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Mini-Kreuzfahrtschiff „Seaventure“ startet zur Jungfernfahrt von Bremerhaven nach Island

Das nur 112 Meter lange und maximal 155 Passagiere fassende Kreuzfahrtschiff Seaventure von Viva Cruises hat am Samstagmorgen erstmals an der Columbuskaje in Bremerhaven unter dem neuen Namen festgemacht. Zuvor lag das Schiff mehrere Wochen bei der Damen-Werft im niederländischen Vlissingen, wo umfangreiche Wartungs- und Renovierungsarbeiten erfolgten. 

Am kommenden Montag, (9. August) bricht die Seaventure gegen 18.00 Uhr nun von der Columbuskaje zur Jungfernreise unter der Flagge von Viva Cruises in Richtung Island auf. Die Reise mit dem Titel „Island Intensiv“ wird, mit verringerter Passagierkapazität, insgesamt 16 Nächte dauern und führt bis nach Island und wieder zurück nach Bremerhaven. Dank ihrer geringen Größe ist es mit der Seaventure möglich, auch abgelegene Häfen zu besuchen und selbst schmälere Flüsse zu befahren. 14 Zodiacs führt das Schiff mit, so dass die Gäste an bestimmten Destinationen die Natur aus nächster Nähe betrachten können.

Foto: C. Eckardt

Erst im Herbst 2020 hatte die Schweizer Reederei Scylla AG das gebrauchte Expeditionskreuzfahrtschiff von der Hamburger Reederei Hapag Lloyd Cruises übernommen, wo es seit 1993 unter dem Namen Bremen verkehrte. Gebaut wurde es im Jahr 1990 in Japan als Frontier Spirit. Eingesetzt wird es für das Scylla Tochterunternehmen Viva Cruises und im Winter sind Charterfahren für den US-amerikanischen Veranstalter Polar Lattitudes geplant. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten die eigentlich für das Frühjahr vorgesehene Jungfernreisen und die später geplante Reise in Richtung Island, die unter dem Charterer Globalis Erlebnisreisen aus Schöneck erfolgen sollte, nicht stattfinden. Alle Passagiere an dieser aktuellen Kreuzfahrt müssen bei Reisebeginn einen vollständigen Impfschutz vorweisen können. ChrEck

Ausbau des Kreuzfahrtterminals in Bremerhaven geplant

Auf rd. 30 Mio. Euro werden die Kosten für den Bau eines neuen multifunktionalen Empfangsgebäudes der Columbuskaje in Bremerhaven geschätzt. Der Hafenausschuss der Bremischen Bürgerschaft hat bereits grünes Licht für die Planungskosten von 1,27 Millionen Euro gegeben. Ziel der Investition sei es, die wirtschaftlichen Potenziale der Kreuzfahrt für den Hafen und die Stadt noch besser zu nutzen, so Bremens Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD). Sie sei davon überzeugt, dass diese touristische Branche nach dem Ende der Pandemie wieder einen enormen Zuwachs verzeichnen wird.

Foto: Jens Meyer

Wann der Auftrag zum Umbau vergeben wird und die Fertigstellung erwartet werden kann, konnte der Geschäftsführer der Columbus Cruise Center Bremerhaven GmbH, Veit R. Hürdler, noch nicht sagen. Zwar habe am in den letzten Jahren eine ständige Zunahme der Schiffsanläufe verzeichnen können. Nach 109 Abfertigungen im Jahr 2018 stieg die Zahl 2019 auf 115 Anläufe, doch sei der Einbruch durch die Pandemie bereits deutlich spürbar: 2020 gab es zahlreiche Corona-bedingte Anläufe zur Ausschiffung von Gästen und Crewmitgliedern. Von den ursprünglich geplanten 120 Anläufen für dieses Jahr wurden zuletzt am Dienstag sechs weitere abgesagt, so dass derzeit nur noch Anmeldungen für 112 Schiffe vorliegen, deren Anzahl aufgrund der Pandemie-Situation weiter abschmelzen dürfte.

Nach derzeitigen Planungen von bremenports GmbH soll der Mittelteil des bestehenden Gebäudekomplexes rück- und neugebaut werden. Im südlichen Bereich soll eine moderne Empfangshalle für die Kreuzfahrtgäste entstehen, wodurch Platz im nördlich gelegenen Columbus Cruise Center für eine großzügige Gepäckabfertigung entsteht. Neben dem eigentlichen Terminal soll ein Parkhaus integriert werden und mehrere Büroetagen entstehen. Die Gesamtplanungen sollen 2022 abgeschlossen sein. JPM