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Da waren es nur noch zwei: Carnival mustert „Ecstasy“ aus

Die Verjüngung der Flotte beim größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt schreitet voran. Die Carnival Cruise Line musterte im Oktober auch die Carnival Ecstasy aus. Am 20. Oktober verließ das Schiff Miami und nahm Kurs auf den Abwrackhafen von Aliaga in der Türkei. Damit ist das sechste der acht Schiffe aus der „Fantasy“-Serie der Reederei zum Abbruch verkauft worden.

Diese Serie von acht Schiffen entstand 1988 und 1989 auf der Wärtsilä-Werft in Helsinki. Durch den Serienbau und die sehr handliche Größe waren diese Schiffe lange das Rückgrat der Reederei bei Kreuzfahrten von US-Häfen. Die Schiffe hatten außerdem in den USA viele Fans, die besonders die Größe und Ausstattung dieser Schiffe mochten.



Die 70367 BRZ große Carnival Fantasy wurde bereits Ende 2020 als eines der ersten Schiffe nach Aliaga in die Türkei verkauft. Es folgten die Carnival Sensation, Carnival Imagination und die Carnival Inspiration.

Carnival verkaufte die Schiffe aufgrund der strengen Auflagen stets an türkische Abbrecher, die Mindeststandards beim Arbeits- und Umweltschutz erfüllen. Einzig die Carnival Fascination kam nach Indien und endete im Sommer 2022 in Alang. Der Grund war, dass dieses Schiff 2020 an ein chinesisches Unternehmen verkauft wurde und als Century Harmony nach der Pandemie in Asien eingesetzt werden sollte. Da der Kreuzfahrtmarkt in Asien aber nicht wieder in Fahrt kommt, hatte die chinesische Reederei Century Harmony Cruise Limited das Schiff schließlich an indischen Abwracker verkauft.


Carnival Ecstasy, Foto: Frank Behling

Zum Abschied hatte die Reederei jetzt für die Carnival Ecstasy eine spezielle Farewell-Kreuzfahrt aufgelegt. Vom 10. Bis 15. Oktober gab es vom Basishafen Mobile in Alabama eine Farewell-Reise nach Puerto Progreso und Cozumel. Nach der Verabschiedung der letzten Gäste nahm das Schiff Kurs auf Miami, wo Carnival Teile der Ausrüstung von Bord nahm und für andere Schiffe einlagerte.

In den 31 Dienstjahren seit der Indienststellung 1991 hatte die Ecstasy laut Reederei 5,5 Millionen Urlauber in der Karibik befördert. Basishafen war zunächst Miami. Während der Corona-Pandemie war das Schiff von März 2020 bis März 2022 aufgelegt.

Die Reaktivierung des Schiffes war aber nur für den Sommer 2022 geplant. Durch die Übernahme von Schiffen aus der Costa-Flotte sowie der bevorstehenden Indienststellung des LNG-Neubaus Carnival Celebration wird die Kapazität in der Flotte schnell wieder aufgefüllt.

Das 2040-Betten-Schiff Carnival Ecstasy wurde zuletzt 2019 überholt und modernisiert. Ein Weiterbetrieb war jetzt aber wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Angesichts von einem Schuldenberg von fast 35 Milliarden Dollar steht die Steigerung der Erträge jetzt im Fokus.

In der Carnival-Flotte verbleiben jetzt die beiden Schiffe Carnival Elation und Carnival Paradise. Diese 1997 und 1998 in Dienst gestellten Einheiten waren damals die ersten Carnival-Schiffe mit einem Azipod-Antrieb. Sie waren ebenfalls modernisiert worden und sollen vorerst im Dienst bleiben. FB

Carnival lässt die Fantasy-Klasse weiter schrumpfen und bereitet „Carnival Celebration“ vor

Carnival Elation im November 2015 in New Orleans. Foto: Frank Behling

Lange waren die acht Schiffe der Fantasy-Klasse bei der Carnival Cruise Line die erfolgreichste Schiffsklasse im Konzern. Mit der Pandemie hat sich das geändert. Die ehemals aus acht Schiffe bestehende Serie von mittelgroßen Kreuzfahrtschiffen schrumpft weiter. Wie der Konzern jetzt meldet, wird die 1991 in Dienst gestellte Carnival Ecstasy zusammen mit der 1993 in Dienst gestellten Carnival Sensation in diesem Jahr ausgemustert.

„Ecstasy“ am 21. Oktober 1989 beim Ausdocken in Helsinki. Foto: Frank Behling

Die Carnival Spirit übernimmt die Reisen der Carnival Ecstasy ab Jacksonville. Die Ecstasy wechselt dann nach Mobile und übernimmt dort den Fahrplan der Schwester Carnival Sensation. Die Carnival Sensation soll nach der noch laufenden Corona-Pause nicht wieder in Fahrt kommen. Das Schiff wartet in Miami auf die weiteren Entscheidungen.

Aus der acht Schiffe starken Schiffsklasse der Kvaerner Masa-Werft aus Helsinki sind jetzt nur noch die 1998 in Dienst gestellten Schwestern Carnival Elation und Carnival Paradise übrig. Das sind die ersten Schiffe der Carnival-Flotte mit Azipod-Antrieben.

Foto: Carnival Cruise Line

In der Flotte der größten Kreuzfahrtreederei der Welt bereitet man sich jetzt auf die Indienststellung der beiden nächsten Schiffe der Excel-Klasse vor. Dabei handelt es sich um die Schwestern der Mardi Gras, die 2020 von der Meyer Turku Werft in Finnland geliefert wurde. Es ist das erste Carnival-Schiff mit MaK-Motoren aus Deutschland und LNG als Treibstoff.

Carnival Jubilee, Rendering: Carnival Cruise Line

Die Excel-Klasse ist in Deutschland auch als Helios-Klasse bekannt, deren Typschiff die AIDAnova ist. AIDA hatte einst drei der neun Einheiten bestellt. Inzwischen wurde der dritte AIDA-Neubau aber an Carnival Cruise Line weitergegeben. Dieses Schiff soll 2023 als Carnival Jubilee in Dienst gestellt werden. Im Sommer 2022 soll die in Finnland bei Meyer Turku gebaute Carnival Celebration in Dienst gestellt werden. FB