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Keuzfahrtbranche treibt Innovationen der maritimen Industrie

Pressemitteilung

„Kreuzfahrtschiffe sind die treibende Kraft bei der Entwicklung neuer Technologien und nachhaltiger Kraftstoffe, obwohl Kreuzfahrtschiffe weniger als ein Prozent der globalen Handelsflotte ausmachen.“ Das erklärte Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland, beim CLIA Germany Dinner 2022 anlässlich der maritimen Weltleitmesse SMM in Hamburg.

Marie-Caroline Laurent (Director General CLIA Europe) und Helge Grammerstorf (National Director CLIA Deutschland), Foto: Eckhardt Arndt

Damit gehe Kritik an den umfangreichen Nachhaltigkeitsbemühungen der Branche an der Realität vorbei, betonte der Manager vor rund 50 hochkarätigen Gästen auf dem Museums-Windjammer „Rickmer Rickmers“ im Hafen der Hansestadt. Die Herausforderung unserer Zeit sei der Klimawandel, speziell auch die Anstrengungen der Kreuzfahrtbranche zur Dekarbonisierung. Das ziehe sich ebenfalls wie ein übergreifendes Motto durch die Themen der SMM. Grammerstorf unterstrich in diesem Zusammenhang die „hervorragende Zusammenarbeit zwischen Reedern, Werften, Motorenherstellern, Häfen und Klassifikationsgesellschaften, um nur einige zu nennen.“ Darüber hinaus schaffe und sichere die Cruise Industrie viele qualifizierte Arbeitsplätze. Allein in Europa sind das über eine Million Jobs.

„90 Prozent unserer neuen Schiffe in den nächsten fünf Jahren werden in Europa gebaut werden, neun davon in Deutschland“, erläuterte Marie-Caroline Laurent, Director General von CLIA Europe. Dies seien Investitionen in Höhe von mehr als 45 Milliarden Euro in Europas maritimer Industrie und Wirtschaft. „Unsere Zukunft ist klar: Kreuzfahrten sind ein integraler Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung des Tourismus in Europa und der Welt. Wir haben uns verpflichtet, unsere Vision von NullEmissionen bis 2050 zu verwirklichen“, bekräftigte Laurent.

Gastgeber Grammerstorf begrüßte an Bord der „Rickmer Rickmers“ unter anderem Magda Kopczyska von der EU Kommision, Hamburgs früheren Wirtschaftssenator Frank Horch, Dr. Miriam Putz, Abgeordnete der Grünen Bürgerschaftsfraktion Hamburg, Costa Group und Carnival Asia-CEO Michael Thamm, TUI Cruises-Chefin Wybcke Meier, AIDA-Präsident Felix Eichhorn, Christian Hein, Geschäftsführer von MSC Cruises, Achim Wehrmann aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Daniel Hosseus, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutscher Seehafenbetriebe (ZDS), Tino Klemm, CFO Hamburg Port Authority (HPA) und Hamburgs Messe-Chef Bernd Aufderheide, sowie Repräsentanten der wichtigsten Häfen, Zulieferer, Dienstleister und Reiseorganisationen der europäischen Kreuzfahrt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Messen Seatrade Europe und Marine Interiors, dem Lieferanten von Desinfektionseinrichtungen Steripower Cruise und der Papenburger Meyer Werft.

PM CLIA Deutschland

Mehr Umwelt- und Klimaschutz: Kreuzfahrtbranche investiert weiter in Landstromanschlüsse

Pressemitteilung

Immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden mit Landstromanlagen gebaut oder nachgerüstet. Damit können in den Häfen die eigenen Maschinen weitgehend abgestellt und grüner Strom von Land bezogen werden. Dadurch werden die lokalen Emissionen von Schiffen vollständig eliminiert, was der örtlichen Luftqualität im Hafen zugutekommt. Und es werden die allgemeinen Bemühungen der Kreuzfahrtindustrie um eine Verringerung der CO2-Emissionen unterstützt, da die Emissionen im Hafen zwischen 6 und 10 Prozent der gesamten CO2-Emissionen eines Kreuzfahrtschiffes ausmachen können.

Bereits heute sind 35 Prozent der globalen Kapazität an Kreuzfahrtschiffen mit Landstromanschlüssen ausgestattet. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden es zwei Drittel sein. Mehr als 80 Prozent aller Neubauten verfügen bereits ab Indienststellung über Landstromanschlüsse. 

