Abwärmenutzung und flexible Power-Managementsysteme sollen Brennstoffverbrauch und CO2-Emissionen niedrig gehalten werden. Trotz der Beeinträchtigungen des Reisemarktes durch die Covid-19-Pandemie belege Oceanwide mit der Janssonius, dass das Unternehmen robust geblieben ist und die Zukunft für Polarreisen optimistisch sehe. Nicht zuletzt durch die kürzliche Beteiligung von Bolster Investment Partners konzipiere Oceanwide Fahrpläne, buche Reisen und baue Schiffe, die eine Spitzenstellung der jüngsten Entwicklungen im Expeditionsreisensegment repräsentieren. Der kroatische Minister für Wirtschaft und Nachhaltigkeit, Tomislav Coric, zeigte sich erfreut, dass Brodosplit sich im Kreis der wenigen für diesen anspruchsvollen Schiffstyp qualifizierten Werften etablieren konnte. Der kroatische Anteil von 70 Prozent an den Ausrüstungs-Zulieferungen und Materialien für den Neubau unterstreiche die Bedeutung für die Wertschöpfung des Landes. Vor diesem Hintergrund unterstütze man die Baufinanzierung des Schiffes mit Staatsgarantien und werde das auch bei weiteren Neubauten tun, kündigte er an.

Video: Youtube/brodosplit22

Der bei einer Länge von 108,6 m und einer Breite von 17,6 m auf 5,30 m Tiefgang 1064 t tragende 6600-BRZ-Neubau wird nach den Vorschriften von Lloyd’s Register für die Polar Class 6 erstellt und soll mit zwei zusammen 4260 kW leistenden ABC-Dieseln des Typs 120ZC eine Geschwindigkeit von 15 Knoten erreichen. Zur Ausrüstung gehören u.a. Bug- und Heckstrahler sowie Stabilisatoren. Den 194 Passagieren wird ein hoher Hotelstandard sowie 81 Kabinen in verschiedene Kategorien von geräumigen Apartments bis zu Kabinen mit zwei oder vier Schlafplätzen geboten. Die Besatzung umfasst 78 Personen.

Wie berichtet, befindet sich mit der Ultramarine (Werft-Nr. 487) ein 128 m langes 13500-BRZ-Polar-Expeditionssschiff für 200 Gäste in der Endausrüstung, das in Kürze an die US-Reederei Quark Expeditions übergeben werden soll. JPM

Ablieferung noch im Februar: „Ultramarine“ nach Abschluss-Dockung auf Werftprobefahrt

Trotz Corona-bedingter Restriktionen nähert sich ein bemerkenswerter Neubau rapide und zur Zufriedenheit aller Beteiligten seiner Komplettierung: Die 106 Mio. teure Ultramarine ist nicht nur das erste von einem amerikanischen Auftraggeber bei der zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden Brodosplit Werft bestellte Schiff, sondern zugleich auch der bereits dritte Auftrag im Bereich des von ihr erst vor rd. drei Jahren mit dem Auftrag für das erste von inzwischen zwei 6300-BRZ-Schwesterschiffen der „Hondius“-Klasse für Oceanwide Expeditions in ihr Produktionsprogramm integrierte Marktsegment der Expeditionskreuzfahrtschiffe.

Foto: Quark Expeditions

Die am 16. Mai letzten Jahres als Werft-Nr. 487 für den zur Travelopia-Gruppe gehörenden Polar-Expeditionskreuzfahrtenveranstalter Quark Expeditions vom Stapel gelaufene Ultramarine hatte schon am 10. Dezember 2020 ihre erste Reise mit eigener Kraft zur Abschlussdockung bei der Viktor Lenac-Werft antreten können und war am 30. Dezember nach Split zurückgekehrt, wo die Endausrüstung fortgesetzt und Testläufe sowie Einzelabnahmen erledigt wurden. Am 8. Februar hat der 13500-BRZ-Neubau seine See-Erprobung mit Experten der Werft, der Klassifikationsgesellschaft und des Auftraggebers in den freien Gewässern vor Split aufgenommen, damit die für Februar vereinbarte Übergabe des Schiffes termingerecht erfolgen kann. Nunmehr im Mai soll das Schiff, dessen Ablieferung ursprünglich zur Antarktissaison 2020/21 geplant war, zu seiner ersten Saison in die Arktis starten.

