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Jetzt auch mit eigenem Design: China setzt verstärkt auf Ausbau der heimischen Kreuzfahrtindustrie

Druck auf europäische Kreuzfahrtschiffbauer wächst

Während japanische Werften nach Milliarden-Verlusten beim Bau von Kreuzfahrtschiffen – wie zum Beispiel bei den mit erheblicher Verspätung an AIDA Cruises gelieferten Schwesterschiffen AIDAprima und AIDAperla – Zurückhaltung in diesem anspruchsvollen Marktsegment an den Tag legen, schickt sich das zu den weltmarktführenden Schiffbaunationen gehörende China  mit zunehmendem Erfolg an, die noch bestehende Dominanz seiner europäischen Wettbewerber auch in diesem Bereich zu brechen.


80 000-BRZ-Cruiser als CSSC-Eigenentwicklung, Rendering: CSSC

Nachdem zunächst kleinere Kreuzfahrtschiffe wie Expeditionskreuzer für ausländische Kunden nach Plänen und mit hohem Zulieferungsanteil aus Europa sowie unter Aufsicht und nach den Vorschriften europäischer  Klassifikationsgesellschaften erstellt worden waren, ist Ende 2021 nicht nur die Design-Zulassung der italienischen Klasssifikationsgesellschaft RINA für ein erstmals eigenständig in China entwickeltes 150 000-BRZ-Kreuzfahrtschiff erteilt worden, gleichzeitig ist auch das mit 135 000-BRZ bisher größte in China nach italienischen Plänen in Bau befindliche Kreuzfahrtschiff in seinem Baudock aufgeschwommen. Im Sommer 2022 wurde dann bereits mit dem Bau eines ebenfalls für den chinesischen Markt und chinesische Rechnung bestimmten etwas größerem Schwesterschiff begonnen. 

Jüngster Schritt auf diesem Weg ist die Ende November dieses Jahres von der China Classification Society (CCS) erteilte Grundsatz-Zulassung (Approval in Principle – AiP) für das Design eines 80 000 BRZ großen Kreuzfahrtschiffes, das von der China State Shipbuilding Corporation (CSSC)-Tochter CSSC Cruise Technology Development Co. selbstständig entwickelt worden ist. 

Für die CSSC ist dies in enger Zusammenarbeit mit der CCS erzielte Ergebnis ein wichtiger Meilenstein, der ihre Fähigkeit unterstreicht, Schlüsseltechnologien für die Entwicklung von Kreuzfahrtschiffen einzusetzen.  

Dieses Schiff wird bei einer Gesamtlänge von 293,5 Metern eine Breite von 34 Metern aufweisen. Um die Energieeffizienz zu verbessern, hat CSSC die aerodynamischen und hydrodynamischen Eigenschaften von Aufbauten und Rumpf optimiert und eine Reihe von energiesparenden Anlagen und Einrichtungen vorgesehen. Damit wird den Anforderungen der dritten Phase des IMO Energy Efficiency Design Index (EEDI) entsprochen. Darüber hinaus  hat CSSC den Kabinenbereich und die Klimaanlagen so ausgelegt, dass die EPC3-Standards erfüllt werden, die in den CCS-Leitlinien für die Epidemieprävention und -kontrolle von Kreuzfahrtschiffen festgelegt sind.

Die Geschwindigkeit und die Kapazität des Schiffes sollen denen der weltweit modernsten vergleichbaren Luxusschiffe ebenbürtig sein. Der Anteil der Balkonkabinen soll 69 Prozent übersteigen. Obwohl keine Angaben zu den Optionen für die Antriebsanlage gemacht wurden, ist davon auszugehen, dass auch die Verwendung von synthetischen und Biokraftstoffen  sowie Flüssiggas wie LNG dazugehören, nachdem bereits mehrere damit ausgerüstete Fähren von chinesischen Werften an Exportkunden abgeliefert worden sind.

