Schlagwort: China

Erste GreenShip-Fähre für TT-Line in China aufgeschwommen

Die erste der beiden von der in Travemünde ansässigen TT-Line Ende 2018 in China bestellten Dual Fuel-RoPax-Fähren hat nunmehr Wasser unter ihrem Kiel: Am 10. November konnte der 230 m lange und 31 m breite Rohbau nach dem Aufschwimmen im Baudock der China Merchants Jiangsu Jinling-Werft in Nanjing mit Schlepper-Assistenz an den Ausrüstungskai verholt werden.

Bei dem mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu betreibenden Neubau, dessen erster Stahlschnitt ein Jahr nach der Bestellung – am 19.12.2019 – erfolgt war, handelt es sich um die erste von zwei Einheiten des neuen GreenShip-Typs der Reederei, der als umweltfreundlichstes Schiff der Reedereigeschichte die maximale Punktzahl von 5 Sternen in der unabhängigen Clean Shipping Index-Bewertung erreichen soll.

Nach Reedereiangaben können damit jährlich 93 Prozent Feinstaub und 98 Prozent Schwefeloxide im Vergleich zum (alternativ möglichen) Einsatz von Dieselkraftstoff (MGO) als Treibstoff eingespart werden. Zudem würden die Stickoxide um 82 Prozent und die CO2-Emissionen um bis zu 60 Prozent pro transportierter Ladeeinheit reduziert. Die Mehrkosten des LNG-Antriebs werden durch eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) abgemildert.

Das für 800 Passagiere und mehr als 200 Sattelzüge ausgelegte und noch namenlose Typschiff soll im Laufe des Jahres 2022 geliefert und im Liniendienst der TT-Line in der südlichen Ostsee eingesetzt werden. JPM

Größter Kreuzfahrtschiff-Neubau Chinas auf Kiel gelegt

Für das 2018 von dem US-Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation und der staatlichen chinesischen Werftgruppe China State Shipbuilding Corporation (CSSC) gegründete und seit Ende 2019 aktive Joint Venture CSSC Carnival Cruise Shipping Limited bestimmt ist das grösste bisher in der Volksrepublik China zu erstellende Kreuzfahrtschiff, das am 10. November nach der traditionellen Münz-Zeremonie im Baudock der CSSC-Tochter Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. (SWS) auf Kiel gelegt worden ist.

Bei dem als Werft-Nr. H 1508 geführten Neubau, der 2023 geliefert werden soll, handelt es sich um die erste von zwei Einheiten dieses auf der Vista-Klasse (Typschiff war die Anfang 2019 vom Fincantieri-Werftbetrieb in Monfalcone an Costa Asia gelieferte und speziell für den chinesischen Markt konzipierte Costa Venezia) basierendenTyps für die neue Kreuzfahrtmarke, die sich darüber hinaus die Optionen für vier Schwesterschiffe gesichert hat. Der bei einer Länge von 323,6 m, einer Breite von 37,2 m und einem Tiefgang von 8,28 m mit ca. 135500 BRZ vermessene Neubau, der über 16 Decks verfügen wird, kann rd. 4.250 Gäste und 1.400 Crew-Mitglieder unterbringen. Der Brennstart für diesen ersten seegehenden Kreuzfahrtschiff-Neubau, der in China für den chinesischen Markt hergestellt wird, war bereits am 18. Oktober 2019 erfolgt.

Das von von Fincantieri und CSS gegründete Joint Venture Cruise Technology Development Co (CCTD) stellt als Lizenzgeber die technologische Plattform für den Neubau zur Verfügung und erbringt eine Reihe technischer Dienstleistungen einschl. Projektmanagement und Lieferketten-Management sowie die Zulieferung von Schlüssel-Komponenten für die Bauwerft.

Das Innendesign des noch namenlosen Neubaus wird speziell auf die Anforderungen und den Geschmack der chinesischen Gäste zugeschnitten.

Im Rahmen der ebenfalls am 10. November in Shanghai beendeten Fachmesse China International Import-Export (CIIE 2020) wurde zwischen der Fincantieri-Tochtergesellschaft Marine Interiors und SWS ein Vertrag über die Lieferung von ca. 2.800 Kabinen für den Neubau unterzeichnet.

„Die Fortschritte in der Produktion des Neubaus liegen voll im Plan“, freut sich Fincantieri-CEO Giuseppe Bono. Das sei ein großartiges Signal für die Kreuzfahrtindustrie in China und bestätige das große Engagement von Fincantieri, CSSC und der Carnival Group in einer so schwierigen Zeit wie man sie derzeit erlebe und zeige auch die Entschlossenheit des gesamten Sektors im Umgang mit der Krise.