Leider bieten bisher weltweit weniger als 20 Häfen Landstrom für große Kreuzfahrtschiffe an, drei davon in Deutschland. Die Branche ermutigt die Hafenverwaltungen, ebenfalls gezielt in nachhaltige Landstrominfrastruktur zu investieren und idealerweise mit Strom aus grünen, erneuerbaren Quellen zu versorgen.

Die Kreuzfahrtunternehmen sind bereit, sich an die landseitige Stromversorgung anzuschließen, sobald diese verfügbar ist, und eng mit den Häfen zusammenzuarbeiten, um dies zu ermöglichen. „Der Anschluss eines großen Kreuzfahrtschiffes mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 12 Megawatt an das Landstromnetz ist tatsächlich nicht trivial, denn neben der erforderlichen technischen Infrastruktur einschließlich Kraftwerk, Zuleitungen und Umformanlagen, sind diverse Tests und Synchronisierungsmaßnahmen erforderlich, um einen unterbrechungsfreien Schiffsbetrieb zu gewährleisten. Diese Prozedur muss für jedes Schiff in jedem Hafen durchlaufen werden, bevor der dauerhafte Anschluss erfolgen kann“, erläutert Helge Grammerstorf, National Director des internationalen Kreuzfahrtverbandes CLIA (Cruise Lines International Association).

Nicht nur die deutschen Häfen bauen ihre Landstromkapazitäten weiter aus, sondern auch in anderen Ländern, z.B. im Mittelmeerraum, sind massive Investitionen geplant, um den Ausbau voranzubringen. Im Rahmen des Fit-for-55-Programms der EU müssen alle wichtigen Häfen in der Europäischen Union bis 2030 eine Landstromversorgung einrichten. CLIA ermutigt Häfen, in denen Kreuzfahrtschiffe anlegen sollen, vorrangig in Landstromanlagen an den Kreuzfahrtliegeplätzen zu investieren.

Die CLIA-Mitgliedsreedereien sind entschlossen, mit Häfen und lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, um Landstromprojekte zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Schiffe an den Landstrom angeschlossen werden können, wenn die technischen Möglichkeiten an Land geschaffen werden, um diesen Strom auf klimafreundliche und wirtschaftliche Weise zu beziehen. Bislang sind international jedoch weit mehr Kreuzfahrtschiffe mit Landstromanschlüssen ausgestattet, als es Häfen gibt, die diese Option anbieten. CLIA ermutigt alle Häfen, die Ausstattung ihrer Kreuzfahrt-Liegeplätze mit Landstromeinrichtungen zu prüfen, zum Nutzen der lokalen Bevölkerung und zur Unterstützung der Dekarbonisierung des maritimen Sektors.

Text: PM CLIA Deutschland

Gemeinsam auf dem Weg zum klimaneutralen Kreuzfahrthafen Hamburg

Auftakttreffen von Reedereien und Hamburgischer Bürgerschaft

Pressemitteilung

Foto: CLIA Deutschland/Hamburg Cruise Net

Den Hamburger Hafen zum Vorreiter in Sachen Klimaneutralität zu machen und gleichzeitig seine Attraktivität für die Kreuzfahrtreedereien zu erhalten, gehe nur gemeinsam. Dies ist das Fazit des heutigen Dialogs zwischen Politik, Reedereien und Verbänden der Kreuzfahrtwirtschaft. Die Spitzenvertreter der Reedereien AIDA Cruises, MSC Deutschland und TUI Cruises sowie Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft haben sich darauf verständigt, den heute begonnenen Dialog zu Innovationsstrategien und Nachhaltigkeitsthemen kontinuierlich fortzusetzen. In einer vom Fachverband CLIA Deutschland gemeinsam mit Hamburg Cruise Net e.V. organisierten Veranstaltung haben sich die etwa 30 Teilnehmer*innen zunächst vor Ort die Landstromanlage Altona erläutern lassen und anschließend darüber diskutiert, wie und wann die Branche das Ziel einer emissionsneutralen Kreuzfahrt erreichen kann.