Größter chinesischer Kreuzfahrtschiff-Neubau am Ausrüstungskai 


Soll 2023 in Fahrt kommen: Nach italienischen Plänen für den chinesischen Markt in der Ausrüstung befindlicher Cruiser.
Foto: CSSC

Bereits im September 2023 in Fahrt kommen soll das noch namenlose erste große Kreuzfahrtschiff, das in China für den heimischen Markt gebaut wird. Der von der zur China State Shipbuilding Corporation (CSSC) gehörenden Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS) als Bau-Nr. H1508 erstellte Rohbau ist nach dem Aufschwimmen in seinem Baudock am 17. Dezember 2021 flaggengeschmückt mit Schlepperasisstenz an den Ausrüstungskai verholt worden. 

Das im November 2018 fest bestellte Schiff ist Teil der 2017 von dem italienischen Fincantieri-Werftkonzern, der China State Shipbuilding Corporation und der Carnival Corporation & plc unterzeichneten Vereinbarungen im Wert von 1,5 Mrd. USD über den Bau von zunächst zwei von vier Kreuzfahrtschiffen, die für die ab 2023 mit der Kreuzfahrtmarke Adora Cruises auf dem chinesischen Markt aktive CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd, ein Joint Venture von Carnival und CSSC, in Fahrt kommen sollen.  

Der Brennstart für das erste Schiff fand im Oktober 2019 und die Kiellegung des ersten Blocks Anfang November 2020 in dem 740 m langen Trockendock Nr. 2 der erst 1999 an der Mündung des Yangtze gegründeten SWS-Werft statt. Der Bau erfolgt nach den Vorschriften und unter Aufsicht der italienischen Klassifikationsgesellschaft RINA, wobei auch die Anforderungen für die Klasse-Zusatznotierungen „Green Plus“ und High Voltage Shore Connection (HVSC) und den Biosafe Ship für die an Bord-Infektionskontrolle erfüllt werden sollen. Das mit einer  dieselelektrischen Maschinenanlage von insgesamt 62,4 MW auszurüstende 323 Meter lange und 8,53 m tiefgehende 135 000-BRZ-Schiff, das für bis zu 5.246 Gäste in 2125 Kabinen und 1.400 Besatzungsmitglieder ausgelegt wird, basiert auf dem von Fincantieri für Carnival  entwickelten Vista-Klasse-Design, das entsprechend den Anforderungen des chinesischen Marktes adaptiert wurde. Zwei 16,8 MW leistende Podantriebe sollen eine Maximalgeschwindigkeit von 22,6 kn ermöglichen. 

Mitte 2022 wurde bei dieser Werft auch  mit dem Bau des zweiten Schiffes begonnen, dessen italienisches Design ebenfalls von den Chinesen adaptiert wurde, und mit einer um knapp 18 m auf insgesamt 341,07 m vergrößerten Länge eine um knapp 7000 auf rd. 142 000 BRZ erhöhte Vermessung kommen soll. Es wird  über insgesamt 2144 Kabinen verfügen.

Um eine Basis für die Finanzierung des  künftigen Wachstum der chinesischen Kreuzfahrtindustrie zu schaffen, haben mehr als 10 Partner, darunter die CSSC Finance Co., CSSC Carnival Cruise Co, Bank of China, Agricultur Bank of China, China Construction Bank und  China Bank of Communications kürzlich  ein  Kooperations-Memorandum unterzeichnet, das u.a. die Organisation  eines ersten  langfristigen Kreuzfahrtfinanzierungssyndikats mit einem Gesamtvolumen von rd. 1,4 Mrd. Dollar vorsieht.  JPM

China baut vollelektrischen Flusskreuzer mit bisher höchster Batterie-Leistung

Einer Leistung von 100 Elektroautos entspricht das auf dem Flusskreuzfahrtschiff Chang Jiang San Xia 1 verbaute 7.5-MWh-Lithium-Batteriesystem. Der von der chinesischen Yichang Xinhui-Werft erstellte Neubau, der gerade seine Jungfernreise erfolgreich absolviert hat, verfügt damit nach Angaben der u.a. auch in Hamburg mit einer eigenen Vertretung tätigen China Classification Society (CCS) über die bisher höchste auf einem Schiff installierte Batterie-Leistung.

