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Hamburger Unternehmen übernimmt Schiffs-Management für Kreuzfahrt-Start-up

Die zur Hamburger Bernhard Schulte-Gruppe gehörende BSM Cruise Services wird das volle Management für die Ambience als dem ersten Schiff der in Purfleet ansässigen britischen Neugründung Ambassador Cruise Line übernehmen.

Die weltweit tätigen Hamburger haben jetzt zehn Kreuzfahrtschiffe in ihrem Management, darunter auch das Phoenix Reisen-Flaggschiff Amadea, das derzeit bei der Lloyd Werft in Bremerhaven auf seinen Re-Start im Herbst dieses Jahres vorbereitet wird.

Die nach ihren Ankauf durch Ambassador derzeit in Bar (Süd-Montenegro) liegende Ambience soll die erste Saison für ihre Käufer nach aufwendigem Refit und Upgrading am 6. April 2022 in Hamburg – der größte deutsche Seehafen verfügt auch über hervorragende Umbau- und Dockfazilitäten – mit einer „Jungfern“-Kurzreise nach London beginnen. London bzw. Tilbury ist künftig als Basishafen für alle Reisen der jungen Reederei vorgesehen. Von dort wird die Ambience am 10. April nächsten Jahres auf eine 6-Nächte-Rundreise in die norwegischen Fjorde geschickt, die inkl. Frühbucher-Rabatt ab 509 Pfund pro Person angeboten wird.

Um vor Beginn ihrer ersten Kreuzfahrtsaison im Jahr 2022 IMO Tier III-konform zu sein, wird die Ambience – neben Upgrades in Kabinen und öffentlichen Bereichen – mit Technologien zur Emissionsreduzierung ausgestattet. Damit soll sie nicht nur an die neuesten Regeln zur Emissionsreduktion erfüllen, sondern auch bereits die Grenzwerte einhalten, die erst 2025 in Kraft treten. Ziel ist es, die Stickoxidemissionen des Schiffes um 70 Prozent zu senken. Darüber hinaus wird es mit neuesten Ballast- und Abwasseraufbereitungssystemen nachgerüstet, die den Einsatz auch in streng geschützten Gewässern ermöglichen sollen. BSM Cruise Services-Chef Martin Springer zeigte sich erfreut darüber, als Partner in den Aufbau des von Christian Verhounig als CEO geführten jüngsten Kreuzfahrtunternehmens Großbritannien eingebunden zu sein.

Wie berichtet hatte Verhounig als ehemaliger CEO der im Juli 2020 in die Insolvenz gegangenen Cruise & Maritim Voyages (CMV), nicht nur die Buchungssysteme, Kundendatei, Büroausstattung und Fahrzeuge aus der Konkursmasse erworben, um möglicherweise einen Restart mit einem oder mehreren zu Niedrigpreisen versteigerten ehemaligen CMV-Schiffen zu ermöglichen. Als CEO der von Njord Partners LLP, London, finanzierten Neugründung Ambassador Cruise Line bereitet er jetzt die Wiederinfahrtsetzung der angekauften früheren Pacific Dawn ex-Regal Princess unter dem neuen Namen Ambience vor.

Dabei handelt es sich um ein Schiff, dass CMV nach dem Ankauf von P&O Australia (Carnival-Gruppe) als Amy Johnsen in Fahrt bringen wollte. Da die Transaktion wegen des CMV-Zusammenbruchs jedoch nicht realisiert werden konnte, wurde das 1991 von der Fincantieri-Werft in Monfalcone erbaute Schiff bekanntlich zunächst von der in Panama ansässigen Firma Ocean Builders angekauft, die es am 5. November letzten Jahres in Piräus übernahm, um es im Rahmen ihres Crypto Cruise Ship-Projektes unter dem Namen Satoshi als Residenz- und Hotelschiff auf Reede vor Panama zu stationieren. Auf der Überführungsreise wurde bei einem Zwischenstopp in Gibraltar noch eine Dockung mit Komplettanstrich absolviert, bevor die Reise nach Panama fortgesetzt wurde. Nach Ankunft am 22.12. mussten die Crypto-Ship-Pläne aufgegeben werden, weil keine Einigung über die Versicherung des Schiffes erzielt werden konnte, so dass auch der Verlust des Klasse- und Flaggenzeugnisses drohte. Danach war von den letzten Eignern ein Verkauf des Schiffes zum Abbruch nach Alang ins Auge gefasst worden. Nach den Plänen der neuen britischen Käufer und Betreiber, die auch zahlreiche ehemalige CMV-Mitarbeiter eingestellt haben, sind zunächst Reisen ausschließlich für geimpfte Gäste ab Tilbury als britischem Basishafen in Nordeuropa und im Winter auch nach den Kanaren, Kapverden und u. a. in die Karibik vorgesehen. Wie früher bei CMV setzt man auch bei „Britain‘s new Cruise Line“ auf ein authentisches Kreuzfahrterlebnis mit traditionellen Werten, wie es auf der Website des Unternehmens heißt. JPM