Hansjörg Kunze (Vice President Communication & Sustainability AIDA Cruises), Christian Hein (Geschäftsführer MSC Cruises Deutschland) und Wybcke Meier (Vorsitzende der Geschäftsführung TUI Cruises) stellten übereinstimmend klar: „Alle Unternehmen arbeiten seit geraumer Zeit mit Hochdruck gemeinsam mit Werften und Zulieferern an der Einsatzreife alternativer Energieträger“. Der Industrie sei sich sehr bewusst, dass auch die Kreuzfahrt ihren Beitrag zur Verringerung der Klimabelastung leisten kann und muss.

„Die Kreuzfahrt ist der Innovationstreiber der Schifffahrt – und Hamburg ist Best-Practice-Beispiel für einen erlebnisreichen Stadthafen und zugleich eine konsequente Ausstattung der Terminals mit Landstrom“, so Dr. Stefan Behn, Vorsitzender von Hamburg Cruise Net e.V. 6 % der schifffahrtsbedingten CO2-Emissionen in Hamburg entfallen derzeit auf die Kreuzfahrer. Bezogen auf alle Hamburger CO2-Emissionen beträgt der Anteil der Kreuzfahrtschiffe allerdings nur 0,11 Prozent. (Bezug 2019). „Unser Ziel sollte sein, Emissionen während der Liegezeit ganz zu vermeiden, aber den Hafen auch bei den Kosten attraktiv zu halten. Das wird aber nur gelingen, wenn Industrie und Politik gemeinsam daran arbeiten“.

Die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft begrüßten den Dialog mit den Spitzenvertretern der Industrie:

„Es ist gut zu sehen, dass die Kreuzfahrtreedereien vor dem Hintergrund der umweltbeeinträchtigenden Emissionen ihre Innovationsstrategien kontinuierlich weiterentwickeln. Wir müssen in den kommenden Jahren die Umwelt- und Klimaverträglichkeit auch der Kreuzfahrt spürbar verbessern. Unser Ziel muss es sein, gemeinsam mit den anderen Bundesländern, dem Bund und der Europäischen Union sowie der Industrie einen besonders ambitionierten Weg in die emissionsärmere Kreuzfahrt zu gehen und dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Möglichkeiten – wie beispielsweise die Landstrominfrastruktur – konsequent genutzt werden“, so Dr. Miriam Putz, Sprecherin für Wirtschaft, Tourismus und Hafen der Bürgerschaftsfraktion der GRÜNEN.

„Hamburg und Tourismus gehören zusammen! Die Kreuzfahrtbranche hat für den Tourismus große Bedeutung – in Hamburg und weltweit. Jetzt muss der Neustart nach Corona gelingen. Langfristig braucht

Hamburg beste Rahmenbedingungen, um Innovationsstrategien der Kreuzschifffahrt zu fördern und deren Forschung aktiv zu begleiten. Dies gilt z.B. für die Entwicklung von umweltschonenden Schiffsmotoren und Kraftstoffen und die umweltverträgliche Nutzung des Hamburger Hafens. Daher begrüße ich den engen Austausch mit Unternehmen und Verbänden“ so Prof. Dr. Götz Wiese, Fachsprecher für Wirtschaft und Innovation der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Helge Grammerstorf, National Director des weltweit größten Kreuzfahrtverbandes, Cruise Lines International Association (CLIA), stellte abschließend fest, dass der Tag gezeigt habe, dass sich die Kreuzfahrt selbst ambitionierte Ziele gesetzt habe, welche weit über die internationalen Vorschriften hinausgehen. „Der Erfolg ist sicht- und messbar. Nicht nur war das erste Hochseeschiff mit LNG-Antrieb ein Kreuzfahrtschiff, sondern wir werden kurzfristig auch die erste Brennstoffzelle im Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff sehen. Auch hinsichtlich der Landstromfähigkeit ist die Kreuzfahrt weit vorn. Aber von den ca. 1.000 weltweit angelaufenen Häfen, bieten bisher nur 14 eine Landstrom-Versorgung an.“ Es werde jetzt darauf ankommen, im konstruktiven Dialog mit den Häfen und der Politik die Entwicklung einer nachhaltigen Kreuzfahrt weiter voranzubringen; der Dank gelte heute daher neben den Unternehmen insbesondere den Mitgliedern der Hamburgischen Bürgerschaft für Interesse und konstruktive Beiträge.

Text: PM CLIA Deutschland und Hamburg Cruise Net e.V.