China wird den Bau vollelektrischer, batteriebetriebener Schiffe für den Einsatz auf dem ausgedehnten Binnenwasserstraßennetz des Landes beschleunigen, ist man bei CCS überzeugt.

„Wir sind sehr stolz darauf, mit dem talentierten Team der Yichang Xinhui-Werft an diesem bahnbrechenden Projekt gearbeitet zu haben“, so CCS Yichang-Chef Xu Junjie. Das Projekt demonstriere die Umsetzung fortschrittlicher Vorschriften für Lithium-Batterie-betriebene-Schiffe und den Bau von Elektro-Binnenschiffen in China.

„Wir gehen davon aus, dass die Innovationen, die bei diesem Schiff in Bezug auf die Größe und Leistung der Batterie eingeführt wurden, die Entwicklung umweltfreundlicher Elektroschiffe fördern können. Wir haben viel gelernt, vor allem über die Verringerung des Risikos beim Bau und die allgemeine Sicherheit von Elektroschiffen.“

Der 100 m lange Neubau nutze das LFP-Batteriesystem für die Schifffahrt, das dem weltweit höchsten Standard entspreche. In das Projekt eng eingebunden war das CCS Wuhan Rules & Research Institute. Zudem arbeiteten die CCS-Batterietechniker eng mit dem Schiffskonstrukteur und dem Schiffbauer zusammen, um technische Probleme zu lösen und die Risiken der Batterieleistung zu kontrollieren. Dabei ging es u.a. um die unkonventionellen Anforderungen an Montage, Schweißen, Installation und Inbetriebnahme.

Außerdem seien von CCS die Probleme bei der Batterieinstallation und den Systemtests untersucht und Schulungen angeboten worden, um die Kompetenzen der Werft zu verbessern. JPM

Fünftägige See-Erprobung erfolgreich absolviert: „Sylvia Earle“ viertes Schiff der Infinity-Serie für SunStone

Nur fünf Tage nach der Ablieferung des Expeditionskreuzfahrtschiffes Ocean Victory hat die im chinesischen Haimen ansässige Werft China Merchants Heavy Industry (CMHI) am 17. Oktober mit dem Schwesterschiff Sylvia Earle bereits die dritte Einheit einer von der in Miami ansässigen Reederei SunStone Ships fest bestellten und langfristig vercharterten Serie von sieben Einheiten der Infinity-Klasse auf Probefahrt geschickt.

Foto: SunStone Ships

Während der fünftägigen Testfahrt in der Südchinesischen See, bei der sich mehr als 150 Personen von Werft, Reederei, der Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas etc. an Bord befanden, wurden alle Systeme des Neubaus intensiv erprobt und die üblichen Manöver wie u.a. Meilenfahrt, Stoppstrecke und Drehkreis erfolgreich absolviert. Mit den Ergebnissen zeigte sich die Reederei sehr zufrieden.

Foto: SunStone Ships

Das noch in diesem Jahr zu liefernde Schiff, das am 18. März dieses Jahres als Bau-Nr. CMHI 196-2 vom Stapel gelaufen war, soll in Langzeitcharter ganzjährig von Aurora Expeditions beschäftigt werden. Dieser Veranstalter ist auch Charterer des Typschiffes der Serie, der im September 2019 gelieferten und im Oktober des gleichen Jahres in Dienst gestellten Greg Mortimer, die sich auf ihren ersten Reisen bereits durch ihre hohe Effizienz und guten See-Eigenschaften bewähren konnte.

Als zweites Schiff der Serie war die am 16. Dezember 2019 auf Kiel gelegte und am 12. August 2020 vom Stapel gelaufene Ocean Explorer, die ganzjährig weltweit von Vantage Travel in Langzeitcharter beschäftigt wird.

Das fünfte Schiff, die am 18. März 2021 als Werft-Nr. CMHI 196-5 auf Kiel gelegte Ocean Odyssey, soll im nächsten Jahr folgen und ganzjährig von Vantage Travel zu Expeditionsreisen eingesetzt werden. Im gleichen Jahr kommt auch die Ocean Albatros (CMHI 196-6) in Fahrt, die von Albatros Expeditions eingechartert wurde. Als siebtes und vorerst letztes Schiff soll die Ocean Discoverer 2023 die Serie komplettieren. Neben den sieben Infinity-Neubauten befinden sich noch sieben kleine Expeditionskreuzfahrtschiffe im kommerziellen SunStone-Management, die im Chartermarkt beschäftigt werden.