Schon vor der Indienststellung ihres ersten Neubaus kann die CSSC Carnival Cruise Shipping Limited mit den beiden von Costa Crociere übernommenen Schiffen Costa Atlantica und Costa Mediterranea ihre Aktivitäten im chinesischen Markt aufnehmen. JPM

„Greg Mortimer“ nach Übergabe getauft

Es ist nicht nur der erste in China für den Export-Markt fertiggestellte Neubau eines Kreuzfahrtschiffes und Typschiff einer geplanten Zehner-Serie des Infinity-Typs CX-103, sondern auch das erste mit dem patentierten X-Bow von Ulstein ausgestattete Kreuzfahrtschiff der Welt: Das vertragskonform am 29. August von der zur China Merchant Heavy Industry (CMHI) gehörenden Haimen-Werft in Jiangsu an die in Miami ansässige und von dem Dänen Niels-Erik Lund geführte Reederei Sun Stone Ships Inc. abgelieferte Expeditionskreuzfahrtschiff Greg Mortimer ist am Donnerstag (5.9.2019) in seine Langzeitcharter bei dem australischen Expeditionsreisen-Veranstalter Aurora Expeditions angeliefert und einen Tag später, am Freitag (6.9.2019), am Ausrüstungskai seiner Bauwerft getauft worden. Als Taufpatin fungierte Margaret Mortimer, die Ehefrau des 1952 geborenen Namensgebers Greg Mortimer, der nicht nur 1984 als erster Australier den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske bezwungen hatte, sondern 1991 auch Aurora-Expeditions gegründet hat. Am kommenden Freitag soll der Täufling die Werft verlassen und Kurs auf Ushuaia nehmen, wo am 30. Oktober die Jungfernreise, eine 12-tägige Antarktis-Rundreise, beginnt.

Der im Juni 2018 als erstes Kreuzfahrtschiff mit der höchsten Eisklasse 1A bzw. PC6 in China auf Kiel gelegte, am 12. März dieses Jahres zu Wasser gebrachte und jetzt unter Bahamas-Flagge in Fahrt gekommene Neubau (IMO-Nr. 9834648) wird von Aurora Expeditions von November d.J. bis März 2020 zunächst in der Antarktis eingesetzt. Schon bei der Unterzeichnung des Chartervertrages für den rd. 65 Mio. US-Dollar teuren Neubau hatte sich Aurora-Chef Halfpenny die Optionen zur Eincharterung von drei weiteren Einheiten gesichert, von denen er inzwischen mit der im September 2022 als fünftes Schiff in Fahrt kommenden Ocean Discoverer die erste Option genutzt hat. Als zweites Schiff kommt im Oktober 2020 die Ocean Victory in Fahrt, für die am 12. März dieses Jahres der Brennstart erfolgt ist. Sie wird zunächst von dem dänischen Veranstalter Albatros Expeditions in der Antarktis und in den Sommermonaten von dem US-Veranstalter American Steamboat Company in Alaska eingesetzt. Das dritte Schiff der Serie, die im Januar 2021 zu liefernde Ocean Explorer, sicherte sich die zur 1983 gegründeten Vantage DeLuxe World Travel gehörende amerikanische Reederei Vantage Cruise Line, die den Neubau langfristig in Ostasien, dem Mittelmeerraum und Skandinavien einsetzen will. Das vierte Schiff kommt im März 2022 als Ocean Odyssey in Fahrt, während die als Ocean Albatros im Oktober 2022 folgende sechste Einheit vom Albatros Expeditions – als zweites Charterschiff neben der Ocean Victory – für den Einsatz in der Arktis und Antarktis in Langzeit-Charter genommen wird. Das siebte Schiff der Serie wurde am 29. Mai mit der Vertragsunterzeichnung in Hongkong zur Lieferung im September 2021 fest bestellt, nachdem auch hierfür ein Langzeitcharterer gefunden werden konnte. Damit sind alle sieben von SunStone getätigten Festbestellungen durch Charterverträge unterlegt, die übrigen drei Optionen sollen bis Jahresende in Festaufträge zur Lieferung bis 2023 umgewandelt werden.