Video: Youtube/Brodosplit Werft

Bei dem Neubau handelt es sich um ein 128 m langes, 21,5 m breites und auf 5,1 m Tiefgang 1445 t tragendes Expeditionsschiff für den Einsatz in polaren Regionen. In 103 luxuriös ausgestatteten Kabinen in neun Kategorien einschließlich sechs Solo-Suiten mit raumhohen Fenstern können bis zu 200 Gäste untergebracht werden. Das mit 140 Crew-Mitgliedern zu besetzende Schiff, das nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DNV GL erstellt wurde, erfüllt auch die Anforderungen für die hohe Polar Class 6. Zur Ausstattung gehören neben zwei gleichzeitig nutzbaren Helikopterplattformen für zweimotorige Hubschrauber auch ein Zodiac-Hangar mit 20 Zodiac-Schlauchbooten sowie eine ausklappbare Marina am Heck. Die Inneneinrichtung zeichnet sich durch hohen Hotelstandard mit geräumigen Kabinen, zwei Restaurants, Panorama-Lounge, Lecture-Theater und Wellness-Center aus. Auch die Beobachtungsmöglichkeiten innerhalb des Schiffes als auch auf den Außendecks wurden großzügig dimensioniert.

Zur 4400 kW leistenden dieselelektrischen Maschinenanlage des für die Safe-Return-to-Port-Anforderungen ausgelegten Neubaus gehören vier ABC-Hauptdiesel für eine maximale Geschwindigkeit von 16 kn. JPM

„Golden Horizon“: Crew-Management an V.Ships Leisure vergeben

Bereits seit November können die von dem seit Januar letzten Jahres aktiven Start-up Tradewind Voyages UK Ltd. zunächst auf dem britischen Markt angebotenen Segelkreuzfahrten mit dem Fünfmastbark-Neubau Golden Horizon gebucht werden.

Nachdem sich die kroatische DIV-Gruppe, zu der neben der Bauwerft Brodosplit auch die Neugründung Tradewind Voyages als Charterer dieses weltweit größten aktiven Rahseglers der Welt gehört, zunächst dafür entschieden hatte, auch das Management des Schiffes für den Decks-, Maschinen- und Hotelbereich an ein gruppeneigenes Unternehmen, die Brodosplit Ship Management (BSM) mit Niederlassungen in Split sowie in Monaco zu vergeben, wurde jetzt der renommierten Management-Firma V.Ships Leisure die Verantwortung für das Crewing des Großseglers übergeben.

Sie wird für das international zu rekrutierende Personal sowohl für den Decks- und Maschinenbereich als auch die Besetzung der Positionen im Hotelbereich zuständig sein. Tradewind Voyages-CEO Steward McQuaker ist überzeugt, mit V.Ships Leisure einen gleichgesinnten Partner für das Crew-Management gefunden zu haben, der den mit dem Einsatz dieses besonderen Schiffes auf globalen Routen verbundenen hohen Ansprüchen gerecht wird. Die unter kroatischer Flagge in Fahrt kommende Golden Horizon, die bei 162,22 m Länge, 18,50 m Breite und max. 6,40 m Tiefgang in 140 Außenkabinen 272 Gäste unterbringen kann und mit 159 internationalen Crew-Mitgliedern besetzt wird, soll in der ersten April-Hälfte ihre Bauwerft in Split zu ihrer auch für das Training der Crew und Fine Tuning des Produkts genutzten Überführungsreise zum UK verlassen.

Dabei handelt es sich um ein Schiff, das nicht nur 42 Segel mit 6347 qm Fläche an fünf Masten an den Wind bringen kann, und u.a. über ein großes Teakdeck, ein über drei Decks reichendes Restaurant, drei Pools sowie ausklappbare Wassersportmarina am Heck verfügt, sondern auch durch seine für das Befahren polarer Gewässer nötige Eisverstärkung und die für ein solches Schiff ungewöhnliche safe-retun-to-port-Auslegung eine Sonderstellung einnehmen dürfte. JPM