Foto: SunStone Ships

Die Neubauten basieren auf dem CX103-Entwurf der norwegischen Ulstein-Werft und verfügen über die charakteristische Bugform des patentierten Ulstein X-Bow-Design. Die 104 m langen, 18 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Schiffe erfüllen die Vorschriften für die Eisklasse 1 A, Polar Klasse 6/Polar Code Cat. B, verfügen über dynamische Positionierung (DP), Bugstrahlruder, Zero-Speed-Stabilisatoren und sind durch ihre redundante Antriebsanlage mit zwei Maschinenräumen, zwei vierflügeligen Propellern und zwei Rudern für den Safe-Return to Port (SRtP) ausgerüstet. Die für TIER III ausgelegten und mit SCR-Katalysatoren ausgestatteten Motoren werden mit schwefelarmen MGO betrieben. Zur Ausstattung gehören Wärmerückgewinnungs- und modernste Abwasser-Behandlungsanlagen sowie LED-Beleuchtung. Die Ventilation ist für einen 45-fachen Luftwechsel pro Stunde in den öffentlichen Räumen ausgelegt, wobei alle einzelnen Räume mit Frischluft versorgt werden und eine Rezirkulation vermieden wird. Die für die Unterbringung von 130 bis 200 Gästen in Doppel- und Einzelkabinen sowie 85 bis 115 Crewmitglieder ausgelegten Neubauten verfügen u.a. über Swimmingpool, Bars, Lounges, Restaurants, Boutique, Spa und Wellness-Bereiche. JPM

Mit europäischem Know-how: China vor weiterem Meilenstein im Bau von Kreuzfahrtschiffen

Nachdem China als weltgrösste Schiffbau-Nation bereits mit der Fertigstellung der ersten drei von sieben für amerikanische Rechnung (SunStone) bestimmten und nach norwegischen Plänen (Ulstein) sowie mit umfangreichen europäischen Zulieferungspaketen fertiggestellten Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse große Beachtung gefunden hat, sind jetzt auch signifikante Fortschritte beim vor allem durch italienische Partner unterstützten Bau von sehr großen Kreuzfahrtschiffen für den heimischen Markt zu vermelden.

Animation: Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS)

Erst vor wenigen Tagen hat die italienische Klassifikationsgesellschaft RINA bekanntgegeben, dass das bei der zur staatlichen China State Shipbuilding Corporation (CSSC)-Holding gehörenden Werft Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. Ltd. (SWS) in Bau befindliche erste große Kreuzfahrtschiff für chinesische Rechnung nach ihren Vorschriften und unter ihrer Aufsicht erstellt wird. Der die Klasse-Zusatznotierungen „Green Plus“ und High Voltage Shore Connection (HVSC) erhaltende und den Biosafe Ship-Anforderungen von RINA für die an Bord-Infektionskontrolle entsprechende Neubau, ein 341 m langes und mit ca. 140 000 BRZ vermessenes Schiff für mehr als 6500 Personen, soll im Dezember 2025 geliefert werden. Man sei stolz darauf, mit beim Bau des bisher größten chinesischen Passagierschiffes mit SWS zusammenzuarbeiten.

Das Schiff ist Teil der 2017 von dem italienischen Fincantieri-Werftkonzern, der China State Shipbuilding Corporation und der Carnival Corporation & plc unterzeichneten Vereinbarungen im Wert von 1,5 Mrd. USD über den Bau von zunächst zwei Kreuzfahrtschiffen und vier weiteren als Option für die CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd, ein Joint Venture von Carnival und CSSC. Die Münzzeremonie für das erste Schiff, für das u.a. 2800 Kabinen bei der Fincantieri-Tochter Marine Interiors bestellt wurden, hat bereits Anfang November 2020 bei der Kiellegung des ersten Blocks im erweiterten Trockendock Nr. 2 der erst 1999 an der Mündung des Yangtze gegründeten SWS-Werft stattgefunden.