Der von der norwegischen Firma Ulstein Design & Solution in Kooperation mit SunStone entwickelte Infinity-Typ CX103 zeichnet sich u.a. durch seine ungewöhnliche Vorschiffsgestaltung, den bei Offshore-Schiffen bewährten und nun mehr erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff realisierten Ulstein-X-Bow aus, der für gute See-Eigenschaften auch unter rauesten Bedingungen sorgen soll. Die 104,4 m langen, 18,4 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Expeditionsschiffe mit einer Vermessung von 7892 BRZ mit höchster Eisklasse 1A bzw. PC6 und Safe Return to Port (SrtP) Auslegung – werden nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas gebaut. Die norwegische Ulstein-Gruppe liefert neben dem Design nicht nur die Ausrüstungspakete für die Neubauten, sondern übernimmt auch die Bauaufsicht für die Serie. Die 15,5 kn schnellen Neubauten werden bis zu 95, zu 80 Prozent mit Balkonen ausgestattete, Suiten und Kabinen für 130 bis 200 Passagiere aufweisen. Das für 120 bis 160 Gäste sowie 74 Crew-Mitglieder ausgelegte Typschiff verfügt auf vier seiner zehn Decks über 80 Kabinen bzw. Suiten. Darüber verfügen die Schiffe über eine 180-Grad-Panorama-Lounge auf Deck 8, Jacuzzi, Boutique und auf beiden Seiten jeweils zwei Seitenpforten nahe der Wasserlinie für die bordeigenen Zodiac-Schlauchboote sowie eine für unterschiedliche Wassersportaktivitäten nutzbare Marina am Heck und zwei hydraulisch ausklappbare Aussichtsplattformen in der Außenhaut des Vorschiffes auf Deck 5. Die Innenausstattung wird von Mäkinen geliefert, für das Innendesign zeichnet Tomas Tillberg Design International verantwortlich. Die vier mit HFO betriebenen Hauptmotoren und Abgasreinigungsanlagen – 2 x 6 Zyl. und 2 x 8 Zyl-Motoren der L20-Baureihe – der dieselelektrischen Maschinenanlage wurden vom Wärtsilä zugeliefert. Zur Ausrüstung des Schiffes gehören u.a. auch eine dynamische Positionierungs-Anlage und Zero-Speed-Stabilisatoren. JPM

Quelle: Jens Meyer

Neuer Stern für Chinas Kreuzfahrtziele

Chinesen lieben Kreuzfahrten. Aus der Volksrepublik buchen inzwischen über 2,5 Millionen Menschen pro Jahr eine längere Seereise. Das Wachstumspotenzial ist gigantisch – so wie alles im Reich der Mitte. Für diesen Markt gibt es jetzt auch ein Schiff, das speziell für Wünsche chinesischer Passagiere entwickelt wurde. Frank Behling sah sich auf der COSTA VENEZIA um.

Die Costa Venezia ist das Symbol italienischer Lebensart und zugleich eine für Urlauber aus China optimierte Urlaubsart. Es ist das Typschiff einer ganzen Serie von Neubauten, die bald auch in China entstehen sollen.Im Februar mussten aber Tausende Reisebüromitarbeiter und Journalisten aus China noch nach Italien reisen, um dort die Präsentation des neuen Flaggschiffes der Marke Costa Asia zu erleben. Gebaut wurde die „Costa Asia“ bei der italienischen Fincantieri-Werft in Monfalcone. Am 8. März startete sie zur Jungfernreise in Richtung Shanghai.
„China hat ein großes Potenzial Und wir haben das Ziel, dieses Potenzial weiter zu entwickeln“, sagt Mario Zanetti, der Präsident von Costa Asia. „In China ist die Lust auf Reisen deutlich zu spüren. Dabei ist die Kreuzfahrt die ideale Art für den Urlaub. Mit der Costa Venezia haben wir ein Schiff, das die schönsten Dinge Italiens nach Asien bringt“, so Mario Zanetti, Präsident von Costa Asia.
Costa Asia ist Teil der Carnival-Gruppe, die sich den Markt in China seit fast 15 Jahren genau angeschaut hat. 2006 startete die europäische Carnival-Tochter Costa mit der Costa Allegra in China. Was als Test begann, wurde inzwischen zur festen Größe.
„Die Chinesen lieben die italienische Lebensart, auf vielerlei Art“, sagt Zanetti. Mit vier Schiffen und über 10000 Betten ist Costa inzwischen einer der großen Anbieter im chinesischen Markt. Das Erfolgsrezept ist die Öffnung des Produkts für chinesische Passagiere.Die erste Bordsprache der Schiffe ist zwar Englisch – wegen Solas. Chinesisch ist aber die Sprache, die allgegenwärtig ist. Alle Beschriftungen, Infotafeln und Speisekarten sind bei Costa Asia in Chinesisch. „Das ist unser Bekenntnis zu China“, so Zanetti. Er zeigt nur zu gern die Einflüsse. „Unsere Gäste aus China lieben gute Küche, besonders aus Italien“, sagt er.

Wer an Bord der Costa Venezia jetzt Pagodendächer, eine chinesische Mauer und Reis als Hauptnahrung erwartet, wird enttäuscht. Goldene Löwen-Skulpturen, rote Plüschpolster und Teppiche sowie Jackie Chan als Wachsfigur deuten zwar auf die asiatische Nähe hin.Dominierend ist jedoch Bella Italia. „Das liegt daran, dass Italien in China sehr beliebt ist. Besonders die Küche ist ein Grund für die Beliebtheit“, sagt Zanetti.
Das größte Restaurant ist mit 1500 Plätze das Canal Grande. Wie beim Vorbild in Venedig durchzieht ein Kanal mit einer echten Gondel aus Venedig den Raum. Pizzeria, Eis-Salon und viele kleine Cafés wurden integriert. Die sonst auf Kreuzfahrten übliche Basketball-Arena wurde durch einen Fußballplatz mit Kunstrasen und der Bemalung Juventus Turin ersetzt. Juve ist in China der Inbegriff für europäischen Sport….

Fotos: Frank Behling