Auf ihrer Website zeigt die Werft eine aus Design-Elementen der Carnival-Marken Costa und AIDA zusammengesetztes Rendering als Platzhalter für den ersten eigenen Kreuzfahrtneubau. Für seine Fertigung waren erst am 19. Juni zwei Schlüsselprojekte der Werft zum Abschluss gekommen. Dabei handelt es sich zum einen um die innerhalb von 20 Monaten erfolgte landseitige Erweiterung des 540 m langen Bau-Docks Nr. 2 um weitere 200 m. Das jetzt 740 m lange und 76 m breite Großdeck mit einem Gesamtumfang von 1,612 km verfügt damit über eine Fläche, die etwas sieben Standard-Fußballplätzen entsprecht. Darin können jährlich ein großes und ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff gleichzeitig montiert und ausgerüstet werden.

Nur 18 Monate erforderte die Erstellung der benachbarten Dünnblech-Werkstatthalle als zweites Schlüsselprojekts. In dem 450 m langen und 111 m breiten Gebäude mit einer Arbeitsfläche von 54396 qm, das mit modernsten computergestützten Technologien für die Stahlvorbehandlung und die Fertigung von Komponenten, Paneelen, Stahlstrukturen sowie Blöcken einschl. adäquater interner Transportfazilitäten ausgestattet wurde, wurde der Betrieb bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 aufgenommen. Schon während des Probebetriebs der ersten Stationen konnte innerhalb eines Monats das erste Los von zehn Dünnblech-Blöcken fertiggestellt werden. JPM

Erste GreenShip-Fähre für TT-Line in China aufgeschwommen

Die erste der beiden von der in Travemünde ansässigen TT-Line Ende 2018 in China bestellten Dual Fuel-RoPax-Fähren hat nunmehr Wasser unter ihrem Kiel: Am 10. November konnte der 230 m lange und 31 m breite Rohbau nach dem Aufschwimmen im Baudock der China Merchants Jiangsu Jinling-Werft in Nanjing mit Schlepper-Assistenz an den Ausrüstungskai verholt werden.

Bei dem mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu betreibenden Neubau, dessen erster Stahlschnitt ein Jahr nach der Bestellung – am 19.12.2019 – erfolgt war, handelt es sich um die erste von zwei Einheiten des neuen GreenShip-Typs der Reederei, der als umweltfreundlichstes Schiff der Reedereigeschichte die maximale Punktzahl von 5 Sternen in der unabhängigen Clean Shipping Index-Bewertung erreichen soll.

Nach Reedereiangaben können damit jährlich 93 Prozent Feinstaub und 98 Prozent Schwefeloxide im Vergleich zum (alternativ möglichen) Einsatz von Dieselkraftstoff (MGO) als Treibstoff eingespart werden. Zudem würden die Stickoxide um 82 Prozent und die CO2-Emissionen um bis zu 60 Prozent pro transportierter Ladeeinheit reduziert. Die Mehrkosten des LNG-Antriebs werden durch eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) abgemildert.

Das für 800 Passagiere und mehr als 200 Sattelzüge ausgelegte und noch namenlose Typschiff soll im Laufe des Jahres 2022 geliefert und im Liniendienst der TT-Line in der südlichen Ostsee eingesetzt werden. JPM

Größter Kreuzfahrtschiff-Neubau Chinas auf Kiel gelegt

Für das 2018 von dem US-Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation und der staatlichen chinesischen Werftgruppe China State Shipbuilding Corporation (CSSC) gegründete und seit Ende 2019 aktive Joint Venture CSSC Carnival Cruise Shipping Limited bestimmt ist das grösste bisher in der Volksrepublik China zu erstellende Kreuzfahrtschiff, das am 10. November nach der traditionellen Münz-Zeremonie im Baudock der CSSC-Tochter Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. (SWS) auf Kiel gelegt worden ist.

Bei dem als Werft-Nr. H 1508 geführten Neubau, der 2023 geliefert werden soll, handelt es sich um die erste von zwei Einheiten dieses auf der Vista-Klasse (Typschiff war die Anfang 2019 vom Fincantieri-Werftbetrieb in Monfalcone an Costa Asia gelieferte und speziell für den chinesischen Markt konzipierte Costa Venezia) basierendenTyps für die neue Kreuzfahrtmarke, die sich darüber hinaus die Optionen für vier Schwesterschiffe gesichert hat. Der bei einer Länge von 323,6 m, einer Breite von 37,2 m und einem Tiefgang von 8,28 m mit ca. 135500 BRZ vermessene Neubau, der über 16 Decks verfügen wird, kann rd. 4.250 Gäste und 1.400 Crew-Mitglieder unterbringen. Der Brennstart für diesen ersten seegehenden Kreuzfahrtschiff-Neubau, der in China für den chinesischen Markt hergestellt wird, war bereits am 18. Oktober 2019 erfolgt.

Das von von Fincantieri und CSS gegründete Joint Venture Cruise Technology Development Co (CCTD) stellt als Lizenzgeber die technologische Plattform für den Neubau zur Verfügung und erbringt eine Reihe technischer Dienstleistungen einschl. Projektmanagement und Lieferketten-Management sowie die Zulieferung von Schlüssel-Komponenten für die Bauwerft.

Das Innendesign des noch namenlosen Neubaus wird speziell auf die Anforderungen und den Geschmack der chinesischen Gäste zugeschnitten.

Im Rahmen der ebenfalls am 10. November in Shanghai beendeten Fachmesse China International Import-Export (CIIE 2020) wurde zwischen der Fincantieri-Tochtergesellschaft Marine Interiors und SWS ein Vertrag über die Lieferung von ca. 2.800 Kabinen für den Neubau unterzeichnet.

„Die Fortschritte in der Produktion des Neubaus liegen voll im Plan“, freut sich Fincantieri-CEO Giuseppe Bono. Das sei ein großartiges Signal für die Kreuzfahrtindustrie in China und bestätige das große Engagement von Fincantieri, CSSC und der Carnival Group in einer so schwierigen Zeit wie man sie derzeit erlebe und zeige auch die Entschlossenheit des gesamten Sektors im Umgang mit der Krise.

Schon vor der Indienststellung ihres ersten Neubaus kann die CSSC Carnival Cruise Shipping Limited mit den beiden von Costa Crociere übernommenen Schiffen Costa Atlantica und Costa Mediterranea ihre Aktivitäten im chinesischen Markt aufnehmen. JPM

„Greg Mortimer“ nach Übergabe getauft

Es ist nicht nur der erste in China für den Export-Markt fertiggestellte Neubau eines Kreuzfahrtschiffes und Typschiff einer geplanten Zehner-Serie des Infinity-Typs CX-103, sondern auch das erste mit dem patentierten X-Bow von Ulstein ausgestattete Kreuzfahrtschiff der Welt: Das vertragskonform am 29. August von der zur China Merchant Heavy Industry (CMHI) gehörenden Haimen-Werft in Jiangsu an die in Miami ansässige und von dem Dänen Niels-Erik Lund geführte Reederei Sun Stone Ships Inc. abgelieferte Expeditionskreuzfahrtschiff Greg Mortimer ist am Donnerstag (5.9.2019) in seine Langzeitcharter bei dem australischen Expeditionsreisen-Veranstalter Aurora Expeditions angeliefert und einen Tag später, am Freitag (6.9.2019), am Ausrüstungskai seiner Bauwerft getauft worden. Als Taufpatin fungierte Margaret Mortimer, die Ehefrau des 1952 geborenen Namensgebers Greg Mortimer, der nicht nur 1984 als erster Australier den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske bezwungen hatte, sondern 1991 auch Aurora-Expeditions gegründet hat. Am kommenden Freitag soll der Täufling die Werft verlassen und Kurs auf Ushuaia nehmen, wo am 30. Oktober die Jungfernreise, eine 12-tägige Antarktis-Rundreise, beginnt.

Der im Juni 2018 als erstes Kreuzfahrtschiff mit der höchsten Eisklasse 1A bzw. PC6 in China auf Kiel gelegte, am 12. März dieses Jahres zu Wasser gebrachte und jetzt unter Bahamas-Flagge in Fahrt gekommene Neubau (IMO-Nr. 9834648) wird von Aurora Expeditions von November d.J. bis März 2020 zunächst in der Antarktis eingesetzt. Schon bei der Unterzeichnung des Chartervertrages für den rd. 65 Mio. US-Dollar teuren Neubau hatte sich Aurora-Chef Halfpenny die Optionen zur Eincharterung von drei weiteren Einheiten gesichert, von denen er inzwischen mit der im September 2022 als fünftes Schiff in Fahrt kommenden Ocean Discoverer die erste Option genutzt hat. Als zweites Schiff kommt im Oktober 2020 die Ocean Victory in Fahrt, für die am 12. März dieses Jahres der Brennstart erfolgt ist. Sie wird zunächst von dem dänischen Veranstalter Albatros Expeditions in der Antarktis und in den Sommermonaten von dem US-Veranstalter American Steamboat Company in Alaska eingesetzt. Das dritte Schiff der Serie, die im Januar 2021 zu liefernde Ocean Explorer, sicherte sich die zur 1983 gegründeten Vantage DeLuxe World Travel gehörende amerikanische Reederei Vantage Cruise Line, die den Neubau langfristig in Ostasien, dem Mittelmeerraum und Skandinavien einsetzen will. Das vierte Schiff kommt im März 2022 als Ocean Odyssey in Fahrt, während die als Ocean Albatros im Oktober 2022 folgende sechste Einheit vom Albatros Expeditions – als zweites Charterschiff neben der Ocean Victory – für den Einsatz in der Arktis und Antarktis in Langzeit-Charter genommen wird. Das siebte Schiff der Serie wurde am 29. Mai mit der Vertragsunterzeichnung in Hongkong zur Lieferung im September 2021 fest bestellt, nachdem auch hierfür ein Langzeitcharterer gefunden werden konnte. Damit sind alle sieben von SunStone getätigten Festbestellungen durch Charterverträge unterlegt, die übrigen drei Optionen sollen bis Jahresende in Festaufträge zur Lieferung bis 2023 umgewandelt werden.

Der von der norwegischen Firma Ulstein Design & Solution in Kooperation mit SunStone entwickelte Infinity-Typ CX103 zeichnet sich u.a. durch seine ungewöhnliche Vorschiffsgestaltung, den bei Offshore-Schiffen bewährten und nun mehr erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff realisierten Ulstein-X-Bow aus, der für gute See-Eigenschaften auch unter rauesten Bedingungen sorgen soll. Die 104,4 m langen, 18,4 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Expeditionsschiffe mit einer Vermessung von 7892 BRZ mit höchster Eisklasse 1A bzw. PC6 und Safe Return to Port (SrtP) Auslegung – werden nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas gebaut. Die norwegische Ulstein-Gruppe liefert neben dem Design nicht nur die Ausrüstungspakete für die Neubauten, sondern übernimmt auch die Bauaufsicht für die Serie. Die 15,5 kn schnellen Neubauten werden bis zu 95, zu 80 Prozent mit Balkonen ausgestattete, Suiten und Kabinen für 130 bis 200 Passagiere aufweisen. Das für 120 bis 160 Gäste sowie 74 Crew-Mitglieder ausgelegte Typschiff verfügt auf vier seiner zehn Decks über 80 Kabinen bzw. Suiten. Darüber verfügen die Schiffe über eine 180-Grad-Panorama-Lounge auf Deck 8, Jacuzzi, Boutique und auf beiden Seiten jeweils zwei Seitenpforten nahe der Wasserlinie für die bordeigenen Zodiac-Schlauchboote sowie eine für unterschiedliche Wassersportaktivitäten nutzbare Marina am Heck und zwei hydraulisch ausklappbare Aussichtsplattformen in der Außenhaut des Vorschiffes auf Deck 5. Die Innenausstattung wird von Mäkinen geliefert, für das Innendesign zeichnet Tomas Tillberg Design International verantwortlich. Die vier mit HFO betriebenen Hauptmotoren und Abgasreinigungsanlagen – 2 x 6 Zyl. und 2 x 8 Zyl-Motoren der L20-Baureihe – der dieselelektrischen Maschinenanlage wurden vom Wärtsilä zugeliefert. Zur Ausrüstung des Schiffes gehören u.a. auch eine dynamische Positionierungs-Anlage und Zero-Speed-Stabilisatoren. JPM

Quelle: Jens Meyer

Neuer Stern für Chinas Kreuzfahrtziele

Chinesen lieben Kreuzfahrten. Aus der Volksrepublik buchen inzwischen über 2,5 Millionen Menschen pro Jahr eine längere Seereise. Das Wachstumspotenzial ist gigantisch – so wie alles im Reich der Mitte. Für diesen Markt gibt es jetzt auch ein Schiff, das speziell für Wünsche chinesischer Passagiere entwickelt wurde. Frank Behling sah sich auf der COSTA VENEZIA um.

Die Costa Venezia ist das Symbol italienischer Lebensart und zugleich eine für Urlauber aus China optimierte Urlaubsart. Es ist das Typschiff einer ganzen Serie von Neubauten, die bald auch in China entstehen sollen.Im Februar mussten aber Tausende Reisebüromitarbeiter und Journalisten aus China noch nach Italien reisen, um dort die Präsentation des neuen Flaggschiffes der Marke Costa Asia zu erleben. Gebaut wurde die „Costa Asia“ bei der italienischen Fincantieri-Werft in Monfalcone. Am 8. März startete sie zur Jungfernreise in Richtung Shanghai.
„China hat ein großes Potenzial Und wir haben das Ziel, dieses Potenzial weiter zu entwickeln“, sagt Mario Zanetti, der Präsident von Costa Asia. „In China ist die Lust auf Reisen deutlich zu spüren. Dabei ist die Kreuzfahrt die ideale Art für den Urlaub. Mit der Costa Venezia haben wir ein Schiff, das die schönsten Dinge Italiens nach Asien bringt“, so Mario Zanetti, Präsident von Costa Asia.
Costa Asia ist Teil der Carnival-Gruppe, die sich den Markt in China seit fast 15 Jahren genau angeschaut hat. 2006 startete die europäische Carnival-Tochter Costa mit der Costa Allegra in China. Was als Test begann, wurde inzwischen zur festen Größe.
„Die Chinesen lieben die italienische Lebensart, auf vielerlei Art“, sagt Zanetti. Mit vier Schiffen und über 10000 Betten ist Costa inzwischen einer der großen Anbieter im chinesischen Markt. Das Erfolgsrezept ist die Öffnung des Produkts für chinesische Passagiere.Die erste Bordsprache der Schiffe ist zwar Englisch – wegen Solas. Chinesisch ist aber die Sprache, die allgegenwärtig ist. Alle Beschriftungen, Infotafeln und Speisekarten sind bei Costa Asia in Chinesisch. „Das ist unser Bekenntnis zu China“, so Zanetti. Er zeigt nur zu gern die Einflüsse. „Unsere Gäste aus China lieben gute Küche, besonders aus Italien“, sagt er.

Wer an Bord der Costa Venezia jetzt Pagodendächer, eine chinesische Mauer und Reis als Hauptnahrung erwartet, wird enttäuscht. Goldene Löwen-Skulpturen, rote Plüschpolster und Teppiche sowie Jackie Chan als Wachsfigur deuten zwar auf die asiatische Nähe hin.Dominierend ist jedoch Bella Italia. „Das liegt daran, dass Italien in China sehr beliebt ist. Besonders die Küche ist ein Grund für die Beliebtheit“, sagt Zanetti.
Das größte Restaurant ist mit 1500 Plätze das Canal Grande. Wie beim Vorbild in Venedig durchzieht ein Kanal mit einer echten Gondel aus Venedig den Raum. Pizzeria, Eis-Salon und viele kleine Cafés wurden integriert. Die sonst auf Kreuzfahrten übliche Basketball-Arena wurde durch einen Fußballplatz mit Kunstrasen und der Bemalung Juventus Turin ersetzt. Juve ist in China der Inbegriff für europäischen Sport….

Fotos: Frank Behling